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Dienstag, 7. Juni 2011

Kann Twitter die Zukunft vorhersagen?

Kristallkugel Twitter (Illu.) | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de

Bloomington/ USA - Eine Analyse der emotionalen Tendenzen sogenannter "Tweets", also in Kurzmitteilungen über das Informationsnetzwerk "Twitter", kommt zu einer erstaunlich Erkenntnis: Die vorherrschende emotionale Stimmung in den US-amerikanischen Tweets stimmt mit nationalen Ereignissen und Terminen überein, wenn etwa an Thanksgiving, dem US-amerikanischen Erntedank, Fröhlichkeit als emotionaler Unterton in den Kurzmitteilungen überwiegt. Einige Forscher gehen sogar noch einen Schritt weiter und spekulieren darüber, ob anhand der von Twitter-Nachrichten ablesbaren Tendenzen auch zukünftige Ereignisse vorhergesehen werden können.

Die Grundidee, Tendenzen etwa auf den globalen Finanzmärkten mit Hilfe von Daten, die durch die Nutzung des Internet generiert werden abzulesen und vielleicht sogar vorherzusehen ist nicht ganz neu.

Schon seit 1997 behauptet das Projekt "Web Bot" mittels Suchworteingaben im Internet zukünftige Ereignisse vorhersagen zu können. Das Programm wurde ursprünglich zur Vorhersage von Börsenmärkten konzipiert. Seine Erfinder, Clif High, Georg Ure, die sich selbst als die "Time Monks" (Zeit-Mönche) bezeichnen, gehen davon aus, dass Veränderungen in der Sprache bzw. Wortwahl, wie sie mittels ihrer Suchalgorithmen ausgewertet werden können, jenen menschlicher Verhaltensweisen vorausgehen und nicht zuletzt auch das globale (Unter-)Bewusstsein widerspiegeln. Seit der "Web Bot" gestartet ist, streiten Verfechter und Kritiker über die tatsächlichen Fähigkeiten der auf diese Weise erstellten Vorhersagen zukünftiger Ereignisse. Als bekannteste Beispiele für erfolgreiche Vorhersagen beansprucht das Projekt beispielsweise die Anschläge von 11. September 2001 und die massiven Stromausfälle im Nordosten der USA im selben Jahr und 2003, sowie den Hurricane Katrina. Im Gegenzug verweisen Kritiker auch auf eine ganze Reihe nicht eingetretener Vorhersagen, wie etwa einem für den 12. Dezember 2008 angekündigten Erdbeben vor Vancouver oder soziale Unruhen in den USA als Folge massiv steigender Lebensmittelpreise, wie sie für die Zeit ab Juli 2010 vorhergesagt wurden.

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2009 entdeckte auch der Chefökonom von Google eine Übereinstimmung der meistgesuchten Suchbegriffe mit Schwankungen der Märkte der mit diesen Suchbegriffen verbundenen Produkte. Auch gelten mittlerweile Zugriffsraten etwa auf die Webseiten und Dependancen von Politikern in sozialen Netzwerken (Facebook, Twitter, Youtube usw.) etwa während politischer Wahlen mittlerweile als Indikatoren – zumindest für die Tendenzen der Internetzielgruppen.

Dr. Johan Bollen hat besagte Twitter-Tendenzen der US-amerikanischen Tweets an der "Indiana University" analysiert und ist dabei auf eine weitere kuriose Übereinstimmung gestoßen: "Verglichen mit den Trends der hieraus abgelesenen nationalen Stimmung konnten Schwankungen des US-Börsenindex "Dow Jones Industrial Average" (DJIA) vorhergesagt werden", berichtet die Finanz-Zeitschrift "Economist" (economist.com): Einem Anstieg im emotionalen Grundton auf der "Ängstlichkeits"-Ebene der Tweets, folgten etwa drei Tage später Punktverluste des Index. Die Gründe für diesen Zusammenhang sind den Forschern bislang jedoch noch unbekannt. Die Ergebnisse seiner Untersuchungen und Berechnungen hat Bollen in der Februarausgabe des Fachmagazins "Journal of Computational Science" veröffentlicht und werden mittlerweile schon von Finanzunternehmen und Beraterfirmen zur Marktanalyse angewendet.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / economist.com

Europäische Marssonde fotografiert Eislager am Südpol des Mars

Perspektivischer Blick in die Marsregion Ulyxis Rupes. | Copyright: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)

Berlin/ Deutschland - Am 15. Januar 2011 nahm die hochauflösende Stereokamera (HRSC), unter der Leitung des Principal Investigator Prof. Dr. Gerhard Neukum von der "Freien Universität Berlin", auf der ESA-Sonde Mars Express im Orbit 8995 einen Teil der Region Ulyxis Rupes mit einer Auflösung von ca. 49 Metern pro Bildpunkt auf. Die Abbildungen zeigen hiervon einen Ausschnitt bei 72° südlicher Breite und 162° östlicher Länge. Die hier gezeigten Bildprodukte wurden in der Fachrichtung Planetologie und Fernerkundung, am "Institut für Geologische Wissenschaften" an der "Freien Universität Berlin" erstellt.

- Bei dieser Meldung handelt es sich um einen Pressemitteilung der "Freien Universität Berlin", fu-berlin.de


Ulyxis Rupes ist das einzige benannte morphologische Merkmal in der abgebildeten Marsszene. Es ist ein klassisches Albedo Feature, das wie so oft von E. M. Antoniadi benannt wurde. Rupes ist der lateinische Begriff für Steilhang oder Abhang. Ulyxis Rupes befindet sich in hohen Breiten des südlichen Hochlands des Planeten (Lat./Long:-68.37°/159.9°) und erstreckt sich über eine Länge von etwa 390 km. Der etwas unspektakuläre Beginn dieses Abhangs ist mit Pfeilen gekennzeichnet (siehe auch Kontextkarte).

Lagerkarte der Marsregion Ulyxis Rupes (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen). | Copyright: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)

Obgleich dieses Presseprodukt nach Ulyxis Rupes, der einzigen namentlich erwähnten morphologischen Struktur in diesem Gebiet benannt ist, gibt es andere faszinierende Landschaftsformen - Eisablagerungen. Etwa zwei Drittel der gezeigten Szene ist vom Südpol-Eispanzer und vorgelagerten Eisablagerungen geprägt. Die südliche Hälfte des Bildes wird von der geschlossenen Eiskappe dominiert. Sie ist stark von dunklem Lockermaterial überdeckt. An nach Norden gewandten Steilhängen sind sehr gut Wechsellagerungen aus Eis und dunklen Sedimentschichten zu erkennen, die auch als "polar layered deposits" bekannt sind (s. Abb, Lagerkarte Box 1). Die oft halbkreisförmige Form der Steilhänge ist vereinzelt auf darunter lagernde Impaktkrater zurückzuführen. Die Steilhänge bewirken außerdem eine Terrassierung, die von Süden nach Norden abnimmt (farbcodiertes Höhenmodell).

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Dem Eisschild sind isolierte, teilweise große zusammenhängende, Eisablagerungen vorgelagert (s. Abb, Lagerkate Box 2). Diese sind mitunter stark mit dunklem Material bedeckt. Aufgrund der Windaktivität findet ständige Umlagerung statt und bildet oft longitudinale Dünen. Anhand der Ausrichtung dieser Dünen kann eine vorherrschende Windrichtung in nordwestlicher Richtung abgeleitet werden.

Mit zunehmender Entfernung vom Südpol sind größere Eisvorkommen nur noch im Inneren von Impaktkratern erhalten (s. Abb, Lagerkarte Box 3). Auffällig ist dabei, dass sich diese "Mini-Eispanzer" nicht zentral im Inneren sondern näher an der Nordwand des Kraters befinden. Dies ist auf die von Norden kommende Sonnenstrahlung zurückzuführen, d.h., die Südhänge des Kraters erwärmen sich stärker wobei Eis weniger gut konserviert wird.

In den Boxen 4 und 5 (s. Abb. Lagerkarte) sind irregulär geformte helle Ablagerungen zu erkennen, die teilweise parallele Oberflächenstrukturen aufweisen. Obwohl es noch einer genaueren Analyse bedarf, könnte es sich hierbei vermutlich um relikte Eisablagerungen oder "Tot-Eis" handeln. An manchen Stellen ist deutlich zu erkennen, dass diese Ablagerungen teilweise von dunklem Material überlagert werden.

Farbkarte der Marsregion Ulyxis Rupes (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen). | Copyright: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)

Die Farbansichten wurden aus dem senkrecht blickenden Nadirkanal und den Farbkanälen erstellt, die Schrägansicht wurde aus den Stereokanälen der HRSC berechnet. Die Anaglyphen werden aus dem Nadirkanal und einem Stereokanal abgeleitet. Die schwarzweißen Detailaufnahmen wurden dem Nadirkanal entnommen, der von allen Kanälen die höchste Auflösung zur Verfügung stellt.

Das Kameraexperiment HRSC auf der Mission Mars Express der Europäischen Weltraumorganisation ESA wird vom Principal Investigator Prof. Dr. Gerhard Neukum (Freie Universität Berlin), der auch die technische Konzeption der hochauflösenden Stereokamera entworfen hatte, geleitet. Das Wissenschaftsteam besteht aus 45 Co-Investigatoren aus 32 Institutionen und zehn Nationen. Die Kamera wurde am "Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt" (DLR) unter der Leitung des Principal Investigators (PI) G. Neukum entwickelt und in Kooperation mit industriellen Partnern gebaut (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH und Jena -Optronik GmbH). Sie wird vom DLR -Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof betrieben. Die systematische Prozessierung der Daten erfolgt am DLR. Die Darstellungen wurden vom Institut für Geologische Wissenschaften der FU Berlin in Zusammenarbeit mit dem DLR-Institut für Planetenforschung erstellt.

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Sonde belegt jahreszeitliche Veränderungen der Sanddünen des Mars
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Quelle: fu-berlin.de

Australische Regierung hat UFO-Akten "verloren und vernichtet"

Die australische Staatswappen | Copyright: Public Domain

Canberra/ Australien - "Gibt es eine bessere Vorlage für Verschwörungstheoretiker?", fragt der "Sydney Morning Herald" als Einführung in einen aktuellen Bericht über die "X-Akten" des australischen Verteidigungsministeriums, aus dem hervorgeht, dass das dortige "Department of Defence" seine bislang geheim gehaltenen Akten über UFO-Sichtungen und -Phänomene "verloren und vernichtet" haben will.

"Jahrzehntelang", so berichtet die Zeitung (smh.com.au) weiter, "haben die australischen Verteidigungsbehörden eine unbekannte Anzahl von UFO-Sichtungen untersucht, die ihr von Seiten der Zivilbevölkerung gemeldet wurden. Geheimdienstoffiziere im Dienst der 'Royal Australian Air Force' haben hierbei Bewegungen bekannter Flugkörper mit den Eigenschaften der beschriebenen unbekannten und unidentifizierten Flugobjekte ( UFOs ) abgeglichen und stets freundlichen auf schriftliche Anfragen von Sichtungszeugen geantwortet." Einige dieser Berichte wurden nach Abschluss der Untersuchungen jedoch als "Geheimsache" deklariert und bis heute nicht veröffentlicht.

Nachdem bereits zuvor andere Länder ihre einst geheimen UFO-Archive veröffentlich hatten, bemühte sich auch der "Sydney Morning Herald" unter Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz um Einsicht in die geheimen "X-Akten" des australischen Verteidigungsministeriums: "Die Antwort allerdings war viel überraschender als das, was die meisten Akten wahrscheinlich beinhaltet hatten - die (angeforderten) Materialien seien größtenteils verloren gegangen."

Zwei Monate lang, so berichtet die Zeitung, habe das Ministerium nach den Akten gesucht, bis dann im vergangenen Mai die beim Ministerium für Anfragen unter Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz (Freedom of Information, FOI) zuständige Natalie Carpenter das erstaunliche Ergebnis der Suche nach den UFO-Akten präsentierte:

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Gerade einmal eine Akte konnte ausfindig gemacht werden. Alle anderen seien vernichtet worden. Die aufgetauchte Akte bezieht sich auf die UFO-Sichtung von Woomera mit dem Titel ''Report on UFOs/Strange Occurrences and Phenomena in Woomera''.

Des Weiteren sei man noch auf Hinweise auf eine weitere UFO-Akte gestoßen, doch könne man diese nicht mehr lokalisieren: "In dem Bemühen diese Akten zu finden, haben wir sowohl im 'Defence Record Management System', den 'National Archives Australia' in Camberra, den 'National Archives Australia" in Chester Hill, den 'Defence Archives Queanbeyan' und am 'Headquarters Air Command' und an der 'RAAF Base Glenbrook' gesucht. (...) Die besagte Akte konnte jedoch nicht gefunden werden und das Luftwaffen Hauptquartier hat uns angewiesen die Akte offiziell als 'verloren' zu deklarieren."

Ebenfalls zerstört wurden frühere FOI-Anfragen zu den UFO-Untersuchungen. Hierbei, so das Ministerium, handele es sich jedoch um eine übliche Vorgehensweise.

Laut dem "Sydney Morning Herald" sei auch die einzige entdeckte Akte mehr als skizzenhaft. Eigentlich handele es sich lediglich um eine Handvoll alter Zeitungsausschnitte und verstreute formale Regierungskorrespondenzen. Zudem geht aus der Akte hervor, dass vor rund sechs Jahren die australische UFO-Forschungsorganisation "Australian UFO Research Association" offenbar erfolgreich den Standort weitere Akten lokalisieren konnte. Diese gelten jedoch ebenfalls mittlerweile ebenfalls "verloren".

Aus einer Zusammenfassung gehen UFO-Sichtungen durch Zeugen aus Woomera, einem Ort in der bis 1982 als militärisches Sperrgebiet deklarierten "Woomera Prohibited Area" (WPA) (und wo sich auch die "Deep Space Station 41" der NASA befindet, mit der unter anderem auch die Übertragung der Signale der Apollo-Mondlandungen weitergeleitet wurden) im Oktober 1952 hervor. Damals beschrieb der Stabsfeldwebel (Warrant Officer) G. E. Millard, dass er die Flugbahn eines unidentifizierten Flugobjekts 24 Minuten lang auf Radar verfolgen konnte, ohne das Objekt jedoch mit dem zum Radar gehörenden Teleskop sehen zu können. Nach einer ausführlichen Untersuchung, kam der Offizier später dann zu dem Schluss, dass es sich um eine Schneewolke gehandelt habe.

Nachdem das australische Verteidigungsministerium also jahrzehntelang UFO-Sichtungen zusammengetragen und untersucht hatte, entschloss man sich dann 1996 dazu, diese Arbeiten einzustellen, nachdem man zu dem Schluss gekommen war, "dass es keinen wissenschaftlich fundierten Grund gibt, eine Untersuchung von 'Unusual Aerial Sightings' (UAS, dt. = ungewöhnliche Himmelssichtungen) auf offizieller Ebene fortzuführen." Seither werden UFO-Zeugen an die lokalen Polizeibehörden oder zivile UFO-Forschungsorganisationen verwiesen, mit welchen man - so betont das Verteidigungsministerium - jedoch in keinerlei weiterführender Verbindung stehe.

Erst kürzlich hatte die Schauspielerin Shirley MacLaine über vermeintliche Andeutungen des einstigen australischen Außenministers berichtet, aus welchen sie Hinweise auf dessen Insider-Wissen über UFOs ableitete (...wir berichteten, s. Links).

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Shirley MacLaines Ex-Akten: "Ehem. australischer Außenminister deutete geheime Regierungsinformationen über UFOs an"
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