https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de


Mittwoch, 14. September 2011

NASA kündigt weitere Entdeckung durch Kepler an

Archiv: Untergang zweier Sonnen auf einem Planeten um ein Doppelstern (Illu.). | Copyright: NASA/JPL-Caltech

Moffet Field/ USA - Unmittelbar nachdem die "Europäische Südsternwarte" (ESO) von 50 neu entdeckten fernen Planeten, darunter 16 Super-Erden und mindestens einem potentiell lebensfreundlichen Planeten, berichtet hatte (...wir berichteten), hat nun auch die US-Raumfahrtbehörde NASA eine Pressekonferenz angesetzt, auf der am kommenden Donnerstag über eine "neue Entdeckung" des Weltraumteleskops "Kepler" berichtet werden soll.

"Kepler" ist speziell für die Helligkeitsmessung ferner Sterne konzipiert, mit der Wissenschaftler im Umfeld dieser Sterne nach dortigen Planeten suchen, wie sie beim perspektivischen Vorbeiziehen vor ihrer "Sonnenscheibe" (sog. Transits) zu minimalen und in regelmäßigen Abständen wiederkehrenden Helligkeitsschwankungen führen. Dabei handelt es sich um die erste Teleskop-Mission, mit der auch erdgroße Exoplaneten innerhalb der sogenannten habitablen Zone durch direkte Beobachtung gefunden werden können. Die "habitable Zone" beschreibt jene Abstandsregion um einen Stern, innerhalb derer ein Planet seinen Stern umkreisen muss, damit aufgrund gemäßigter Oberflächentemperaturen Wasser in flüssiger Form und damit die Grundlage zumindest irdischen Lebens vorhanden sein kann.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Dafür, dass es sich bei der "Entdeckung" möglicherweise um die Beobachtung von Exoplaneten handeln könnte, die sich gegenseitig verfinsternde binäre Sternsysteme (bedeckungsveränderliche Doppelsterne) umkreisen, spricht zumindest die Rednerliste der auf der Pressekonferenz anwesenden Wissenschaftler um den Erstautor einer Studie zur besagten Entdeckung, Dr. Laurance Doyle vom "SETI Institute" in Mountain View und Greg Laughlin, Professor für Astrophysik und Planetenforschung an der "University of California" in Santa Cruz, dessen Spezialgebiet der Nachweis von Exoplaneten ist.

Ebenfalls anwesend sein werden der Projektleiter der Kepler-Misison Charlie Sobeck vom "Ames Research Center" der NASA; der Kepler-Projektwissenschaftler Nick Gautier vom "Jet Propulsion Laboratory" der NASA (JPL) und der Berater für visuelle Effekte der John Knoll.

Wir werden natürlich umgehend über die Ergebnisse der Presskonferenz berichten...

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov

Naher Stern bombardiert Planeten mit Röntgenstrahlung

Kombination der optischen und Röntgenansicht des "CoRoT 2"-Systems. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: (Optisch: NASA/NSF/IPAC-Caltech/UMass/2MASS, PROMPT; Wide field image: DSS; Röntgen: NASA/CXC/Univ of Hamburg/S.Schröter et al.

Hamburg/ Deutschland - Ein erdnaher Stern bombardiert einen Planeten regelrecht mit Röntgenstrahlung, die dem 100.000-fachen der Menge entspricht, wie sie die Erde von der Sonne abbekommt. Daten des NASA-Röntgenteleskops "Chandra" und der Europäischen Südsternwarte (ESO) belegen, dass auf diese Weise die hochenergetische Strahlung pro Sekunde dem Planeten rund fünf Millionen Tonnen an Materie ins All entreißt.

Der 2008 entdeckte Planet "CoRoT-2b" besitzt in etwa die dreifache Masse des Jupiter, damit etwa die 1.000-fache Masse der Erde und umkreist seinen von der Erde rund 880 Lichtjahre entfernten Stern, "CoRoT-2a", in einer Entfernung von dem rund 10-fachen des Abstands zwischen Erde und Mond.

"Dieser Planet wird von seinem Stern regelrecht frittiert", erläutert Sebastian Schröter von der "Universität Hamburg". "Doch noch merkwürdiger ist der Umstand, dass auch der Planet selbst das Verhalten seines Sterns zu bestimmen scheint."

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Künstlerische Interpretation des "CoRoT-2"-Systems. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: CXC/M. Weiss

Basierend auf den Beobachtungen im optischen und Röntgenspektrum, datieren die Forscher das Alter des "CoRoT-2"-Systems auf zwischen 100 Millionen und 300 Millionen Jahre, was für einen vollständig entwickelten Stern spricht. Die Chandra-Daten verweisen zudem darauf, dass der Stern selbst sehr aktiv ist und seine starken und turbulenten Magnetfelder sehr starke Röntgenemissionen erzeugen. Normalerweise ist eine derartig hohe Aktivität allerdings für solch alte Sterne eher ungewöhnlich und eigentlich ein Hinweis auf einen noch relativ jungen Stern.

"Weil dieser Planet seinen Stern so dicht umkreist, könnte er dessen Rotation beschleunigen, was wiederum die starken Magnetfelder antreibt", erläutert der Mitautor der im Fachmagazin "Astronomy and Astrophysics" veröffentlichten Studie, Stefan Czesla. "Gäbe es diesen Planeten nicht, so hätte der Stern selbst wohl schon lange seine Sprunghaftigkeit seit Millionen von Jahren eingebüsst."

Gestützt wird die Theorie der Forscher durch Beobachtungen eines möglichen Begleitsterns, der "CoRoT-2a" in einer Entfernung von mehr als 1.000 Astronomischen Einheiten (AE = Abstand zwischen Erde und Sonne), umkreist. Dieser Stern wurde bislang von "Chandra" noch nicht entdeckt, da ihm möglicherweise ein Planet wie "CoRoT2b" fehlt, der ihn aktiv hält.

Ein weitere erstaunlicher Aspekt von "CoRoT2b" ist der Umstand, dass er für einen Planeten auf seiner Position zu seinem Zentralgestirn vergleichsweise groß - ja geradezu aufgeblasen - erscheint: "Wir sind uns nicht ganz sicher, welche Auswirkungen ein derartiger dauerhafter Röntgensturm auf einen Planeten hat, aber sie könnten für das aufgeblasene Erscheinungsbild von 'CoRoT2b' verantwortlich sein", so Schröter. "Derzeit beginnen wir erst zu verstehen, was mit Exoplaneten passiert, die solchen extremen Bedingungen ausgesetzt sind."



Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov

SETI@home entdeckte 4,2 Milliarden potentiell interessante Signale

Die Grafik zeigt im oberen Abschnitt die Frequenzverteilung von allen Impulsen, wie sie von SETI@home registriert wurden. Im mittleren Teil (weiß) sind jene Impulse zu sehen, die von bekannten Interferenzquellen Stammen. Dieser wurden im unteren Teil entfernt und dennoch bleiben einige interessante Signale erhalten, die es weiterführend zu untersuchen gilt. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: Eric J. Korpela et al.

Berkeley/ USA - Seit 1999 bietet das Internetportal SETI@home (setiathome.berkeley.edu) Laien die Möglichkeit, eigene Rechnerkapazitäten in den Dienst der Suche nach intelligenten außerirdischen Signalen zu stellen. Seither entdeckte das Programm rund 4,2 Milliarden potentiell interessanter Signale, die sich aus dem normalen Hintergrundrauschen aus dem All abheben und die es gilt, weiterführend auf ihre Herkunft zu analysieren. Mit Hilfe eines neuen Programms sollen diese Signale nun automatisch ausgewertet und visuell dargestellt werden.

Die Daten selbst stammen vom Radioteleskop nahe Arecibo auf Puerto Rico und werden von dem Computerprogramm auf fünf unterschiedliche Mustertypen hin untersucht, die aller Wahrscheinlichkeit nach nicht vom Hintergrundrauschen oder zufällig erzeugt werden können. Hierzu zählen beispielsweise drei Höhenwerte hintereinander oder Impulse, die als digitales Signal verstanden werden könnten.

Die Mammutaufgabe, der Überprüfung dieser Datenmenge beginnt in einem ersten Schritt ebenfalls automatisch durch das SETI@home-Programm selbst, wenn dieses bekannte Quellen aussondert: "Die am meist verbreitete Quelle von ungewöhnlichen Interferenzen in den SETI@home-Daten sind Signale von Radar-Stationen auf Puerto Rico", erläutert Eric Korpela von der "University of California, Berkeley" (UC Berkeley), der das weitere Vorgehen in einem Artikel beschrieben und vorab auf "arxiv.org" veröffentlicht hat. "Die meisten anderen vermeintlich ungewöhnlichen Signale können ebenfalls einer bekannten natürlichen bzw. technischen Quelle zugeordnet und aussortiert werden."

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Nach diesem Vorgang bleiben jedoch weiterhin zahlreiche Signale, die es eingehender zu analysieren gilt. Die Forscher haben hierzu nun ein Programm entwickelt, dass es Freiwilligen ermöglichen soll, die verbliebenen Daten visuell auf Besonderheiten hin zu analysieren.

Grundvoraussetzung dieses Programms, wie auch für die Suche nach intelligenten außerirdischen Signalen (Search for ExtraTeresstrial Intelligence, SETI) überhaupt, ist, dass ein Signal auch nach seiner Entdeckung zu einem späteren Zeitpunkt am selben Ort am Himmel wieder gefunden werden kann. Hierbei soll das neu entwickelte Programm "Near-Time Persistency Checker" (NTPCkr) behilflich sein und erstellt eine Karte der verbliebenen Signale am Himmel.

Taucht ein Kandidat auf, wird er als "heiße" Markierung auf der Karte angezeigt und bleibt solange "heiß", wie das Signal wiederkehrt. Kommt es zu keinen weiteren Signalen an diesem Ort, so "kühlt" sich die einst "heiße" Markierung nach und nach wieder ab. Alle Signale, die über eine bestimmte Zeitdauer "heiß" bleiben, können dann wiederum eingehender untersucht werden.

Die Große Frage, welche bzw. wie viel Signale auf diese Weise bislang übrig blieben klingt zunächst ernüchternd: Lediglich ein einziges Radiosignal mit der Bezeichnung "SHGb02+14a", das schon 2004 entdeckt und publiziert wurde, konnte bislang nicht identifiziert werden. Allerdings gibt es in einem Umkreis von 1000 Lichtjahren um die Ursprungskoordinaten dieses Signals offenbar keine Sterne, weswegen die meisten Beobachter davon ausgehen, dass es sich bei dem Signal um eine zufällige Variation des Hintergrundrauschens handelt.

- Den vollständigen Artikel finden Sie HIER

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

US-Wissenschaftler präsentieren Studie über mögliche Auswirkungen des Kontakts mit intelligenten Außerirdischen
22. August 2011
Studie über Religion und der "First Contact"
27. Januar 2010
Konferenz: Royal Society diskutiert über Konsequenzen der Entdeckung außerirdischen Lebens für Wissenschaft und Gesellschaft
21. Januar 2010
SETIs philosophische Betrachtung zum "First Contact"
11. April 2008
Was passiert, wenn E.T. antwortet? Das offizielle SETI-Protokoll
21. Noveber 2007

Bücher zum Thema:

- - -

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / arxiv.org
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE