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Mittwoch, 21. September 2011

Hinweise auf junge lebensfreundliche Regionen auf dem Mars entdeckt

Mineralreiche Vertiefungen im "Noctis Labyrinthus". | Copyright: NASA/JPL-Caltech/University of Arizona

Tucson/ USA - Erneut haben Wissenschaftler anhand der Daten der NASA-Sonde "Mars Reconnaissance Orbiter" (MRO) Hinweise auf Mineralien gefunden, wie sie nur unter Anwesenheit von Wasser entstehen. Der Unterschied zu ähnlichen früheren Funden in anderen Marsregionen ist jedoch bedeutsam, sind Orte, an welchen die aktuellen Funde gemacht wurden doch geologisch betrachtet deutlich jünger und belegen damit auch, dass die Geschichte des flüssigen Wassers auf dem Mars hier unterschiedlich verlief als anderswo auf dem Roten Planeten.

Wie die Forscher um Catherine M. Weitz vom "Planetary Science Institute" (psi.edu) im Fachjournal "Geology" berichten, handelt es sich um zwei geologische Vertiefungen im sogenannten "Noctis Labyrinthus" (Labyrinth der Nacht), dem westlichen Ausläufer des Grabenbruchsystems "Valles Marineris", in welchen das Spektrometer der Sonde reichhaltige Mineralablagerungen nachweisen konnte, wie sie für gewöhnlich nur aufgrund der Anwesenheit von flüssigem Wasser entstehen. "Die Tonschichten aus Eisen/Magnesium(Fe/Mg)-Smektiten in Noctis Labyrinthus sind wesentlich jünger als anhand anderer Funde in sehr altem Marsgestein", so Weitz.

Bei Smektiten handelt es sich um Tonmineralien, die sich durch Einlagerung von Wasser schnell ausdehnen können und durch die Umwandlung anderer Silikatminerale in Anwesenheit von säurefreiem Wasser entstehen. Bei den Fundorten handelt es sich um geologische Einbrüche in welchen Gesteinsschichten auf einer Größe von 30 bis 40 Kilometern bis zu 300 Meter tief offen liegen.

Panoramablick auf den Mars-Grabenbruch "Noctis Labyrinthus".(Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: NASA/JPL-Caltech/ASU

Beide Bodenvertiefungen erlebten offenbar mehrere Phasen, in welchen sie teilweise mit Wasser gefüllt waren. Beide Gruben dehnten sich mit der Zeit immer wieder aus und stürzten ein. Dadurch wurden ältere Minerale vergraben und so zunächst von späteren, neueren Ablagerungen getrennt, dann aber durch Erosion teilweise wieder zutage gefördert.

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Das Wasser, so vermuten die Forscher, wurde möglicherweise durch Vulkanismus der westlich gelegenen Tharsis-Vulkane unterhalb der Oberfläche erzeugt und füllte wahrscheinlich so die beiden Gruben. Auch lokaler Vulkanismus könnte Asche, Gase, hydrothermale Aktivität sowie Schnee- und Eisschmelzen innerhalb der Vertiefungen hervorgerufen haben und so die unterschiedlichen Mineralien entstehen lassen.

Die bislang nachgewiesenen Minerale deuten daraufhin, dass der pH-Wert des Wassers über die Zeiten in den Vertiefungen von säurehaltig bis neutral variierte.

Fe/Mg-Smektite wurden zwar schon zuvor an zahlreichen anderen Orten auf dem Mars entdeckt, dann jedoch immer in Verbindung mit deutlich älteren Gesteinsschichten der "Noachischen Periode", deren Alter mehr als 3,6 Milliarden Jahre beträgt oder aber mit jüngeren Einschlagsereignissen. Nach dieser Phase, so setzen es die bisherigen Klimamodelle für den Mars voraus, setzte eine Periode der Mineralentstehung unter deutlich säurehaltigeren Umständen, etwa schwefelhaltiger Salze (Sulfate), auf dem Roten Planeten ein.

Weitz und ihre Kollegen haben nun zwar die gleichen Sulfate und Fe/Mg-Smektite auch in den Noctis Labyrinthus-Vertiefungen entdeckt, doch die Entwicklung der Minerale von Sulfaten zu Fe/Mg-Smektiten deute auf im Vergleich zu anderen Fundorten auf umgekehrte Vorgänge hin: "Diese Tone bildeten sich durch beständig vorhandenes Wasser unter neutralen bis hin zu basischen Bedingungen, vor zwei bis drei Milliarden Jahren. Dies deutet daraufhin, dass diese beiden Vertiefungen einzigartig sind und lebensfreundliche Bedingungen noch sehr viel länger als die meisten anderen Marsregionen bewahrt haben", erläutert die Koautorin der Studie Janice Bishop vom "SETI Institute" und dem "Ames Research Center" der NASA.

"Diese Vertiefungen wären ein faszinierender Ort für eine Erforschung durch einen Rover", so Weitz. "Leider stellt das schroffe du holprige Terrain einen für die Landung und Navigation sehr unsicheren Ort dar."

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / psi.edu

NASA fordert Sperrung der Apollo-Landestellen für zukünftige Erkundung und Besuche

Archiv: Ein Schuhabdruck Buzz Aldrins im Mondstaub, fotografiert während der ersten Mondlandung durch "Apollo 11" im Juli 1969. | Copyright: NASA

Washington/ USA - Laut Dokumenten, die dem wissenschaftlichen Fachmagazin "Science" vorliegen, wird die NASA noch Ende diesen Monats eine Leitlinie vorschlagen, nach der die Landestellen der Apollo-Mondlandungen als Orte von besonderem historischen Wert geschützt werden sollen. Eine solche Regel würde Landeorte und Artefakte weiträumig vor zukünftiger Erkundung durch andere Raumfahrzeuge, Sonden, Landeeinheiten und Rover schützen.

Besonders vor dem Hintergrund lang- und mittelfristiger Monderkundungen wie unter anderem Googles "Lunar X-Prize", einem mit 20 Millionen Dollar Preisgeld ausgestatteten Wettbewerb um die erste private Landung auf dem Erdtrabanten, sei die Forderung von großer Wichtigkeit. Tatsächlich sorgt besonders die Auslobung eines Zusatzpreises für das erste privat erstellte Foto der Apollo-Artefakte unter Mondforschern und Historikern für Bedenken und Sorge um den Schutz der historischen Landeorte.

Mehr als drei Dutzend Orte auf dem Mond werde die NASA so für oder auch vor der Nachwelt schützen wollen und soll eine 75 bis 225 Meter weite Sicherheitszone um die Apollo-Artefakte fordern.

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Zwar, so erste Berichte weiter, berufe sich die Petition darauf, dass es sich bei den Landeorten der Apollo-Missionen um "Eigentum der US-Regierung auf dem Mond" handelt, doch widerspricht der "Vorschlag" damit jedoch dem schon 1979 "Mondvertrag", aus dem deutlich hervorgeht, dass die Mondoberfläche keinen Besitzer haben kann. Allerdings wurde dieser Vertrag nur von 13 Staaten ratifiziert, weitere vier haben ihn unterzeichnet. Besondere Gegenwehr kam aus den USA, da diese ihre freien Rechte auf möglichen Profit und Ressourcen gefährdet sahen.

Trotz der nicht bindenden Natur der Forderung der NASA, hofft man in Washington darauf, dass sie von möglichst vielen Ländern zumindest respektiert werden wird.

Neben dem aus historischer Sicht durchaus nachvollziehbaren Aspekt - man stelle sich nur einmal die von der Radspur eines X-Prize-Rovers durchkreuzte ersten Schuhabdrücke von Neil Armstrong und Buzz Aldrin auf dem Mond vor - gibt es auch klare wissenschaftliche Interessen an einem Schutz der Apollo-Landestellen. So könnten beispielsweise die Untersuchung auf dem Mond zurückgelassener Alltagsgegenstände wie Essen und Fäkalien der Astronauten, interessante Informationen über die Überlebensfähigkeit von Bakterien unter den unwirtlichen Bedingungen der vor Weltraumstrahlung und Kälte ungeschützten Mondoberfläche liefern.

Tatsächlich hatte eine kalifornische Behörde schon im Januar 2010 insgesamt 106 Artefakte von "Apollo 11" unter Denkmalschutz gestellt und selbst den Schutz der Landestelle als Weltkulturerbe der UNESCO gefordert. Zu den zu schützenden Objekten, zählen neben den Landefähren Instrumenten und Rovern auch banale Kleinstteile wie Urinalbeutel und Verpackungsmaterial (...wir berichteten).

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Kalifornische Behörde stellt Mond-Landeplatz von "Apollo 11" unter Denkmalschutz
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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / sciencemag.org

USO: Segler filmen mysteriöses Objekt im Skagerrak

Standbild aus dem Video. | Copyright/Quelle: Malin Korander / aftonbladet.se

Maseskär/ Schweden - Eigentlich wollten die Segler vor der Südwestküste Schwedens im Skagerrak nach Schweinswalen Ausschau halten, als ihnen etwas ganz anderes vor den Bug schwamm. Geistesgegenwärtig griffen sie zur Kamera und filmten das bislang unbekannte See-Objekt (USO).

Wie die Schwedische Tageszeitung "Aftonbladet" (aftonbladet.se) berichtet, waren Malin Korander und ihre Freunde Anfang September 2011 in des Gewässern des Skagerrak zwei Kilometer südlich der Insel Masekär unterwegs, als ein weißes, bojenartiges Objekt durch das Wasser ziehend unmittelbaren Kurs auf das Segelschiff zu nehmen schien - eine Situation, die Mailn Korander sogar auf Film festhalten konnte.


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Gegen erste Vermutungen, dass es sich um ein Tier handeln könnte sprechen Geschwindigkeit und Verhalten dieses USOs. "Es hatte den Anschein, als würde dieses Objekt von etwas (in der Tiefe) gezogen werden". Könnte es sich also um eine, wie auch immer geartete, Boje oder Schwimmantenne handeln, die von einem U-Boot gezogen wurde? Tatsächlich spricht die Größe des Objekts für eine solche Erklärung. "Wir sind sehr neugierig und würden wirklich gerne wissen, was das war", so Korander.

Offenbar schießt das Objekt von der Küste aus betrachtet geradlinig aufs offene Meer hinaus, die im Video sichtbare Bewegung stammt vom Boot und somit dem Kameramann selbst. Um das Rätsel um das "unidentifizierte See-Objekt" zu lösen, haben Malin und ihr Mann Mikael Korander den Film jetzt den Streitkräften zur Analyse vorgelegt.

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USOs: Russische Marine gibt geheime Berichte über unidentifizierte Unterwasserobjekte frei
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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / aftonbladet.se
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
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