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Donnerstag, 25. August 2011

Studie: Klimazyklen befeuern Bürgerkriege

Archiv: Äthiopische Rebellen 2005. | Copyright: Jonathan Alpeyrie cc-by-sa 3.0

New York/ USA - US-Forscher haben eine Zusammenhang zwischen natürlichen Klimazyklen und dem Ausbruch von Bürgerriegen aufgezeigt. Demnach spielt besonders das alle drei bis sieben Jahre auftretende Klimaphänomen "El Nino" eine entscheidende Rolle, wenn in dessen Folge steigender Temperaturen, reduzierte Regenfälle und damit einhergehende Dürren das Risiko von Bürgerkriegen in den betroffenen tropischen Ländern verdoppelt. Ein Fünftel der weltweiten Konflikte des vergangenen Jahrhunderts führen die Forscher auf entsprechende Klimaphänomene zurück.

Wie die Forscher um Solomon M. Hsiang von der "Columbia University" aktuell im Fachmagazin "Nature" berichten, haben zwar auch schon frühere Gesellschaften und Kulturen an der nun belegten Verbindung zwischen Dürren und ihren sozio-politischen Folgen gelitten. Durch die Kombination von Klimadaten und den Statistiken zu Unruhen und Bürgerkriegen der letzten 54 Jahre zeigt die Studie nun zum ersten Mal, dass diese Verbindung selbst heute noch existiert.

Zwar macht die Studie Klimaphänomene wie "El Nino" nicht für konkrete Bürgerkriege verantwortlich, doch zeigt sie eine Verbindung, wie sie gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Klimaveränderungen von besonderer Bedeutung sein können.

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"Das wichtigste an unserer Studie ist der Umstand, dass sie die Moderne betrachtet und das in einem globalen Maßstab", erläutert Hsiang. "Es ist einfach, den Niedergang antiker Kulturen unter anderem auf Dürren zurückzuführen und dann zu sagen, dass all dies aber auch schon sehr lange her sei. Unsere Studie zeigt hingegen ein systematisches Muster, das sich weltweit und im Hier und Jetzt auf Konflikte auswirkt."

Warum und wie genau sich Klimazyklen auf in den meisten Fällen bereits vorhandene und schwelende Konflikte verstärkend auswirken sei zwar noch nicht bekannt und weiterhin unter Forschern umstritten, "doch scheint ein sich Veränderndes (meteorologisches) Klima einer angespannten Situation den Rest zu geben. (...) Wenn Ernten ausfallen, kann es durchaus sein, dass Menschen sich eine Waffe greifen, um auf diese Weise ihr Überleben zu sichern." Tatsächlich hatten schon frühere Studien belegt, dass Individuen bei steigenden Temperaturen zusehends aggressiver reagieren. "Ob sich diese Beobachtung auch auf ganze Gesellschaften übertragen lässt, ist bislang noch spekulativ", so die Forscher.

Erst kürzlich hatten auch Wissenschaftler des "New England Complex Systems Institute" statistisch nachgewiesen, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Anstieg der weltweiten Lebensmittelpreise und dem Ausbruch von Krawallen sozialen Unruhen aufgezeigt (...wir berichteten).

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Bücher zum Thema:

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / earth.columbia.edu

Fotobeweis für Spuk in italienischem Museum?

Die Fassade des Archäologischen Nationalmuseums in Neapel. | Copyright: Public Domain

Neapel/ Italien - Im "Museo Archeologico Nazionale" scheint es nicht mit rechten Dingen zuzugehen: Arbeiter, die des Nachts mit Renovierungsarbeiten beschäftigt waren, berichten über unheimliche Erlebnisse und Erscheinungen und haben das die Arbeit niedergelegt. Ein Foto soll sogar den Geist eines Kindes zeigen.

UPDATE, 30.08.2011: Das angebliche Geister-Foto hat sich mittlerweile als plumpe Fälschung herausgestellt. Unter anderem wurde im Alien.de-Forum (ufo-und-alienforum.de) gezeigt, dass es sich bei dem "Geistermädchen" um eine (invertierte) Vorlage aus einer Gag-App für Smartphones mit dem Namen "Ghost Capture" handelt (s. Abb. Rahmen).


Mit derartigen Programmen kann man beispielsweise geisterhafte Bilder oder auch UFOs in normale Fotosituationen einblenden - ein Effekt mit dem schon öfters versucht wurde, entsprechende Aufnahmen als authentisch zu verkaufen (...wir berichteten 1, 2, 3, 4, 5).

Immer wieder, so berichtet die italienische Zeitung "Il Mattino", wollen die Arbeiter in dem Museum furchterregende Schreie gehört, spontan fallende Temperaturen erlebt und geisterhafte Erscheinungen gesehen haben.

"Da gibt es merkwürdige Dinge, die sich da des Nachts im Museum zutragen", wird einer der Arbeiter zitiert. "Objekte verschwinden auf merkwürdige Weise und tauchen woanders wieder auf. Auch gibt es immer wieder unheimliche Erscheinungen."

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Selbst der für die Arbeiten verantwortliche Architekt Oreste Albareno, der eigentlich die Arbeiter beruhigen wollte, ist mittlerweile von der unheimlichen Natur der Vorgänge überzeugt.

Gegenüber der Zeitung erklärte Albareno, dass er im Innern des Museums ein Handyfoto gemacht habe, auf dem er die Erscheinung eines Kindes zu erkennen glaubt. "Zu dieser Zeit war da aber kein Kind bei uns. Niemand der Arbeiter hat jemals eines seiner Kinder mit zur Baustelle gebracht und es gibt Sicherheitseinrichtungen, die es verhindern würden, dass sich Kinder ins Museum hätten einschleichen können."

- Albarenos Foto des angeblichen Geisterkindes finden Sie HIER

Die Direktorin des Museums Valeria Sampaolo hat nun Geisterjäger bestellt, um den Vorgängen auf den Grund zu gehen. Im September sollen diese ihre Arbeiten im Archäologiemuseum aufnehmen.

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Bücher zum Thema:

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / ilmattino.it

Künstliches Leben könnte Marskolonien unterstützen

Archiv: Sonnenuntergang, betrachtet durch die Kohlendioxidschwangere Marsatmosphäre. | Copyright: NASA

San Francisco/ USA - Synthetische Lebensformen, die dazu konzipiert werden sollen, Kohlendioxid (CO2) aus der Marsatmosphäre als Ausgangsmaterial zur Produktion unterschiedlicher Materialien zu verwenden, könnten eines Tages dabei behilflich sein, menschliche Kolonien auf dem Mars zu errichten und diese zu unterhalten.

Wie der Genetiker Craig Venter auf der TEDxNASA@SiliconValley-Konferenz berichtete, arbeite er und sein Team derzeit an der Herstellung künstlicher Zellen, die aus atmosphärischem Kohlendioxid Nahrungsmittel, Treib- und Kunststoffe und andere Produkte erzeugen sollen.

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Schon seit Jahren ist Venter mit seinem Team mit er Erzeugung künstlichen Lebens beschäftigt und berichtete erst im vergangenen Jahr von der erstmaligen Herstellung des ersten synthetischen Organismus (...wir berichteten).

Schon auf der Erde könnte die Nutzung derartiger Zellen gewaltige Konsequenzen mit sich bringen, nicht zuletzt wenn mit den synthetischen Mikroben das Treibhausgas aus der Atmosphäre gefiltert und zu nützlichen Materialien umgewandelt werden könnte. Mit einer Atmosphäre, die hauptsächlich aus Kohlendioxid besteht, wäre auch der Mars, gerade vor dem Hintergrund der Pläne seiner zukünftigen Besiedlung, eine ideale Umgebung für die Anwendung der künstlichen Zellen, berichtet "Space.com". "Dieser Prozesse würden es ermöglichen, nahezu alle benötigten Stoffe aus der kohlenstoffhaltigen Atmosphäre des Mars zu gewinnen".

Die Erzeugung künstlicher Lebensformen, bzw. von Lebensformen, die durch synthetische genetische Manipulation gewünschte Aufgaben verrichten, könnten - so Venter - schon in nicht allzu ferner Zukunft zahlreiche grundlegende Probleme der Energie-, Nahrungsmittel-, und Wassergewinnung sowie medizinischer Versorgung lösen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / space.com

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