https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de


Samstag, 27. August 2011

"HD 85512b": Weiterer potentiell lebensfreundlicher Exoplanet entdeckt

Archiv: Erdähnlicher Exoplanet (Illu.) | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de

Genf/ Schweiz - Astronomen haben einen fernen Planeten entdeckt, der sein Muttergestirn offenbar innerhalb der sogenannten habitablen Zone umkreist. Die habitable Zone beschreibt jene Abstandsregion um einen Stern, innerhalb derer sich ein Felsplanet befinden muss, damit auf seiner Oberfläche, Dank gemäßigter Temperaturen, Wasser in flüssiger Form und somit die Grundlage des Lebens, existieren kann.

Wie Francesco Pepe vom " Observatoire Astronomique de l'Université de Genève" und Kollegen in einem vorab auf "arxiv.org" veröffentlichten Artikel beschreiben, umkreist der Planet "HD 85512b" mit der etwa 3,6-fachen Masse der Erde (+/- 0,5) seinen von unserem Sonnensystem rund 36 Lichtjahre entfernten Stern, "HD 85512", einmal in 58,43 (+/- 0.13) Tagen am inneren Rande der habitablen Zone. Entdeckt wurde der Planet mit dem HARPS-Teleskop der Europäischen Südsternwarte (ESO) am La-Silla-Observatorium in Chile.

Wie Pepe in einem weiteren auf "arxiv.org" gemeinsam mit Lisa Kaltenegger vom "Max-Planck-Institut für Astronomie" und Stéphane Udry vom Genfer Observatorium veröffentlichten Artikel, ausführt, müssen dafür, dass auf dem Planeten tatsächlich lebensfreundliche Bedingungen vorherrschen, noch weitere Voraussetzungen erfüllt sein.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

So befindet sich "HD 85512b" mit einem Abstand von 0,26 (+/- 0,005) Astronomischen Einheiten (AU = Abstand Sonne – Erde = 149,6 Mio. Kilometer) schon derart nah in Richtung seines Sterns, dass er eine durchschnittliche Wolkenbedeckung von bestenfalls 50 Prozent aufweisen müsste, damit genügend Sonnenlicht wieder reflektiert wird, um die von den Forschern berechneten und etwa mit Südfrankreich vergleichbaren Durchschnittstemperaturen zu ermöglichen, damit mögliches Wasser an der Oberfläche nicht vollständig verdunstet. Gibt es hingegen zu viele Wolken, so würde auch dies den Planeten zu einer wohl lebensfeindlichen und wahrscheinlich venusähnlichen Welt aufkochen. Die Annahme der potentiellen Lebensfreundlichkeit stimmt zudem auch nur bei einer Simulationen von "HD 85512b", die von einer erdähnlichen Atmosphäre um den Planeten herum ausgehen.

Vor diesem Hintergrund dürfte wohl auch die Diskussion darüber, ob "HD 85512b" tatsächlich lebensfreundliche Bedingungen aufweist, gerade erst angestoßen worden sein und erwartungsgemäß ähnlich kontrovers verlaufen, wie Diskussionen um frühere Entdeckungen vermeintlicher "zweiter Erden" (...wir berichteten, s. Links). Bislang gibt es zwar einige Kandidaten für diesen unter Astronomen umkämpften Titel. Eindeutig bestätigt werden konnte dieser Anspruch in bislang noch keinem Fall.

- Den vollständigen Artikel " The HARPS search for Earth-like planets in the habitable zone I – Very low-mass planets around HD20794, HD85512 and HD192310" (PDF) finden Sie HIER

- Den vollständigen Artikel "A Habitable Planet around HD 85512?" (PDF) finden Sie HIER

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

Komplexes Leben auf Planeten auch ohne große Monde möglich
8. August 2011
Erde2.0: Astronomen entdecken lebensfreundlichen Exoplaneten
20. Juli 2011
Neue Studie: Lebensfreundliche Planeten auch weit jenseits habitabler Zonen möglich
16. Mai 2011
Kepler findet über 170 ferne Mehrfach-Planetensysteme
14. Mai 2011
Neue Schätzung: Milchstraße beherbergt zwei Milliarden erdähnliche Planeten
23. März 2011
Super-Erden könnten lebensfeindlich sein
8. November 2010
Astronomen finden erdnahen Exoplaneten auf dem es Leben geben könnte
30. September 2010
Lebensfreundlicher Exoplanet: Gibt es Leben auf "Gliese 581g"?
1. Oktober 2010
"Gliese 581 g": Astronomen zweifeln an Existenz von potentiell lebensfreundlichem Planeten
13. Oktober 2010
Astronom Vogt verteidigt Entdeckung von lebensfreundlichem Planeten "Gliese 581 g"
15. Oktober 2010
Doch flüssiges Wasser auf Exoplanet Gliese 581d?
10. Mai 2011

Bücher zum Thema:

- - -

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / arxiv.org

Forscher simulieren die Geburt der Milchstraße

Seitenansicht der simulierten Galaxie mit dem von den simulierten Sternen emittierten Licht. Die Galaxie besteht aus einer dünnen Scheibe von Sternen und einem helleren, schmalen Buckel im Zentrum. Unten: Seitenansicht der realen Milchstrasse im Infrarotspektrum, in welchem Sterne das meiste ihres Lichtes emittieren. Unser Sonnensystem liegt im inneren der Scheibe. | Copyright: Two Micron All Sky Survey Projekt (2MASS), University of Massachusetts und Infrared Processing and Analysis Center/California Institute of Technology

Zürich/ Schweiz - Seit fast zwei Jahrzehnten sind Astrophysiker darum bemüht, die Entstehung von Spiralgalaxien wie unserer Milchstraße wirklichkeitsgetreu nachzubilden. Wissenschaftlern der "Universität Zürich" ist dies nun gemeinsam mit US-amerikanischen Kollegen der "University of California at Santa Cruz" gelungen.

Da entsprechende astrophysikalische Simulationen die Wirklichkeit unter Berücksichtigung der physikalischen Gesetze und Prozesse abbilden und auch astronomische Himmelsbeobachtungen exakt entsprechen, bildet die Arbeit der Forscher den Nachweis, dass die zugrunde liegenden Theorien der Astrophysik stimmen.

"Bisherige Versuche, die Entstehung von Spiralgalaxien zu simulieren, scheiterten an einem von zwei Punkten", berichtetet die Pressemitteilung der Universität: "Entweder wiesen die simulierten Spiralgalaxien im Zentrum zu viele Sterne auf oder aber die gesamte Sternmasse war um ein Vielfaches zu groß."

Eine Forschungsgruppe unter der gemeinsamen Leitung von Lucio Mayer, Astrophysiker an der "Universität Zürich" (uzh.ch), und Piero Madau, Astronom an der "University of California at Santa Cruz", hat ihre Simulationsergebnisse Im Fachmagazin "Astrophysical Journal" veröffentlicht.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Für ihre Arbeit entwickelten die Wissenschaftler eine höchst komplexe Simulation, bei der sich eine der Milchstrasse ähnliche Spiralgalaxie ohne weiteres Zutun aus sich selbst entwickelt. "Die Simulation - wegen der jahrzehntelangen Debatten um die Entstehung von Spiralgalaxien nach Eris, der griechischen Göttin der Zwietracht, benannt - gestattet im Zeitraffer einen Einblick in nahezu die gesamte Entstehungsgeschichte einer Spiralgalaxie."

Ihren Anfang nimmt sie weniger als eine Million Jahre nach dem Urknall. "Unser Resultat beweist, dass sich auf Basis der Grundprinzipien des kalte-Dunkle-Materie-Paradigmas und der physikalischen Gesetze von Gravitation, Fluiddynamik und Strahlenphysik eine wirklichkeitsgetreue Spiralgalaxie bilden lässt", erläutert Mayer die Simulation.

Ein Bild der simulierten Galaxie mit Gasen (rot) und Sternen (blau). Rechts: Ein Falschfarben-Bild der Galaxie "M74", Gase (rot) und Sterne (blau). Die aus Gasen bestehenden Spiralarme sind in der simulierten und in der echten Galaxie deutlich zu erkennen. | Copyright: uzh.ch

"Die Simulation zeigt weiter, dass in einem Gebilde, welches sich zu einer Spiralgalaxie entwickeln soll, die Sterne in den Bereichen mit riesigen aufgelösten Gaswolkenkomplexen entstehen müssen. In diesen kalten molekularen Riesenwolken weisen die Gase extrem hohe Dichten auf. Die Sternbildung und Verteilung erfolgt dort nicht gleichmäßig, sondern klumpig und in Haufen. Dies wiederum führt zu einer wesentlich größeren Erhitzung durch lokale Supernova-Explosionen. Durch diese massive Erhitzung wird unter hoher Rotverschiebung sichtbare Standardmaterie ausgeschleudert. Dies verhindert die Bildung einer gewölbten Scheibe im Zentrum der Galaxie. Das Ausschleudern von baryonischer Materie, wie die sichtbare Standardmaterie auch genannt wird, reduziert zudem die Gesamtmasse an vorhandenem Gas im Zentrum. Dies führt dazu, dass die richtige Sternmasse gebildet wird, wie sie auch in der Milchstrasse zu beobachten ist. Am Ende der Simulation resultiert eine schmale, gekrümmte Scheibe, die den astronomischen Beobachtungen an der Milchstrasse in Bezug auf die Verhältnisse von Masse, Drehimpuls und Rotationsgeschwindigkeit völlig entspricht."

Die neue Simulation bestätigt die bereits von Mayer publizierten Resultate zur Entstehung von scheibenförmigen Zwerggalaxien und zeigt, dass das Modell - im Gegensatz zu allen bisherigen Ansätzen - sowohl kleine als auch sehr große Galaxien wirklichkeitsgetreu abbilden kann. Weiter könne aus der Simulation abgeleitet werden, dass Protogalaxien mit einer großen, aus Gasen und Sternen bestehenden Scheibe im Zentrum bereits eine Milliarde Jahre nach dem Urknall und damit lange vor der Bildung unserer heutigen Galaxien entstanden sind.

"Aufgrund der Simulation ist auch das Verhältnis von 'kalter-Dunkler-Materie' (CDM) und Standardmaterie in Spiralgalaxien zu korrigieren. Um die richtige Gesamtsternmasse im Endstadium der Galaxie zu erhalten - bis anhin jeweils eine der größten Schwierigkeiten - ist es zwingend, dass Standardmaterie durch Supernova-Winde aus dem Zentrum ausgeschleudert wird. Am äußersten Rand des CDM-Rings einer Spiralgalaxie ist anhand der Simulation zu erwarten, dass das Verhältnis Standardmaterie zu CDM nicht wie bisher angenommen 1:6, sondern 1:9 beträgt."

Die Simulation sagt zudem für den sechshunderttausend Lichtjahre entfernten äußersten Halo der Milchstrasse Sterne und Gase voraus. Erst die nächste Generation an Raumsonden und Teleskopen wird in der Lage sein, diese nur sehr schwach leuchtenden Sterne zu entdecken. Weiter macht die Simulation Voraussagen in Bezug auf die radiale Verteilung von heißen Gasen um die zentrale Scheibe der Galaxie. Zukünftige Teleskope, die Röntgenstrahlen messen können, wie sie z.B. die "IXO"-Mission der europäischen Raumfahrtagentur "ESA" plant, werden diese Vorhersage prüfen.

Quellen: uzh.ch / grenzwissenschaft-aktuell.de

23.-25. September 2011: IV. Kryptozoologisches Seminar in Berlin

Logo des Magazins "Kryptozoologie Report". | Copyright: kryptozoologie-online.de

Berlin/ Deutschland - Alle zwei Jahre treffen sich kryptozoologisch interessierte Laien und Forscher zum "Kryptozoologischen Seminar" dessen fünfte Auflage vom 23. bis 25. September 2011 in Berlin stattfindet, um sich über die verschiedensten Forschungsergebnisse auszutauschen und darüber zu diskutieren. Bei der Kryptozoologie handelt es sich um jenes Forschungsgebiet, das sich mit der Erforschung noch unbekannter Tierarten beschäftigt, wie sie meist zwar noch nicht wissenschaftlich, dafür aber von zahlreichen Augenzeugen und in der Folklore beschrieben wurden und werden.

Organisiert wird die Veranstaltung von der Redaktion der Zeitschrift "Der Kryptozoologie Report" um Michael Schneider und Hans-Jörg Vogel: "Tauchen Sie ein in die phantastische Welt rätselhafter Wesen! Diskutieren Sie mit bekannten Kryptozoologen über das Für und Wider der möglichen Existenz von Yeti, Nessie & Co, sowie anderen phantastischen Geschöpfen! Bitte melden Sie sich rechtzeitig an, da nur begrenzt Plätze zur Verfügung stehen!"

Die Redner und ihre Themen sind:

Markus Hemmler: "Globster - tote Seemonster - Einführung und Überblick zu Blobs, Pseudo-Plesiosauriern, -Kraken & Co".
Tobias Möser: "Seeungeheuer - Gestern und heute".
Natale G. Cincinnati: "Out-of-place-animals als kryptozoologische Kategorie; Systematisierung, Forschungsfragen und Methodik".
Dr. Hartmut Schmied: "Erfahrungsbericht aus zwei Museen - CRYPTONEUM - Das legenden Museum und das Freilichtmuseum Klockenhagen - Sammeln, bewahren, erforschen und präsentieren von kryptozoologischem Kulturgut in Museen".
Michael Schneider: "Kryptozoologische Feldforschung - Von der Spur bis zur Jagd, sowie "Informationen zum Deutschen Kryptozoologie Museum".

Alle weiteren Informationen zu Veranstaltung und Tagungsort finden Sie HIER

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Quellen: kryptozoologie-online.de / grenzwissenschaft-aktuell.de

Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE