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Donnerstag, 21. Juli 2011

Studie belegt: Löwen angriffslustiger nach Vollmond

Löwe | Copyright: Trisha M Shears, Public Domain

St. Paul/ USA – In den Tagen und Nächsten unmittelbar nach Vollmond sind Löwen deutlich angriffslustiger als während anderer Mondphasen. Zu diesem Schluss kommt eine statistische Untersuchung von Löwenangriffen auf Menschen durch Forscher der "University of Minnesota" (UMN). Die Beobachtung der Forscher könnte erklären, warum der Vollmond in der Folklore oft als Unheilsbringer gedeutet und mit dämonischen Angreifern in Verbindung gebracht wurde.

Anhand einer statistischen Analyse von mehr als 500 Löwenangriffen in Tansania von 1988 bis 2009 konnte das Team um den Verhaltensbiologen und Löwenexperten Craig Packer vom "College of Biological Sciences" an der UMN aufzeigen, dass mit dem letzten Tag der Vollmondphase die Anzahl der Übergriffe auf Menschen durch die Raubtiere sprunghaft ansteigt.

Wie die Forscher aktuell im Fachmagazin "PLoS One" beschreiben, verliefen zwei Drittel dieser Angriffe tödlich und die Mehrzahl ereignete sich zwischen Sonnenuntergang und 22 Uhr - jener Zeit also, in der vor Ort die Menschen erneut verstärkte Aktivität zeigen. Die meisten Angriffe ereigneten sich zudem in den ersten Nächten des abnehmenden Mondes, also bei schwächer werdenden Lichtverhältnissen.

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Die Forscher erklären den Anstieg der Übergriffe unmittelbar nach Vollmond dadurch, dass das helle Licht während der Vollmondnächte die Erfolgschancen der meist nachts jagenden Tiere deutlich verschlechtere und die hungrigen Löwen aus diesem Grund, nach einer einwöchigen Phase relativ heller Nächte, die erste der nun wieder lichtschwächer werdenden Nächte zu erneuten Beutezügen nutzen.

Grundsätzlich sind Löwen besonders bei der Jagd um Dunkeln erfolgreich, da sie hier die Möglichkeit haben, ihre Beute zu überraschen. Auch von der aktuellen Untersuchung unabhängige Beobachtungen hatten zuvor gezeigt, dass Löwen in lichtschwachen Nächten besonders erfolgreiche Jäger sind.

Die aktuelle Studie belegt auch, dass die Wahrscheinlichkeit von Löwenangriffen auf Menschen während der Regenzeit ansteigt - zu einer Zeit also, wenn auch der Mond meist von Wolken verdeckt ist.

"Ein Abgleich der Daten zu Löwenangriffen auf Menschen mit den Mondphasen zeigt ein deutlich übereinstimmendes Muster", so die Forscher. Die Anzahl der Vorfälle während der ersten Hälfte des Mondzyklus mit entsprechend viel Licht an den Abenden liegt um ein Drittel unter der Rate von Angriffen während der zweiten Hälfte. "Die Löwen sind nach dem Vollmond am hungrigsten, da das hellere Licht ihre Jagdchancen reduziert hatte. Das Risiko, in entsprechenden Gebieten von einem Löwen angegriffen zu werden, ist also an den Tagen 0-4 und kurz nach Sonnenuntergang am größten. Es gibt nur sehr wenige Fälle von Angriffen in den Nächten unmittelbar vor dem Vollmond. Wird der Mond wieder heller, nimmt auch das Risiko wieder ab und steigt sprungartig wieder an, wenn der Mond wieder abnimmt."

Da der Mensch schon immer in der Nähe großer nachtaktiver Raubtiere, Löwen einst - auch in Europa - zu den meist verbreiteten Raubtieren weltweit zählten und sich, so wie Tiger, Jaguars und Leoparden sich auch heute noch ihren Lebensraum oft mit Menschen teilen, könnte dieses Verhalten erklären, wie der Vollmond in der Folklore zu seinem schlechten Ruf gekommen ist, wenn nachts jagende Raubtiere in den Tagen und Nächten unmittelbar nach Vollmond am aktivsten waren und sind.

Die Ergebnisse der Studie stützen somit auch jene These, nach der nachaktive Raubtiere eine wichtige Rolle in der menschlichen Evolution gespielt hatten, in dem sie den Drang nach sicheren nächtlichen Unterkünften und der Kontrolle des Feuers schürten.

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Bücher zum Thema:

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / umn.edu

Kongress: Katholische Exorzisten beraten in Polen

Ansicht des Klosters Jasna Gora | Copyright: Maciej Szczepanczyk, cc-by-sa 3.0

Jasna Gora/ Polen- Alle zwei Jahre treffen sich Exorzisten der katholischen Kirche aus aller Welt im polnischen Paulinerkloster Jasna Gora, dem Aufbewahrungsort des berühmten Gemäldes der Schwarzen Madonna von Czestochowa und zugleich größtes Marienheiligtum Mittel- und Osteuropas. In diesem Jahr diskutieren die Exorzisten den andauernden Vampirismus-Trend in den Medien, Versuchungen des Teufels während Exorzismen und geistige Krankheiten wie Schizophrenie.

Wie der klostereigene Radiosender berichtet, haben sich in diesem Jahr rund 300 Geistliche und Laien aus aller Welt zu dem einwöchigen Kongress angekündigt. Auf dem Kongress werden auch Exorzismus-Fälle diskutiert, die nicht die direkte Besessenheit sondern "andere Formen der Belästigung durch teuflische Geister" betreffen, erklärte der polnische Exorzist Pater Andrzej Grefkowicz. Ebenfalls teilnehmen an dem Treffen werde der bekannte Exorzist Pater Rufus Pereira aus Indien und der oberste Exorzist der Erzdiözese Wien Larry Hogan.

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Schon im vergangenen Herbst hatten sich im Vorfeld der Herbstvollversammlung der US-amerikanischen Bischöfe, 56-Bischöfe und 66 Priester zu einer Konferenz zum Thema "Liturgische und pastorale Praktiken des Exorzismus" getroffen (...wir berichteten). Der Vorsitzende des bischöflichen Komitees für Kirchenrecht und Kirchenleitung, der Bischof von Springfield Thomas J. Paprocki gestand damals gegenüber der Nachrichtenagentur CNS ein, dass er selbst nur "fünf oder sechs Exorzisten in den USA kenne", die Kirche jedoch gleichzeitig mit entsprechenden Anfragen überschwemmt werde.

Das Ritual des Exorzismus selbst, so Paprocki, habe die Qualitäten eines Sakraments, wie sie das Kirchenrecht als heilige Zeichen beschreibe. "Tatsächlich läuft ein Exorzismus nur sehr selten derart dramatisch ab, wie er gerne in Kinofilmen und in den Medien dargestellt wird." Auch die Vergabe anderer Sakramente könne den Teufel austreiben. "Das Sakrament der Beichte ist sogar sehr viel mächtiger als ein Exorzismus." Das Werk des Teufels sei sehr viel gewöhnlicher und bedürfe aus diesem Grund auch einer gewöhnlichen Antwort und Reaktion. "Man braucht keinen besonderen Exorzismus um mit dem Teufel umzugehen." Bis es zur Durchführung eines Exorzismus komme, sei eine Vielzahl von Vorbereitungen und Untersuchungen notwendig, während der zunächst nach natürlichen Erklärungen für die beschriebenen Zustände gesucht werde.

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Offiziele Untersuchung: Mysteriöse Feuerphänomene auf Sizilien haben „keine natürliche Ursache“

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Zum Thema:


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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / afp.com / jasnagora.pl

Hubble entdeckt weiteren Mond um Pluto

Überblendung der Hubble-Aufnahmen des Pluto-Systems vom 28. Juni und 3. Juli 2011 | Copyright: grewi.de / NASA, ESA, and M. Showalter (SETI Institute)

Washington/ USA - Nicht nur im Umfeld ferner Sterne, auch in unserem eigenen Planetensystem können noch bislang unbekannte Himmelskörper entdeckt werden. Mit dem Weltraumteleskop "Hubble" haben Astronomen nun einen weiteren Mond entdeckt, der den ehemals neunten Planeten, den frostige Zwergplaneten Pluto, umkreist.

Entdeckt wurde der winzige Trabant, der den vorläufigen Namen "P4" erhielt, bei einer Beobachtung Plutos mit dem Weltraumteleskop "Hubble", deren Ziel es eigentlich war, nach einem Ringsystem um Pluto zu suchen.

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Wie die US-amerikanische Weltraumagentur NASA berichtet, handelt es sich bei "P4" um den vierten und kleinsten der bislang bekannten Plutomonde. Im Vergleich zu Charon, dem mit einem Durchmesser von 1.043 Kilometern größten von Plutos Monden, misst der neu entdeckte Trabant nur 13 x 34 Kilometer. Die Durchmesser der Monde Nix und Hydra betragen 32 bis 113 Kilometer. Pluto selbst hingegen ist mit einem Äquatordurchmesser von nur 2390 Kilometern wiederum kleiner als der Erdenmond.

Grafische Darstellung des Monde-Systems um Pluto | Copyright: NASA, ESA, and A. Feild (STScI)

"Ich finde es wirklich erstaunlich, dass die Hubble-Kameras ein derart kleines Objekt so klar darstellen, obwohl es sich rund fünf Milliarden Kilometer von der Erde entfernt befindet", kommentiert Mark Showalter vom " SETI Institute" im kalifornischen Mountain View die Entdeckung seines Teams. Diese ist Teil der NASA-Mission der Raumsonde "New Horizons" und der Vorbereitungen für deren für 2015 geplanten Durchflug durch das Pluto-System. Für diesen Weg kann die Sonde nun derart ausgerichtete werden, dass die auch den neuen Mond so nah wie möglich passieren wird.

Plutos Monde-System, so vermuten Wissenschaftler, entstand durch die Kollision des Zwergplaneten mit einem anderen planetengroßen Körper in der Frühphase unseres Sonnensystems. Ein ähnliches Ereignis vor rund 4,4 Milliarden Jahren halten Forscher auch für den Ursprung des Erdenmondes. Einschläge von Mikrometeoriten, so glauben Astrophysiker zudem, könnten kleinste Teile und Staub aus den Monden schlagen, die mittlerweile ein feines Ringsystem um Pluto entstehen ließen. Bislang konnten die Hubble-Aufnahmen solche Ringe jedoch nicht nachweisen.

Zum ersten Mal auf "P4" aufmerksam, wurden die Wissenschafter anhand von Aufnahmen der "Wide Field Camera 3" an Bord des Weltraumteleskops vom 28. Juni und konnte dann durch Aufnahmen vom 3. und 18. Juli 2011 bestätigt werden (s. Abb. o.). In früheren Aufnahmen von "Hubble" war der kleine Mond aufgrund kürzerer Belichtungszeiten bislang noch nicht sichtbar. Derzeit rätseln die Forscher anhand von Aufnahmen aus dem Jahr 2006, ob es sich bei einem darauf sichtbaren schlierenartigen Fleck schon um eine Abbildung von "P4" handeln könnte.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov
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