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Mittwoch, 20. Juli 2011

Erde2.0: Astronomen entdecken lebensfreundlichen Exoplaneten

Künstlerische Darstellung von "55 Cancri f" | Copyright: NASA/JPL-Caltech

Pasadena/ USA - US-Astronomen haben erstmals die Umlaufahn des Exoplaneten "55 Cacri f" exakt bestimmt und dabei nachgewiesen, dass die ferne Supererde alle Voraussetzungen erfüllt, um Wasser in flüssiger Form und damit die Grundlage für Leben nach irdischen Vorstellungen, zu ermöglichen.

"55 Cancri f" ist einer von bislang fünf entdeckten Planeten im Planetensystem um den rund 40 Lichtjahre von der Erde entfernten Gelben Zwergstern "55 Cancri A" im Sternbild Krebs. Insgesamt wird "55 Cancri A" von fünf Planeten umkreist. Das System gehört damit zu den größte bislang bekannten fernen Planetensystemen.

Wie das Team um Kaspar von Braun vom "California Institute of Technology" in Pasadena vorab auf "arxiv.org" berichtet, ist die Umlaufbahn des Planeten zwar deutlich elliptischer wie jene der Erde um die Sonne, dennoch bleibe der Planet während 74 Prozent der Umrundung seines Stern deutlich innerhalb der sogenannten habitablen Zone, jenem Abstand also, innerhalb der ein Planet seinen Stern umkreisen muss, um aufgrund gemäßigter Temperaturen flüssiges Wasser auf seiner Oberfläche halten zu können.

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Zudem, so berichtet der "The Physics ArXiv Blog" (technologyreview.com/blog/arxiv) sei "55 Cancri f" auch sonst der Erde recht ähnlich. So dauert sein Jahr, also die Zeit in der sich der Planet einmal um seinen Stern dreht, nahezu ein Erdenjahr. Eine moderate Menge an Treibhausgasen vorausgesetzt, könnte Wasser dieses ganze Jahr über in flüssiger Form vorhanden sein.

Grafische Darstellung der Umlaufbahn von "55 Cancri f" | Copyright/Quelle: Kaspar von Braun et al., arxiv.org

Im Gegensatz zu Erde verfügt "55 Cacri f" jedoch über eine ähnlich große Masse wie Neptun, jedoch ohne eine vergleichbar große Gasatmosphäre um die Planetenoberfläche. Bei "55 Cancri f" handelt es sich also laut den Berechnungen der Forscher um eine sogenannte Supererde, einen Felsplaneten also, von der 1- bis 14-fachen Erdmasse.

Da der Gelbe Zwerg Teil eines Doppelsternsystems gemeinsam mit "55 Cancri B", einem Roten Zwerg ist, sind am Himmel von "55 Cancri f" - wenn auch nicht zur gleichen Zeit - zwei Sonnen zu sehen. Während "55 Cancri B" den Tageshimmel im ersten Halbjahr erhellt, steht der Rote Zwerg "55 Cancri B" während der "Nächte" der zweiten Jahreshälfte am Himmel. Hintergrundsterne sind also nur in den Nächten eines Halbjahres zu sehen.

Laut den neuen Berechnungen der Astronomen teilt sich "55 Cancri f" nunmehr die Anspruch auf den Titel "Zweite Erde" uter anderem mit dem Exoplaneten "Gliese 4581 g", dem vierten Planeten um einen 20 Lichtjahre von der Erde entfernten Roten Zwerg im Sternbild Waage (...wir berichteten); dem 40 Lichtjahre entfernten und nahezu neptungroßen "GJ 1214 b" im Sternbild Schlangenträger (Ophiuchus) und potentiell vorhandenen - jedoch noch nicht nachgewiesenen - Monden um den Gasriesen "HD 28185 b", der einen sonnenähnlichen Stern im Sternbild Eridanus umkreist.

- Den vollständigen Artikel "The 55 Cancri System: Fundamental Stellar Parameters, Habitable Zone Planet, and Super-Earth Diameter" finden Sie HIER

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / arxiv.org / technologyreview.com/blog/arxiv

Kirche untersucht mögliches Hostienwunder in South St. Paul

Archiv: Hostie | Copyright: grewi.de

South St. Paul/ USA - Eine zu Boden gefallene bereits geweihte Hostie sorgt in der katholischen Gemeinde von South St. Paul im US-Bundesstaat Minnesota für Aufsehen und Spekulationen um ein sogenanntes Hostienwunder.

Der eigentliche Vorfall ereignete sich bereits am 19. Juni 2011, als eine bereits geweihte Hostie während einer Messe in der St. Augustine Catholic Church zu Boden gefallen war.

Nach dem römisch-katholischen Glauben wandelt sich die ursprünglich profane Hostien-Oblate durch die sogenannte Wandlung in den wahrhaftigen "Leib Christi". Den so konsekrierten Hostien wird aufgrund dieses Umstandes in der katholischen aber auch in der orthodoxen Kirche höchster Respekt und Verehrung entgegengebracht.

Fällt, wie aktuell in St. Augustine, eine derart geweihte Hostie zu Boden, sodass sie nicht mehr vom Priester selbst verzehrt werden kann, ist es für gewöhnlich Brauch, diese Hostie in einem liturgischen Gefäß, einem sogenannten Vasculum, so lange in Wasser aufzubewahren, bis sich die Oblate darin aufgelöst hat und fortan also nicht mehr als "'Leib' Christi" bezeichnet werden kann.

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Für gewöhnlich benötigt dieser Auflösungsprozess nur relativ kurze Zeit. Immer wieder kommt es jedoch vor, dass sich die Hostie nicht auflöst und sich das Wasser, in dem sie liegt, zudem rot färbt. Ob dann jedoch ein wirkliches Hostienwunder vorliegt, oder für den Vorgang eine natürliche Erklärung gefunden werden kann, obliegt dann einer Untersuchung durch die Kirche selbst.

"Die Kirche und die Erzdiözese betrachten den Vorfall bislang noch mit großer Vorsicht", so ein Sprecher der Diözese am vergangenen Freitag. "Die Kirche geht nicht von Wundern aus, wenn es sich um Ereignisse und Prozesse handelt, für die eine natürliche Erklärung gefunden werden kann." Obwohl man anerkenne, dass Gott sich auch auf außergewöhnliche Weise wirke, gehe die Kirche ebenso davon aus, dass er sich auch in Gewöhnlichen, durch das Priestertum der Kirche und durch die Gesetze der von im selbst geschaffenen Natur, offenbart.

Noch eine Woche nach dem Verbringen der Hostie in dem Vasculum hatte sich die Hostie noch immer nicht vollständig aufgelöst. Stattdessen hatte sich das sie umgebende Wasser blutrot gefärbt, berichtet u. a. die "Star Tribune".

Derzeit werde der verbliebene Rest der Hostie von Biologen eingehend untersucht, da sich heutzutage selbst die katholische Kirche gegenüber Berichten von Hostien- bzw. Eucharistiewundern meist kritisch zeigt. Tatsächlich gibt es für den beobachteten Vorgang auch eine mögliche natürliche Erklärung, wenn etwa das Bakterium Serratia marcescens zu roten blutähnlichen Erscheinungen führen kann und sich gerade dann besonders gut entfaltet, wenn es mit in Wein getränkten Oblaten in Berührung kommt, eine gerade im späten Mittelalter übliche Aufbewahrungsweise konsekrierter Hostien.

Hostienwunder haben gerade in der römisch-katholischen Kirche eine lange Tradition, wenn der eigentlich nicht sinnlich wahrnehmbare Akt der Wandlung von der profanen Oblate in den wahrhaftigen "Leib Christi" (Konsekration) durch materielle Manifestationen sichtbar zu werden scheint.

Meist handelt es sich dabei um Blutspuren, die sich auf wundersame Weise auf den Hostien zeigen sollen. In selteneres Fällen, sollen sich konsekrierte Hostien auch schon vor den Augen der Priester und Gläubigen in Fleisch oder der Wein in Blut verwandelt haben. Erst Im Frühjahr 2009 soll sich eine solche Wandlung einer Hostie in ein Stück menschliches Fleisch im polnischen Sokolka zugetragen haben. Das Wunder, während dessen sich die Hostie um verschlossenen Vasculum in ein Stück eines menschlichen Herzens verwandelt haben soll, wurde mittlerweile eingehend von Medizinern untersucht, für echt erklärt und von der katholischen Kirche als echtes Hostienwunder anerkannt (...wir berichteten).

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Bücher zum Thema:

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / staugustine-holytrinity.org / startribune.com

RadioAstron: Russland startet Weltraum-Radioteleskop

Konzeptstudie des RadioAstron-Satelliten | Copyright: asc.rssi.ru/radioastron

Baikonur/ Kasachstan - Mit einer Trägerrakete vom Typ "Zenit-2SB" ist am Montagmorgen das Weltraumradioteleskop "RadioAstron", auch "Spektr-R" genannt, Kosmodrom im kasachischen Baikonur ins All gestartet. Gemeinsam mit Radioteleskopen auf der Erde kann der Satellit eine Gesamtkapazität erreichen, die einem effektiven Reflektordurchmesser vom 30-fachen Erddurchmesser entsprechen würde.

Selbst verfügt RadioAstron über einen Reflektordurchmesser von vergleichsweise kleinen 10 Metern und wird die Erde zukünftig auf einer exzentrischen Umlaufbahn von maximal 350.000 Kilometern Entfernung alle 9,5 Tage umrunden.

Im Netzwerk mit erdgebundenen Teleskopen soll das Weltraumteleskop mit internationaler Beteiligung und unter Federführung des "Astro Space Center" am "Lebedew-Institut für Physik" an der russischen "Akademie der Wissenschaften" nach den Verfahren der Radiointerferometrie höchstaufgelöste Beobachtungen in vier Frequenzbereichen zwischen 1,35 und 92 Zentimetern Wellenlänge ermöglichen.

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Hauptaufgaben des Projekts werden die Erkundung von Galaxiekernen, supermassereicher Schwarzer Löcher, von Pulsaren, Teilchenbeschleunigungen, Magnetfeldern und kosmischen Strahlen, aber auch die Entstehung von Sternen und die Suche nach Dunkler Materie und Energie sein. Zudem will Russland mit dem Satelliten auch Lücken in seiner Überwachung der Sonnenaktivität schließen. Ob das Netzwerk auch für die Suche nach außerirdischen Signalen (SETI) eingesetzt werden soll, ist bislang noch nicht bekannt.

Nach einer ausführlichen Testphase soll das Weltraumteleskop in einigen Monaten unter anderem mit den Radioteleskopen von Green Bank im US-Bundesstaat West Virginia, dem deutschen Radioteleskop Effelsberg in Nordrhein-Westfalen und dem 305 Meter durchmessenden Radioteleskop von Arecibo auf Puerto Rico zusammengeschaltet werden.

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