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Donnerstag, 15. September 2011

Verlust der Tropenwälder innerhalb von 100 Jahren möglich

Blick in den Regenwald | Copyright: Laura Müller / grewi.de

Leipzig/ Deutschland - Rund zehn Prozent der Landfläche unseres Planeten waren einst mit natürlichem Regenwald bedeckt. Bis heute hat der Mensch bereits die Hälfte davon vernichtet. Die verbleibende Fläche schrumpft jährlich um ein halbes Prozent. Dieser jährliche Flächenverlust entspricht der achtfachen Größe des Bundeslandes Sachsen. "Wenn die Zerstörung so weitergeht, ist der Regenwald in 100 Jahren weg", warnten Wissenschaftler am gestrigen "Tage der Tropenwälder".

Zugleich betonte Professor Christian Wirth von der "Universität Leipzig" jedoch auch, dass es wegen der immer schärferen Schutzmaßnahmen zwar unwahrscheinlich sei, dass die Tropenwälder gänzlich vernichtet werden, dass allerdings, da die Regenwälder die Hälfte aller Landlebewesen beherbergen, ein Zusammenschrumpfen auf wenige Nationalparks die Artenvielfalt auf unserem Planeten drastisch verringern werde".

"Wenn man Fläche vernichtet, vernichtet man auch Arten, da jeder Quadratkilometer Regenwald eine andere Artenausstattung hat", erläuterte Wirth. In Südostasien verschwinden ihm zufolge derzeit die größten Regenwald-Flächen. Die Bäume so berichtete die Pressemitteilung der Leipziger Universität (uni-leipzig.de), werden meist gerodet, um profitträchtige Ölpalmen anzupflanzen. Im Amazonasbecken in Südamerika, wo sich der größte zusammenhängende Tropenwald der Erde befindet, müssen die Bäume Acker- und Weideland weichen. Das Holz fällt der klimaschädlichen Brandrodung zum Opfer oder wird für die Zellstoffgewinnung und als Bauholz verwendet. "Es gab im letzten Jahrzehnt auch positive, rückläufige Trends, was die Vernichtung der Tropenwälder angeht. Die haben sich aber inzwischen leider schon wieder umgekehrt", berichtet der Biologe Dr. Dietmar Sattler vom Institut für Geographie der Universität Leipzig, der unter anderem die Ökologie des Regenwaldes erforscht.

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Internationale Regularien zum Schutz dieser Wälder seien in den einzelnen Ländern nicht gesetzlich bindend. Die hätten zwar ihre eigenen Gesetze, deren Umsetzung und Kontrolle allerdings wegen der Größe der Flächen "extrem schwierig" sei, sagt er. Seit mehreren Jahren könne allerdings die Abholzung der Regenwälder sehr genau über Satellit beobachtet werden.

Die Rodung von Regenwald beeinflusst auch die verbleibenden Flächen. "Der Rand der tropischen Regenwälder franst immer mehr aus", erklärt er. In der Fachwelt werde dieser Trend Fragmentierung genannt. Forscher, die auch von der Universität Leipzig kommen, untersuchen, welchen Einfluss diese Tatsache auf die Funktionalität und die Artenvielfalt der Regenwälder hat. Durch die Verinselung von Wäldern würden Organismen isoliert und somit unter anderem die Samenverbreitung durch Tiere eingeschränkt.

"Auf lange Sicht hat das zur Folge, dass viele Arten aussterben, da sie sich nicht mehr regenerieren können oder anfälliger für Schädlinge werden", sagt Sattler. Hinzu kommt, dass die Randbereiche schneller austrocknen und dadurch die Wälder leichter abbrennen. Die Vernichtung des Regenwaldes beginne mit dessen Zerschneidung durch den Menschen. Durch die Abholzung verändere sich auch das lokale Klima, erklärt Wirth. Da weniger Wasser verdunstet, wird es ihm zufolge immer wärmer und trockener - ein sich selbst verstärkender Trend, der viele Organismen aussterben lässt.

Wissenschaftler der Universität Leipzig untersuchen derzeit in mehreren Forschungsprojekten vor Ort den Zustand der Regenwälder. Neben der Fragmentierung des brasilianischen Küstenregenwaldes geht es dabei unter anderem auch um den Einfluss von Stürmen auf die Dynamik von Regenwäldern im Amazonasbecken. Ein weiteres Projekt befasst sich mit der Artenvielfalt auf einer Insel im Panamakanal.

Bücher zum Thema

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Quellen: zv.uni-leipzig.de / grenzwissenschaft-aktuell.de

"Where No Man Has Gone Before" - NASA stellt neue Schwerlastrakete für zukünftige bemannte Raumfahrt vor

Künstlerische Interpretation des Flugs des "Space Launch Systems". | Copyright: NASA

Washington/ USA - Mit dem "Space Launch System" (SLS) hat die US-amerikanische Raumfahrtbehörde NASA eine neue Schwerlastrakete vorgestellt, die die Grundlage auch für zukünftige bemannte Missionen zum Mond, erdnahen Asteroiden, zum Mars und darüber hinaus sein soll. Damit soll die Rakete "US-amerikanische Astronauten so weit wie nie zuvor ins All befördern", so die NASA.

Die SLS-Raketen stellen eine "völlig neue Möglichkeit für die (US-amerikanische) nationale bemannte Erforschung des Weltalls jenseits des Erdorbits dar und geben unserer Nation ein sicheres, finanzierbares und nachhaltiges Mittel an die Hand, mit dem die bisherigen Grenzen überwunden und neue Entdeckungen im All ermöglicht werden können", so die NASA-Presseerklärung.

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An Bord der Trägerrakete soll unter anderem das bemannte Mehrzweck-Raumschiff "Orion" , sowie Frachtraumschiffe und wissenschaftliche Satelliten ins All geschossen werden, aber auch Transportaufträge für internationale Partner und Versorgungsflüge zur Internationalen Raumstation ISS getätigt werden.

Künstlerische Interpretation eines zukünftigen SLS-Starts. (Klicken Sie auf die Abbildung, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: NASA

"Dieses Starsystem wird gut bezahlte US-amerikanische Arbeitsstellen schaffen, den Führungsanspruch der USA im All sichern und Millionen von Menschen rund um den Globus inspirieren", so der NASA-Chef Charles Bolden bei der Präsentation. "Präsident Obama hat uns dazu aufgefordert mutig zu sein und im großen Maßstab zu träumen - genau das ist es, was die NASA tut. Während ich stolz den erdnahen Raum im Space Shuttle befliegen konnte, können Kinder heute davon träumen, einmal auf dem Mond spazieren zu gehen."

Die SLS-Rakete ist die größte Rakete seit der "Saturn V" und wird technologische Entwicklungen der Space Shuttle und des Constellation-Programms beinhalten und diese mit neuster Technologie und Hardware kombinieren. Angetrieben wird das SLS mit einem traditionellen Gemisch aus flüssigem Wasserstoff und Sauerstoff, mit dem eine Nutzlast von mehr als 77 Tonnen, also dem in etwa 40-fachen des Gewichts eines Kleintransporter entspricht, ins All transportiert werden kann. Eine erste Testmission hat die NASA für Ende 2017 angesetzt.

Künstlerische Darstellung der Vision der NASA für die nächsten Schritte der bemannten Raumfahrt, wie sie mit Hilfe des neue "Space Launch Systems" und der "Orion"-Raumschiffe (s. untere Bildmitte) erreicht werden sollen. (Klicken Sie auf die Abbildung, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: NASA

Danach sind mit Hilfe des SLS unter anderem bemannte Raumflüge zum Mond, zu erdnahen Asteroiden, zum Mars darüber hinaus geplant. "Auf diesen Missionen werden wir mehr über die Entstehung des Sonnensystems und darüber lernen, woher das Wasser und die organischen Stoffe der Erde stammen. Wir werden lernen, wo Leben auch jenseits der Erdatmosphäre möglich ist und die Grenzen der bemannten Raumfahrt erweitern", so Bolden. "Diese Entdeckungen werden unser bisheriges Bild von uns selbst, das unseres Planeten und seinem und unserem Platz in Universum in Frage herausfordern."

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov
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