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Mittwoch, 13. Juli 2011

Astrofotografie: Astronomen feiern ersten Geburtstag des Planet Neptun

Neue Aufnahmen des Neptuns mit dem Weltraumteleskop Hubble. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: NASA, ESA, and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA)

Washington/ USA - Auch wenn der äußerte Planet des Sonnensystems von Astronomen bereits im 17. Jahrhundert gesehen wurde, und seine offizielle Entdeckung schon 1846 dem deutschen Astronom Johann Gottfried Galle gelang, feiern Astronomen dieser Tage sozusagen den ersten Geburtstag des Planeten, da dieser erst jetzt wieder genau jenen Punkt auf seiner Umlaufbahn erreicht hat, an dem er am 23. September 1846 erstmals entdeckt wurde.

Zur Feier dieses Ereignisses hat auch das Weltraumteleskop Hubble seine "Wide Field Camera 3" erneut auf den Gasplaneten gerichtet. Für seine Umrundung der Sonne benötigt Neptun 165 Jahre und umkreist unser Zentralgestirn in einem Abstand von rund 4.5 Milliarden Kilometern.

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Die neuen Aufnahmen (s. Abb. oben) zeigen den Planeten während jeweils vier Intervallen seiner Eigenrotation, die jeweils 16 Stunden dauert. Auf diese Weise ermöglichen die Aufnahmen eine nahezu Gesamtansicht des Planeten. Aufgrund der dichten Atmosphäre sind jedoch nur die obersten Schichten und Höhenwolken in der nördlichen und südlichen Hemisphäre zu erkennen, die aus Methan-Eiskristallen bestehen.

Familienporträt: Neptun und fünf seiner 13 Monden am 25./26. Juni 2011. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: NASA, ESA, and Z. Levay (STScI)

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEM
Astronomen messen erstmals Neptuns Rotation
5. Juli 2011

Bücher zum Thema

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov

Schweizer Studie sieht keine Hinweise für erhöhtes Krebsrisiko bei Kindern in der Nähe von Kernkraftwerken

Archiv: Atomkraftwerk aus der Ferne | Copyright: grewi.de


Bern/ Schweiz - Kindliche Krebserkrankungen treten in der Nähe von Kernkraftwerken nicht häufiger auf als anderswo. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie des "Instituts für Sozial- und Präventivmedizin" (ISPM) an der der Universität Bern und reiht sich damit in eine ganze Reihe von entsprechenden Studien mit jeweils unterschiedlichen Ergebnissen.

Die "International Journal of Epidemiology" publizierte Studie der Wissenschaftler um Matthias Egger fand kein erhöhtes Risiko für Kinder, die in der Nähe von Kernkraftwerken leben gegenüber anderen, die anderswo in der Schweiz leben.

"Die Ergebnisse sind statistisch also sowohl mit einer Risikoreduktion als auch mit einer Risikoerhöhung vereinbar", so der ISPM-Direktor auf einer Medienkonferenz.

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Die Schweizer Studie bestätigt die im Dezember 2007 veröffentlichte Untersuchung aus Deutschland also nicht, welche ein mehr als zweifach erhöhtes Risiko für Leukämie bei Kleinkindern im Umkreis von fünf Kilometern von Atomkraftwerken gezeigt hatte (...wir berichteten). In der Folge dieser deutschen Untersuchung kam es seither immer wieder zu weiteren ähnlichen Analysen, mit jeweils unterschiedlichen Ergebnissen (...wir berichteten, s. Links).

Gemeinsam mit dem "Schweizer Kinderkrebsregister" und der "Schweizerischen Pädiatrischen Onkologiegruppe" haben die Berner Epidemiologen die Langzeituntersuchung durchgeführt und dabei alle 1,3 Millionen Kinder im Alter von 0 bis 15 Jahren seit 1985 in der Schweiz geborenen Kinder miteinbezogen. Insgesamt ergibt dies eine Beobachtungszeit von über 21 Millionen Lebensjahren.

Für das Untersuchungsdesign, so erläutert es die Pressemitteilung der Forscher, wurde die Schweiz in vier Zonen aufgeteilt: "Zone I bezeichnet das Gebiet innerhalb von 5 Kilometern des nächsten KKW, Zone II das Gebiet zwischen 5 und 10 Kilometern, Zone III den Bereich zwischen 10 bis 15 Kilometer und Zone IV den Rest des Landes außerhalb des 15-Kilometer-Perimeters. Die Forschenden haben das Krebsrisiko für jede Zone berechnet. Die in den Zonen I bis III beobachteten Krankheitsfälle wurden mit den aufgrund des Risikos in Zone IV (Referenzgruppe) erwarteten Fällen verglichen."

Das Ergebnis fassen die Forscher wie folgt zusammen: "Bei Kindern im Alter unter 5 Jahren, die besonders strahlenempfindlich sind, wurden von 1985 bis 2009 insgesamt 573 Leukämien diagnostiziert. Das Risiko in der Zone I war ähnlich demjenigen in Zone IV: 8 Fälle wurden diagnostiziert, verglichen mit 6,8 erwarteten Fällen (Differenz: +1,2 Fall). In der Zone II wurden 12 Fälle diagnostiziert, verglichen mit 20,3 erwarteten Fällen (Differenz: -8,3 Fälle) und in Zone III waren es 31 beobachtete und 28,3 erwartete Fälle (Differenz: +2,7 Fälle). Mit anderen Worten: Das relative Risiko einer Leukämieerkrankung in Zone I liegt verglichen mit Zone IV bei 1,2 – denn das relative Risiko von Kindern, die mehr als 15 Kilometer von einem KKW entfernt geboren wurden, ist 1,0. Dies bedeutet gemäß Studie eine Erhöhung des Risikos um 20 Prozent. Der Wert in Zone II lag bei 0,60, was einer Reduktion von 40 Prozent entspricht. In Zone III lag das Risiko wiederum um 10 Prozent höher. Die Forschenden betonen in ihrer Mitteilung, dass 'in keiner Analyse jedoch das Risiko für eine Krebserkrankung statistisch signifikant erhöht oder erniedrigt war'."

Das bedeutet: "Das Risiko einer kindlichen Krebserkrankung im Umkreis von Schweizer Kernanlagen unterscheidet sich kaum vom Risiko, welches auch weiter entfernt wohnende Kinder haben", so Egger. Am ehesten seien die geringen Abweichungen vom gesamtschweizerischen Risiko zufallsbedingt. Die Epidemiologen halten fest, dass aufgrund der kleinen Fallzahlen die statistische Unsicherheit allerdings relativ groß sei: Für das Leukämierisiko bei den unter Fünfjährigen in Zone I seien die Daten mit dem Vertrauensintervall von 0,60 bis 2,41 sowohl mit einer Risikoreduktion als auch mit einer Risikoerhöhung vereinbar.

Kinder seien viel strahlenempfindlicher als Erwachsene, insbesondere treffe dies auf die Zeit der vorgeburtlichen Entwicklung und der ersten Lebensjahre zu, sagt Claudia Kuehni, Leiterin des Schweizer Kinderkrebsregisters. Deshalb wurde primär der Wohnort zum Zeitpunkt der Geburt untersucht. "Dies und die Tatsache, dass wir alle Schweizer Kinder in einer Kohortenstudie untersuchen konnten, macht den CANUPIS-Ansatz einzigartig", so die Berner Epidemiologin.

In der Schweiz gibt es insgesamt fünf Kernkraftwerke. Laut der Berner Universität leben rund ein Prozent der Schweizer im Umkreis von 5 Kilometern und 10 Prozent wohnen im Umkreis von 15 Kilometern eines Atomkraftwerks: "Die Radioaktivität in der KKW-Umgebung wird regelmäßig vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) überwacht: Die Strahlenexposition von direkten Anwohnern durch Emissionen der KKWs liegt unter 0,01 Millisievert (mSv) pro Jahr. Dies entspricht weniger als 1/500 der durchschnittlichen Strahlenexposition pro Einwohner und Jahr, welche sich aus Radongas, kosmischer und terrestrischer Strahlung sowie medizinischen Untersuchungen und Behandlungen zusammensetzt."

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Studie: Keine Zunahme von angeborenen Fehlbildungen bei Kindern in der Nähe von Kernkraftwerken
23. Juli 2010
Studie: Erhöhtes Krebsrisiko für Kinder in der Nähe von Atomkraftwerken
7. September 2009
Nähe zu Atomkraftwerken verdoppelt Krebsrisiko bei Kleinkindern
10. Dezember 2007

Quellen: uniaktuell.unibe.ch / grenzwissenschaft-aktuell.de

Eine Frage der Perspektive: Fotos zeigen Phantom-Pyramide auf Teneriffa

Der pyramidenförmige Schatten des Pico del Teide | Copyright: Juan Carlos Casado, tierrayestrellas.com

Pico del Teide/ Spanien - Aufnahmen eines spanischen Astrofotografen zeigen den Schatten einer vermeintlich gigantischen Pyramide auf der Kanareninsel Teneriffa und sind zugleich ein faszinierend schöner Beleg für Zwischenspiele zwischen Licht. Schatten und Perspektive.

Nur aus der Ferne und aus der richtigen Richtung betrachtet, weist der dritthöchste Inselvulkan der Erde, der Pico del Teide auf Teneriffa eine annähernd dreieckige Form auf. Tatsächlich zeichnet ihn jedoch ein deutlich abgeflachter Gipfel aus.

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Auf Aufnahmen des Astrofotografen Juan Carlos Casado (tierrayestrellas.com) von eben jenem Gipfel des Teide scheint der Berg jedoch einen exakt dreieckigen Schatten, wie den einer gewaltigen Pyramide zu werfen, die es in dieser Form so natürlich nicht gibt.

Copyright: Juan Carlos Casado, tierrayestrellas.com

Die Erklärung für das faszinierende Phänomen ist die Perspektive. Die tief stehende Sonne wirft den Schatten des Vulkans derart weit über Land und Meer, dass dessen Details geglättet und der Schatten selbst erst weit in der Ferne und erst am Horizont zusammenläuft. Selbst wenn der Teide ein perfekter Kubus wäre, würde er also - zur richtigen Zeit betrachtet - einen vergleichbaren Schatten werfen. Zu vergleichen ist der optische Effekt mit den ebenfalls in der Ferne in einer Spitze dreieckig vermeintlich zusammenlaufenden Schienen einer geraden Bahnlinie.

Quelle: tierrayestrellas.com / grenzwissenschaft-aktuell.de
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