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Mittwoch, 24. August 2011

Infrarot-Weltraumteleskop findet kälteste Sterne

Künstlerische Darstellung eines Y-Zwergsterns. | Copyright: NASA/JPL-Caltech

Pasadena/ USA - Mit dem Infrarot-Weltraumteleskop "WISE" (Wide-field Infrared Survey Explorer) haben Astronomen der NASA eine neue, bislang unbekannte Klasse von Sternen entdeckt. Bei den sogenannten "Y-Zwergen" handelt es sich um die kälteste Erscheinungsform von Zwergsternen, deren Temperatur sogar unterhalb der Körpertemperatur des menschlichen Körpers liegen kann.

Schon seit mehr als einem Jahrzehnt sind Wissenschaftler auf der Suche nach den bislang lediglich postulierten Zwergsternen der Y-Klasse, sind sie im sichtbaren Lichtspektrum doch fast unsichtbar. Mit dem Infrarot-Weltraumteleskop "WISE" haben Astronomen um Davy Kirkpatrick vom "California Institute of Technology", Michael Cushing vom "Jet Propulsion Laboratory" (JPL) und Jon Morse von der "Astrophysics Division" am Hauptquartier der NASA nun sechs Exemplare der unvorstellbar kalten Sterne sogar in relativer Sonnennähe entdeckt.

Nur gerade einmal rund 9 bis 40 Lichtjahre von unserem Zentralgestirn entfernt, handelt es sich bei den Y-Zwergsternen um die kältesten Vertreter der Familie der "Braunen Zwerge", Braune Zwerge sind Sterne, die aufgrund ihrer vergleichsweise geringen Masse zwischen 13 und 75 Jupitermassen eine Sonderstellung zwischen Planeten und Sternen einnehmen. Aufgrund dieser geringen Masse kommt es jedoch auf bzw. im Innern dieser Sterne nicht zur notwendigen Wasserstofffusion, dem eigentlich charakterisierenden Prozess für einen Stern.

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Durch das Studium Brauner Zwerge erhoffen sich Astronomen weitere Informationen über den Entstehungsprozess von Sternen im Allgemeinen. Da die Atmosphären brauner Zwergsterne jenen von Gasplaneten wie Jupiter gleichen, erhofft man sich aber auch Erkenntnisse darüber, wie Atmosphären um Exoplaneten entstehen.

Infrarotansicht des bislang kälteste bekannte Zwergsterns "WISE 1828+2650". | Copyright: NASA/JPL-Caltech/UCLA

Während unsere Sonne eine Oberflächentemperatur von bis zu 5.000 Grad Celsius erreicht und Braune Zwerge in etwa Ofentemperaturen entwickeln, weist einer der sechs Y-Zwerge, "WISE 1828+2650", eine atmosphärische Temperatur von gerade einmal 25 Grad Celsius auf.

"Die Entdeckung Brauner Zwerge in direkter Nachbarschaft zu unserer Sonne ist in etwa so, als würde man in der eigenen Nachbarschaft ein Haus entdecken, von dem man bislang keine Ahnung hatte", so Cushing. "Es ist faszinierend und aufregend zu erfahren, dass es da draußen noch Nachbarn gibt, die es noch zu entdecken gilt." Selbst die Entdeckung noch näherer Brauner Zwerge schließen die Astronomen der NASA nun nicht mehr aus. Zum vergleich: der uns nächste sonnenähnliche Stern befindet sich rund 4, 2 Lichtjahre von der Sonne entfernt.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov

Zwergplanet "2007 OR10": Astronomen finden Wassereis und Methan auf rotem Schneewittchen

Künstlerische Darstellung des Zwergplaneten 2007 OR10. | Copyright: NASA, grewi.de

Pasadena/ USA - Kalifornische Astronomen haben entdeckt, dass der Zwergplanet "2007 OR10", der auch als "Snow White" bezeichnet wird, von einem Panzer aus Wassereis überzogen ist, der den halben Planeten bedeckt. Zudem deuten die Beobachtungsmerkmale daraufhin, dass auch eine dünne Schicht von Methan die Oberfläche überzieht und "Schneewittchen" rot färbt.

Das Wasser, so vermuten die Astronomen um Mike Brown vom "California Institute of Technology" (Caltech) im Fachmagazin "Astrophysical Journal Letters", floss vermutlich einst als dickflüssige Masse aus Wasservulkanen. Die Methanschicht ist der Überrest einer einstigen Atmosphäre, die der Planet nach und nach ins All verliert.

"Wir sehen das Bild dessen, was einst eine aktive kleine Welt mit Wasservulkanen und einer Atmosphäre war und heute gefroren, tot und mit einer zusehends schwindenden Atmosphäre ist", so Brown.

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"Schneewittchen" wurde 2007 entdeckt, ist etwa halb so groß wie Pluto, damit der fünftgrößte Zwergplanet und umkreist die Sonne am Rande des Sonnensystems in einem Abstand von rund 86 Astronomischen Einheiten (AE = Abstand Erde - Sonne).

Zunächst hatten Astronomen vermutet, dass es sich nicht um einen eigenen Zwergplaneten, sondern lediglich um ein abgebrochenes Teil des Zwergplaneten Haumea gehandelt. Seinen Beinamen "Schneewittchen" (Snow White) erlangte der Zwergplanet aufgrund seiner von den Astronomen damals angenommenen Oberflächenfarbe. Tatsächlich zeigten spätere Beobachtungen, dass es sich bei "2007 OR10" um eines der rötlichsten Objekte im ganzen Sonnensystem handelt.

Zwergplaneten wie "Snow White" gehören zur Familie der sog. "Objekte des Kuipergürtels". Bislang glaubten Astronomen, dass es sich bei "2007 OR10" um kein besonderes von bislang rund 400 Kandidaten für transneptunische Zwergplaneten handelt. Durch neue Beobachtungen und spektrale Analysen konnten die Forscher nun jedoch nachweisen, dass die Oberfläche des roten Schneewittchens von Wassereis überzogen ist. "Das war ein wirklicher Schock für uns, denn Wassereis ist auch in dieser Region des Sonnensystems schließlich nicht rot."

Dieses sonderbare Merkmal teilt sich "Snow White" allerdings mit einem weiteren Zwergplaneten. Auch der 2002 entdeckte und nur unwesentlich kleinere Quaoar ist mit Wassereis überzogen und dennoch von roter Farbe. Wie auch auf "2007 OR10" ist wahrscheinlich Methan für die Färbung verantwortlich, das einst in einer Atmosphäre um Quaoar gebunden war, die jedoch schon vor Jahrmillionen aufgrund der geringen Größe ins All entfloh. Nach und nach färbte die solare und Weltraumstrahlung das Methan rötlich.

Die neuen Spektralanalysen zeigen nun, dass sich Ähnliches auch auf "Snow White" ereignet hatte. Heute scheint nur noch ein kleinster Bruchteil der Atmosphäre von "2007 OR10" überhaupt vorhanden zu sein. Weitere Untersuchungen sollen nun die Vermutungen der Astronomen darüber, dass Methan das Schneeweiß rot färbte, überprüfen.

Sollten sich die Theorie bestätigen, so würde dies bedeuten, dass "2007 OR10" - ebenso wie Quaoar - groß genug ist, um zumindest für mehre Milliarden Jahre eine Atmosphäre gehalten zu haben. Eine weitere Aufgabe für die Astronomen besteht indes noch darin, dem Zwergplaneten einen richtigen Namen zu geben. "Schneewittchen ist schließlich bislang nur ein Spitzname", so Brown, "der zudem auch nicht mehr stimmig ist - handelt es sich doch um ein sehr rotes Objekt. (...) Vor der Entdeckung von Wassereis und möglichem Methan schien '2007 OR10' für Astronomen derart uninteressant, dass man es nicht für notwendig hielt, sich einen ordentlichen Namen dafür auszudenken."

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / caltech.edu

Dritter deutscher Kornkreis in Sachsen entdeckt

Kornkreisformation bei Mittweida in Sachsen. | Copyright: Holm Helis

Mittweida/ Sachsen - Noch kurz vor den Erntearbeiten wurde am 18. August 2011 in einem Weizenfeld bei Mittweida im Bundesland Sachsen Deutschlands dritte Kornkreisformation des Jahres 2011 entdeckt.

Wie der deutsche Kornkreisforscher und Sachbuchautor Andreas Müller auf seiner Internetseite (kornkreise-forschung.de) berichtet, handelt es sich bei dem Muster um "drei sich triangular überlappende Sicheln im Innern eines Außenrings". Laut Angabe der Dresdner Lokalausgabe der "BILD"-Zeitung hatte die Formation einen Durchmesser von rund 30 Metern.

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Während bislang noch keine Luftaufnahmen vorliegen, konnte Müller durch eine Verzerrung der Aufnahmen aus Bodenperspektive (s. oben) eine Art Pseudo-Luftbild und anhand dessen eine erste grafische Rekonstruktion des Kornkreises von Mittweida erstellen.

Verzerrtes Pseudo-Luftbild und grafische Rekonstruktion. | Copyright/Quelle: Andreas Müller, kornkreise-forschung.de (Vorl. Holm Helis)

Angesichts dieser Rekonstruktionen zeigt sich, so Müller weiter, dass es sich bei der Formation "geometrisch betrachtet um eine kleine Variante eines Kornkreismusters, handelt, das 2001 bei Folly Barn, nahe Liddington Castle in der englischen Grafschaft Wiltshire entdeckt wurde und wie es bereits von den Kornkreisforschern Bert Janssen und Allan Brown ausführlich geometrisch aufgeschlüsselt publiziert wurde.

Vorlage: Kornkreis nahe Liddington Castle im Sommer 2001. | Copyright: LucyPringle.co.uk

Müller selbst leitet mit dem "International Crop Circle Archive" (ICCA) eines der weltweit umfangreichsten Archive zum Thema und erklärt, dass es sich bei dem diesjährigen Kornkreismuster nicht um das erste Exemplar der mysteriösen Zeichen im Korn in Sachsen handelt: Der erste dokumentierte Kornkreis in diesem (neuen) Bundesland wurde 1994 in einem Feld bei Räckelwitz entdeckt. "Es folgten weitere Kornkreise beispielsweise in Panschwitz-Kuckau und schon im Vorjahr wurde ein Kornkreis auch bei Mittweida entdeckt."

Kornkreis bei Mittweida im August 2010. | Copyright/Quelle: Uwe Schönberner, blick.de

"Laut Augen- und Zeitzeugen, gab es aber auch schon Kornkreisfunde zur Zeit der DDR. Damals wurden solche Themen aber nur selten öffentlich diskutiert und größtenteils - so die Aussagen der Zeugen - aber verschwiegen. Dennoch ist u. a. ein Fall eines einfachen kleinen Einzelkreises auf Rügen in den 1950er Jahren überliefert. Damals hieß es vor Ort, der Teufel hätte den Kreis gemacht."

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Bücher zum Thema:

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Quellen: kornkreise-forschung.de / grenzwissenschaft-aktuell.de

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