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Freitag, 27. Mai 2011

Erneute Roboter-Erkundung der geheimen Kammer in der Cheopspyramide liefert erste Bilder

Die Cheops-Pyramide von Gizeh | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de

Leeds/ England - Im Rahmen des "Djedi Projects" hat ein internationales Archäologenteam die geheime Kammer am Ende des südlichen Schachts erkundet, der in etwa 45 Grad in Richtung Außenwand aus der Königinnenkammer der Cheopspyramide verläuft. Mit einer innovativen Schlangenkamera haben die Archäologen am Ende der Kammer eine weitere Tür entdeckt, wie sie möglicherweise zu einer weiteren geheimen Kammer führt. Am Boden vor dieser Tür fand die Kamera zudem rote Hieroglyphen, von deren Bedeutung die Archäologen sich nun Aufschlüsse über Sinn und Zweck der Gänge und Kammern erhoffen. Zugleich konnten die Aufnahmen neue Informationen über die metallen Einsätze in der ersten Tür liefern.

Als erste deutschsprachige Nachrichtenquelle zeigen wir Ihnen hier die ersten Aufnahmen aus dem Innern der Kammer.


1993 gelang es dem der deutschen Ingenieur Rudolf Gantenbrink die beiden 20 auf 20 Zentimeter durchmessenden Tunnel an der Nord- und Südseite der Königinnenkammer mit einer Robotersonde zu erkunden und entdeckte an deren Ende Steintüren mit metallenen Einsätzen – dem einzigen Metall überhaupt, das in der Cheopspyramide verbaut wurde. Nachdem Gantenbrink nicht zuletzt beim Generalsekretär der ägyptischen Altertümerverwaltung und Minister für Altertumsgüter, Dr. Zahi Hawass, in Ungnade gefallen war, erkundeten später weitere Robotermissionen die Schächte.

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Komposit der Aufnahmen aus dem Innern der Kammer am Ende des südlichen Schachts der Königinnenkammer. Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen. | Djedi Team, leeds.ac.uk

Durch ein bereits 2002 gebohrtes Loch konnten nun Archäologen um Rob Richardson von der "University of Leeds" mit einer sogenannten Schlangenkamera die kleine Kammer hinter der Tür ausführlich erkunden. Die Kamera ist auch in der Lage um Ecken und Hindernisse herum zu blicken. Somit gelang es den Forschern auch zum ersten Mal auf die Rückwand der bislang nur von vorne bekannten ersten Tür zu blicken. Hierbei zeigte sich, dass die griffartigen metallenen Einsätze auf der Rückseite in sorgfältig gearbeiteten Schlaufen enden. "Unsere neuen Aufnahmen legen nahe, dass diese Einsätze wahrscheinlich dekorativer Natur sind und keine elektronischen Verbindungen darstellen, wie dies einige exotische Theorien über die Schächte bereits vermuteten", so der ebenfalls an den Arbeiten beteiligte Shaun Whitehead. Die Rückseite dieser ersten Tür ist zudem poliert, weswegen die Forscher ihr auch eine besondere Bedeutung beimessen: "Es handelte sich offenbar also nicht nur um eine simple Absperrung, die Trümmer aus dem Schacht fernhalten sollte."

Die Rückseite der ersten Tür mit den gewundenen Enden der Metalleinsätze. Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen. | Copyright: Djedi Team, leeds.ac.uk

Rote Schriftzeichen am Boden der ersten Kammer. | Copyright: Djedi Team, leeds.ac.uk

Die hierbei entstandenen Bilder zeigen unter anderem auch hieroglyphenartige Zeichen, wie sie mit roter Farbe auf den Boden der Kammer gezeichnet wurden. Zahlen und Graffiti roter Farbe sind in Gizeh weit verbreitet und gelten unter den Ägyptologen als Hinterlassenschaften von Steinmetzen und Arbeiterkolonnen betrachtet werden. "Wenn diese Hieroglyphen entziffert werden können, könnte das Ägyptologen dabei helfen, herauszufinden, warum diese mysteriösen Schächte einst gebaut wurden, zitiert der "New Scientist" den Ingenieur Richardson.

Am Ende der kleinen Kammer entdeckte die Kamerasonde eine zweite, deutlich gröber gearbeitete Tür. "In keiner anderen Pyramide in Ägypten gibt es vergleichbare Tunnel und Türen", so Dr. Zahi Hawass und vermutet, dass sich hinter der zweiten Tür noch eine weitere Kammer befinden könnte. "Bei der bekannten Königskammer könnte es sich um eine Scheinkammer handeln, da es für die alten Ägypter das wichtigste war, die Begräbniskammer zu verbergen."

Die Ergebnisse dieser ersten Erkundung haben die Forscher in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Annales Du Service des Antiquités De L'Égypte" (ASAE) veröffentlicht. Noch bis Ende 2011 wollen die Wissenschaftler ihre Arbeit mit der Robotersonde "Djedi" fortsetzen und dann im Frühjahr 2012 einen Abschlussbericht vorlegen.

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Quellen: leeds.ac.uk / newscientist.com / grenzwissenschaft-aktuell.de

Im Mond gibt es mindestens ebenso viel Wasser wie im Innern der Erde

Mikroskopaufnahme geschmolzener Einschlüsse von Wasser und flüchtigen Elementen in verfestigten Mondmagma | Copyright: Saal lab/Brown University

Providence/ USA - Im Innern von Magmagestein aus dem Mantels des Mondes gibt es Wasser. Diese Erkenntnis an sich ist nicht neu. Eine neue Studie belegt nun aber, dass es sich um derartige Mengen handelt, dass diese sogar die im Erdinneren gebundenen Wassermengen übertreffen könnten.

Zu dieser Erkenntnis sind Wissenschaftler um Alberto Saal von der "Brown University" und Erik Hauri von der "Carnegie Institution of Washington" anhand einer neuen Analyse von im Innern des Mondgesteins in Form kleinster glasartiger Kügelchen eingeschlossenen Wassers gelangt. Das Ergebnis dieser Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass es in einigen Teilen des Mondmantels mindestens ebenso viel, wenn nicht sogar noch mehr Wasser gibt, als im oberen Mantel der Erde. Ihre Ergebnisse haben die Forscher in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Science Express" veröffentlicht.

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Bei den Einschlüssen handelt es sich um glasartige Perlen im Innern von vulkanischen Gesteins, die sich bei explosiven Ausbrüchen gebildet haben und wie sie in Bodenproben gefunden wurden, die von den Apollo-Missionen zur Erde zurück gebracht worden waren. Die neuen Ergebnisse zeigen, dass das lunare Magma etwa hundert Mal mehr Wasser beinhaltet, als dies anhand einer ersten Untersuchung 2008 vermutet wurde (...wir berichteten).

"Schon damals legten unsere Berechnungen nahe, dass im Magma des Mondes in etwa gleich viel Wasser gebunden sein sollte, wie im oberen Mantel der Erde. Jetzt konnten wir diese Theorie bestätigen", so Saal.

Im Gegensatz zu Meteoriten, beinhalten die inneren Planeten des Sonnensystems relativ geringe Mengen an Wasser und flüchtigen Elementen. Die zudem noch geringeren Mengen dieser Elemente, wie sie bislang auf dem Mond vorgefunden worden waren, wurden lange Zeit als Beweis dafür betrachtet, dass der Mond durch einen katastrophalen Zusammenprall eines etwa marsgroßen Himmelskörpers mit der Erde und während dabei entfesselter besonders hoher Temperaturen entstanden sei. "Zumindest dieser Teil der Theorie muss nun neu durchdacht werden", so die Forscher.

Wasserhaltige Glasperlen vom Mond | Copyright: NASA

Im Gegensatz zu den meisten vulkanischen Ablagerungen, sind die Einschlüsse im Innern der Kügelchen während der Eruptionen eingeschlossen worden und konnten seither also dieser kristallenen Hülle nicht entfliehen.

Von den Untersuchungsergebnissen erhoffen sich die Forscher auch neue Erkenntnisse über die Herkunft des im Innern der immerdunklen Krater an den Polen des Mondes entdeckten Wassereises (...wir berichteten, s. Links). Bislang glaubten Wissenschaftler, dass dieses Eis mit Kometen- und Meteoriteneinschlägen auf den Mond gelangt sei. Nun sehen die Forscher um Saal und Hauri auch die Möglichkeit, dass das Mondwasser während einstiger vulkanischer Ausbrüche auf dem Mond freigesetzt wurde.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / brown.edu

Seeungeheuer: Wann zeigt der Discovery Channel Filmaufnahmen von lebender Cadborosaurus-Herde?

Jeff H. Johnsons Modell eines Cadborosaurus, basierend auf Zeugenaussagen und angeblichen Kadaverfunden | Copyright: Jeff H. Johnson, cryptomundo.com

Nushagak Bay/ USA - Bei "Cadborosaurus willsi" handelt es sich um ein angeblich vor der nordamerikanischen Pazifikküste vorkommendes Seeungeheuer, das im Volksmund auch als "Caddy" und von den lokalen Indianern schon seit Jahrhunderten als "Hiachuckaluck" bezeichnet wird. Neuere Aufnahmen, die sogar eine ganze Herde der mysteriösen Wesen zeigen sollen, wurde vom US-Sender "Discovery Channel" gekauft und sollten eigentlich schon vergangenen Monat im Rahmen einer TV-Dokumentation erstmals gezeigt werden. Bis heute hält der Sender die Aufnahmen noch zurück, von welchen ausgewählte Kryptozoologen, die das Material vorab begutachten konnten, sicher sind, dass sie keine bislang bekannte Tierart zeigen. Eine Initiative bemüht sich nun darum, den Sender zur baldigen Veröffentlichung der Aufnahmen zu bewegen.

Bei "Caddy" soll es sich um ein weit mehr als drei Meter langes, schlangenähnliches Wesen mit buckeligem Körper, einem pferdeähnlichen Kopf, seitlichen Vorderflossen, einem langen Hals und einen mit Stacheln bewehrten Schwanzende handeln, das sich auffallend schnell durchs Wasser bewegen soll. Da ähnliche Attribute auch Seeungeheuern zugeschrieben werden, die in verschiedenen kanadischen Seen beheimatet sein sollen (Ogopogo, Manipogo und Igopogo), vermuten einige Kryptozoologen, dass es sich bei den Wesen um Exemplare einer bislang unbekannten, vermeintlich Jahrmillionen überdauerten Tierart handeln könnte.

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Der Kryptozoologe John Kirk konnte die Aufnahmen bereits begutachten und erläutert hierzu auf "Cryptomundo.com": "Ich habe die Aufnahmen im Mai 2009 gesehen und mehr als drei Stunden lang ausführlich betrachtet und untersucht. Ich kann mit Bestimmtheit sagen, dass das, was auf den Aufnahmen zu sehen ist, kein bekanntes Tier ist."

Gemacht wurden die Aufnahmen, so de weiteren Information der an der Untersuchung des Film beteiligten Kryptozoologen, von einem Bootskapitän in den Gewässern vor der Nushagak Bay in Alaska, als sich dieser gemeinsam mit seinen zwei Söhnen auf Fischfang befand. "Plötzlich wurden sie auf eine Herde mehrerer Tiere von dunkler Färbung im Wasser vor sich aufmerksam, deren Buckel aus dem Wasser ragten und die von einer Schule Belugawale gejagt zu werden schienen. Auch die Fischer waren über diesen Anblick sehr erstaunt, da auch sie - trotz jahrelanger Berufserfahrung - noch nie solche Tiere zu Gesicht bekommen hatten. Einem der Söhne gelang es dann, das Spektakel mit einer Videokamera zu filmen."

Auf den Aufnahmen soll sogar zu sehen sein, wie ein ausgewachsenes Exemplar der unbekannten Tierart ein Jungtier vor den Angriffen der Beluga zu schützen versucht. "Über weite Strecken des Films sind die Buckel der Tiere immer wieder deutlich zu sehen. Dann blickt ein Tier sogar direkt in Richtung Kamera und ich war erstaunt, als ich bemerkte, wie sehr dieses dem Kopf jenes Kadavers gleicht, der 1937 bei Narden Harbour an Land gespült worden war."

Damals wurde im Innern des Magens eines harpunierten Pottwals ein Kadaver entdeckt, der später von dem Ozeanographieprofessor Dr. Paul H. Le-Blond als Überreste eines "Cadborosaurus willsi" interpretiert wurde. Gemeinsam mit dem Zoologen Eduard L. Bousfield hatte Le-Blond dem Wesen diesen wissenschaftlichen Namen gegeben. Zum einen bezieht dieser sich auf die Cadboro Bay bei Victoria in der kanadischen Provinz British Columbia, als einem häufigen Sichtungsort der Tiere, und zum anderen auf den Redakteur der "Victoria Daily Times" Archie Wills, der 1933 seine Begegnung mit dem Wesen eindrücklich beschrieben hatte.

Dieses Foto soll den Kadaver eines Cadborosaurus von 1937 zeigen | Copyright/Quelle: British Columbia Archives and Record Service / Ellis, R. Monsters of the Sea. Robert Hale Ltd.

Ursprünglich angekündigt war die Veröffentlichung der Aufnahmen im Rahmen der Sonderreihe "Hillstranded" der Doku-Serie "Deadliest Catch", zu der auch Le-Blond interviewt wurde. Die Sendung wurde ursprünglich für März, später dann für April 2011 angekündigt. Während auch dieser Termin verstrich und bislang von Seiten des Senders gegenüber Forschern und Interessierten noch kein neues Datum mitgeteilt wurde, hat die Kryptozoologie-Internetseite "Cryptomundo.com" ihre Leser dazu aufgerufen, durch zahlreiche Anrufe, Briefe und E-Mails die Verantwortlichen des "Discovery Channel" dazu aufzufordern, die Aufnahmen endlich zu senden. Doch selbst eine direkte Nachfrage des Kameramanns der Aufnahmen konnte bislang keine konkrete Bestätigung eines neuen Sendetermins erwirken. Lediglich, dass es im kommenden Juni soweit sein könnte, ließ man durchblicken.

Laut den Angaben von John Kirk hatte auch der Dr. Le-Blond selbst die Möglichkeit, die Filmaufnahmen in Augenschein zu nehmen. In einer E-Mailkorrespondenz mit Kirk bestätigte er dessen Einschätzung, dass es sich um Cadbrorosaurus-Exemplare handelt und die erstaunliche Ähnlichkeit zum Kadaver von 1937. "Sollte es sich bei diesen Tieren um Wale, Elche, Otter (Anm. der GreWi-Redaktion: Hierbei handelt es sich um eine Aufzählung jener bekannten Tierarten, die von Skeptikern bereits als Erklärung für Sichtungen des Cadborosaurus und andere Seeungeheuer ins Feld geführt wurden) oder irgend eine andere bekannte Tierart handeln, dann muss es eine Untergruppe dieser Tiere sein, wie sie bislang noch gänzlich unbekannt ist", schließt Kirk seinen Kurzbericht über das Video.

...über die weitere Entwicklung in diese Angelegenheit halten wir sie natürlich auf dem Laufenden.

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Studie: Mindestens drei Arten großer Meerestiere warten noch auf ihre Entdeckung
25. März 2009

Bücher zum Thema:

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