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Freitag, 29. Juli 2011

Astronomen: Bislang unbekannter Komet könnte die Erde bedrohen

Foto der "Februar Eta Draconiden" über Mountain View in Kalifornien am 4. Februar 2011 | Copyright: All Sky Cameras/Peter Jenniskens

Mountain View/ USA - Astronomen glauben, dass ein überraschender Meteorstrom im vergangenen Februar (2011) von einem bislang noch nicht entdeckten Kometen verursacht wurde. Dieser Himmelskörper, so eine weitere Schlussfolgerung der Wissenschaftler, könnte dann auch der Erde gefährlich nahe kommen.

Das ungewöhnliche und selbst für Astronomen unerwartete Himmelsschauspiel ereignete sich am 4. Februar 2011, als mehrere Stunden lang zahlreiche Sternschnuppen den Himmel zierten. Es hatte seinen scheinbaren Ursprung aus Richtung des Sterns Eta Draconis, weswegen der Meteorschauer auch auf den Namen "Februar Eta Draconiden" (FEDs) getauft wurde.

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Die Astronomen um den Erntentdecker des Meteorstroms, Peter Jenniskens vom vom "SETI (Search for Extraterrestrial Intelligence) Institute" und "Ames Research Center" der NASA, gehen davon aus, dass der Strom von einem langperiodischen Kometen ausgelöst wurde, der bislang noch gänzlich unbekannt ist. Da langperiodische Kometen die Sonne meist in unregelmäßigen Abständen passieren, ist es schwer, ihre Bahn exakt zu berechnen und somit auch ihr Risiko für die Erde vorherzusagen.

"Wenn die kleinen Meteore - wie im Februar geschehen - die Erde treffen können, so könnte das auch auf den sie auslösenden Kometen zutreffen", kommentiert Jennkins die bisherigen Analysen. "Wir wissen jedoch nicht, ob der Komet bereits an der Erde vorbeigezogen ist oder sich immer noch im Anflug befindet."

Wann genau der Komet zuletzt ins innere des Sonnensystems vorgedrungen war, kann bislang also nicht genau gesagt werden. Die Tatsache aber, dass er einen Meteorstrom hinterlassen hat, der in diesem Frühjahr auf die Erdatmosphäre traf, deutet daraufhin, dass der bei seinem letzten Vorbeiflug sehr weit zur Erde vorgedrungen war.

Bisherige Berechnungen der US-Astronomen gemeinsam mit finnischen Kollegen lassen vermuten, dass der Komet möglicherweise schon 2016 oder 2023 erneut die Erde passieren könnte. Bleibt er bis dahin aus, wird seine Bahn ihn mit Sicherheit aber nicht mehr vor 2076 in Erdnähe führen. Genauere Informationen über die tatsächliche Umlaufbahn des Kometen erhoffen sich die Astronomen nun von weiteren Beobachtungen des Meteorstroms. Da der Kometenstaub jedoch nicht den gleichen Kräften unterworfen ist, wie der Komet, sind bislang auch hier den Forschern für eine exakte Vorhersage Grenzen gesetzt. Eine konkrete Bedrohung für die Erde könne allerdings anhand der bislang vorliegenden Daten noch nicht bestätigt werden.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / seti.org / space.com

Mira: Neue Erkenntnisse über "wundersamen" Schweifstern

Miras "Kometenschweif" erstreckt sich über mehr als 13 Lichtjahre | Copyright: NASA

Wien/ Österreich - Mira, so der Beiname des Sterns "Omicron Ceti" bedeutet "die Wundersame" und beschreibt damit den Stern in gleich doppelter Hinsicht. Zum einen verändert er seine Helligkeit in regelmäßigen Abständen und besitzt zum anderen einen ungewöhnlichen kometenähnlichen Schweif. Neue Erkenntnisse zu Strukturen in der Umgebung des alten Sterns liefert nun ein internationales Forschungsteam unter führender Beteiligung von Wissenschaftern des "Instituts für Astronomie" an der "Universität Wien".

Die Forscher haben ihre Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals "Astronomy & Astrophysics" veröffentlicht. Seit rund 20 Jahren steht die Erforschung Roter Riesen im Fokus der Arbeit der Wiener Astronomen. "Diese Endstadien sonnenähnlicher Sterne", so die Pressemitteilung, "weisen eine überdurchschnittliche Größe und Leuchtkraft auf, die beim bis zu 1.000-fachen unserer Sonne liegt. Der Rote Riese 'Omikron Ceti' im Sternbild Walfisch ist einer der bekanntesten und meistbeobachteten Sterne an unserem Nachthimmel."

Die Bekanntheit des Sterns beruht hauptsächlich auf seinem vermeintlichen Erscheinen und Verschwinden, das schon Astronomen im 17. Jahrhundert erstaunte. "Omikron Ceti ist in seinen hellsten Phasen leicht mit freiem Auge sichtbar, wird jedoch regelmäßig bis zu 1.500 Mal schwächer. Seine Helligkeitsschwankungen wiederholen sich in einer Periode von etwa 331 Tagen. In seinem Buch 'Historiola Mirae Stellae' aus dem Jahr 1662 gab Johannes Hevelius dem Stern deswegen den Namen Mira - 'die Wundersame'."

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Heute ist bekannt, dass es sich bei der 300 Lichtjahre von der Erde entfernten Mira um ein Doppelsternsystem handelt, welches aus dem sehr hellen und pulsierenden Roten Riesen "Mira A" und dem kleineren, sehr leuchtschwachen Weißen Zwerg "Mira B" besteht (s. Abb. o.). Die beiden Sterne trennt die 55-fache Distanz zwischen Erde und Sonne. Beobachtungen im Röntgenbereich aus dem Jahr 2005 zeigten, dass "Mira A" einen Teil ihrer Masse auf Mira B überträgt. "Massenverlust in Form eines staubreichen Windes ist eines der zentralen Merkmale von 'sterbenden' roten Riesensternen", erklärt Franz Kerschbaum, Leiter des Wiener "Instituts für Astronomie".

Bogenförmige Strukturen in Miras Umgebung, aufgenommen mit dem ESA-Weltraumteleskop "Herschel" | Copyright: ESA

Eine weitere eindrucksvolle Eigenschaft sei Miras Bewegung durch das interstellare Gas. "Mit etwa 110 Kilometern pro Sekunde rast der Stern durch das All", erläutert Thomas Posch. Der staubreiche Wind wird, ähnlich wie bei einem Kometenschweif, nach hinten getragen. Spektakuläre Aufnahmen aus dem Jahr 2007 zeigten dies erstmals und offenbarten einen starken Ausstrom an Masse entlang der Bewegungsbahn (s. Abb.).

Die neuen Beobachtungen mit "Herschel", die am Institut ausgewertet wurden, fügen diese Beobachtungen nun zusammen und erweitern das Wissen um Miras rätselhafte Erscheinung. "In der Umgebung des Sternsystems sind bogenförmige und aufgebrochene Strukturen zu erkennen, zusammen mit einem zarten Schweif", so Andreas Mayer, der Erstautor der aktuellen Publikation.

"Dem liegt wahrscheinlich das Zusammenspiel zweier Faktoren zugrunde: Einerseits die Bewegung des Weißen Zwergs durch den Sternenwind, der eine spiralförmige Struktur hinterlässt (s. Abb. 2). Diese Spiralen werden andererseits durch den starken Masseausstrom 'durchbohrt' und durch die Bewegung des interstellaren Mediums zusammengedrückt", erläutert Mayer.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / univie.ac.at

Amerikanischer Riesenwurm wird nicht geschützt

Ein 2005 entdecktes "kleines" Exemplar der Riesenregenwürmer im Vergleich zu einem gewöhnlichen Regenwurm (u.) | Copyright: Yaniria Sanchez-de Leon/University of Idaho

Washington/ USA - Nachdem US-Biologen im vergangenen Frühling (2010) in der Palouse-Prärie, einer Graslandschaft an der Grenze zwischen den US-Bundesstaaten Washington und Idaho, mehrere Exemplare des Riesenregenwurms "Driloleirus americanus" fangen konnten, der eigentlich schon als ausgestorben galt, da in den vergangenen 110 Jahren lediglich vier Exemplare gesichtet worden waren (...wir berichteten), haben US-Umweltbehörden sich aufgrund offenbar größerer Populationen als bislang bekannt, dazu entschlossen, den Riesenwurm nicht unter Naturschutz zu stellen.

Neben den zahlreichen aus Europa eingeschleppten Erdwürmern zählt "Driloleirus americanus" zu den wenigen aus Nordamerika selbst stammenden Regenwurmarten. Wie der "U.S. Fish and Wildlife Service" erklärte, zeigten jüngste Forschungsergebnisse, dass die vermeintlich seltenen amerikanischen Riesenwürmer doch weit verbreitet sind als bislang befürchtet worden war..

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Während Forscher Berichte über die maximale Größe der Würmer, die von bis zu einem Meter Länge sprachen, anhand der gefangenen Exemplare nicht bestätigen konnten und mittlerweile von nur 30 Zentimetern als glaubhaftem Mittelwert ausgehen, belegen neue Funde, dass die Würmer nicht nur in der Palouse-Prärie, sondern auch an mehreren Orten der Cascade Range in Washington und in Idaho vorkommen. Zuvor hatten Naturschützer den Schutz der Riesenwürmer in der Palouse-Prärie gefordert, deren Ökosystem mit und ohne seltene Riesenwürmer fortwährend bedroht ist.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / fws.gov / spokesman.com
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