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Freitag, 5. August 2011

Wissenschaftler suchen nach Beweisen für das "Multiversum"

Kreisrunde, scheibenförmige Muster im Verteilungsmuster des kosmischen Hintergrundstrahlung im Mikrowellenbereich könnten auch Zusammenstöße anderer Universen mit dem unsrigen hindeuten | Copyright: University College London

London/ England - Im Gegensatz zur Vorstellung eines einzigen Universums, geht die Theorie eines sogenannten "Multiversums" davon aus, dass jenes Gebilde, welches wir als Uni-Versum betrachten, nur eines von vielen, wahrscheinlich blasenförmigen Universen im Innern eines Multi-Versums ist und sich diese Blasen auch berühren und miteinander interagieren können. Britische Wissenschaftler sind derzeit dabei, diese Theorie erstmals auf den Prüfstand zu stellen.

Wie die Forscher um Dr. Daniel Mortlock vom "Imperial College London ", Dr. Hiranya Peiris und Stephen Feeney vom "University College London" (UCL) aktuell in zwei Artikeln in den Fachmagazinen "Physical Review Letters" und "Physical Review D" berichten, suchen sie im Verteilungsmuster der kosmischen Hintergrundstrahlung nach scheibenförmigen Mustern, die Beweise dafür sein könnten, dass hier ein anderes, blasenförmiges Universum mit dem unseren Zusammengestoßen ist.

Zumindest in den Theorien verschiedener Wissenschaftler könnten in anderen Universen auch gänzlich andere Naturgesetze und Konstanten vorherrschen. Bislang gab es jedoch noch keinen Nachweis für das faszinierende Gedankenspiel.

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Neben dem eventuellen Nachweis der gesuchten Muster im kosmischen Hintergrundrauschen, müssen die Forscher allerdings auch sicherstellen, dass diese Muster nicht auch eine andere Quelle haben könnten oder es sich sogar lediglich um zufällig entstandene Muster im sonst chaotischen Verteilungsmuster der kosmischen Hintergrundstrahlung handelt.

"Wir stehen vor einer sehr großen statistischen und computertechnischen Aufgabe, wenn wir alle der bislang aufgezeigten möglichen Orte dieser universellen Kollisionen überprüfen wollen", erläutert Peiris. "Doch gerade das ist es, was uns antreibt."

Anhand von Computeranimationen simulierten die Forscher bislang eine Ansicht des Himmels, wie sie sich ohne das kosmische Hintergrundrauschen darstellen würde. Danach erarbeiteten sie einen neuen Algorithmus, mit dem sie die bislang vorliegenden Daten zu dieser Hintergrundstrahlung besser verarbeiten können als bislang und simulierten damit, wie das Muster einer der gesuchten Kollisionen im Hintergrundrauschen aussehen könnte (s. Abb.)

Noch genauere Daten erhoffen sich die Forscher von der derzeitigen ESA-Satelliten "Planck" (...wir berichteten 1, 2) der noch präzisere Daten der kosmischen Hintergrundstrahlung liefern soll, mit der die Forscher ihre bisherigen Ergebnisse überprüfen können.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / ucl.ac.uk

Sonde entdeckt Spuren fließenden Wassers auf dem Mars

Rinnsale auf dem Mars | Copyright: NASA/JPL-Caltech/Univ. of Arizona

Washington/ USA - Neue Aufnahmen der NASA-Sonde "Mars Reconnaissance Orbiter" (MRO) bestätigen eine Sensation: Während der wärmeren Marsmonate fließt wahrscheinlich auch heute noch Wasser auf dem Roten Planeten.

"Das Forschungsprogramm der NASA bringt uns einer Antwort auf die Frage, ob es auf dem Mars Leben geben kann, immer näher", zeigt sich NASA-Chef Charles Bolden von den neuen Beobachtungen fasziniert. "Die Entdeckung bestätigt erneut, dass der Mars ein wichtiges Ziel auch für zukünftige bemannte Forschungsmission ist."

Es sind dunkle, fingerartige Linien, die sich im späten Frühling und während des Sommers auf dem Mars an Abhängen bilden und nach und nach immer länger werden, im Winter dann wieder verschwinden um sich dann im Frühling wieder auszubilden. Wiederholte Beobachtungen dieser abhängig von den Jahreszeiten zyklisch wiederkehrenden Phänomene in den mittleren Breitengraden der südlichen Marshemisphäre sind für die NASA-Forscher ein deutlicher Hinweise darauf, dass es sich herbei im Rinnsale flüssigen Wassers handelt.

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"Die bislang beste Erklärung für diese Linien sind Rinnsale flüssigen Wassers, erläutert Alfred McEwan von der "University of Arizona", dessen Team für die wissenschaftliche Auswertung der Aufnahmen der hochauflösenden Kamera (HiRISE) an Bord der Sonde verantwortlich ist und die neuen Beobachtungen und Schlussfolgerungen in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Science" veröffentlicht hat.




Embedded video from


NASA Jet Propulsion Laboratory California Institute of Technology
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Zwar gibt es noch offene Fragen zur Entstehung der Rinnsale, dennoch könne flüssiges Wasser die Eigenschaften der Strukturen besser als jede andere alternative Theorie erklären.

Dieses Wasser, so vermuten die Forscher, ist wahrscheinlich ähnlich salzhaltig wie das Wasser der irdischen Ozeane - ein Umstand, der den Gefrierpunkt des Wassers absenkt und es so möglich macht, dass Wasser in den Frühlings- und Sommermonaten auf dem Mars auch unmittelbar unter der Oberfläche flüssig bleibt.

"Diese dunklen Linien unterscheiden sich von anderen ähnlichen Strukturen, die an anderen Orten des Mars gefunden wurden und ebenfalls zunächst für Wasserrinnsale gehalten wurden dann a er auch alternativ, etwa durch Erdrutschungen, erklärt werden konnten (...wir berichteten)" so der MRO-Projektwissenschaftler Richard Zurek von "Jet Propulsion Laboratory" (JPL) der NASA in Pasadena. "Wiederholte Beobachtungen zeigen dass sie sich immer weiter hangabwärts entwickeln, je wärmer es auf dem Mars wird."

Die Linien selbst sind nur 1 bis 10 Zentimeter breit, reichen aber zusehends mehrere hundert Meter die Marshänge hinab. Damit ist ihre Breite deutlich kleiner als bisherige Rinnen, doch finden sich an einigen Hängen gleich mehre hundert davon. Während sie in den wärmeren Breitengraden des Roten Planeten recht häufig vorkommen, sucht man sie in den kälteren Regionen vergebens. Auch das ist für die Forscher ein weiterer Hinweis darauf, dass es sich hier tatsächlich um fließendes Wasser und nicht um Erdrutschungen handelt. Für die Erklärung, dass es sich, wie in anderen Fällen, um das Ergebnis von mit dem Auftauen von Kohlendioxideis einhergehenden Erdrutschungen handelt, sind die Regionen, in welchen sich die Strukturen bilden, wiederum zu warm.

Merkwürdig ist allerdings, dass das Spektrometer an Bord der Sonde keine Anzeichen von Wasser in und an den Rinnsalen finden konnte. Offenbar, so schlussfolgern die NASA-Wissenschaftler, versickere das Wasser unmittelbar nach dem Austreten wieder oder könnte sich im Untergrund weiter fortsetzten. "Diese Linien sind also nicht deswegen so dunkel, weil sie nass sind. Für die Verfärbung muss es also eine andere Erklärung geben." Möglicherweise könnte durch den Ablauf des Wassers das Oberflächenmaterial neu angeordnet werden und so die dunklen Rinnen entstehen lassen. Warum und wie die Linien dann jedoch in den kälteren Marsmonaten wieder verschwinden, ist hingegen noch ein Rätsel.

Während frühere Missionen bereits Wassereis auf dem Roten Planeten nachgewiesen haben, sollen nun weitere Untersuchungen der Strukturen weitere Informationen über die Herkunft der Rinnen bringen. Sollte sich die Vermutung der Forscher bestätigen, wäre dies der erste Nachweis, dass auch heute noch auf dem Mars Wasser fließt.

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