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Samstag, 30. Juli 2011

Neue Dokumentation über das weltweite Bienensterben

Honigbienen bei der Arbeit | Copyright: A. Müller, grenzwissenschaft-aktuell.de

Leipzig/ Deutschland - Mit dem neuen Dokumentarfilm Film "Summ' mir das Lied vom Tod" greift "NuoViso Filmproduktion" erneut eines der wichtigsten Themen unserer Zeit auf: Das weltweite Bienensterben.

Mit dem Beginn des Massensterbens in den weltweiten Bienenvölkern in den 1990er Jahren begannen Imker, Forscher und Wissenschaftler das Phänomen zu untersuchen. Das hauptsächlich von den Chemiekonzernen finanzierte "Bienenmonitoring" kommt dabei Jahr für Jahr zu dem Ergebnis, dass die in den 1970er Jahren eingeschleppte Varroa-Milbe der alleinige Verursacher für das Bienensterben sei.

"NuoViso" besuchte Imker vor Ort, um sich ein eigenes Bild der Situation zu verschaffen. Dabei stellte sich heraus, dass die Imker das Problem mit der Varroa-Milbe eigentlich gut im Griff haben und in Wahrheit ein ganz anderer Bienenkiller existiert: Hochgiftige Neonicotinoide, die neuerdings als Pflanzenschutzmittel in Saatgut-Beizen eingesetzt werden, wirken wie ein Nervengift auf die Bienen und alle anderen Insekten in der Natur.

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Kaum jemand ist sich der Dramatik dieser Entwicklung bewusst. Die jährliche Bestäubungsleistung allein durch die Honigbiene wird von der EU auf über 150 Mrd. Euro geschätzt. Ein Faktor, ohne den es schlecht für unsere eigene Nahrungsversorgung aussieht.

Mit den Dreharbeiten zu dem im September 2011 erscheinenden Dokumentarfilm begann "NuoViso Filmproduktion" bereits 2008. Seitdem hat sich nach Aussage des Regisseurs Frank Höfer allerdings nur wenig an der Problematik geändert. Natürlich gibt es noch andere Einflüsse, die das Überleben der Biene erschweren. Der Mobilfunk sei hier genannt. Aber der Zusammenhang zwischen vergifteten Bienen und Beizmittel für Saatgut ist nachgewiesen. Der Öffentlichkeit wird seit Jahren berichtet, dass eine eingeschleppte Varroa-Milbe der Hauptverursacher für das zunehmende Bienensterben sei. Andere Faktoren hingegen seien zu vernachlässigen. Dass davon aber auch das Überleben der uns verbleibenden Bienen abhängt wird durch die Politik und die Wirtschaft nicht an den Endverbraucher kommuniziert.

Der Film soll kostenlos auf der Webseite von "NuoViso.tv" veröffentlicht werden. Für die Finanzierung des Filmes greift "NuoViso Filmproduktion" nun zu einem ungewöhnlichen Konzept. Als Unterstützer kann man gegen einen kleinen Betrag seinen Namen im Abspann verewigen lassen.

Feature zu "Summ' mir das Lied vom Tod"

Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten

- Weitere Informationen zum Film und Finanzierungsprojekt finden Sie HIER


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Quellen: nuoviso.tv / grenzwissenschaft-aktuell.de

Meinungsbildung von Mehrheiten benötigt gläubige Minderheit von 10 Prozent

Visualisierung des Schwellenwerts, wenn die Meinung einer vorigen Minderheit (rot) wächst und ab dem überschreiten der Grenze von 10 Prozent schnell zur Mehrheitsmeinung wird (grün). | Copyright: SCNARC/Rensselaer Polytechnic Institute, rpi.edu

Troy/ USA - US-Forscher haben mittels einer Computersimulation herausgefunden, dass es mindestens 10 Prozent einer Population benötigt, die an eine Meinung glauben, damit sich entsprechende Ideen und Vorstellungen auch bei der restlichen Mehrheit durchsetzen.

Mit Computersimulationen verschiedener sozialer Netzwerke gelang es den Wissenschaftlern um Sameet Sreenivasan und Boleslaw Szymanski vom "Social Cognitive Networks Academic Research Center" (SCNARC) am "Rensselaer Polytechnic Institute" (rpi.edu), jenen Schwellenwert zu ermitteln, den es benötigt, damit die Meinung einer Minderheit zur Mehrheitsmeinung wird. Die Erkenntnis der Forscher hat Auswirkungen auf die Erforschung sozialer Interaktionen, angefangen von der Verbreitung neuer Ideen, Produkte und Innovationen bis his zu politischen Fragestellungen.

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"Bleibt die Anzahl der an eine Idee glaubenden Personen innerhalb einer Gruppe bzw. Population unterhalb von 10 Prozent, so zeigt sich kaum ein Fortschritt in der weiteren Verbreitung dieser Ideen", erläutert Szymanski. "Überschreitet diese Anzahl jedoch zehn Prozent, so verbreitet sich die Idee von nun an wie ein Lauffeuer." Ihre Forschungsergebnisse haben die Wissenschaftler aktuell im Fachmagazin "Physical Review E" veröffentlicht.

Als Beispiel nennen die Forscher unter anderem die aktuellen politischen Ereignisse und Entwicklungen in zahlreichen arabischen Ländern, angefangen in Tunesien und Ägypten, wo ähnliche Prozesse zu beobachten gewesen seien, wenn Diktatoren, die Jahrzehnte lang an der Macht waren, ganz plötzlich und innerhalb von nur wenigen Wochen überwältigt und abgesetzt wurden.

Insgesamt simulierten die Forscher drei Gruppen sozialer Netzwerke: In einem der Netzwerke war jede Person nur mit einer anderen verbunden, während in einem anderen Modell alle sehr engmaschig miteinander vernetzt waren. In einem dritten Modell waren es nur einige besonders gut vernetzte Meinungsführer inmitten einer größeren Masse.

In jedes der Modelle wurden dann nach und nach "Andersgläubige" eingeführt, die jeweils die ihnen am nächsten stehenden Personen zu "werben" versuchten. Als Maßstab für eine erfolgreiche "Bekehrung" galten mindestens zwei Kontakte einer Person mit den Abweichlern. "Für gewöhnlich vertreten Menschen nur ungern eine unpopuläre Meinung und bemühen sich deshalb, lokal mit anderen zu einem Konsens zu kommen. Genau diese Dynamik haben wir in unsere Modelle übernommen", erläutert Sreenivasan.

Neben der Erkenntnis des 10-Prozent-Schwellenwerts war für die Forscher besonders interessant zu beobachten, dass das beschriebene Verhalten gänzlich unabhängig davon war, wo und wie eine neue Idee entstand und verbreitet wurde.

In einem nächsten Schritt soll nun überprüft werden, wie sich die Situation verhält und entwickelt, wenn sich zwei entgegengesetzte Meinungen in einer polarisierten Gesellschaft gegenüberstehen.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / rpi.edu
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