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Dienstag, 16. August 2011

Studie: Lebensmittelpreise lösen soziale Unruhen aus

Graphen des "FAO Food Price Index" (o.l.) und der sozialen Unruhen weltweit seit 2004 (u.). (Klicken Sie auf die Bildmitte um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright/Quelle: arxiv.org, Marco Lagi, Karla Z. Bertrand, Yaneer Bar-Yam

Cambridge/ USA - Was ist der Auslöser für Krawalle und soziale Unruhen? Bislang vermuteten nur wenige Soziologen und Politologen, dass es auf diese Frage eine einfache Antwort geben könnte. Eine aktuelle Studie belegt jedoch genau dies: Ein einziger Faktor könnte demnach Unruhen auszulösen: Steigende globale Lebensmittelpreise. Spätestens im August 2013 könnte der derzeitige Trend zu globalen Unruhen führen, warnen die Forscher. Zugleich benennt de Studie mit den Schuldigen aber auch Wege aus der sich zuspitzenden Krise.

Wie Marco Lagi, Karla Z. Bertrand und Yaneer Bar-Yam vom "New England Complex Systems Institute" vorab auf "arxiv.org" berichten, genügt es, dass die Preise für Lebensmittel ein bestimmtes Maß übersteigen, um soziale Unruhen auszulösen.

Ihre Schlussfolgerungen beruhen dabei auf zwei Quellen: Zum einen auf den Daten der Vereinten Nationen bezüglich der weltweiten Nahrungsmittelpreise, dem "FAO Food Price Index", und zum anderen auf Daten zum Auftreten von Unruhen rund um den Globus - unabhängig von deren Ursachen (s. Abb.).

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Schon ein Blick auf die beiden Graphen genügt, um eine Übereinstimmung ab spätestens 2004 zu erkennen. Während die Erkenntnis, dass Nahrungsknappheit ein Grund für soziale Unruhen sind, nicht neu ist, belegt die Studie allerdings, dass es nicht hohe Lebensmittelpreise selbst sind, die die Unruhen auslösen sondern, dass sie erst die Bedingungen entstehen lassen, unter welchen soziale Unruhen gedeihen können. "Unsere Beobachtung stimmt mit einer Hypothese überein, nach der hohe globale Nahrungsmittelpreise eine auslösende Bedingung für soziale Unruhen sind", zitiert der Arxiv-Blog (technologyreview.com/blog/arxiv) aus der Studie. "In anderen Worten: steigende Nahrungsmittelpreise führen zu einem kritischen Punkt. Ist dieser erreicht, könne nahezu jeder Funke soziale Unruhen auslösen."

Vor dem Hintergrund ihrer Erkenntnisse warnen die Wissenschaftler vor einem weiteren Anstieg der weltweiten Preise. "Sollte sich der derzeitige globale Trend fortsetzen, dauere es nur noch bis August 2013, bevor soziale Unruhen den gesamten Planeten überschwemmen."

Zugleich benennen die Forscher mit den Schuldigen aber auch konkrete Gegenmaßnahmen gegen die sich zuspitzende Lage: Börsenspekulationen um Lebensmittel und ihre Preise, den Wegfall von Handelsgrenzen für Käufer und Verkäufer und Nutzung von Getreide zur Herstellung von Bioethanol und dessen Förderung durch Subventionen treibe die drohende Krise an.

- Die vollständige Studie finden Sie HIER

Bücher zum Thema:

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / arxiv.org / technologyreview.com/blog/arxiv

Homosexuelle Zebrafinken bilden ebenso feste Bindungen wie Heterosexuelle

Archiv: Zebrafinken | Copyright: 3268zauber – cc-by-sa 3.0

Berkeley/ USA - Gleichgeschlechtliche Bindungen unter Zebrafinken, die eine US-amerikanische Verhaltensforscherin beobachtet hat, sind ebenso innig und bleibend wie die von heterosexuellen Vogelpärchen.

Zu diesem Schluss kommen Forscher um Julie Elie von der "University of California Berkeley" und haben die Ergebnisse ihrer Studie aktuell im Fachmagazin "Behavioural Ecology and Sociobiology" veröffentlicht.

Während heterosexuelle Zebrafinken für ihre lebenslange monogame Lebensweise bekannt sind, beobachtete die Verhaltensforscherin nun auch bei homosexuellen Paaren, dass diese nicht nur gemeinsam eine innige Beziehung zueinander pflegen.

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Für Elie zeigt dieses Verhalten, dass auch Verhältnisse zwischen Tieren wesentlich komplexerer Natur sein können als lediglich die Paarung zwischen zwei Exemplaren gegenteiligen Geschlechts mit dem Ziel der Fortpflanzung, berichtet die BBC.

Genauso wie ihre heterosexuellen Verwandten, so teilen sich auch homosexuelle Zebrafinken ein gemeinsames Nest, singen einander vor und pflegen sich gegenseitig das Gefieder. In einigen Fällen kam es sogar dazu, dass sich ein weibliches Pärchen mit einem Männchen paarte und den hieraus hervorgegangenen Nachwuchs dann jedoch als Weibchenpaar aufzog. Schon zuvor wurde ein ähnliches Verhalten bei einem schwulen Pinguinpaar in einem Zoo beobachtet, das sich eines Eis angenommen hatte, es gemeinsam ausbrütete und den Nachwuchs zusammen großzogen.

Die Studie konnte somit zeigen, dass es selbst Vögeln nicht primär um die Fortpflanzung geht sondern, dass auch die Partnerwahl eine komplexe Angelegenheit ist.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

Studie über den evolutionären Sinn männlicher Homosexualität
5. Februar 2010

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / sites.google.com/site/julieeelie / bbc.co.uk

Kosmische Kollision: Zwei Galaxien stoßen ineinander

Bildkombination aus optischen und Röntgenaufnahmen der Galaxienkollision VV340. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: NASA/CXC/IfA/D.Sanders et al (Röntgen); NASA/STScI/NRAO/A.Evans et al (optisch).

Washington/ USA - Durch die Kombination von NASA-Aufnahmen im optischen und Röntgenbereich ergibt sich ein neues Bild der Kollision der beiden Spiralgalaxien "VV340 Nord" und "VV340 Süd". In ferner Zukunft wird wahrscheinlich auch unsere Milchstraße mit ihrer Nachbargalaxie Andromeda in ähnlicher Weise kollidieren.

Die Galaxienkollision "VV340" ist eines der anschaulichsten Beispiele für die Frühphase der Kollision zweier Galaxien. Während "VV340 Nord" dem Betrachter eine Seitenansicht präsentiert, sehen wir das südliche Gegenstück "VV340 Süd" in direkter Draufsicht. In mehreren millionen Jahren werden beide Spiralgalaxien miteinander verschmolzen sein.

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Die Kollision, wie sie durch die Kameraaugen des Röntgen-Weltraumteleskop "Chandra" (violett-rosa) und mit dem optischen Weltraumteleskop "Hubble" (rot-grün und blau) dokumentiert wurde, ereignet sich rund 450 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt.

Von der Bebachtung der kosmischen Kollision erhoffen sich die Astronomen neuen Informationen darüber, warum sogenannte leuchtende Infrarotgalaxien teilweise bis zum Hundertfachen an infraroter Strahlung abgeben als normale Galaxien.

In den meisten Fällen scheint hierfür ein supermassereiches Schwarzes Loch im Zentrum entsprechende Galaxien verantwortlich zu sein. Auch anhand der Chandra-Daten, wie sie vom Weltraumteleskop "Spitzer" bestätigt wurden gehen die Forscher davon aus, dass sich ein solches Ungetüm im Zentrum der nördlichen Galaxie von VV340 befindet. Allerdings könne von einem solchen Schwarzen Loch nur ein Bruchteil der Gesamtmenge der von der Galaxie selbst abgegebenen Infrarotstrahlung erzeugt werden. Tatsächlich, so zeigen die Beobachtungen der Weltraumteleskope, stammt ein Großteil der Emissionen von "VV340 Süd". Dieser Umstand deutet für die Astrophysiker daraufhin, dass es hier wahrscheinlich sehr viel mehr aktive Sternentstehungsgebiete gibt, als in der nördlichen Galaxie.


Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov

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