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Donnerstag, 11. August 2011

England veröffentlicht weitere UFO-Akten

UFO über dem Rathaus von Retford: "Fliegende Untertasse" oder Linsenspiegelung? | Copyright/Quelle: nationalarchives.gov.uk

London/ England – Erneut haben die britischen "National Archives" weitere 34 UFO-Akten aus den Jahren 1985 bis 2007 veröffentlicht. Die Akten aus dem britischen Verteidigungsministerium enthalten neben streng geheimen Memos, in welchen UFOs diskutiert werden auch Sichtungen und Vorfälle, die von Privatpersonen gemeldet wurden, parlamentarischen Anfragen, Briefings und Fotos. Insgesamt sind fast 9.000 weitere Seiten Materialien der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden.

Die neu veröffentlichten Akten zeigen beispielsweise, dass im Jahr 2004 Verteidigungsexperten gerufen wurden, um ein Foto einer "fliegenden Untertasse", aufgenommen über dem Rathaus von Retford in Nottinghamshire, zu untersuchen. Nach den Unterlagen konnten die Experten der "Defence Geographic and Imagery Intelligence Agency" (DGIA) keine "definitive Schlussfolgerungen" über den Inhalt des Bildes ziehen. Allerdings vermutete man, dass es sich um eine zufällige Linsenspiegelung oder einen erleuchteten Tropfen handeln könnte, da die Ausrichtungsachse des Objekts exakt auf die Bildmitte ausgerichtet war.

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Die Akten werfen unter anderem auch ein neues Licht auf den berühmten UFO-Vorfall an der Royal Air Force (RAF) Basis Lakenheath in der Grafschaft Suffolk im Jahre 1956. Damals stiegen Kampfflugzeuge auf, um ein unbekanntes Flugobjekt, das auch mittels Radar erfasst wurde, abzufangen - ein Vorhaben, das den Kampfjets jedoch aufgrund der "ungeheuerlichen Geschwindigkeit" des UFOs nicht gelang (DEFE 24/2031/1, p154-55). Die Erinnerungen des pensionierten RAF Fighter-Controllers Freddie Wimbeldon an diese Nacht sind in der neuen Veröffentlichung enthalten. Aus diesen geht auch hervor, dass sämtliches in den Vorfall verwickeltes Militärpersonal nach den Ereignissen im Hauptquartier des Kampfgeschwaders ausführlich befragt und zur "absoluten Geheimhaltung" verpflichtet wurde. Als einzelne Details über den Vorfall 1969 dennoch bekannt wurden, erklärte das Verteidigungsministerium, dass alle Aufzeichnungen zu den Ereignissen "zufällig vernichtet" worden seien.

Archiv: Aufnahmen einer "Gun Camera" aus den 1950er Jahren | Copyright: Public Domain

Auch spätere UFO-Forscher Ralph Noyes erklärte, dass ihm selbst in seiner einstigen Funktion als Leiter des UFO-Untersuchungsbüros des MoD im Jahre 1970 während einer geheimen Vorführung im Hauptgebäude des MoD Aufnahmen der Bordkameras der damaligen Kampfflugzeuge gezeigt wurden, die das UFO zeigten (DEFE 31/184/1, p.257-59). Eine spätere Suche nach den Originalakten und Filmen im Jahr 2001 bestätigte erneut, dass alle entsprechenden Akten laut offizieller Sprachregelung des MoD vernichtet wurden oder verloren seien (DEFE 24/2031/1, p164-65 - ...wir berichteten).

Zeugenskizze eines Police Sergeant zu einer UFO-Sichtung an der Royal Ordnance Factory in Blackburn, Lancashire | Copyright/Quelle: nationarchives.gov.uk

Andere Highlights der aktuellen Veröffentlichung enthalten weitere Unterlagen zum Vorfall vom Rendlesham Forest, einschließlich dem ersten Zeitungsartikel über die damaligen Ereignisse aus der "News of the Week". Des Weiteren neue Regierungsakten über die Strategie bezüglich des "UFO-Problems", einschließlich dem Eingeständnis des britischen Verteidigungsministeriums, dass man im Jahr 1995 aufgrund "höherer Prioritäten" eine groß angelegte Studie von über tausenden von UFO-Berichten, die seit dem Zweiten Weltkrieg eingereicht worden waren, ebenso verhindert hatte, wie einen Antrag zur Einrichtung einer europäischen UFO-Forschungsgruppe unter der Federführung der "Komitees für Industrie, Forschung und Energie" am Europäischen Parlament im dem Jahre 1993 (DEFE 24/1958/1).

Der die Veröffentlichung der Akten betreuende Historiker und Journalist Dr. David Clark von der "Sheffield Hallam Universität" erklärte zu den Akten: “Der berühmte Slogan der Serie ‘Akte X’ lautete 'Die Wahrheit ist da draußen'. Viele Leute glauben weiterhin, dass die Regierungen der Welt 'die Wahrheit' über UFOs wissen und die Tatsache verschleiern, dass wir nicht alleine im Universum sind. Aber ich glaube, die Wahrheit liegt in diesen Akten. Die Unterlagen lassen vermuten, dass - trotz des gesteigerten Interesses an Sichtungen in den letzten Jahren - die britische Regierung ebenso viel (oder wenig) über außerirdische Besucher weiß wie ein Jeder von uns und keine Anhaltspunkte dafür hat, dass wir jemals besucht wurden.” Die auch aus den neuen Akten hervorgehenden Hintergründe, etwa über den UFO-Vorfall von Lakenheath stellen diese Schlussfolgerung allerdings in Zweifel.

- Die neuen Akten finden Sie HIER

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nationalarchives.gov.uk

Wandel in der deutschen UFO-Forschung: GEP und DEGUFO distanzieren sich von CENAP

Das Logo der "Gesellschaft zur Erforschung des UFO-Phänomens e.V." (GEP) | Copyright: GEP, ufo-forschung.de

Lüdenscheid/ Deutschland- Die "Gesellschaft zur Erforschung des UFO-Phänomens e.V." (GEP) ist die größte gemeinnützige, wissenschaftliche Vereinigung in Deutschland, die sich hauptsächlich mit der Erforschung des UFO-Phänomens beschäftigt. Seit ihrer Gründung im Jahre 1972 verbindet sie und das "Centrale Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene" (CENAP) eine gemeinsame Forschungshistorie u. a. mit gemeinsamen Publikationen und Fachtagungen. Jetzt hat sich die GEP und weitere UFO-Forschungsorganisationen und -Gruppen von Präsentationsform und Inhalt der Arbeit des CENAP offiziell distanziert.

"In den letzten Jahren fiel und fällt die UFO-Gruppe CENAP (Centrales Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene) in der Öffentlichkeit hauptsächlich durch die teils unverständlichen, vielfach aber polemischen und diffamierenden Texte auf ihren Internetseiten auf", so die Öffentliche Erklärung der GEP auf ihrer Internetseite "ufo-forschung.de". "Da auch ihre Mitglieder davon betroffen sind, distanziert sich die 'Gesellschaft zur Erforschung des UFO-Phänomens' (GEP) e.V. als Organisation von Präsentationsform und Inhalt der Arbeit des CENAP mit der vorliegenden öffentlichen Erklärung und bricht die Zusammenarbeit mit CENAP ab."

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Auch die "Deutschsprachige Gesellschaft für UFO-Forschung e.V." (DEGUFO, degufo.alien.de), vertreten durch Vorstand und Mitglieder, stimmt der von der GEP e.V. abgegebenen öffentlichen Erklärung inhaltlich zu: "Als eine Gruppe, die immer wieder im Visier von Werner Walter und Co. steht und bereits so einiges erdulden musste, was weit unterhalb der Gürtellinie liegt, finden auch wir, das bei allen Bemühungen einer engeren Zusammenarbeit der UFO-Gruppen eine solche mit dem CENAP nicht möglich ist."

- Die vollständige "Öffentliche Erklärung der GEP e.V. zur UFO-Gruppe CENAP" finden Sie HIER

- Einen Kommentar von Robert Fleischer (exopolitik.org) finden Sie HIER

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / ufo-forschung.de / degufo.alien.de / exopolitik.org


Drei bislang unbekannte Zwergplaneten am Rande des Sonnensystems entdeckt

Künstlerische Darstellung des Zwergplaneten "Makemake", der die Sonne noch außerhalb der Neptunbahn umkreist. | Copyright: IAU, M.Kornmesser

Washington/ USA - Bei einer neuen Untersuchung eines bislang nur wenig erforschten Teils des Kuipergürtels, einer flachen ringförmigen Region, die sich in unserem Sonnensystem außerhalb der Neptunbahn in einer Entfernung von ungefähr 30 bis 50 Astronomischen Einheiten (AE) nahe der Ekliptik erstreckt und tausende Objekte, darunter schätzungsweise mehr als 70.000 Eisobjekte mit mehr als 100 km Durchmesser enthält, haben Astronomen drei Objekte ausgemacht, bei denen es sich, wie der einstige Planet Pluto, um eisige Zwergplaneten handeln könnte.

Während der Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter hauptsächlich aus felsigen Körpern besteht, finden sich im Kuipergrütel vornehmlich aus Brocken aus Wassereis und gefrorenem Methan und Ammoniak.

Das Team um Scott Sheppard von der "Carnegie Institution of Washington" hat mit dem 1,3 Meter durchmessenden "Warsaw Telescope" am "Las Campanas Observatory" in Chile Regionen des Kuipergürtels am südlichen Sternenhimmel erkundet, die bislang nur wenig bekannt waren. Dabei sind sie auf 14 merkwürdige Objekte gestoßen, von welchen drei mit mehr als 400 Kilometern Durchmesser groß genug zu sein scheinen, um sich aufgrund ihrer eigenen Schwerkraft zu kugelförmigen Zwergplaneten geformt zu haben.

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Der Begriff Zwergplanet (Plutoiden) wurde 2006 als neue Kategorie von Himmelsobjekten geprägt, nachdem Astronomen mindestens drei ferne Himmelsobjekte entdeckt hatten (Quaoar, Sedna and Eris), die so groß wie der damals noch als neunter Planet des Sonnensystems geltende Pluto (2.333 Kilometern Durchmesser).

Die Forscher, die ihre Entdeckung schon bald im Fachmagazin "Astronomical Journal" veröffentlichen werden, konnten bislang allerdings noch keine Objekte im Kuipergürtel ausmachen, deren Größe an die von Pluto heranreichen.

Gegenüber "Space.com" erklärte Sheppard, dass im Kuipergürtel selbst zwar keine weiteren Objekte von der Größe des Pluto zu erwarten sind, dass solche Himmelskörper allerdings noch weiter draußen möglich seien. Als Beispiel nennt der Wissenschaftler den Zwergplaneten Sedna, der die Sonne in bis zu 940 AU (Astronomische Einheiten = Abstand Erde – Sonne) auf einer stark elliptischen Umlaufbahn umkreist und einen Durchmesser von mindestens rund 1.200 Kilometern aufweist.

"Derzeit markiert Sedna die Grenze unseres Sonnensystems. Bislang haben wir erst ein Objekt gefunden, dass sich noch weiter hinaus wagt, aber es könnte dort draußen noch mehr geben. Bislang verfügen wir aber noch nicht über die notwendigen Technologien, um solch entfernte Objekte zu entdecken und als solche zu identifizieren." Sogar planetengroße Objekte schließt der Wissenschafter nicht aus: "In einem Abstand von mehreren hundert Astronomischen Einheiten könnte es sogar Objekte so groß wie der Mars oder die Erde geben. Bislang sind diese aber zu weit entfernt, um entdeckt werden zu können.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / carnegiescience.edu / space.com

Biologen präsentieren plausibles Szenario für den Ursprung des Lebens auf der Erde

Vorformen von RNA-Molekülen bilden eine kristalline Struktur | Copyright/Quelle: ucmerced.edu

Merced/ USA - Fasst wirkt es wie ein Ehrenrettungsversuch der Biologie: Nur wenige Tage nachdem Astrobiologen nachweisen konnten, dass die Grundbausteine des Lebens, wie sie auch schon im Innern von Meteoriten nachgewiesen werden konnten tatsächlich auch im All entstehen können (...wir berichteten), präsentieren US-Biologen nun ein plausibles Szenario dafür, wie durch relativ einfache Prozesse Vorläufermoleküle der RNA auf der Erde entstanden sein könnten.

Es benötige nur eine relativ einfache Kombination aus natürlichen Zuckern und Aminosäuren um die grundlegenden Bausteine des Lebens entstehen zu lassen, schreiben die Forscher um Jason E. Hein, Eric Tse und Donna G. Blackmond vom "Scripps Research Institute" und der "University of California" (Merced) in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazin "Nature Chemistry".

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In ihrer Studie konnten die Forscher zeigen, wie einfache Vorläufer der RNA auf der Erde durch die Hinzugabe von einfachen Aminosäuren entstanden sein könnten noch bevor das Leben existierte. "Diese Aminosäuren veränderten die Reaktionen und ermöglichten die Entstehung stabiler Formen natürlicher RNA", so Hein. "Schlussendlich konnten wir zeigen, dass aus sehr komplexen und ineinander greifenden chemischen Vorgängen erstaunlich einfache Ergebnisse hervorgehen können."

Die natürlichen Formen der Vorgänger der RNA-Moleküle bilden dabei eine kristalline Struktur, wie sie selbst mit bloßem Auge sichtbar ist (s. Abb.). "Diese Kristalle sind stabil und verhindern den normalen chemischen Zerfallsprozess. Sie können so lange existieren, bis die notwendigen Bedingungen vorherrschen, um sie in RNA umzuwandeln", so die Forscher.

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NASA-Studie: Bausteine des Lebens können im All entstehen
10. August 2011

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / ucmerced.edu


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