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Dienstag, 28. Juni 2011

London-UFO-Videos: Expertenanalyse belegt Computerfälschung

Standbild aus einem der drei Videos | Quelle: youtube.com

Saarbrücken/ Deutschland - Drei Videos, die u.a. auf dem Online-Videoportal "Youtube.com" veröffentlicht wurden, sollen angeblich UFO-Aktivitäten über London zeigen und von drei unterschiedlichen Quellen stammen, die gemeinsam jedoch ein und das selbe Ereignis gefilmt haben sollen. Eine von unserer Redaktion beauftragte Expertenanalyse belegt jedoch, dass es sich leider auch bei diesen Videos um am Computer erstellte Fälschungen handelt und aller Wahrscheinlichkeit nach alle drei Video aus derselben Quelle stammen.

Alle drei von unterschiedlichen Youtube-Nutzern veröffentlichten Videos sollen das Erscheinen von hellen Lichtern über der Londoner Innenstadt, genauer gesagt der Tower Bridge und dem BBC-Gebäude am Freitag den 24. Juni 2011 zeigen und zeigen angeblich die Aufnahmen zufällig vorbeikommender Passanten im Stile freihandgefilmter, teils verwackelter Aufnahmen.

Video 1

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Video 2

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Video 3

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Nachdem gerade die Straßenszene und die Reaktion der wenigen Zeugen vor dem BBC-Gebäude stark gestellt erscheint und die UFOs am Himmel sowohl in ihrer Erscheinung als auch in ihren Flugmanövern von vielen Betrachtern der Videos als "künstlich" wahrgenommen wurden, haben wir - die Redaktion von "grenzwissenschaft-aktuell.de" den Spezialisten für am computergenerierte bildliche Darstellungen (Computer Generated Imagery, CGI), Oliver Meinolf Voss (cgigalaxy.com) um eine Expertenanalyse der Aufnahmen bezüglich des Verdachts, dass es sich bei den angeblichen UFOs um derartige Computeranimationen handelt, gebeten.

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"Die Lichtpunkte sehen auf Anhieb seltsam aus", bemerkt Voss vorab. "Die Objekte samt Flugbewegungen stammen meiner Einschätzung nach aus einem interlaced 24fps (frames per second = Einzelbilder pro Sekunde) Video. Deswegen auch diese seltsamen Flugbewegungen - da falsche Paralaxe."

Auch Oliver M. Voss geht angesichts der obig gezeigten Videos von einer Fälschung aus und begründet dies wie folgt:

1. Die Lichter sind zu hell und zu blau im Vergleich zum sonstigen Video und man kann mitunter sehen, dass das alles eingeblendet ist (Alphamaske erkennbar).

2. Objekte werden schon ausgeblendet, noch bevor sie vermeintlich "hinter" ein Gebäude fliegen (weiche Maske).

3. In einem Fall wird eines der Objekt sogar zu spät ausgeblendet (s. f. Screenshots)

Standbilder aus einem der London-Videos: Deutlich sichtbar wird, dass der Lichtpunkt für einen kurzen Moment noch vor dem Gebäude zu sehen ist, bevor er ausgeblendet wird. Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.

4. Es handelt sich offenbar um interlaced Material auf einem Non-Interlaced Video.

5. Der Kameramann verfolgt die Objekte nicht wirklich, was dann auch nicht authentisch wirkt.

6. Auffallend ist besonders die ähnlichen Texttitel in zwei der Videos (Video 2: "Half Speed"; Video 3: "Slow Motion") sind beide exakt 10 Sekunden lang.

7. Das große weiße Objekt weist zudem eine chromatische Aberration auf, obwohl die Kamerabilder selber nirgends solche Fehler zeigen. Es sind also zwei verschiedene Optiken beteiligt.

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Alle drei Filme sehen vom Bild her aus, als wären sie mit derselben Kamera aufgenommen worden. Genau belegen kann man dies natürlich auf der Grundlage von Youtube-Videos nicht. Zwei Videos haben 30fps, eines nur 24fps. wobei die beiden nahezu gleich geschriebenen Videos unterschiedliche Frames haben.

Ich tippe, dass der Editor interlaced Material (in diesem Fall die Filme der Lichter) zur Hand hatte und diese über das (small-)HD-Video der natürlichen Umgebung (London) gelegt hat. Hierbei hat er/sie auch mit den originalen 24fps gespielt und eins der Videos prompt als 24fps rausgelassen.

Alle Videos stammen also offenbar vom selben Kameramann mit amerikanischen Videoeinstellungen."

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / cgigalaxy.com

Buckelwale nutzen Netze aus Luftblasen zum Beutefang

Luftbilder: Buckelwale bei der Beutejagd mit Blasennetzen | Copyright: David et al. / NOAA

Washington (USA) - Während zahlreiche andere Wale ihre Beute in schnellen Bewegungen jagen, sind die bis zu 15 Meter langen Buckelwale aufgrund ihrer Körperlänge auf filigranerer Jagdtechniken angewiesen. US-Forscher haben nun eine bereits zuvor entdeckte Fangmethode der Wale erstmals exakt vermessen und dokumentiert und kommen zu dem Schluss, dass der Einsatz dieser Fangtechnik derart komplex ist, dass sie mit der Benutzung von Werkzeugen durch Affen in freier Wildbahn zu vergleichen ist.

Wie der Meeresbiologe David Willey von der "National Oceanic and Atmospheric Administration" (NOAA) und Kollegen im Fachmagazin "Behaviour" berichten, fangen die zu den Bartenwalen zählenden Buckelwale im Golf von Mexiko ihre Beute, die hauptsächlich aus Kleinstfischen und Krill besteht, beim Durchschwimmen von Schwärmen mit geöffnetem Maul und sieben den Fang dann durch ihre Barten aus dem Meerwasser.

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Damit hierbei jedoch genügend Nahrung im Maul verbleibt, sind die Tiere auf möglichst dichte Ansammlungen ihrer Beutetiere angewiesen. Um diese auch zu gewährleisten, haben die Buckelwale (Megaptera novaeangliae) eine faszinierende Fangtechnik entwickelt: Hierbei vollführen sie teilweise komplexe Schwimmmanöver in aufwärtsgerichteten Spiralbahnen und geben dabei fortwährend Luftblasen von sich. So wird die Beute auf möglichst dichtem Raum nicht nur zusammengetrieben, sondern durch das entstehende nahezu dichte Netz aus Luftblasen auch zusammengehalten, wodurch die Wale den so gewonnen Fang dann gezielt herausfischen können. Oft schließen sich sogar mehrere Tiere zum gemeinsamen Netzfischen zusammen.

Grafische Darstellung der Beutejagd der Wale bei Blasennetzfang | Copyright: David et al. / NOAA

Mittels kleiner Peilsender haben die Wissenschaftler die Bewegungen der Tiere hierbei nun erstmals exakt verfolgt, vermessen und in dreidimensionalen Bewegungsmodellen am Computer dargestellt.

Diese Daten zeigen, dass die Wale beim Abgeben der Blasen in Aufwärts-Spiralen schwimmen, um dann - was bislang nicht bekannt war - nachdem sie einmal mit der Fluke auf die Wasseroberfläche geschlagen haben, erneut abzutauchen und in einer zweiten Abwärtsspirale durch die gefangenen Schwärme tauchen und diese dabei abzufischen (s. Grafik). Hierbei komme es dann auch sogar vor, dass ein Wal die Beute aus dem Blasennetz eines Artgenossen herausklaut.

Die Erzeugung und Nutzung der Blasennetze durch die Wale ist derart komplex, dass die Wissenschaftler das Verhalten durchaus mit der Werkzeugbenutzung von Affen im Regenwald vergleichen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / brill.nl / noaa.gov

"Quanten-Magie" kommt ohne "spukhafte Fernwirkung" aus

Der zentrale Teil des optischen Aufbaus, der verwendet wird, um zu zeigen, dass selbst ein System, das keine Verschränkung zulässt, Merkmale aufweist, die üblicherweise diesem Phänomen zugeschrieben werden. | Copyright: IQOQI; Jacqueline Godany

Wien/ Österreich - Die von Albert Einstein als "spukhafte Fernwirkung" bezeichnete quantenmechanische Verschränkung ist das Herzstück des berühmten Quanten-Teleportationsexperiments. Österreichische Quantenphysiker haben nun in einem Experiment ein System verwendet, welches eigentlich keine Verschränkung zulässt und fanden dennoch Resultate, die nicht auf klassische Weise interpretiert werden können.

In einem Brief an seine Kollegin Dagmar Bruß, meinte Asher Peres, einer der Pioniere der Quanteninformationstheorie, scherzhaft: "Verschränkung ist ein Trick, den 'Quantenmagier' einsetzen, um Phänomene zu erzeugen, die von 'klassischen Magiern' nicht kopiert werden können." Damit beschrieb er jenes Phänomen, das eintritt, wenn Messungen, die an einem der beiden verschränkten Teilchen vorgenommen werden, das andere Teilchen augenblicklich beeinflussen, ganz gleich, wie weit entfernt die beiden Teilchen voneinander entfernt sind.

"Was aber, wenn im Experiment ein System herangezogen wird, das Verschränkung gar nicht zulässt? Sind die 'Quanten-Magier' gegenüber den anderen noch immer im Vorteil?" Genau dieser Frage gingen Forscher in ihrem Experiment nach und verwendeten ein sogenanntes Qutrit - ein Quantensystem aus einem einzelnen Photon, das drei voneinander unterscheidbare Zustände einnehmen kann, in dem es nicht zu einer Verschränkung kommen kann.

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"Damit konnten wir zeigen, dass quantenmechanische Messungen auch dann nicht auf klassische Weise interpretiert werden können, wenn das Phänomen der Verschränkung nicht beteiligt ist", erklärt Radek Lapkiewicz, Erstautor der aktuell im Fachmagazin "Nature" veröffentlichten Studie.

Wie die Pressemitteilung der Wiener Universität (univie.ac.at) erläutert, unterscheidet sich die Quantenphysik erheblich von dem, was wir in unserer Alltagswelt wahrnehmen, erfahren und als "klassische Physik" bezeichnen. "Betrachten wir beispielsweise einen Globus von nur einem Standpunkt aus, dann können wir jeweils nur eine Hemisphäre zu einem bestimmten Zeitpunkt sehen. Drehen wir den Globus einmal um die eigene Achse, können wir unter der Annahme, dass die Form der Kontinente gleich bleibt, auch wenn wir sie gerade nicht sehen, letztendlich ein aussagekräftiges und 'wahres' Bild unserer Erde konstruieren.

Mit unseren Erfahrungen und Annahmen der "klassischen Physik" können wir also einem System Eigenschaften zuordnen, ohne dass Messungen erforderlich wären. Anders verhält es sich, wenn wir uns einen "Quantenglobus" vorstellen. Im Gegensatz zum Globus, der sich aufgrund klassischer Annahmen von Eigenschaften wie ein Puzzle zusammenfügt, passen die Bilder beim 'Quantenglobus' nicht zusammen. "Es ergibt sich aber auch kein 'zufälliges' Muster, vielmehr kann bereits im Voraus gesagt werden, um wie viel die einzelnen Teile nach der Beobachtung voneinander differieren."

Bücher zum Thema:

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Quellen: univie.ac.at / grenzwissenschaft-aktuell.de
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