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Samstag, 18. Juni 2011

Sonde Messenger: Merkur bestätigt Theorien und offenbart Überraschungen

Spektakuläre Nachansicht eines Merkur-Kraters | Copyright: NASA/Johns Hopkins Univ., APL / Carnegie Institution of Wash.

Washington/ USA - Am 18. März trat mit "MESSENGER" erstmals eine irdische Sonde in eine Umlaufbahn um den innersten Planeten des Sonnensystems ein. Mit ihr sollen in den kommenden Jahren die Geochemie, die Geophysik, Geologie, Geschichte, Atmosphäre, Magnetosphäre und die Plasmaumwelt des Planeten des Merkurs erforscht und dokumentiert werden. Schon jetzt liefern die ersten Daten der Sonde erstaunliche neue Erkenntnisse über den Planeten. Während die Messwerte zahlreiche bisherige Theorien über Merkur bestätigen, beinhalten sie zugleich auch einige Überraschungen. So unterscheidet sich etwa die Zusammensetzung der Oberfläche des Planeten deutlich von jener, wie sie bislang vermutet wurde.

In den nördlichen Polregionen des Merkurs zeigen die neuen Aufnahmen die größte Ausdehnung vulkanischer Ablagerungen auf dem sonnennächsten Planeten, deren Dicke mehre Kilometer erreichen kann. Die weite Ausdehnung dieser Ebene bestätigt, dass große Teile der Planetenkruste des Merkurs einst von Vulkanen geformt wurden.

Zu den für die Forscher faszinierendsten Merkmalen zählen auch helle, fleckenförmige Ablagerungen am Grunde einiger Einschlagskrater, wie sie schon bei den früheren Vorbeiflügen der Sonde entdeckt wurden. Die neuen Messungen belegen nun, dass es sich bei dabei um Anhäufungen und unregelmäßige Gruben mit einer horizontalen Ausdehnung von mehreren Kilometern handelt. Diese Gruben, so berichtet die Pressemitteilung der " Carnegie Institution" in Washington, sind von Rändern aus hellerem Material umgeben, wie es sich auch an den Höhen der Kraterränder findet (s. Abb. o.).

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"Die Erscheinungsform dieser Strukturen gleich keinen Merkmalen, wie wir sie zuvor auf Merkur oder dem Mond gesehen haben", erläutert Brett Denevi vom "Applied Physics Laboratory" (APL) an der "Johns Hopkins University". "Wir diskutieren derzeit immer noch die Herkunft dieser Strukturen. Allerdings scheinen sie relativ jung zu sein, was darauf hindeutet, dass es im Innern der Merkurkruste deutlich mehr flüchtige Komponenten gibt, als bislang angenommen."

Mit dem Röntgenspektrometer (XRS) an Bord der Sonde gelangen schon anhand der ersten Messungen wichtige neue Erkenntnisse über die Geochemie der Planetenoberfläche, deren Zusammensetzung sich nun doch deutlich etwa von jener des Mondes unterscheidet. Zum einen wird die Merkuroberfläche, nicht wie jene des Mondes, von feldspatreichen Mineralien dominiert. Zum anderen deuten die Messungen auf beträchtliche Mengen an Schwefel auf der Planetenoberfläche hin. Diese Erkenntnis wiederum stützt frühere erdgestützte Beobachtungen auf deren Grundlage Wissenschaftler vermuteten, dass das Ausgangsmaterial, aus dem sich der Planet einst bildete, deutlich weniger oxidiert war als jenes, aus dem sich die restlichen erdartigen Planeten des Sonnensystems gebildet haben. Von der Einsicht erhoffen sich die Wissenschaftler auch Hinweise auf die Natur des Vulkanismus auf Merkur.

Mit Hilfe des Gammastrahlen- und Neutronenspektrometers konnte zudem der Zerfall von radioaktiven Kalium und Thorium nachgewiesen werden: Der zudem nachgewiesene Reichtum von Kalium widerlegt nun nicht nur einige früherer Theorien über die Herkunft und Zusammensetzung des Planeten, auch entspreche das Verhältnis zwischen Kalium und Thorium auf Merkur jenem auf den anderen Felsplaneten, was wiederum nahe legt, dass Merkur deutlich mehr flüchtigen Elemente beherbergt, als dies bislang vermutet wurde.

Auch frühere, auf erdgestüzten Radarbilder basierte Vermutungen, dass die Polregionen des Merkurs von Ablagerungen aus Wassereis und anderer Eisformen geprägt werden, die sich aufgrund der Kälte hier und besonders im Innern immerdunkler Krater anreichern und erhalten sollten, konnten nun aufgrund der topografischen Messungen des Höhenmeters der Sonde bestätigt werden.

Nord-Süd-Asymetrie der Merkur-Magnetosphäre | Copyright: NASA/Johns Hopkins Univ., APL / Carnegie Institution of Wash.

Das Ergebnis einer nun nachgewiesenen starken Nord-Süd-Asymmetrie des Magnetfeldes des Planeten, wirkt sich auch die beiden Pole in unterschiedlicher Weise aus. So ist die nördliche "magnetische Polkappe" an welchen die Magnetfeldlinien der Magnetosphäre offen für das interplanetare Medium sind, wesentlich größer als das südliche Gegenstück, das somit wiederum deutlich stärker von den geladenen Partikeln des Sonnenwindes erhitzt wird - ein Effekt, der sich zudem auf die Entstehung der dünnen Atmosphäre und auf die Verwitterung der Oberflächenmaterialien auswirkt. Auch diese Eigenschaften sollten also in der Folge eine ähnliche Asymmetrie aufweisen.

Schon während der Vorbeiflüge der Sonde "Mariner 10" im Jahre 1974 konnten mehrere Ausbrüche energetisierter Partikel in der erdähnlichen Magnetosphäre des Merkurs registriert werden, weswegen die NASA-Wissenschaftler auch den Nachweis entsprechender Ausbrüche während drei früheren Vorbeiflüge von MESSENGER erwarteten - doch diese blieben, zur Verwunderung der Forscher, aus.

Aus dem jetzigen polarnahen Orbit heraus, registriert die Sonde die Ereignisse zwar in unterschiedlicher Stärke, jedoch in einem nahezu uhrwerkartig abgestimmten Rhythmus. Die neuen Messungen belegen allerdings, dass es sich nicht um Elektronen sondern um energetisierte Ionen handelt, wie sie in den mittleren Breitengraden ihren Ursprung haben.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov / carnegiescience.edu

Offizielle UFO-Untersuchungskommission der argentinischen Luftwaffe nimmt Arbeit auf

Das Logo der UFO-Untersuchungskommission der argentinischen Luftwaffe | Copyright/Quelle: CEFAE, fuerzaaerea.mil.ar

Buenos Aires/ Argentinien - Nachdem Anfang Juni die argentinische Luftwaffe "Fuerza Aérea Argentina" (FAA) offiziell die "Forschungskommission zur Untersuchung von Luft- und Weltraumphänomenen" (Comisión de Investigación de Fenómenos Aeroespaciales, CEFAE) vorgestellt hatte (...wir berichteten), präsentierte nun die Presseabteilung der CEFAE auf der Webseite der Luftwaffe, die Mitglieder, Ziele sowie Kontaktdaten zur Einreichung von Sichtungsberichten unidentifizierter Flugobjekte.

Die Mission der Forschungsgruppe sei "die Dokumentation, Analyse und Erforschung unidentifizierter Phänomene auf ordentliche, systematische und ehrliche Weise mittels vorhandener Kontrollsysteme des Luftraums unter nationaler Gerichtsbarkeit."

Gegründet wurde die Kommission "aufgrund der Zunahme von Hinweisen durch die Bevölkerung auf Sichtungen unidentifizierter Luft- und Weltraumphänomenen durch den Generalstabschef der argentinischen Luftwaffe gemäß Resolution Nr. 414. Ziel ist die Mitwirkung bei der Suche nach wissenschaftlichen und technischen Erklärungen für diese nicht identifizierten Luft- und Weltraumphänomene."

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Weiter heißt es auf der Webseite: "Die Kommission ist zusammengesetzt aus vollzeitbeschäftigten Mitarbeitern der argentinischen Luftwaffe und ausgewiesenen Spezialisten aus verschiedenen Forschungsbereichen, welche eine wertvolle Unterstützung bei der Analyse aus verschiedenen Fachrichtungen beitragen sollen. Das vorliegen echter Informationen, die das beobachtete Phänomen mit höchster Genauigkeit beschreiben, sind von grundlegender Bedeutung für unsere Untersuchungen. Dafür ist die Zusammenarbeit mit unseren Bürgern sehr wichtig.

Zu diesem Zweck hat die Kommission eine E-Mailadresse eingerichtet: fenomenosaerospaciales_sg@faa.mil.ar und bittet zugleich um Angabe persönlicher Daten, sodass die Zeugen persönlich kontaktiert werden können, sofern dies für die Untersuchung notwendig sei."

Die Mitglieder der argentinischen UFO-Kommission | Copyright: El Universal Grafic

In einem Interview mit dem mexikanischen Journalisten Yohanan Díaz sagte Andrea Perez Simondini, eine der fünf zivilen Mitglieder und Sprecherin der Kommission, die große Leistung der neuen Kommission bestehe "in der Anerkennung der Phänomene, wie sie überall in unserem Land gesichtet werden, durch die argentinischen Luftwaffe. Das Ziel besteht nun darin zu beweisen, dass mit wissenschaftlichen Mitteln und Methoden die erforderlichen Beweise für die Existenz eines außerirdischen Phänomens gefunden werden können. Dafür müssen wir einem Weg der Verantwortung und Übereinkunft folgen."

"Für den Anfang wird die Kommission Fälle von qualifizierten Zeugen wie Piloten, Fluglotsen, spezialisiertem Flugzeugpersonal, usw. untersuchen. Außerdem wird jede Luftwaffenbasis einen Fragebogen erhalten, sodass das Personal jedes Erlebnis melden kann.", beschreibt Perez die ersten Schritte der Kommission.

Andrea Perez ist auch Leiterin der CEFORA (Comision de Estudios Fenomeno Ovni Republica Argentina) und damit der Dachorganisation mehrerer argentinischer UFO-Gruppen und Forscher, die im Jahr 2009 gegründet wurde. Ziel dieser zivilen Gruppe ist die Freigabe argentinischer UFO-Akten. Im vergangenen Jahr stellte CEFORA einen förmlichen Antrag an Präsidentin Cristina Fernandez-Kirchner. Bisher wurden die Akten jedoch nicht freigegeben.

Mit der Einrichtung des FAA-Forschungskomitees sehen argentinische UFO-Forscher und Exopolitiker, die für die Deklassifikation von geheimen UFO-Informationen durch Militär und Regierung eintreten, eine ihrer Hauptforderungen erfüllt, die sie nicht zuletzt durch die Gründung der CEFORA (...wir berichteten) und der Übergabe einer Petition zur Veröffentlichung staatlichen UFO-Dokumente an die argentinische Staatspräsidentin Cristina Fernandez de Kirchner (...wir berichteten) unterstrichen.

Die Situation in Deutschland
Während, wie in zahlreichen zahlreichen andere Staaten UFO- bzw. "unidentifizierte Luft- und Raumfahrtphänomene" von offizieller Seite und zudem transparent untersucht und dokumentiert werden, behauptet die deutsche Bundesregierung von jeher, an der Erforschung entsprechender Phänomene nicht interessiert zu sein.

Doch nicht nur UFO-Forscher bezweifeln dies seit langem. Eine erst kürzlich bekannt gewordene Einschätzung von keiner geringeren Institution als dem wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages kommt zu dem Schluss, dass "die Tatsache, dass sowohl Großbritannien als auch Frankreich sich mit der Fragestellung nach der Existenz von UFOs und außerirdischen Lebensformen beschäftigten und dies - nach vorheriger Geheimhaltung - in den letzten Jahren sogar via Internet veröffentlicht haben, die Vermutung nahe legt, dass sich auch deutsche Behörden oder Ministerien mit dieser Fragestellung befasst haben bzw. befassen" (...wir berichteten: 1, 2).

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / fuerzaaerea.mil.ar / exopolitik.de
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