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Montag, 8. August 2011

Komplexes Leben auf Planeten auch ohne große Monde möglich

Archiv: Vollmond über der Karlsaue | Copyright: Sebastian Voltmer, weltraum.com

Moscow/ USA - Fraglos hat der Mond eine stabilisierende Wirkung auf die Position der Erdachse. Ob jedoch große Monde wie bislang angenommen, jedoch auch notwendig für die Entstehung und Entwicklung von komplexem Leben auf einem Planeten sind, haben Wissenschaftler nun überprüft und kommen zu einem überraschenden Ergebnis, das die Wahrscheinlichkeit für lebensfreundliche stabile Klimata auf fernen erdartigen Planeten mit einem Mal massiv ansteigen lässt.

Ohne den Mond, so die bisherige Vorstellung, würde die Erdachse um bis zu 85 Grad schwanken, sodass die Sonne nicht mehr wie bei Null Grad Abweichung direkt über dem Äquator, sondern unmittelbar über einem der Polen stehen würde.

Zwar ist die Achsenstabilität eines Planeten tatsächlich von großer Bedeutung für die Entstehung von Leben, da mit starken Schwankungen der Achse auch starke Schwankungen des Klimas auf dem Planeten einhergehen würden, die dann auch die Entwicklung komplexer Lebensformen behindern könnten.

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Neue Simulationen der Planetenneigung (Obliquität) auch ohne einen großen Mond durch Wissenschaftler um Jason Barnes von der "University of Idaho" haben nun jedoch gezeigt, dass die Schwankung der Planetenachse lediglich 10 Prozent betragen würde. Ihre Ergebnisse haben die Forscher aktuell auf einem Treffen der "American Astronomical Society" (AAS) vorgestellt und kommen zu dem Schluss, dass große Monde keine Grundvoraussetzung für die Lebensfreundlichkeit von fernen erdartigen Planeten sind.

Planetenachsen rotieren aufgrund der Schwerkraftanziehung ihrer Sterne während zehntausender Jahre wie ein Kreisel und obwohl das Schwerkraftzentrum immer gleich bleibt, verändert sich die Ausrichtung der Achsenneigung (Präzession).
In ähnlicher Weise neigt sich damit auch die Ausrichtung der Umlaufbahnebene eines Planeten. Verlaufen beide synchron, so führt diese Kombination dazu, dass die Planetenneigung besonders chaotisch variiert.

Am Beispiel der Erde hat der vergleichsweise große Mond und seine Schwerkraft eine stabilisierende Wirkung, da er die rotierende Achsenneigung antreibt und so dafür sorgt, dass diese nicht mit der Ausrichtung der Umlaufbahnebene übereinstimmt und so das System stabilisiert.

Wie das "Astrobiology Magazin" der NASA berichtet, schätzten Wissenschaftler bislang, dass nur rund ein Prozent aller erdartigen Planeten einen großen Mond besitzen und der Rest aus diesem Grund wahrscheinlich starke Schwankungen der Planetenneigung durchlaufen.

Die neuen Daten zeigen nun jedoch, dass der Erdmond zwar für Stabilität der Erde sorgt, dass aber auch die Anziehungskraft anderer, die Sonne umkreisender Planeten - besonders die des Gasriesen Jupiter - die Erde vor zu starken Schwankungsbewegungen bewahren würde, da sie die grundsätzliche Ausrichtung der Ebene des Sonnensystems mitbestimmen.

Ohne einen Mond würde die Erdachse wahrscheinlich lediglich zwischen 20 und 20 Prozent variieren - und das im Laufe von einer halben Milliarde Jahren. Doch auch, wenn dies angesichts der zuvor vermuteten bis zu 85 Prozent Abweichung vergleichsweise wenig erscheint, streichen die Forscher hervor, dass schon eine Veränderung von ein bis zwei Prozent zur Entstehung von Eiszeiten führen kann.

Für die Entstehung und Entwicklung von Leben sei eine Neigung von 10 Prozent jedoch grundsätzlich kein größeres Problem. Zwar hätte dieser Vorgang Auswirkungen auf die Evolution, würde intelligentes Leben jedoch nicht unterdrücken. Zudem sei zu Bedenken, dass Jupiter, wäre er der Erde Näher als in unseren aktuellen System, sich derart auswirken würde, dass gerade der Mond statt zu eine Stabilisierung zu einer noch stärkeren Schwankung der Achsenausrichtung führen würde: "Ein Mond kann also ebenso stabilisierend wie destabilisierend auf seinen Planeten wirken. Es hängt alles ganz vom Aufbau des sonstigen Planetensystems ab.", so Barnes.

Hinzu errechneten die Forscher, dass Planeten mit einer Umlaufbewegung, die entgegengesetzt zur Rotationsbewegung ihres Zentralgestirns verläuft, kleineren Schwankungen ausgesetzt sind als jene, die ihren Stern in gleicher Richtung wie dessen Drehbewegung umkreisen und dies trotz angenommener großer Monde. "Sollte dies zutreffen und die Ausrichtung der Umlaufbewegung von Planeten zufällig und durch Einschläge großer Himmelskörper entsteht, so hätten rund 50 Prozent aller Planeten nur geringe Probleme mit stärkeren Schwankungen ihrer Planetenneigung", erläutert Barnes.

Gemeinsam mit der hohen Wahrscheinlichkeit weiterer großer (Gas-)Planeten in anderen Planetensystemen bedeuten die neuen Erkenntnisse der Forscher, dass wesentlich mehr erdähnliche Exoplaneten eine wichtige Voraussetzung für die Entstehung von Leben vorweisen als bislang gedacht. Während nun eine 50-prozentige Chance für die Entstehung besteht, gingen frühere, auf der Vorstellung der Notwendigkeit großer Monde beruhende Modelle von einer Wahrscheinlichkeit von gerade einmal einem Prozent für die Aufrechterhaltung konstanter Klimabedingungen auf fernen Welten aus. "Ein großer Mond kann einen Planeten stabilisieren. In den meisten Fällen ist er allerdings nicht notwendig."

Bücher zum Thema:

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov

"Britisches Roswell": Ehemaliger US-Kommandant zweifelt an Ereignissen von Rendlesham Forest

Rekonstruktion einer der UFO-Sichtungen von Rendlesham Forest (Illu.) | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de

London/ England - Im Dezember 1980 wurde ein amerikanischer Luftwaffenstützpunkt in England drei Nächte lang zum Schauplatz einer bizarren UFO-Begegnung. Mehrere Militärs beobachteten merkwürdige Objekte, die über der Basis kreisten. Eines soll sogar im nahe gelegenen Wald gelandet und aus direkter Nähe untersucht worden sein. All dies ist durch die eidesstattlichen Aussagen beteiligter Militärs überliefert. Nun hat sich erstmals der die damaligen Untersuchungen des Vorfalls leitende US-Kommandant, der US Air Force Colonel Theodore J. Conrad, zu den Ereignissen von Rendlesham Forest geäußert.

Colonel (Oberst) "Ted" Conrad leitete damals die offiziellen Untersuchungen zu den Beobachtungen der ihm unterstellten Soldaten, die im Rendlesham Forest unidentifizierte Lichter gesehen haben und sogar ein gelandetes exotisches Objekt aus direkter Nähe untersucht haben wollen (...wir berichteten, s. Links).

US Air Force Colonel Theodore J. Conrad

Gegenüber dem britischen Historiker Dr. David Clarke von der "Sheffield Hallam University", der für die Veröffentlichung und Aufarbeitung der teilweise ehemals geheimen UFO-Akten und Dossiers der britischen Regierung durch die "National Archives" verantwortlich ist, zieht Conrad ein gänzlich anderes Resumeé als seine einstigen Untergebenen und hält sogar auch einen gezielten Schwindel für möglich.

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Die Spuren, die das Objekt auf und um eine Waldlichtung hinterlassen haben soll, beispielsweise Kratzer an den Bäumen, habe er für "nicht bemerkenswert" gehalten. Dennoch kehrte er damals noch am selben Abend mit einem weiteren Untersucherteam zur Lichtung zurück. Nachdem auf den ersten Blick keine weiteren ungewöhnlichen Spuren zu finden waren, verblieb nur noch ein Teil der Soldaten vor Ort, um weitere Untersuchungen durchzuführen, darunter auch Lt. Col. Charles Halt, der mit seinem Vorgesetzten via Funk in Kontakt blieb und heute zu den beiden Hauptzeugen für unerklärliche Vorkommnisse im Rendlesham Forest zählt.

Die Aussage von Col. Charles Halt

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Während die Soldaten im Wald dann von weiteren Lichtern am Himmel und am Boden berichteten, konnte Conrad, der aufgrund dieser Meldung gemeinsam mit weiteren Offizieren, seiner und deren Frauen nach draußen gegangen waren, trotz klarer Sicht keine ungewöhnlichen Lichter am Himmel sehen.

Während Lt. Col. Halt in seinem Bericht an das "Ministry of Defence" davon ausgeht, Zeuge von Phänomenen von außerirdischer Herkunft geworden zu sein, schwieg Col. Conrad bis jetzt zu den Vorgängen.

"Wir haben damals nichts gesehen, was dem, was Lt. Col. Halt beschrieb, glich. (...) Halts Darstellungen konnten zudem von keinen weiteren Militärangehörigen bestätigt werden. Es gab also keine 'harten Beweise', dass damals irgendetwas Verdächtiges vorgefallen war."

Für die späteren Ausführungen Halts, auf denen zahlreiche Erklärungstheorien für den Vorfall von Rendlesham Forest basieren und als Grundlage auch für Verschwörungstheorien um ein Verschweigen entweder einer Landung eines außerirdischen Flugobjekts bis hin zur Vertuschung der Landung eines sowjetischen Spionageflugkörpers in unmittelbarer Nähe zum Atomwaffenstützpunkt Bentwaters, dienen, hat Conrad nur wenig Respekt übrig: "Er sollte sich für diese Anschuldigungen des Betrugs und der Verschwörung durch sein eigenes Land (USA) und England schämen", zitiert ihn die britische Tageszeitung "The Daily Mail".

Zugleich zweifelt Conrad damit auch an den folgenden Aussagen eines weiteren Soldaten: Sgt. Jim Penniston, der in der ersten Nacht der fortwährenden Sichtungen im Wald ein gelandetes exotisches Flugobjekt gesehen und sogar berührt haben will (...wir berichteten, s. Links). Dieser habe bei einer Befragung unmittelbar nach den Vorgängen zwar die Sichtung von Lichtern am Himmel bestätigt, damals jedoch noch nichts von einem gelandeten Objekt berichtet.

Die Aussage von Sgt. Jim Penniston

Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten

Abschließend hält sich jedoch auch Conrad mit einer finalen Beurteilung der Vorgänge im Dezember 1980 zurück: "Die Suche nach einer Erklärung kann in verschiedene Richtungen gelenkt werden, darunter auch einen durchdachten Schwindel, natürliche Phänomene, wie etwa die sehr kalte Luft durch die - zumindest theoretisch - Licht über weite Strecken abgelenkt werden kann oder aber auch durch die Anwesenheit eines außerirdischen Raumschiffs.

Hätte jemand die Zeit, das Geld und die technischen Ressourcen gehabt, den exakten Grund für die Lichter vom Rendlesham Forest zu ergründen, so wäre das damals wahrscheinlich möglich gewesen. Ich glaube auch, dass die Wahrscheinlichkeit sehr stark gegen die Beteiligung eines außerirdischen Raumschiffs spricht und ebenso gegen das Eindringen eines feindlichen Flugkörpers von der Erde."

Der UFO-Skeptiker Dr. Clarke ist hingegen davon überzeugt, dass Col. Halt Opfer einer optischen Täuschung wurde und verweist darauf, dass die Aussagen von Sgt. Penniston über die Jahre hinweg mit zunehmender Spekulation über den Vorfall immer extremer wurden (...wir berichteten). "Ich glaube nicht, dass irgendjemand und ganz zuletzt Conrad daran zweifelt, dass Halt und seine Männer in den Wäldern tatsächlich 'etwas' gesehen haben. Sie hatten ein außergewöhnliches Erlebnis. Dieses Erlebnis bleibt wohl ungewöhnlich, auch dann, wenn es sich um das Licht des nahe gelegenen Leuchtturms, den Taschenlampen von Schmugglern handelt, wie dies ebenfalls als Erklärung vorgeschlagen wurde. (...) Col. Conrad war verantwortlich für die einzige saubere Untersuchung des Ereignisses. Er war selbst vor Ort und ich kann mir nicht erklären, wie er die beschriebenen Phänomene übersehen haben sollte."

Bis zum Redaktionsschluss dieser Meldung waren unserer Redaktion noch keine Reaktionen der Beteiligten Col. Halt und Sgt. Penniston bekannt. Sobald sich dies ändert werden wir natürlich erneut berichten.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / drdavidclarke.co.uk / telegraph.co.uk
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