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Montag, 11. Juli 2011

Olympia-Hypothese: Tsunamis haben die Kultstätte verschüttet

Blick nach Westen über das mittlere Kladeos-Tal und den Olympia vorgelagerten Hügelzug. Im Hintergrund links ist das schmale Alpheios-Tal zu erkennen sowie die Küste des Golfs von Kyparissia. Die Reste der antiken Kultstätte Olympia wurden im 6. Jh. n.Chr. durch tsunamigene Hochflutsedimente zerstört und unter mächtigen Ablagerungen verschüttet. | Copyright: Andreas Vött

Olympia/ Griechenland - Olympia, Heiligtum des Zeus und Austragungsort der Olympischen Spiele in der griechischen Antike, wurde vermutlich durch mehrere, weit ins Land reichende Tsunamis zerstört und nicht, wie bisher angenommen, durch Erdbeben und Flusshochwasser.

- Bei dieser Meldung handelt es sich um eine Pressemitteilung der "Johannes Gutenberg-Universität Mainz", uni-mainz.de


Diese These zur Zerstörung der antiken Kultstätte auf der griechischen Halbinsel Peloponnes hat Univ.-Prof. Dr. Andreas Vött vom Geographischen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) jetzt vorgestellt. Vött untersucht die Stätte im Rahmen der Erforschung von Paläotsunamis, die während der letzten 11.000 Jahre an den Küsten des östlichen Mittelmeers stattgefunden haben. Die Olympia-Tsunami-Hypothese drängt sich nach seiner Darstellung v.a. aufgrund der im Umfeld von Olympia vorgefundenen Sedimente auf. Olympia wurde unter einer bis zu 8 Meter mächtigen Schicht aus Sand und anderen Ablagerungen verschüttet und erst vor etwa 250 Jahren wiederentdeckt.

"Die Zusammensetzung und Mächtigkeit der Sedimente, die wir in Olympia gefunden haben, passen nicht zur Wasserführung und zum geomorphologischen Inventar des Kladeos. Der Bach kann das nicht verursacht haben", so Vött. Bisher wurde angenommen, dass ein Erdbeben im Jahr 551 n.Chr. die Heiligtümer zerstört hat und danach Überschwemmungen seitens des Kladeos zur Verschüttung der antiken Bauwerke geführt haben. Rätselhaft ist jedoch, wie das an Olympia vorbeiziehende kleine Flüsschen Kladeos zunächst mehrere Meter Sediment aufgeschüttet haben soll, um sich anschließend 10-12 Meter tief auf sein antikes Laufniveau einzuschneiden. In Zusammenarbeit mit der örtlichen Altertümerverwaltung und Kollegen der Universitäten Aachen, Darmstadt, Freiburg, Hamburg und Köln haben Vött und sein Team das Gebiet mit geomorphologischen und geoarchäologischen Methoden jetzt ausgiebig erforscht.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Olympia in seiner Geschichte mehrfach von großen katastrophischen Fluten betroffen und in diesem Zusammenhang mit Sedimenten überdeckt wurde. Muschelklappen und Schneckengehäuse sowie Reste spezieller Foraminiferen (Einzeller) weisen eindeutig auf einen marinen Ursprung hin. Die Sedimente sind offenbar mit hoher Geschwindigkeit und hoher Energie von der Küste an Land transportiert worden und haben Olympia trotz seiner Höhenlage auf ca. 33 Meter über Meer erreicht – vermutlich über niedrige Sättel im unmittelbar vorgelagerten Höhenzug.

"Olympia war in früheren Zeiten auch nicht 22 Kilometer vom Meer entfernt wie heute, sondern die Küste lag mindestens 8, vielleicht auch mehr Kilometer weiter landeinwärts", führt Vött aus. Sein Szenario: Tsunamis bauen sich vom Meer her auf, laufen in das enge Alpheios-Tal, in das auch der Kladeos-Bach mündet, mit großer Wucht ein und überfließen dann die Sättel im Hügelzug, hinter dem Olympia liegt. Die Kultstätte wird überflutet und die Wassermassen fließen nur langsam ab, weil gleichzeitig der Abfluss des Kladeos über das Alpheios-Tal durch die einlaufenden Tsunamis und deren Sedimente blockiert ist. Die im Umfeld von Olympia erfassten Sedimentabfolgen legen nahe, dass sich ein solches Szenario während der letzten 7.000 Jahre mehrfach wiederholt hat. Bei einem der jüngeren Ereignisse im 6. Jh. n.Chr. erfolgte dann die Zerstörung und Überdeckung Olympias.

Für die Olympia-Tsunami-Hypothese spricht auch, dass sowohl auf der meerzugewandten Seite des Hügelzugs als auch in Olympia identische Hochenergiesedimente gefunden wurden. "Die Ablagerungen um Olympia haben dieselbe Signatur wie die Tsunamite im vorgelagerten Alpheios-Tal", so Vött. Ein Erdbeben scheidet für ihn als Ursache aus. Denn dann müssten die umgestürzten Säulentrommeln des Zeustempels direkt aufeinanderliegen, tatsächlich "schwimmen" sie aber im Sediment. Sämtliche sedimentologische, geochemische, geomorphologische und geoarchäologische Befunde unterstützen die neue, sensationelle Olympia-Tsunami-Hypothese. Detaillierte faunistische Analysen zur Artenzusammensetzung, zur Herkunft und zum Alter von Kleinstlebewesen sowie Altersbestimmungen der Sedimente werden derzeit durchgeführt, sodass auch diese Ergebnisse bald vorliegen werden.

Tsunamis sind im östlichen Mittelmeer ausgesprochen häufig, was hauptsächlich an der hohen seismischen Aktivität entlang des Hellenischen Bogens liegt. Hier schiebt sich die afrikanische Platte unter die eurasische Platte und löst dadurch immer wieder starke Erdbeben mit Tsunamis in der Folge aus. Der letzte Riesentsunami im Mittelmeer verwüstete 1908 nach einem Beben in der Straße von Messina (Süditalien) die angrenzenden Küstenregionen, über 100.000 Menschen starben. In der südlichen Ägäis wurde 1956 eine 30 Meter hohe Welle verzeichnet. "Die Auswertung historischer Kataloge hat ergeben, dass sich in Westgriechenland im Durchschnitt alle 8-11 Jahre ein Tsunami ereignet", so Vött.

Univ.-Prof. Dr. Andreas Vött befasst sich als Geograph schwerpunktmäßig mit der Paläotsunami-Forschung und der Bearbeitung geoarchäologischer Fragestellungen im gesamten Mittelmeerraum. Im September 2011 stellt er die Olympia-Tsunami-Hypothese auf einer internationalen wissenschaftlichen Konferenz in Korinth zur Diskussion stellen. Vött war zuvor Professor für Physische Geographie mit Schwerpunkt Quartärforschung und Geoarchäologie am Geographischen Institut der Universität zu Köln und kam im Oktober 2010 nach Mainz. Er leitet hier als Professor für Physische Geographie/Geomorphologie das Lehr- und Forschungsgebiet Naturrisiko-Forschung und Geoarchäologie. Außer mit küstengeomorphologischen Fragestellungen, bspw. auch zu holozänen Meeresspiegelschwankungen, befasst er sich mit raumwirksamen Mensch-Umwelt-Interaktionen der vergangenen Jahrtausende. Die Arbeiten sind in das Forschungszentrum "Geocycles" sowie das Exzellenzcluster "Earth and the Anthropocene" (ERA) eingebunden, das sich derzeit mit einem Vollantrag in der zweiten Phase der Bundesexzellenzinitiative bewirbt.

Bücher zum Thema

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Quelle: uni-mainz.de

Britische Ingenieure entwickeln Roboterwurm

Der "Robot Worm" | Copyright: leeds.ac.uk

Leeds/ England - Englische Wissenschaftler haben einen großen Roboterwurm entwickeln, der sich schlängelnd an Hindernissen vorbei bewegen kann. Vorbild für den Roboter war der Fadenwurm Caenorhabditis elegans, der seine schlängelnden Bewegungen mittels eines sehr einfachen Nervensystems erzeugt.

Das Team um Dr. Jordan Boyle hofft, dass der Roboter zukünftig für Forschungs- und Rettungszwecke eingesetzt werden wird. "Eine zukünftige Version des Roboters könnte beispielsweise durch unregelmäßige Lücken und Löcher in beschädigte oder brennende Gebäude vordringen." Zudem sollen verschiedene Ausführungen, etwa mit unterschiedlichen Außenhäuten, unterschiedlichste Umweltbedingungen meistern und sich sogar schwimmend und schleichend durch Wasser und Schlamm fortbewegen können.

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Der "Robot Worm" in Aktion

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Die aktuelle Prototyp-Version des Roboters ist 2000 Mal größer als der nur ein Millimeter lange Fadenwurm und verfügt im Gegensatz zu diesem über ein inneres Skelett und gleicht damit zugleich auch einer Schlange.

Auf diese Weise und durch zahlreiche innere Federn, bewegt sich der Roboterwurm etwa durch einen Hindernisparcours auf gänzlich andere Weise wie bisherige flexible, Bodenroboter. "Schlangen- oder wurmartige Roboter werden bislang durch eine 'idelae Wellenform' vorwärtsgetrieben - ihre Bewegungen sind also bereits vorgegeben. Stoßen sie auf ein Hindernis, wird das Antriebssystem dazu angewiesen, die Richtung zu ändern und einen anderen Weg einzuschlagen. (...) Im Gegensatz dazu ist unser Roboter an den Hindernissen selbst nicht interessiert, sondern bewegt seinen Körper einfach weiter, bis das Hindernis umwunden ist. Unser Roboter passt sich also blind jedem Hindernis an, das ihn am Vorwärtskommen hindert." Aus diesem Grund ist die Chance auch sehr gering, dass der neue Roboterwurm stecken bleibt. Dennoch soll er in späteren Versionen mit weiteren intelligenten Sensoren ausgestattet werden, um auch solche Situationen meistern zu können.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / leeds.ac.uk

Russischer Astronom offenbart sowjetisches UFO-Forschungsprogramm

Das Staatswappen der UDSSR | Copyright: Public Domain

Moskau/ Russland - Erst Ende Juni 2011 sorgte der russische SETI-Astronom Andrey Finkelstein vom "Institut für angewandte Astronomie" an der russischen "Akademie der Wissenschaften" international durch seine Prognose für Aufsehen, nach der es keine 20 Jahre mehr dauern werde, bis außerirdisches Leben entdeckt werden wird (...wir berichteten). In einem Interview hat Finkelstein nun Informationen über ein einstiges UFO-Forschungsprogramm der Sowjetunion bekannt gegeben. Demnach soll die UDSSR innerhalb von 20 Jahren mehr als 1.000 UFOs geortet haben. Ein Beweis für außerirdische Besucher sei dies aber noch nicht.

Auf die Frage der Journalistin des russischen Nachrichtensenders "Russia Today" (rt.com), ob Finkelstein an Außerirdische glaube, differenzierte dieser den Begriff "Außerirdische" und unterschied zwischen außerirdischen Lebensformen, die auch in Form von Mikroben auf anderen Planeten existieren aber auch Intelligenz entwickelt haben könnten und der populären Vorstellung von Außerirdischen Besuchern der Erde im Sinne von UFO-Phänomenen.

"An letztere Außerirdischen glaube ich nicht und ich weiß ganz sicher, dass es solche Besuche nicht gegeben hat. Tatsächlich - und die Öffentlichkeit dürfte dies bestimmt interessieren – war die UDSSR zu ihrer Zeit das einzige Land der Erde, das ein Großprojekt zur Erforschung von UFOs durchgeführt hatte.

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Das "Netz" des Verteidigungsministeriums suche nach Hinweisen auf neue Waffensysteme. Das andere "Netz", das sogenannte "AN-Netz", hatte die Aufgabe, Phänomene zu dokumentieren und zu untersuchen, die den Menschen bislang unbekannt waren.

Mehr als 20 Jahre lang beobachteten also Menschen auf einer Fläche, die mehr als einem Sechstel des Festlandes der Erde entsprach (UDSSR und Warschauerpakt- und Brudersaaten), den Himmel auf der Suche nach UFOs und das jeden einzelnen Tag.

Hierbei wurden rund 1.000 ungewöhnliche Phänomene geortet. Von diesen blieben lediglich zwei(!) bis heute ungeklärt. Der Rest der Beobachtungen konnte auf natürliche oder von Menschen hervorgerufene Phänomene zurückgeführt werden. Trotzdem waren einige dieser Erscheinungen wirklich beeindruckend. Sie würden kaum glauben, was das alles herausgefunden wurde und die meisten Menschen können sich wahrscheinlich gar nicht vorstellen, dass solche Dinge tatsächlich passiert sind: Flugzeuge flogen mehrere Tage lang ohne Piloten am Himmel, Raketen passierten Passagierflugzeuge und verfehlen diese um gerade einmal zwei Meter.

Aus diesem Grund glaube ich persönlich, dass sehr überzeugend nachgewiesen wurde, dass wir noch nie von Außerirdischen besucht wurden - und das macht auch Sinn. (...) Bestimmte Phänomene werden von der Öffentlichkeit einfach mystisch interpretiert."

Das vollständige RT-Interview mit Andrey Finkelstein

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