https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de


Dienstag, 17. Mai 2011

Galileo-Daten offenbaren Magma-Ozean unter der Oberfläche des Jupitermonds Io

Der innere Aufbau des Jupitermonds Io: Neue Daten belegen einen gewaltigen Magma-Ozean unterhalb (rot) unterhalb der Kruste (grau) | Copyright: NASA/JPL/University of Michigan/UCLA

Los Angeles/ USA - Eine neue Datenauswertung der Messungen der NASA-Raumsonde "Galileo" offenbart einen unterirdischen Ozean aus flüssigem Magma unter der Oberfläche des vulkanischen Jupitermonds Io. Zum ersten Mal lässt sich so der erstaunlich aktive Vulkanismus des Mondes erklären, handelt e sich bei Io doch um den vulkanisch aktivsten Körper des Sonnensystems.

Wie die Forscher um Krishan Khurana von der "University of California" vom wissenschaftlichen Team zur Auswertung der Magnetometer-Messungen der Sonde im Fachjournal "Science" berichten, sei man begeistert darüber, "endlich zu verstehen, woher Ios Magma stammt und endlich eine Erklärung für mysteriöse Signaturen in den Daten des Manetfelds des Mondes zu haben."

Aus den Daten ergeben sich Signale innerhalb des rotierenden Magnetfelds des Gasriesen, wie sie eindeutig für einen zumindest teilweise geschmolzenen Magma-Ozean unterhalb der Mondoberfläche sprechen.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Der Jupitermond stößt jedes Jahr rund 100 Mal mehr Lava aus als die Erde. Im Gegensatz zu dieser, wo sich Vulkane hauptsächlich entlang lokaler Hotspots, wie etwa dem "Feuerring" rund um den Pazifischen Ozean bilden, zieht sich der Magma-Ozean auf Io unterhalb des Kruste über den gesamte Mond und hat eine Dicke von 30 bis 50 Kilometern.

"Es wurde bereits angedacht, dass auch die Erde und ihr Mond vor mehren Milliarden Jahren, kurz nach ihrer Entstehung einst solche Magma-Ozeane hatten, wie sie seither jedoch schon längst erkaltet und erstarrt sind", erläutert Torrence Johnson von "Jet Propulsion Laboratory" (JPL) der NASA in Pasadena. Durch die neuen Erkenntnisse erlangen die Forsche nun neue Einblicke in vulkanische Prozesse und eine Vorstellungen des Vulkanismus auf der jungen Erde und ihrem Mond.

Bei Io handelt es sich um den einzigen weiteren bekannten Himmelskörper in unserem Sonnensystem, auf dem es ähnlich wie auf der Erde aktive Magma-Vulkane gibt. Die Energie für die vulkanische Aktivität des Jupitermondes kommt durch die enormen Gravitationskräfte des Jupiter, die den Mond fortwährend stauchen und dehnen.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

Astronomen suchen nach Vulkanen auf Exoplaneten
9. September 2010
Leben auf Jupitermond Io?
11. Juni 2010
Astronomen entdecken unidentifizierte Radiostrahlung aus dem Jupitersystem
30. März 2010

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov

Mysterium Jack the Ripper: Scotland Yard kämpft um weitere Geheimhaltung der Akten

Blick in die Whitechapel-High-Street um die Jahrhundertwende | Copyright: Public Domain

London/ England - Seit nunmehr 1888, also 123 Jahren, halten die britischen Polizei- und Justizbehörden die Akten rund um die Morde des Serienmörders "Jack the Ripper" unter Verschluss. Auch gegen die aktuellen Bemühungen moderner Ermittler um unzensierte Akteneinsicht führt Scotland Yard derzeit einen Kampf vor Gericht.

Wie der britische "Telegraph" berichtet, handelt es sich um vier in Leder gebundene Aktenordner, die 1888 von der "Special Branch" zusammengetragen wurden. Drei Jahre lang hat sich der ehemalige Kriminalbeamte und Ripper-Forscher Tervor Marriott nun schon vergeblich um die Freigabe dieser Dokumente bemüht.

Grund für die wiederholte Absagen, so die Behörden, sei der Umstand, dass aus den Akten auch die Identitäten der damaligen Polizei-Informanten hervorgehe und die Veröffentlichung dieser und anderer Informationen auch noch heutige Bemühungen um derartige Informationen untergraben würde.

In der vergangenen Woche wurde nun ein erneutes Gerichtsverfahren um die Ripper-Akten eröffnet, aus welchen - da ist sich Marriott sicher - auch die wahre Identität des Mörders herausgelesen werden könne.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Anhand eines zensierten Auszugs der Ripper-Akten, wie sie im Rahmen des Prozesses intern veröffentlicht wurden, seien nun vier weitere Verdächtige und weitere bislang unbekannte Beweismittel bekannt geworden, zitiert die Zeitung den Ripper-Forscher.

Mindestens fünf Frauen fielen im August und November 1888 dem Serienkiller zum Opfer. Experten vermuten bis heute, dass auch weitere frühere und spätere Morde in der Gegend rund um den Londoner Stadtbezirk Whitechapel (s. Abb.) auf das Konto des Rippers gehen.

Nach zahlreichen Untersuchungspannen und aufgrund der damaligen noch sehr einfachen Untersuchungsmethoden, zu denen weder die Fingerabdruckanalyse noch die Fähigkeit der Unterscheidung zwischen menschlichem und tierischem Blut zählten, endeten die Ermittlungen ohne konkrete Beweise und Hinweise auf die Identität des Mörders und der Fall wurde zu einem der großen Kriminal- und Verschwörungsmythen des 19. Jahrhunderts. Neben zahlreichen anderen Verdächtigen wurde auch schon früh der Enkel von Queen Victoria, der Duke of Clarence, als Ripper ins Gespräch gebracht. Gerade dieser Verdacht nährt seither Verschwörungstheorien rund um die Ripper-Morde und die bis heute verschlossenen Untersuchungsakten.

Da Marriotts Antrag zur unzensierten Akteneinsicht trotz seiner Berufung auf das britische Informationsfreiheitsgesetz schon in früheren Instanzen abgelehnt wurde, befindet sich der Forscher und Autor derzeit in der letzten möglichen Instanz seiner Bemühungen.

Gerade vor dem Hintergrund des Kampfs gegen den internationalen Terrorismus, so eines der aktuellen Argumente der Polizeibehörden gegen die Veröffentlichung der Akten, könne man sich es nicht leisten, in dem Ruf zu kommen, seine Informanten zu verraten - auch nicht 123 Jahre nach den eigentlichen Ereignissen. "Solche Leute vertrauen sich uns nur dann an, wenn sie sicher sein können, dass ihre Identität auf keine Fall bekannt wird", wird ein Polizeibeamter aus der Verhandlung zitiert. Marriott hingegen verweist auf schon zuvor freigegebenen Polizeiakten zu anderen historischen Kriminalfällen, aus welchen ebenfalls die Namen von damaligen Informanten hervorgingen. In diesen Fällen, so erläutert der Forscher, wurde entschieden, dass die Nachkommen der genannten Personen durch die Veröffentlichung keinen Schaden nehmen würden - sollte dies in diesem Fall nun vielleicht anders sein?

Eine richterliche Entscheidung über den Antrag zur Freigabe der Untersuchungsakten im Fall "Jack the Ripper" erwarten Beobachter noch in diesem Jahr.

- Ausführliche Informationen zum Fall Jack The Ripper finden Sie HIER

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Belege für neue alte Theorie: Jack the Ripper nur erfunden?
7. Mai 2009

Zum Thema:

- - -


Quellen: telegraph.co.uk / grenzwissenschaft-aktuell.de

Sonnenwindpartikel-Analyse: Innere Planeten passen nicht zur Sonne

Blick ins Sonnensystem (Illu.) | Copyright: Sebastian Voltmer, weltraum.com

Pasadena/ USA - Als 2004 die Kapsel der NASA-Sonde "Genesis" in der Wüste nahe Utah unsanft einschlug, befürchteten die Wissenschaftler, dass auch die Partikel des von der Sonde beprobten Sonnenwinds verloren seien. Ein Großteil der Proben konnte jedoch geborgen werden und - zum Erstaunen die Wissenschaftler - unterscheidet sich in seiner Zusammensetzung von jenen, wie sie im inneren Sonnensystem gefunden werden.

Ein erster Bericht des wissenschaftlichen Teams um Donald Burnett vom "California Institute of Technology", wie er in der Online-Ausgabe des Fachmagazins "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlicht wurde, zeigt, dass sich beispielsweise das Muster von Isotopen des Sonnenwinds - und damit wahrscheinlich auch jenes der Sonne selbst, von dem der vier sonnennächsten Planeten Merkur, Venus, Erde und Mars unterscheidet.

"Genesis" entfernte sich rund eine Million 1,6 Millionen Kilometer von der Erde und entnahm hier - unbeeinträchtigt vom Magnetfeld der Erde - Proben des Sonnenwindes, also Partikel, wie sie von der Oberfläche der Sonne ins All geschleudert werden.

Die Genesis-Sonde während der Probeentnahme (Illu.) | Copyright: NASA

Wie ihre Planeten, so beinhaltet auch die Sonne unterschiedliche Mengen von Stickstoff und anderer Elemente. Jedes dieser Elemente kann jedoch in einer leichteren oder schwereren Form vorkommen - je nachdem wie viele Neutronen es aufweist - den sogenannten Isotopen.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Das Verhältnis beispielsweise zwischen schweren und leichteren Formen von Sauerstoff, Stickstoff und verschiedenen Edelgasen gehört zu jenen Merkmalen, von welchen Kosmochemiker bislang glaubten, dass es in gleicher Weise auf den Planeten wie auch auf dem Zentralgestirn zu finden sein sollte, da sich sowohl Stern als auch Planeten eigentlich aus der selben abkühlenden Gas- und Staubwolke gebildet haben sollten.

Nun jedoch legen die Analyseergebnisse der Genesis-Proben signifikante Unterschiede zwischen der Sonne und ihren inneren Planeten auf, wenn etwa die Erde mehr schweren Sauerstoff als leichten aufweist - ein Verhältnis, wie es sich anhand der Partikel des Sonnenwinds nicht finden lässt.

"Bislang haben wir geglaubt, dass die Sonne und das (innere) Sonnensystem die gleiche Zusammensetzung aufweisen sollte", zitiert "Physorg.com" den Kosmochemiker Andrew M. Davis von der "University of Chicago". "Jetzt aber sieht es so aus, als unterscheide sich die Sonne in dieser Hinsicht leicht von der Erde und wir wissen noch nicht, was das zu bedeuten hat. Es ist aber auf jeden Fall von großer Wichtigkeit und lässt schon jetzt einige Leute bisherige Vorstellungen überdenken."


Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / pnas.org / physorg.com
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE