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Montag, 20. Juni 2011

Tierversuch: Forscher schalten Erinnerungen aus und ein

Aufbau des Rattenversuchs | Copyright: USC Viterbi School of Engineering

Los Angeles/ USA - Mittels eines implantierten elektronischen Systems, welches Hirnsignale imitiert, wie sie mit dem Erinnerungsvermögen assoziiert werden, ist es US-Neurologen gelungen, Erinnerungen von Ratten buchstäblich aus und wieder ein zu schalten. Ziel der Forschungen sind Apparaturen, wie sie auch im Kampf gegen neurodegenerative Krankheiten zum Einsatz kommen könnten.

"Schalten man den Schalter ein, dann erinnern sich die Ratten. Schaltet man den Schalter wieder ab, so verfliegt di Erinnerung der Tiere wieder", fasst Theodore Berger von der "Viterbi School of Engineering's Department of Biomedical Engineering" an der "University of Southern California" (USC), die Ergebnisse der Experimente zusammen.

Berger ist Hauptautor einer gemeinsam mit Sam A. Deadwyler von der "Wake Forest Department of Physiology and Pharmacology" durchgeführten Studie, die aktuell im Fachmagazin "Journal of Neural Engineering" veröffentlicht wurde und weitere Einblicke in die Funktionsweise jener Hirnregion erlaubt, die als Hippocampus bezeichnet wird und eine wichtige Rolle beim Lernen spielt.

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In ihrem Experiment brachten die Forscher Ratten zunächst bei, zum Erhalt einer Futterbelohnung Schalter zu bedienen. Mittels implantierter elektrischer Sonden wurde während der Lösung dieser Aufgabe die Hirnaktivität zwischen zwei Hauptteilen des Hippocampus, den sogenannten Unterregionen CA-3 und CA-1 gemessen, da diese Teile des Hirns für die Umwandlung von Kurzzeit- in Langzeiterinnerungen verantwortlich sind. Zuvor hatten die Forscher anhand von Tests und Versuchen nachgewiesen, dass ohne Hippocampus zwar Kurzzeiterinnerungen jedoch keine Langzeiterinnerungen möglich sind und die Regionen CA-3 und CA-1 interagieren, um Langzeiterinnerungen zu erzeugen.

In einem weiteren Experiment unterbanden die Forscher dann die Interaktion der beiden Regionen (CA-3 und CA-1) mit Hilfe pharmazeutischer Wirkstoffe, woraufhin die Ratten keine Anzeichen mehr für die zuvor erlernte Aufgabenlösung mehr aufzeigten.

"Die Ratten zeigten zwar, dass sie immer noch wussten, dass sie den linken Schalter zuerst und dann den rechten drücken mussten", so Berger, "und sie wussten auch immer noch, dass sie zum Erhalt von Wasser einen Schalter drücken mussten - allerdings konnten sie sich nur noch 5 bis 10 Sekunden daran erinnern, ob sie bereits den linken oder rechten Schalter gedrückt hatten."

Mittels implantierter Elektroden, die nun die für die Interaktion zwischen den Hirnregionen notwendigen Signale künstlich reproduzierten, gelang es den Forschern dann, den Ratten die Erinnerungen an die zuvor erlernten Verhaltensmuster zum Erhalt der Futterbelohnung wieder zu geben. Des Weiteren konnten die Forscher aufzuzeigen, dass das implantierte Gerät bei Tieren mit normal funktionierendem Hippocampus die Erinnerungsfähigkeit stärkte.

"Unsere Experimente belegen erstmals, dass mittels ausreichender Kenntnis über die neurale Kodierung von Erinnerungen im Hirn, eine Echtzeit-Identifikation und -Manipulationen dieser Prozesse möglich ist und Erinnerungen wiedererlangt und das Erinnerungsvermögen verstärkt werden können", so die Wissenschaftler.

In nächsten Schritten wollen Berger und Deadwyler ihre Versuche nun auf Primaten überragen und anhand dieser Untersuchungen möglicherweise auch eine Apparatur entwickeln, die auch menschlichen Patienten im Kampf gegen neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer oder gegen die Folge von Schlaganfällen helfen sollen, das Erinnerungsvermögen zu erhalten bzw. wieder herzustellen.

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Bücher zum Thema:

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / usc.edu

Weitere Kornkreise bis Mitte Juni in England, Russland und Italien

Saarbrücken/ Deutschland - Bis Mitte Juni wurden weitere Kornkreise in der südenglischen Grafschaft Wiltshire, in Italien und auch in Russland gefunden. Mit diesem Bericht setzten wir unsere Berichterstattung über die aktuellen Kornkreise weltweit fort.

Bereits am 21. Mai 2001 wurde eine kleine Formation aus zwei ineinander liegenden breiten Ringen bei Longara, nahe Vicenza in der italienischen Region Venetien entdeckt. Außer den vorliegenden Bildern gibt es derzeit noch keine konkreten Informationen über Hintergründe und Qualität der Formation.

Kornkreis bei Longara in Venetien | Copyright/Quelle: vicenzapiu.com

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Eine weitere Formation aus Kreisen, einem Ring und Ovalen wurde am 24. Mai 2011 in einer Wildgrasfläche bei Etten Leur in der niederländischen Provinz Noord Brabant gefunden. Erneut war es das Medium Robbert van den Broeke, der die Entstehung der neuen Formation "gespürt" haben will. Weitere Informationen und Hintergründe zum Fall Robert van den Broeke finden Sie HIER.

Draufsicht und grafische Rekonstruktion der Graskreis-Formation von Etten Leur | Copyright/Quelle: Roy Boschman, bltresearch.com

Zwei Einzelkreise wurden am 25. Mai 2011 in einem Feld nahe Padua in Italien entdeckt. Eine Vorortbegutachtung zeigte, dass die beiden Kreise von jeweils knapp 21 Metern allerdings schon vor ihrer Entdeckung entstanden sein mussten und so eine Beurteilung der ursprünglichen Qualität nicht mehr möglich war.

Einer der beiden Kreise nahe Padua | Copyright: Fabrizio Tasinato

Durch Verzerrung erstelltes Pseudo-Luftbild einer der Formationen nahe Nowoalexandrowsk (s. nächste Abb. r.)

Auch in Russland wurden heuer wieder Kornkreise entdeckt: Gleich zwei Muster, ein kleinerer Einzelkreis und eine größere komplexe Formation wurden in einem Weizenfeld nahe Nowoalexandrowsk in der Region gefunden. Ähnliche Muster wurden hier schon im Vorjahr entdeckt. Aufgrund einer ungenauen Informationslage ist eine Einschätzung der dortigen Kornkreisphänomene allerdings recht schwierig.

Kornkreise bei Nowoalexandrowsk | Copyright: kp.ru

Am 30. Mai 2011 wurde dann die nächste Formation in England entdeckt: In einem Gerstenfeld zu Füßen des Hackpen Hill, nahe Wroughton in der Grafschaft Wiltshire, wurde eine bislang auch unter Kornkreisfreunden stark umstrittene Formation gefunden: Während die einen das Muster als gelungen bezeichnen, sehen andere darin einen unvollständigen Versuch und dritte vermuten wiederum eine offenkundige Fälscher-Demonstration, wie sie die unterschiedlichen notwendigen konstruktiven Schritte aufzeigen soll.

Luftbild der Formation am Hackpen Hill | Copyright: Olivier Morell, wccsg.com

Ein einfacher umringter Kreis wurde dann am 1. Juni 2011 nahe Ravenna entdeckt | Copyright: cropfiles.it

Eine der wohl bislang merkwürdigsten Kornkreisformationen der Saison 2011 wurde, ebenfalls am 1. Juni, in einem Weizenfeld gegenüber der Wilton Windmill in Wiltshire entdeckt. Nachdem hier bereits im Vorjahr ein großes Kreismuster mit einem darinliegenden Binärcode die "Eulersche Identität" dargestellt hatte (...wir berichteten), fand sich nun an nahezu gleicher Stelle eine merkwürdig ungenauer schlangenförmige Darstellung, auf deren "Rücken" sich erneut ein vermeintlicher Code ablesen lässt.

Luftbild der "Schlange" gegenüber der Wilton Windmill | Copyright: Olivier Morell, wccsg.com

Detailansichten: Körper und Code | Copyright: Olivier Morell, wccsg.com

Schnell war mit dem sogenannten "Brasseur Universal Code" eine vermeintliche Entzifferung der kryptischen Muster gefunden: "BEWARE 666 (der 6-18-18) SAM3" - eine "Botschaft", die seither wiederum zu zahlreichen Interpretationen geführt hat. Zweifel an der Echtheit des Kornkreismusters scheinen jedoch nicht zuletzt auch durch die Ungenaue Ausführung auch hier angebracht.

Am 2. Juni wurde in einem Feld bei Jesi in der italienischen Region Marche ein ungenaues blütenförmiges Muster von rund 36 Metern Durchmesser entdeckt. Italienische Forscher gehen hier von einer offenkundigen Fälschung aus.

Ungenauer Kornkreise im italienischen Jesi | Copyright/Quellen: viverejesi.it Fotos, elabororazione Ufologiamarche, cropfiles.it

Eine Formation von hingegen gänzlich anderer geometrischer Qualität wurde dann am darauf folgenden Tag nahe Braccagni, einem Ortsteil von Grosseto in der Toskana entdeckt. Außer dem Luftbild, das tatsächlich ein harmonisches Muster von fast schon "alter englischer Qualität" zeigt, liegen bislang allerdings noch keine weiteren Informationen über diese Kornkreisformation vor.

Luftbild (Vincenzo De Gregorio, aereofoto.it) und grafische Rekonstruktion (Bertold Zugelder, cropcircle-archive.com der Formation von Grosseto

Ebenfalls am 3. Juni 2011 wurde in einem Feld bei Rubbiera in der norditalienischen Region Emilia Romagna eine weitere geometrisch komplexe Formation vorgefunden. Ein Element der Formation weist deutliche Bezüge zu einer englischen Kornkreisformation auf, die am 15. April 2007 bei Olivers Castle in Wiltshire sozusagen die damalige Kornkreissaison in England eröffnet hatte (...wir berichteten). Auch hier lagen bis Redaktionsschluss dieser Meldung noch keine weiteren Informationen vor.

Kornkreisformation bei Rubbiera | Copyright/Quellen: gazzettadireggio.gelocal.it

Für erneute Diskussionen, auch um die bereits am 30. Mai 2011 am Hackpen Hill entdeckte Formation (s. o.), sorgte dann am 9. Juni 2011 eine verhältnismäßig kleine Formation in einem Feld ganz in der Nähe des Steinkammergrabes "Waylands Smithy" nahe Ashbury in der Grafschaft Oxfordshire - handelte es sich bei dem Muster doch sozusagen um eine kleinere und nun fast vollständig ausgeführte Variante des vermeintlichen "Planspiels" am Hackpen Hill. "Aber auch hier zeigt schon das Luftbild Ungenauigkeiten und offenkundige Fehler in der Ausführung", kommentiert Kornkreisforscher Andreas Müller (kornkreise-forschung.de), der die Kornkreisformation selbst in Augenschein nehmen konnte. "Auch im Feld setzten sich dieser 'Fehler" erkennbar fort und es fanden sich deutliche Hinweise auf mechanisches Zutun durch menschliche Fälscher."

Luftbild: Kornkreis nahe Ashbury | Copyright: LucyPringle.co.uk

Kurz vor Redaktionsschluss dieser Meldung erreichten uns Meldungen über zwei neue Kornkreise in England. Sobald uns hierzu weitere Informationen und Bilder vorliegen, werden wir natürlich auch über diese und weitere neue Kornkreise berichten.

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Bücher zum Thema:

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / kornkreise-forschung.de / cropcircleconector.com / cropfiles.it

Erklärung für Gammastrahlenausbruch: Gewaltiges Schwarzes Loch verzehrt fernen Stern

Der Gammastrahlenausbruch "GRB110328A" am 28. März 2011 | Copyright: NASA/Swift/Stefan Immler

Berkeley/ USA - Ein gewaltiger Gammastrahlenausbruch von bislang nicht bekannter Helligkeit sorgte am 28. März 2011 für Verwunderung unter Astronomen (...wir berichteten). Jetzt bestätigen Forscher bisherige Theorien zur Erklärung des Ereignisses: Bei dem Ausbruch soll es sich sozusagen um Zeichen des Todeskampfs eines Sterns gehandelt haben, der von einem Schwarzen Loch verschlungen und dabei auseinandergerissen wurde.

Wie die Astronomen um Joshua Bloom von der "University of California" in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Science" berichten, könnte es sich nicht um einen klassischen Gammastrahlenausbruch gehandelt haben, sondern vielmehr um einen gewaltigen hochenergetisierten Partikelstrom, der von einem sonnengroßen Stern ausgegangen sei, als dieser von einem gewaltigen Schwarzen Loch, von der millionenfachen Masse des Sterns, verschlungen wurde. Eine Analyse der Daten des Swift-Weltraumteleskops, sowie von Nachbeobachtungen mit den Weltraumteleskopen Chandra und Hubble haben diese ursprüngliche Theorie nun bestätigt.

Wie Astronomen der NASA berichten, wurde bislang noch nie eine vergleichbar intensive und in ihrer Nachwirkung lang anhaltende Explosion im All beobachtet. Nachdem das Initialereignis am 28. März 2011 vom "Burst Alert Teleskop" an Bord des NASA-Observatoriums "SWITFT" im nördlichen Sternbild Drache (Draco) entdeckt worden war, bestätigten bis zum 4. April die Weltraumteleskope "Hubble" und "Chandra" die Position der als Gammastrahlen-Ausbruch "GRB110328A" katalogisierten Explosion als im Zentrum einer rund 3,8 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt gelegenen kleinen Galaxie gelegen.

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Wie das Zentrum der Milchstraße, so beherbergt wahrscheinlich auch diese Galaxie ein gewaltiges zentrales Schwarzes Loch. Die Forscher vermuten, dass es zu der Super-Explosion gekommen ist, als ein Stern dem Schwarzen Loch im Zentrum seiner Galaxie zu nahe gekommen ist. Hierbei könnten gewaltige Gezeitenkräfte den Stern regelrecht auseinandergerissen haben. Zwar wurden ähnliche Ereignisse bereits zuvor beobachtet, doch noch nie war hierbei eine vergleichbare starke und schwankende Röntgenstrahlung beobachtet worden.

Die NASA-Astronomen vermuten, dass die Röntgenstrahlung von Gasmaterie abgegeben wird, die - in Folge der Sternenexplosion und der Aufnahme dessen Materie durch das Schwarze Loch - in einem Teilchenstrom entlang der Rotationsachse des Schwarzen Lochs wieder austritt und wir als Betrachter zufällig genau entlang dieses Strahls blicken.

Die Forscher gehen davon aus, dass bei dem Vorgang rund 10 Prozent der Masse des Sterns in hochgeladene Röntgen- und Gammastrahlen verwandelt wurden. Eine Analyse älterer Beobachtungen der Region führte die Wissenschaftler zu der Schlussfolgerung, dass es sich um ein unerwartet plötzliches Ereignis gehandelt haben muss. "Da sitzt also ein Schwarzes Loch ruhig im Zentrum der fernen Galaxie, ohne Materie aufzunehmen und dann plötzlich verschlingt es einen ganzen Stern", erläutert Bloom. "So etwas könnte jederzeit auch in unserer Galaxie passieren, denn auch hier sitzt ein derzeit ruhiges, aber gewaltiges Schwarzes Loch im Zentrum. Alles was es braucht, ist ein Stern, der dem Schwarzen Loch zu nahe kommt."

Entsprechende Ereignisse, so die Forscher, sind jedoch extrem selten: "Vielleicht kommt es pro Galaxie einmal in 100 Millionen Jahren zu einem derartigen Vorfall. "Ich wäre überrascht, wenn wir etwas Vergleichbares innerhalb der nächsten zehn Jahre nochmals beobachten könnt en", so Bloom.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

Mysteriöser Gammastrahlenausbruch im Krebsnebel
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Astronomen studieren mysteriöse Super-Explosion im All
9. April 2011


Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / berkeley.edu
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