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Mittwoch, 31. August 2011

Astrofotografie: Jupiter-Sonde fotografiert Erde und Mond aus der Ferne

Aufnahme des Erde-Mond-Systems aus rund 10 Millionen Kilometern Entfernung. | Copyright: NASA/JPL-Caltech

Pasadena/ USA - Auf dem Weg zum größten Planeten unseres Sonnensystems, hat die NASA-Sonde "Juno" eine einzigartige Aufnahme des Erde-Mond-Systems gemacht.

"Das ist eine ganz besondere Ansicht, die wir Menschen nur selten zu sehen bekommen", zeigt sich der Juno-Projektwissenschaftler Scott Bolton vom "Southwest Research Institute". Die Aufnahme wurde am 26. August 2011 von der Bordkamera der Sonde aus 9,66 Millionen Kilometern Entfernung aufgenommen. Nachdem die Sonde die Distanz zwischen Erde und Mond rund 402.000 Kilometer, an nur einem Tag zurückgelegt hat, wird es dennoch weitere fünf Jahre dauern, bis "Juno" an seinem Ziel, dem Jupiter-System, in rund 2.800 Millionen Kilometern Entfernung ankommen wird.

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Hier wird die Sonde des Gasplaneten 33 Mal umkreisen und mit insgesamt acht wissenschaftlichen Instrumenten die wolkenschwangere Atmosphäre des Planeten durchdringen, um mehr über den Ursprung, die Struktur, die Atmosphäre und Magnetosphäre des Jupiter und seinem möglicherweise festen Planetenkern zu erfahren (...wir berichteten).

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov

Nobelpreisverdächtig: Neues Medikament heilt fast jede Virusinfektion

Unter dem Mikroskop zeigt sich die erfolgreiche Anwendung des DRACO-Medikaments gegen Virusinfektionen - hier am Beispiel von Rhinoviren, die etwa für gewöhnliche Erkältungen verantwortlich sind und menschliche Zellen abtöten. Während das DRACO uninfizierte Zellen (oben rechts) nicht beschädigt und nur infizierte den programmierten Zelltod aufzwingt, heilt es die infizierte Zellpopulation (unten rechts). | Copyright: Massachusetts Institute of Technology

Cambridge/ USA - Während Antibiotika wie Penicillin gegen bakterielle Infekte helfen, sind sie jedoch gegen Virusinfektionen wirkungslos. Angesichts eines neu entwickelten Medikaments zeigen sich US-Wissenschaftler nun hoffnungsvoll, bald nahezu jede Form viraler Infekte, von der gewöhnlichen Erkältung über Grippe bis hin zu tödlichen hämorrhagischen Fiebererkrankungen wie Ebola und SARS heilen zu können.

Wie das Team um Todd Rider, Scott Wick, Christina Zook, Tara Boettcher, Jennifer Pancoast und Benjamin Zusman vom "Lincoln Laboratory" am "Massachusetts Institute of Technology" (MIT) im Fachmagazin "PLoS ONE" berichten, könne das Medikament Zellen identifizieren, die mit jeglicher Art von Virus infiziert sind, diese Zellen gezielt abtöten und so die Infektion unterbinden.

Bislang haben die Mediziner das Mittel an 15 Virusarten getestet und festgestellt, dass es gegen alle diese Erreger erfolgreich ist, darunter auch Rhinoviren der gewöhnlichen Grippe, H1N1, ein Magenvirus, Erreger von Polio, Denguefieber und zahlreiche andere Erreger hämorrhagischer Fiebererkrankungen.

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Das Medikament wirkt, indem es eine bestimmte Form von RNS (RNA) in den infizierten Zellen attackiert: "Theoretisch sollte es gegen jegliche Form von Viren wirken", so Rider. Da es ein derart breites Spektrum abdeckt, könnten es sogar gegen relativ neue Viren, wie beispielsweise die 2003 ausgebrochene Infektionskrankheit SARS helfen.

Auch mit dem hämorrhagische Fiebererkrankungen auslösende Viren befallenen Affenzellen (unten), werden von DRACO abgetötet, während gesunde Zellen (oben) keinerlei Schaden nehmen. | Copyright: Massachusetts Institute of Technology

Zwar gibt es bislang schon Medikamente gegen Virusinfektionen, die etwa zur Kontrolle von HIV-Infektionen angewendet werden, doch sind diese meist auch sehr anfällig für Gegenmaßnahmen der Viren.

Vorbild für die neue sogenannte DRACOs-Methode (Double-stranded RNA Activated Caspase Oligomerizers), war das Abwehrsystem der Zellen selbst: Werden diese von Viren infiziert, so übernehmen die Viren die Zellmaschinerie und nutzt diese fortan, um Kopien von sich selbst anzufertigen und diese zu verbreiten. Während dieses Vorgangs erzeugen die Viren lange Stränge von doppelsträngiger RNA, sogenannte dsRNA, wie sie normalerweise nicht in menschlichen oder tierischen Zellen vorkommen.

Als Teil ihres natürlichen Abwehrmechanismus gegen Virusinfektionen, verfügen menschliche Zellen über Proteine, die sich nun an diese dsRNA ankoppeln und dadurch eine Kettenreaktion verursachen, die den Virus daran hindern, sich weiterhin selbst zu reproduzieren. Viele Vieren sind allerdings in der Lage, diesen körpereigenen Abwehrmechanismus auszutricksen, in dem sie genau diese Kettenreaktion verhindern.

Rider und seine Kollegen kombinierten nun ein sich an die dsRNA koppelndes Protein mit einem anderen Protein, das in Zellen einen sogenannten programmierten Zelltod (Apoptosis) auslöst, wie er auch stattfindet, wenn eine Zelle krebsartig wird. Somit befiehlt DRACO sozusagen der mit der viralen dsRNA befallenen Zelle den eigenen Selbstmord. Findet DRACI in einer Zelle keine dsRNA, so lässt er diese völlig unbeschadet zurück. "Während Viren für gewöhnlich sehr gut darin sind, gegen nahezu alle bislang erdachten Gegenmaßnahmen eine Widerstandsfähigkeit zu entwickeln, so ist es sehr schwer vorstellbar, dass dies den Viren auch gegenüber DRACO gelingen wird", zeigt sich Karla Kirkegaard von der "Stanford University" von Ridders Idee der Kombination der beiden Eigenschaften ebenso überzeugt wie fasziniert.

Bislang waren sämtliche Tests an menschlichen und tierischen Zellen im Labor erfolgreich. In einem ersten Tierversuch an Mäusen gelang es den Wissenschaftlern sogar, Mäuse, die mit dem H1N1-Virus infiziert wurden, von dieser Infektion vollkommen zu heilen. Ebenso zeigte der Versuch, dass DRACO selbst keine toxischen Auswirkungen auf die Tiere hat.

Derzeit testen die Forscher DACO gegen eine Vielzahl weitere Viren an Mäusen und berichten schon jetzt von viel versprechenden Ergebnissen. "Wir hoffen, schon bald auch die Genehmigung für Tests unserer Methode auch an größeren Tieren und schlussendlich auch am Menschen zu bekommen", so Rider.

Bücher zum Thema:

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Quellen: grezwissenschaft-aktuell.de / mit.edu

Wissenschaftler wollen Asteroiden auf Erdumlaufbahn bringen

Dieses Diagramm zeigt die Bahn der Erde (blau) um die Sonne (Mitte) sowie die Umlaufbahn des Asteroiden "2008EA9" (schwarz) und dessen korrigierte Umlaufbahn um die Erde (rosa). | Copyright: Hexi Baoyin et al.

Peking/ China - Wissenschaftler der chinesischen "Tsinghua Universität" haben in einer Studie erforscht, was es braucht, um einen Asteroiden auf eine Umlaufbahn um die Erde zu bringen. Auf diese Weise könnten aufwendige Forschungsmissionen zu fernen Asteroiden überflüssig gemacht und auf dem so geschaffenen zweiten Mond nach seltenen Materialien gegraben werden.

In der Regel suchen Wissenschaftler derzeit eigentlich nach Wegen, wie Asteroiden, die sich auf Kollisionskurz mit der Erde befinden, von ihrem Ziel abgelenkt werden können (...wir berichteten 1, 2). Das Team um Hexi Baoyin geht in seiner Studie nun jedoch den umgekehrten Weg und fragt, wie ein Asteroid auf eine Umlaufbahn um die Erde gelenkt werden könnte.

Tatsächlich, so die Forscher in ihrem vorab auf "arxiv.org" veröffentlichten Artikel, sollte es nicht all zu schwierig sein, durch eine Kursanlenkung einen Asteroiden auf eine Erdumlaufbahn zu zwingen. Sogar mögliche Kandidaten haben die Wissenschaftler bereits ausgemacht.

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Nach dem Vorbild des Gasplaneten Jupiter, der immer wieder nahe Asteroiden für einige Jahre als Monde einfängt, bevor sie wieder im All verschwinden, könnte ein erdnaher Asteroid irgendwann einmal zu einem zweiten Mond (gemacht) werden. Das bekannteste Beispiel für einen derart von Jupiter eingefangenen Asteroiden-Mond ist Oterma, der 1936 von dem Gasriesen eingefangen wurde und erst zwei Jahre später wieder seinen Weg ins Sonnensystem fand.

Nach dem Studium der Flugbahnen der bislang rund 6.000 bekannten erdnahen Asteroiden und Kräftewirkungen im Sonnensystem glauben die Wissenschaftler einen solchen Fang der Erde auf natürliche Weise jedoch ausschließen zu können, berichtet der "The Physics arXiv-Blog " (technologyreview.com/blog/arxiv). Keines dieser sogenannten erdnahen Objekte (Near Earth Objects, NEOs) komme der Erde für diesen Vorgang nahe genug.

Allerdings gebe es hunderte von Asteroiden, die der Erde nahe genug kommen, damit schon ein kleiner Stoß in die richtige Richtung genügen würde, um sie auf eine Erdumlaufbahn zu lenken.

Besonders geeignet für eine solche Operation sei der etwa 10 Meter durchmessende Asteroid "2008EA9", der 2049 innerhalb eines Abstandes von nur einer Million Kilometer die Erde passieren wird und sogar eine ähnliche Geschwindigkeit wie die Erde aufweist. Schon eine Veränderung dieser Reisegeschwindigkeit um 410 Meter pro Sekunde - nach astronomischen Maßstäben also eine Kleinigkeit - könnte für das im Planspiel angestrebte Vorhaben ausreichen, um den Asteroiden auf eine Umlaufbahn um die Erde von etwa der doppelten Monddistanz zu bringen.

Wenn bei einem solchen Vorgang alle gut ginge, so würde "2008AE9", ähnlich wie Oterma, nur für vergleichsweise kurze Zeit die Erde umrunden, bevor er wieder ins All weiterreisen würde. Genügend Zeit jedoch, um den kosmischen Brocken zu erkunden und etwa auf ihm nach seltenen Mineralien zu graben.

- Den vollständigen Artikel finden Sie HIER

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / arxiv.org / technologyreview.com/blog/arxiv

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