https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de


Freitag, 30. September 2011

Frankreichs Raumfahrtbehörde will SETI in Europa fördern

Archiv: Eine Teleskopantennen der "Allen Telescope Array" | Copyright: Seti.org

Paris/ Deutschland - Anlässlich des 50. Jahrestages der Entwicklung der "Drake-Formel" richtet die französische Raumfahrtagentur CNES am 21. und 22. November 2011 in Paris ein SETI-Seminar aus. Ziel ist die Förderung der "Suche nach außerirdischer Intelligenz" auch durch europäische Institutionen.

Geplant ist ein interdisziplinärer Austausch zwischen Wissenschaftlern der Astronomie, Chemie, Biologie, Anthropologie und Epistemologie unter anderem zu folgenden Themen:

- Die verschiedenen Planetensysteme und habitable Zonen, Exoplaneten und ihre Bewohnbarkeit,
- Die Möglichkeit von Leben und deren Entwicklungsmöglichkeiten,
- Intelligenz und Technologieentwicklung sowie
- Die Nachweisbarkeit und Suche nach Anzeichen einer vorsätzlichen Technologie

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Erklärtes Ziel der Veranstalter ist es, in den nächsten Jahren die SETI-Arbeit in Europa besonders zu fördern.

Die "Drake-Formel" ist eine, nach dem US-amerikanischen Astrophysiker Frank Drake benannte Gleichung, die der Wissenschaftler im November 1961 auf einer Konferenz am Green-Bank-Observatorium vorstellte. Mit ihr wird der Versuch unternommen, die Anzahl der technischen, intelligenten Zivilisationen in unserer Galaxie abzuschätzen.

Die Faktoren der Gleichung sind: Die mittlere Sternentstehungsrate pro Jahr in unserer Galaxie; der Anteil an Sternen mit Planetensystem; die Anzahl der Planeten in der Ökosphäre; der Anteil an Planeten mit Leben; der Anteil an Planeten mit intelligentem Leben; Anteil an Planeten mit Interesse an interstellarer Kommunikation sowie die Lebensdauer einer technischen Zivilisation in Jahren.

Während die meisten Faktoren zur Zeit der Formulierung noch gänzlich unbekannt, bzw. ihre Größen noch rein spekulativ waren, können diese Vermutungen mittlerweile durch die großen Fortschritte bei der Suche nach Planeten außerhalb des Sonnensystems, sogenannten extrasolaren Planeten (Exoplaneten), mehr und mehr präzisiert werden, wodurch die "Drake-Gleichung" zusehends wieder an Bedeutung gewinnt.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
SETI@home entdeckte 4,2 Milliarden potentiell interessante Signale
14. September 2011
US-Wissenschaftler präsentieren Studie über mögliche Auswirkungen des Kontakts mit intelligenten Außerirdischen
22. August 2011
SETI-Astronom: Intelligente Alien-Signale schon binnen 25 Jahren
19. August 2010
Übersehen Astronomen Aliensignale?
24. Juni 2010
Astronom Frank Drake wünscht sich SETI-Sonde
19. Februar 2010
Studie über Religion und der "First Contact"
27. Januar 2010
Konferenz: Royal Society diskutiert über Konsequenzen der Entdeckung außerirdischen Lebens für Wissenschaft und Gesellschaft
21. Januar 2010
SETIs philosophische Betrachtung zum "First Contact"
11. April 2008
Was passiert, wenn E.T. antwortet? Das offizielle SETI-Protokoll
21. Noveber 2007

Bücher zum Thema:

- - -

Seit Neuem sind wir auch bei Twitter vertreten und freuen uns, wenn Ihr uns folgt:
http://twitter.com/#!/GreWiAktuell

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / drakequation.wordpress.com / exopolitik.org

China schießt Himmelspalast ins All

Künstlerische Darstellung des "Tiangong-1"-Moduls (Illu.) | Copyright: CNSA

Peking/ China - An Bord einer Trägerrakete von Typ "Langer Marsch 2F" hat die Volksrepublik China mit dem Modul "Tiangong-1" das erste Grundbauteil einer bemannten Raumstation ins All geschossen. Ab 2020 soll der "Himmelspalast" im Erdorbit zu einer vollständigen bemannten Raumstation ausgebaut werden.

Nach dem Beginn seiner bemannten Raumfahrt 2003 hat China große Ziele im erdnahem Weltraum: Schon im November soll die, dann noch unbemannte Raumkapsel "Shenzhou 8" zum zunächst experimentell betriebenen "Himmelspalast" aufbrechen, um hier Andockmanöver zu üben. "Tiangog-1" hat eine Lebenserwartung von zwei Jahren und soll möglicherweise durch weitere Module abgelöst bzw. erweitert werden. Später soll mit den "Taikonauten" auch die chinesische Entsprechung zu Astro- und Kosmonauten für kurze Zeit einziehen und die Grundlage für den weiteren Ausbau der Raumstation legen.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Im selben Jahr, in dem die Internationale Raumstation "ISS", an der China auf Betreiben der USA ausgeschlossen ist, ausgemustert werden soll, soll dann der "Himmelspalast" nach und nach ausgebaut werden.

Die Raumstation ist Teil des derzeit im Wachsen begriffenen ambitionierten Raumfahrtprogramms Chinas. Schon bis 2025 will die Volksrepublik eine unbemannte Mondlandung und Rover-Mission zum Erdtrabanten bringen und so auch eine bemannte Mondlandung vorbereiten.

Seit Neuem sind wir auch bei Twitter vertreten und freuen uns, wenn Ihr uns folgt:
http://twitter.com/#!/GreWiAktuell

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / cnsa.gov.cn

Neue Zählung: Mehrheit erdnaher Asteroiden noch nicht entdeckt

Vergleich: Die auf der neuen NEOWISE-Zählung basierende tatsächliche Anzahl erdnaher Asteroiden (l.) und das nun veraltete bisherigen Modell (r.). (Klicken Sie auf die Abbildung, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: NASA/JPL-Caltech

Pasadena/ USA - Eine neuen Studie der Beobachtungsdaten mit dem NASA-Infrarot-Weltraumteleskop "WISE" (Wide-field Infrared Survey Explorer) belegt zum einen zwar, dass wahrscheinlich bereits 90 Prozent aller großen erdnahen Asteroiden entdeckt wurden, zum anderen offenbart sie aber auch, dass ein Großteil aller erdnahen Asteroiden unterschiedlicher Größen noch immer unbekannt ist.

Anhand der neuen Beobachtungsdaten schätzen Astronomen, dass es zwischen 19.500 und 35.000 mittelgroße - das heißt 100 bis 1.000 Meter durchmessende - Asteroiden gibt.

Von bislang vermuteten 1.000 wirklich großen Asteroiden – mit Durchmessern ab einem Kilometer - in Erdnähe konnte WISE nur 981 entdecken, von welchen allerdings 911 bereits bekannt sind. Keiner dieser bekannten Asteroiden stelle innerhalb der nächsten Jahrhunderte ein erhöhtes Risiko für die Erde dar, so die Forscher. Zudem glauben die Wissenschaftler, dass alle erdnahen Asteroiden von rund 10 Kilometern Durchmesser ebenfalls bereits bekannt sind. Ein Brocken solcher Größe, so sind sich Forscher einig, war einst für das Massenaussterben der Dinosaurier verantwortlich.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Die neuen Erkenntnisse sind das Ergebnis des Projekts "NEOWISE" und damit der bislang genauesten Himmelsdurchmusterung und Zählung von Asteroiden, die die Sonne innerhalb von 200 Millionen Kilometern umkreisen und wurde im Fachmagazin "Astrophysical Journal" veröffentlicht.

Infografik der Ergebnisse der neuen Zählung in Vergleich zum bisherigen Modell. (Klicken Sie auf die Abbildung, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: NASA/JPL-Caltech

Mit dem Infrarot-Weltraumteleskop "WISE" wurde hierbei der gesamte Himmel zwei Mal, sowohl im Januar als auch im Februar 2010, nach erdnahen Asteroiden abgescannt, wobei mehr als 100.000 Asteroiden im Hauptgürtel es Asteroidengürtels zwischen Mars und Jupiter und 585 in Erdnähe beobachtet wurden (...wir berichteten, s. Links). Da WISE im Infrarotspektrum sowohl die im sichtbaren Licht dunklen als auch hellen Objekte sichtbar macht, konnten deutlich mehr Asteroiden als bislang bekannt beobachtet und entdeckt werden.

"Das Risiko, dass ein wirklich großer Asteroid die Erde treffen wird, noch bevor er überhaupt entdeckt wird, hat sich anhand der neuen Beobachtungen stark reduziert", so der Direktor des "Minor Planet Center" am "Harvard Smithsonian Center for Astrophysics", Tim Spahr.

Angesichts mittelgroßer Asteroiden sehe die Situation allerdings anders aus: Zwar stellen sie keine globale Bedrohung für die Erde dar, doch könnten sie immerhin noch lokal begrenzt, etwa in Städten, für große Zerstörungen und Schäden sorgen. Bislang beobachtet das "Spaceguard"-Projekt der US-Regierung mehr als 5.200 erdnahe Asteroiden von einer Größe ab 100 Metern Durchmesser. Es bleiben also noch geschätzte 15.000 mittelgroße erdnahe Asteroiden, die es noch zu entdecken gilt. Die Anzahl kleiner erdnaher Asteroiden, die trotz ihrer Größe von weniger als 100 Metern immer noch begrenzte Schäden anrichten können, schätzen Astronomen auf über eine Million, von denen bislang zudem nur sehr kleiner Teil entdeckt wurde (s. Abb.).

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Infrarot-Weltraumteleskop findet kälteste Sterne
24. August 2011
Trojaner: Weltraumteleskop entdeckt weiteren Begleiter der Erde
28. Juli 2011
Braune Zwerge: Zwei neue kosmische Nachbarn der Sonne entdeckt
14. Juli 2011
Infrarot-Weltraumteleskop WISE liefert neue Daten zu Millionen von Sternen, Galaxien und Asteroiden
16. April 2011
Planet X: Weltraumteleskop soll gigantischen bislang unbekannten Planeten finden
15. Februar 2011
Planet X: NASA hält Existenz von weiterem Riesenplaneten im Sonnensystem für möglich
21. Februar 2011
Astronomen vermuten "Dunklen Jupiter" am Rande des Sonnensystems
30. November 2010
Nemesis - Weltraumteleskop sucht unsichtbare zweite Sonne
12. März 2010
Infrarot-Weltraumteleskop findet dunkle Asteroiden in Erdnähe
9. März 2010
WISE: Neues Weltraumteleskop soll den ganzen Himmel absuchen
23. November 2009
Astronomen entdecken neue Himmelskörper im Sonnensystem
26. August 2008
Eisplanet im äußeren Sonnensystem?
29. Januar 2008


Seit Neuem sind wir auch bei Twitter vertreten und freuen uns, wenn Ihr uns folgt:
http://twitter.com/#!/GreWiAktuell

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE