https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de


Mittwoch, 22. Juni 2011

Zahlreiche neue Kornkreise Mitte Juni

Saarbrücken/ Deutschland - Erneut sind sowohl in England als auch in Italien weitere Kornkreismuster entdeckt worden. Wir setzten unsere aktuelle Berichterstattung diesmal mit einer von Kornkreisforscher Andreas Müller (kornkreise-forschung.de) kommentierten Bildergalerie der neusten Kornkreisformationen fort.

Kornkreis bei Kings Somborne, Hampshire, England | Copyright: Olivier Morel, wccsg.com

Am 18. Juni 2011 wurde diese Kornkreisformation in einem Weizenfeld bei Kings Somborne in der südenglischen Grafschaft Hampshire entdeckt. Schon in früheren Jahren waren hier immer wieder Kornkreise gefunden worden. Unschwer zu erkennen, reiht sich das neue Muster in die Formfamilie der Kornkreise mit vermeintlich astronomischen Darstellungen ein. Ob und inwieweit es sich um die Abbildung eines bestimmten Datums, bzw. Konstellation der Planeten handeln könnte, wird derzeit noch untersucht und diskutiert. Weitere Informationen über die Qualitäten der Formation am Boden liegen bislang noch nicht vor. Rein geometrisch betrachtet, kann das Muster nicht mit der teils filigranen Qualität früherer astronomischer Darstellung mithalten.

Kornkreisformation nahe Worlaby, Lincolnshire | Copyright: Steve Fuller

Deutlich abseits des klassischen Kornkreismutterlandes, den südwestlichen englischen Grafschaften, wurde - ebenfalls am 18. Juni 2011 - eine Formation in einem Weizenfeld am Fuße eines natürlichen Amphitheaters entlang der Bluestone Heath Road, in der Nähe von Worlaby nahe Louth in der mittelenglischen Grafschaft Lincolnshire eine weitere Kornkreisformation entdeckt. Hier werden drei zentrale stehende kleine Sicheln von sechs großen Außensicheln innerhalb eines Kreises eingeschlossen. Gegenüber Steven Fuller, der den Kornkreis bereits besichtigen konnte und seine Eindrücke auf "cropcircleconnector.com" schildert, erklärte der Farmer, dass das Muster mit Sicherheit noch am Tag zuvor nicht vorhanden war und es bis zur Entdeckung immer wieder leicht geregnet habe. Der Durchmesser der Formation beträgt rund 80 Meter. Ein Luftbild dieser Kornkreisformation liegt bislang noch nicht vor.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Imposanter Kornkreise nahe Poirino | Copyright: Max – Concesso l'uso a Space Freedomm margheritacampaniolo.it

Zumindest aus geometrischer Sicht sicherlich einer der bisherigen Höhepunkte der Kornkreissaison 2011 wurde am 20. Juni 2011 der italienischen UFO-Forschungsgruppe "Space Freedom" gemeldet. Das siebengliedrige Blumenmuster in einem Weizenfeld nahe Poirino im Piemont beeindruckt nicht nur durch seine Größe und geometrische Ausführung sondern auch durch die Anzahl von mehr als 100 kleinen niedergelegten und stehenden Kreisen. Bereist in den Vorjahren wurden in dieser Gegend immer wieder beeindruckende Kornkreise entdeckt (...wir berichteten 1, 2). Bislang liegen leider auch hier noch keine Informationen über eine genauere Untersuchung der Kornkreisformation vor.

Zurück in England, wurden dann am 20. Juni 2011 gleich zwei Formationen in einem Weizenfeld in der Nähe des Steinkreises von Stonehenge (Wiltshire) entdeckt. Während bei der kleineren Variante (A) trotz ihrer geringen Größe und einfachen geometrischen Struktur Ungenauigkeiten in der geometrischen Ausführung auffallen...

Detailansicht der kleinen Formation (A) | Copyright: Olivier Morel, wccsg.com

Gesamtansicht des Feldes nahe Stonehenge | Copyright: Olivier Morel, wccsg.com

...stellt die größere Formation (B) zweifelsfrei das Logo der britischen Anarcho-Punk-Band "Crass" dar, die sich zwar 1984 aufgelöst hatte, aber offenbar immer noch treue Fans hat...

Punkband-Logo als Kornkreis (B) gegenüber von Stonehenge | Copyright: Olivier Morel, wccsg.com

Einzelkreis mit Bodenmuster bei Stanton St. Bernard, Wiltshire, England | Copyright: LucyPringle.co.uk

Einen Tag später wurde bei Stanton St. Bernard in der Grafschaft Wiltshire ein Einzelkreis in einem Weizenfeld entdeckt. Was auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher einfacher klassischer "Kornkreis" erscheint, offenbart bei zweiten Hinsehen eine komplexe Art und Weise, wie das Getreide niedergelegt wurde. Auf den Luftbildern ist eine Art bogenförmige Binnenstruktur zu erkennen. Bis Redaktionsschluss dieser Meldung lagen noch keine Informationen oder Fotos vor, die eine genauer Bestimmung und Beschreibung dieses Merkmals zuließen.

"Templerkreuz" bei an den West Woods, Wiltshire, England | Copyright: LucyPringle.co.uk

Kaum sechs Kilometer Luftlinie entfernt wurde noch am gleichen Morgen eine weiterem geometrisch allerdings wesentlich komplexere Formation in einem Weizenfeld an den Westwoods nahe Lockeridge entdeckt, deren Kreuzform an eine Variation eines Templerkreuzes erinnert. Auch hier lagen bis Redaktionsschluss weder Bodenaufnahmen noch weiterführenden Informationen vor.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

Weitere Kornkreise bis Mitte Juni in England, Russland und Italien
20. Juni 2011
Fernwahrnehmung: Holländisches Medium entlarvt Kornkreisfälscher in den USA
14. Juni 2011
Kornkreise im Mai 2011

30. Mai 2011
Weitere Kornkreise in England und den Niederlanden und Indonesien
9. Mai 2011
Kornkreise 2011: Erste Formation in Großbritannien entdeckt
25. April 2011
Kornkreise 2011: Erste Kornkreisformation in Mexiko entdeckt
24. März 2011
Statistischer Jahressrückblick: Auch 2010 weniger Kornkreise als im Vorjahr
16. Februar 2011

Bücher zum Thema:

- - -

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / kornkreise-forschung.de

Neue Studie: Hochdosierte Handystrahlung kann Lernen behindern

Gefährliche Handystrahlung? (Illu.) | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de

Bochum/ Deutschland - In einer neuen Studie haben Neurowissenschaftler der "Ruhr-Universität Bochum" (RUB) die Auswirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder, wie sie von Mobiltelefonen freigesetzt werden, auf die kognitive Leistungsfähigkeit und das Verhalten untersucht. Das Ergebnis belegt, dass starke Mobilfunkstrahlung bei Ratten tatsächlich Lernprozesse im Gehirn behindert, unabhängig von möglichen anderen Einflussfaktoren wie Stress.

Allerdings, so berichteten die Forscher um Dr. Nora Prochnow von der medizinische Fakultä der RUB, würden die hierzu "notwendigen sehr hohen Werte werden aber beim Telefonieren nicht erreicht“.

"Hochfrequente elektromagnetische Felder (HEF) werden nicht nur vom Mobilfunk, sondern auch von anderen Kommunikationssystemen wie Hörfunk, Fernsehen oder Schnurlostelefonen genutzt", erläutert die Pressemitteilung der Universität (ruhr-uni-bochum.de). "Handys der sog. dritten Generation nutzen die UMTS-Technik (Universal Mobile Telecommunication System) mit 2100 MHz und relativ schwachen Feldstärken (3,8 – 4,8 V/m). HEFs erzeugen mit zunehmender Stärke im Körper Wärme, was als thermischer Effekt bezeichnet wird. Schätzungen zufolge lösen Handys eine schwache, lokale Erwärmung des Gehirngewebes von weniger als 0,1°C aus. Ihre Auswirkungen auf Funktion und Struktur des Gehirns bei Langzeitanwendung (z.B. mehr als 30 min.) ist jedoch nicht geklärt."

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Darüber hinaus gibt es unklare und widersprüchliche Aussagen zu den sog. nicht-thermischen Effekten von Handyfeldern. Dazu gehört zum Beispiel eine stärkere Durchlässigkeit der Zellwände, was zu Veränderungen des Ionenkanaleinbaus und der Stoffwechselprozesse führen kann, auch wenn keine Temperaturänderung messbar ist. Daraus könnten Beeinträchtigungen bei Lernprozessen im Gehirn entstehen. Bisherige Experimente konnten aber nur unzureichend klären, ob es sich bei diesen Ergebnissen um die Effekte nicht-thermischer HEF-Wirkung oder um die Auswirkungen von Stress handelt, der z.B. durch Umsetzen von Versuchstieren in eine ungewohnte Umgebung entsteht.

Um diese Frage zu klären, führten die Bochumer Forscher der Abteilung für Neuroanatomie und Molekular Hirnforschung unter der Leitung von Professor Dr. med. Rolf Dermietzel gemeinsam mit dem Lehrstuhl für elektromagnetische Theorie der "Universität Wuppertal" die neue Studie durch.

Hierzu setzten die Wissenschaftler Ratten unterschiedlich leistungsstarken nichtthermischen HEFs im UMTS-Frequenzbereich aus und analysierten elektrophysiologisch die Auswirkungen auf neuronales Lernen und synaptische Gedächtnisbildung. Zusätzlich untersuchten sie alle Tiere direkt nach der HEF-Exposition auf die Freisetzung von Stresshormonen. Zum Vergleich untersuchten sie Kontrolltiere, die ihren Käfig nicht verlassen mussten. Die zweistündigen UMTS-Expositionen erfolgten computerkontrolliert. Die Feldstärken wählten die Forscher angepasst an die Hirnmasse der Ratten entsprechend der Standards, die für Menschen gelten. Die spezifischen Absorptionsraten betrugen 0, 2 und 10 W/kg.

Die Ergebnisse: "Der experimentelle Ablauf führt trotz Trainings und ungezwungener Vertrautmachung der Tiere mit der Expositionsanlage zu messbarem Stress. Dieser beeinflusst deutlich synaptisches Lernen und Gedächtnisbildung im Gehirn der Ratte. Starke elektromagnetische Felder (SAR 10 W/kg) beeinflussen ebenfalls signifikant das Lernen und die Gedächtnisbildung. Dagegen führen schwache elektromagnetische Felder (SAR 0 und 2 W/kg) zu keiner messbaren Beeinträchtigung."

Diese Ergebnisse, so erläutern die Forscher abschließen, könne man zwar nicht ohne Weiteres auf Menschen übertragen. "Aber sie zeigen am Tiermodell, dass elektromagnetische Felder im Prinzip Lernprozesse im Gehirn beeinträchtigen können."

Sorgen brauche man sich trotzdem nicht zu machen: "Menschen sind beim Telefonieren nicht ausreichend starken Feldern ausgesetzt. Anders sieht es in speziellen berufsbedingten Situationen aus, wie z.B. bei der Nutzung von körperassoziierten Antennen, wie sie in Sicherheitsdiensten und zu militärischen Zwecken verwendet werden. Dabei werden die höheren für Arbeiter definierten Expositionsgrenzwerte schneller erreicht und müssen kontrolliert werden.“

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

WHO klassifiziert elektromagnetische Felder durch Mobilfunk erstmals als "möglicherweise krebserregend"
1. Juni 2011
Forscher befürchten Bewusstseinsveränderung durch neue Technologien
17. September 2010
Studie belegt Einfluss elektrischer Felder auf Hirnaktivität
27. August 2010
Hirnschäden verändern Spiritualität
12. Februar 2010
Expertise: Antennen von Radio Vatikan erhöhen Krebsrisiko
16. Juli 2010
Internationale Studie zu Krebsrisiko durch Mobilfunk liefert kontroverses Ergebnis
19. Mai 2010
Neue Studie bestätigt athermische Wirkung von Mobilfunkstrahlung
25. Juli 2009
Kritik an Mobilfunk-Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz
20. Juni 2008
Bundesamt für Strahlenschutz: Keine Gesundheitsrisiken durch Mobilfunk – ABER...
19. Juni 2008

Wiener Studien zu Gefahren durch Mobilfunk wurden gefälscht

27. Mai 2008

Neue Expertenstudie: "Mobiltelefone gefährlicher als Rauchen oder Asbest"
31. März 2008

Mobiltelefone stören den Schlaf
21. Januar 2008

Neue Langzeitstudie: Mobiltelefonie erhöht doch das Krebsrisiko

9. Oktober 2007


Bücher zum Thema:

- - -

Quellen: ruhr-uni-bochum.de / grenzwissenschaft-aktuell.de

Meeresspiegel steigt heute schneller als je zuvor in den letzten 2000 Jahren

Blick aufs Meer | Copyright: grenwissenschaft-aktuell.de

Potsdam/ Deutschland - Seit Beginn der Industrialisierung steigt der Meeresspiegel schneller als je zuvor in den letzten zweitausend Jahren. Zu diesem Schluss kommen Potsdamer Klimaformscher anhand einer Untersuchung von Ablagerungen an der US-Atlantikküste, die erstmals eine durchgehende Rekonstruktion der Veränderungen des Meeresspiegels über einen solch großen Zeitraum ermöglicht. Nach vielen Jahrhunderten mit stabilen oder nur langsam steigenden Werten geht die Kurve seit Ende des 19. Jahrhunderts steil nach oben. Die neuen Daten erhärten die physikalisch begründete Annahme, dass der Meeresspiegel umso rascher steigt, je wärmer das globale Klima wird.

Zumindest in den letzten tausend Jahren könne das Auf und Ab der globalen Durchschnittstemperatur das Verhalten des Meeresspiegels erklären, schreibt ein internationales Forscherteam um Stefan Rahmstorf vom "Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung" (PIK) in der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences".

"Die neue Untersuchung bestätigt unser Modell des Meeresspiegelanstiegs - die Daten der Vergangenheit schärfen damit unseren Blick in die Zukunft", erklärt Rahmstorf. Bislang war der enge Zusammenhang zwischen Lufttemperatur und Meeresspiegelanstieg nur für die vergangenen 130 statt wie nun für 1000 Jahre belegt worden. Das zeitliche Zusammentreffen der Beschleunigung des Meeresspiegelanstiegs mit dem Beginn der Industrialisierung sei, so Rahmstorf, ein deutlicher Hinweis: "Der Mensch heizt mit seinen Treibhausgasen das Klima immer weiter auf, daher schmilzt das Landeis immer rascher und der Meeresspiegel steigt immer schneller."

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

"Der Anstieg des Meeresspiegels ist eine potenziell desaströse Folge des Klimawandels, weil steigende Temperaturen das Eis an Land schmelzen lassen und das Wasser der Ozeane erwärmen“, sagt Benjamin Horton von der "University of Pennsylvania", auch er ist einer der Autoren. Werde Wasser erwärmt, dehnt es sich aus, und der Meeresspiegel steigt. Die zweite wesentliche Ursache für den Anstieg sei das Abschmelzen von Gebirgsgletschern und großer Eismassen in Grönland und der Antarktis, wodurch zusätzliches Wasser ins Meer gelange.

In Bohrkernen aus Salzwiesen an der nordamerikanischen Küste haben die Klimaforscher mit fossilen Kalkschalen von Einzellern eine Art natürliches Archiv der Pegelstände des Ozeans untersucht. Menge und Art dieser Kalkschalen zeigen den Wasserstand vergangener Jahrhunderte an, weil die Arten jeweils in einer ganz bestimmten Höhe im Gezeitenbereich leben. Die in North Carolina gewonnenen Daten decken sich mit Hafenpegeldaten, soweit diese zurückreichen, und sie wurden außerdem durch eine unabhängige Rekonstruktion aus Massachusetts bestätigt. "Obwohl Meeresspiegelschwankungen örtlich in gewissem Rahmen vom Verlauf des globalen Meeresspiegels abweichen können, gehen die Forscher davon aus, dass ihre Daten im Großen und Ganzen die Veränderungen im globalen Meeresspiegel aufzeigen", so die PIK-Pressemitteilung (pik-potsdam.de).

Die Daten zeigen vier Phasen. Von 200 vor Christus bis 1000 nach Christus war der Meeresspiegel stabil. Ab dem 11. Jahrhundert stieg er 400 Jahre lang um etwa fünf Zentimeter pro Jahrhundert an. Diesen Anstieg konnten die Forscher in Modellrechnungen mit der mittelalterlichen Warmperiode erklären. Gefolgt war der Anstieg von einer weiteren stabilen Periode mit kühlerem Klima, die bis ins späte 19. Jahrhundert reicht. Seither ist der Meeresspiegel im Zuge der globalen Erwärmung um rund 20 Zentimeter angestiegen. Damit ist dieser Anstieg um ein Mehrfaches schneller als alles, was es in den vorangegangenen 2000 Jahren gegeben hat.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Sonnenforscher: Solares Minimum führt nicht zur Klimaabkühlung
21. Juni 2011
Studie zeigt, wie schon der historische Mensch das Klima beeinflusste
8. Februar 2011

Bücher zum Thema:

- - -

Quellen: pik-potsdam.de / grenzwissenschaft-aktuell.de

Forscher werfen einen Blick auf das Ende unseres Sonnensystems

Der Helix-Nebel, hier in einer Infrarotaufnahme, ist der faszinierende Überrest eines einstigen sonnenähnlichen Sterns, der nun als Weißer Zwerg das Zentrum des sog. planetaren Nebels bildet. | Copyright: NASA, JPL-Caltech, Kate Su (Steward Obs, U. Arizona) et al.

Leicester/ England - Wissenschaftler der "University of Leeds" haben in einer Studie ein Szenario für das mögliche Ende unseres Sonnensystems skizziert. Grundlage für das apokalyptische Planspiel sind Untersuchungen sogenannter Weißer Zwerge an anderen Orten in unserer Galaxie.

Bei "Weißen Zwergen" handelt e sich um sonnenähnliche Sterne am Ende ihres Lebenszyklus, nachdem sich der Stern bis auf die Größe der Erde zusammengezogen hat. Von nahezu unvorstellbarer Dichte, würde alleine ein Teelöffel des Sternenmaterials eines Weißen Zwergs etwa fünf Tonnen wiegen.

Nathan Dickinson hat die chemische Zusammensetzung weißer Zwergsterne für seine Doktorarbeit untersucht und sich dabei speziell auf das Vorhandensein schwerer Elemente konzentriert, wie sie in den Sternen zu finden sind, obwohl diese sonst hauptsächlich aus den zwei einfachsten Elementen Wasserstoff und Helium bestehen.

Mit Daten des Weltraumteleskops Hubble ermittelte Dickinson das chemische Spektrum eines jeden der untersuchten Weißen Zwerge. Dabei zeigte sich, dass ältere Weiße Zwergsterne mit Temperaturen von weniger als 25.000 Grad manchmal Elemente wie Sauerstoff, Stickstoff, Silikon und Eisen beinhalten, die wahrscheinlich von den Überresten ihrer einstigen Planeten stammen.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Jüngere und damit auch heißere Weiße Zwerge mit Temperaturen über 25.000 Grad Celsius weisen vergleichbare Elemente aufgrund ihrer höheren Temperaturen auf. Dennoch zeigen auch sie in einigen Fällen mehr dieser Materialien als erwartet, was für den Wissenschaftler die Frage aufwirft, ob auch dieses Material von einstigen Planeten oder aus einer anderen Quelle stammt - etwa aus Gas-und Staubwolken, die den Stern umgeben.

"Zu Wissen, ob dieses zusätzliche Material in den heißen Weißen Zwergen von ehemaligen Planeten stammt, ist von daher wichtig, als dass diese Erkenntnis uns eine Vorstellung davon ermöglicht, wie sich diese alten Planetensysteme entwickelt haben, während ihr Zentralgestirn zusehends älter wurde", erläutert Dickinson. "Wir bekommen also auch eine Vorstellung davon, wie einst auch unser eigenes Planetensystem untergehen wird."

Unser Zentralgestirn, die Sonne, entstand vor rund 4,6 Milliarden Jahren, als eine interstellare Gaswolke unter ihrer eigenen Schwerkraft kollabierte und sich in der Folgezeit auch Planeten bildeten. In einem nächsten Schritt wird sich die Sonne in ferner Zukunft zunächst zu einem Roten Riesen aufblähen und dabei dann auch ihre innersten Planeten verschlingen. Ihre Ausdehnung wird dann wohl bis zur heutigen Umlaufbahn der Venus reichen. Von der Erde aus betrachtet, deren Oberfläche zu diesem Zeitpunkt in einen einzigen Lava-Ozean verwandelt wurde, nimmt die Sonne dann einen Großteil des Himmels ein. Während dieser Prozesse verliert die Sonne durch den Sonnenwind zusehends an Masse. Der Lebenskreis der Sonne schließt sich dann voraussichtlich mit einem Alter von 12,5 Milliarden Jahren, wenn sich der vormals aufgeblähte Riesenstern zum einem Weißen Zwerg zusammenzieht, der dann von einem planetarischen Nebel umgeben sein wird (s. Abb.), danach zusehends an Leuchtkraft verliert und schlussendlich als Schwarzer Zwerg im optischen Spektralbereich erlischt.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / le.ac.uk
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE