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Donnerstag, 6. Oktober 2011

Erstmals "Meerwasser" auf Kometen entdeckt

Erste Nahaufnahmen des Kometen "Hartley 2" | Copyright: NASA | Copyright: NASA/JPL-Caltech/UMD

Katlenburg-Lindau/ Deutschland - Erstmals haben Astronomen auf einem Kometen Wasser nachgewiesen, das ein ähnliches Verhältnis von schwerem zu normalem Wasserstoff aufweist wie das Wasser der irdischen Ozeane. Anhand dieser Entdeckung gehen die beteiligten Wissenschaftler nun davon aus, dass das Wasser nicht nur durch Einschläge von Asteroiden, sondern auch durch Kometen in großen Mengen auf unseren Planeten gelangt sein könnte.

Vor etwa einem Jahr hatte sich der Komet "103P/Hartley 2" auf seinem Weg um die Sonne der Erde auf nur 18 Millionen Kilometer genähert und so die empfindlichen Beobachtungen ermöglicht (...wir berichteten 1, 2).

Aus heutiger Sicht klinge die Einsicht zwar paradox, "doch Wasser ist auf dem blauen Planeten ein Zuwanderer", berichtete die Pressemitteilung des "Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung" (MPS, mps.mpg.de), unter dessen Leitung die neuen Messungen des Weltraumobservatoriums "Herschel" nun ausgewertet wurden. "In den frühen Tagen des Sonnensystems war die Erde noch so heiß, dass alle leicht flüchtigen Stoffe verdampften. Nur die äußeren Regionen jenseits der Umlaufbahn des Mars blieben reich an Wasser. Von dort soll es vor etwa 3,9 Milliarden Jahren zurück zur Erde gelangt sein – in erster Linie 'an Bord' von Asteroiden", wie Forscher bisher vermuteten.

"Gängige Theorien kamen zu dem Ergebnis, dass weniger als zehn Prozent des irdischen Wassers von Kometen stammen", sagt Paul Hartogh vom MPS und Leiter der aktuell im Fachmagazin "Nature" veröffentlichten Studie. "Unsere Beobachtungen weisen erstmals darauf hin, dass Kometen eine deutlich wichtigere Rolle gespielt haben könnten", ergänzt seine Kollegin Miriam Rengel.

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Wichtigstes Indiz bei der Suche nach dem kosmischen Wasserträger ist Deuterium - schwerer Wasserstoff, der in seinem Atomkern ein Neutron mehr besitzt als gewöhnlicher Wasserstoff. Im irdischen Wasser beträgt das Verhältnis von Deuterium zu Wasserstoff etwa 1:6400. "Die Körper, die das Wasser auf die Erde gebracht haben, sollten ein ähnliches Verhältnis der beiden Isotope aufweisen", sagt Miguel de Val-Borro, ebenfalls Mitarbeiter am Lindauer Institut.

Bisher traf dies vor allem auf Kleinplaneten zu, die aus dem äußeren Rand des Asteroidengürtels ganz in der Nähe der Umlaufbahn des Jupiters stammen. Die sechs Kometen, für die sich bisher Aussagen zum Deuterium-Wasserstoff-Verhältnis machen ließen, sind hingegen wahrscheinlich deutlich reicher an Deuterium. Ihren Ursprung haben all diese Kometen in der Nähe der großen Gasplaneten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun.

"Hartley 2 hingegen ist anders. Wissenschaftler glauben, dass seine kosmische Heimat im Kuipergürtel liegt, einer Region am äußeren Rand des Sonnensystems. Auf seinem ellipsenförmigen Weg um die Sonne kam der Komet im Oktober und November vergangenen Jahres so nah an der Erde vorbei wie noch nie zuvor seit seiner Entdeckung."

Mittels genauer Beobachtungen der Hülle des Kometen aus Gas und Staub (Koma), die Kometen umgibt, wenn sie sich der Sonne nähern und ihre gefrorenen Bestandteile ausgasen, konnten die Forscher mit Hilfe des Infrarot-Weltraumteleskop nun das Deuterium-Wasserstoff-Verhältnis von "Hartley 2" bestimmen.

"Wassermoleküle in der Koma senden im fernen Infrarotbereich eine charakteristische Strahlung aus", erklärt Paul Hartogh. Das gelte auch für die schwerere Spielart des Wassers: Wassermoleküle, bei denen ein Wasserstoffatom durch ein Deuteriumatom ersetzt ist. "Aus dieser charakteristischen Strahlung lässt sich das Verhältnis von Deuterium zu Wasserstoff bestimmen."

Die Messungen ergaben, dass im Wasser von "Hartley 2" auf jedes Deuteriumatom etwa 6200 normale Wasserstoffatome kommen. Genau dieses Verhältnis kommt dem irdischen Wert sehr nahe. "Kometen wie 'Hartley 2' müssen somit ebenso wie die Asteroiden als Wasserlieferanten in Betracht gezogen werden."

Doch die neuen Ergebnisse werfen auch weitere Fragen auf. Denn eigentlich dachten Wissenschaftler, dass die Entfernung des Entstehungsorts eines Körpers von der Sonne das Deuterium-Wasserstoff-Verhältnis in seinem Wasser maßgeblich bestimmt. Je weiter entfernt dieser Ursprungsort von unserem Zentralgestirn liegt, desto mehr Deuterium müsste der Körper eigentlich enthalten.

Hartley 2, dessen Ursprungsort wahrscheinlich außerhalb der Umlaufbahn von Neptun im Kuipergürtel liegt, scheint jetzt aus diesem Schema auszubrechen. "Entweder der Komet ist doch in größerer Nähe zur Sonne entstanden, als wir glaubten", so Hartogh. "Oder die gängigen Vorstellungen zur Deuterium-Verteilung müssen überdacht werden." Vielleicht sei 'Hartley 2' ein sogenannter Trojaner, der in der Nähe des Planeten Jupiter entstanden ist und sich nie seinem Schwerefeld entziehen konnte.

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Quellen: mps.mpg.de / grenzwissenschaft-aktuell.de

Climate Engineering: Bundesregierung legt Studie zur künstlich herbeigeführten Klimaveränderung vor

Übersichtsgraphik: Ausgewählte Verfahren des Climate Engineering im Überblick | Copyright/Quelle: bmbf.de

Kiel/ Deutschland - Der Begriff "Climate Engineering" fasst großskalige technische Eingriffe in das Klimasystem der Erde zusammen und sowohl von Wissenschaftlern als auch von Politikern zunehmend als Option im Kampf gegen den anthropogenen, also vom Menschen verursachten Klimawandel diskutiert. Auch die deutsche Bundesregierung zieht entsprechende Eingriffe in das Weltklima in Betracht und hat nun eine umfassende Studie über Umsetzbarkeit und Auswirkungen entsprechender Technologien veröffentlicht, die jedoch besonders die Risiken entsprechender Versuche aufzeigt.

Grundsätzlich unterscheiden Wissenschaftler zwischen symptomatischen Ansätzen zur direkten Beeinflussung der Strahlungsbilanz der Erde (Radiation Management) und ursächlichen Ansätzen zur Zurückführung der atmosphärischen CO2-Konzentration (Carbon Dioxid Removal).

"Wie die Definition von 'Climate Engineering' schon andeutet, hat jeder Einsatz dieser Technologien potenziell globale Auswirkungen", erläutert das die Studie leitende "Kiel Earth Institute": "Weltweit würden das Klima und Ökosysteme verändert, und damit die Lebensbedingungen ganzer Gesellschaften." Aus diesem Grund könne die Debatte über das "Climate Engineering" nicht nur im Hinblick auf naturwissenschaftliche und wirtschaftliche Argumente hin untersucht werden.

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Die Sondierungsstudie mit dem Titel "Gezielte Eingriffe in das Klima? Eine Bestandsaufnahme der Debatte zu Climate Engineering" wurde im Auftrag des "Bundesministeriums für Bildung und Forschung" (BMBF) von einem Konsortium bestehend aus sechs Projektteams unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen erstellt, um so den aktuellen Kenntnisstand erstmals wissenschaftlich umfassend zusammengetragen.

In insgesamt sechs Einzelstudien haben sich die Forscher der Problematik aus verschiedenen Perspektiven, Naturwissenschaften, internationales Recht, Ethik sowie Wirtschafts-, Gesellschafts- und Politikwissenschaften, genähert.

In ihrem Abschlussbericht kommen die Forscher zwar zu dem Ergebnis, dass einige der Konzepte für "Climate Engineering" zumindest auf dem Papier den Treibhauseffekt abschwächen beziehungsweise die Erderwärmung mindern können. "Allerdings", so Studienkoordinator Prof. Gernot Klepper vom "Kiel Earth Institute", "sind vermutlich alle Vorschläge mit erheblichen ökologischen Risiken und Nebenwirkungen, ökonomischen Kosten und gesellschaftlichen Konfliktpotentialen verbunden."

- Die ausführlichen Ergebnisse der Gesamtstudie sowie die Ausführungen zu den Einzeluntersuchungen finden Sie HIER

Bücher zum Thema:

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / kiel-earth-institute.de / bmbf.de

Wissenschaftler erzeugen lebensähnliche Zellen aus Metall

Künstliche Zelle (s. Video) | Copyright: Prof. Leroy Cronin, University of Glasgow

Glasgow/ Schottland - Es klingt wie eine Vision aus einem Science-Fiction-Roman: Lebewesen aus Metall. Doch genau auf die Möglichkeit solchen Lebens könnte die Entdeckung schottischer Wissenschaftler hinauslaufen, denkt man ihre erfolgreiche Herstellung von zellartigen Strukturen aus metallhaltigen Molekülen zu Ende. Die Arbeit, sollte sie erfolgreich weitergeführt werden können, könnte auch gravierende Auswirkungen auf unsere Vorstellung über mögliche Formen außerirdischen Lebens haben.

"Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass Evolution auch jenseits der organischen Biologie möglich ist", zitiert "NewScientist.com" den Wissenschaftler Professor Leroy Cronin von der "University of Glasgow". Und tatsächlich ist ihm und seinem Team die Herstellung zellartiger Blasen aus metallhaltigen Molekülen gelungen, die schon jetzt einige lebensähnliche Eigenschaften aufzeigen.

Die Bausteine dieser "Zellen" sind sogenannte Polyoxometallate und bestehen aus einer Vielzahl von Metallatomen die über Sauerstoff-Atome miteinander verbrückt sind. Durch einfaches Vermischen in einer Lösungsflüssigkeit ist es Cronin gelungen, diese Polyoxometallate dazu zu bringen, sich schalenartig um die Lösung zu zellähnlichen Kugeln anzuordnen.

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Diese Schalenschicht kann sogar weiter dahingehend modifiziert werden, dass diese Eigenschaften annimmt, wie sie auch anhand von Membranstrukturen und Zellwänden biologischer Zellen zu finden sind, die beispielsweise einen Chemikalienaustausch ermöglichen. Dadurch könnte die Membrane sogar, wie spezialisierte biologische Zellen, eine ganze Bandbreite chemischer Reaktionen in ihrem Innern kontrollieren.

Dem Team um Cronin, gelang sogar die Herstellung von "Zellen innerhalb von Zellen" (s. Abb. u. Video). Solche Systeme könnten als "Gefäße" für mehrstufige Reaktionen dienen.


Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten


"Das große Ziel ist aber die Herstellung künstlicher chemischer Zellen mit Eigenschaften, die denen lebender Systeme ähneln. Die Wissenschaftler erhoffen sich Hinweise, wie sich das Leben vor Milliarden Jahren aus einer 'anorganischen Welt' entwickeln konnte, und ob es möglich ist, Metallzellen als Plattform für die Entwicklung einer nicht-organischen 'anorganischen Biologie' im Labor zu verwenden", erläutert die Pressemitteilung des Fachmagazins "Angewandte Chemie", in dem die Entdeckung aktuell veröffentlicht wurde.

Erste Ergebnisse weiterer Experimente legen laut Cronin zudem nahe, dass Membrane erzeugt werden können, die unter Lichtzufuhr Wasser in Wasserstoff-Ionen, Elektronen und Sauerstoff auftrennen können – ein erster Schritt also zur Photosynthese. Auch werde es wahrscheinlich möglich sein, weitere Phasen der Energiegewinnung mittels Licht zu erreichen. "Wenn wir dann alle diese Facetten kombinieren, könnten wir eine sich selbst versorgende Zelle mit einem pflanzenähnlichen Stoffwechsel zu erzeugen."

Sollten sich Cronins Theorien erfolgreich bestätigen lassen, hätte dies auch gravierende Auswirkungen auf mögliche Formen außerirdischen Lebens. "Es gibt eine große Wahrscheinlichkeit, dass es im All Lebensformen gibt, die nicht auf Kohlenstoff basieren", zitiert der "NewScientist" den japanischen Wissenschaftler Tadashi Sugawara von der "University of Tokyo". "Auf Merkur ist das vorhandene Material beispielsweise sehr unterschiedlich als auf der Erde. Dort könnte es Kreaturen geben, die etwa aus anorganischen Elementen besteht. (...) Cronin ist von einem solchen Szenario sicherlich noch weit entfernt. Aber er hat den Weg dahin aufgezeigt."

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / newscientist.com / onlinelibrary.wiley.com/journal/10.1002/(ISSN)1521-3757

Extremophile: Irdische Mikroorganismen überleben simulierte Bedingungen auf Jupitermond Europa

Der Jupitermond Europa | Copyright: NASA/JPL/University of Arizona

Buenos Aires/ Argentinien - Erst kürzlich haben Berechnungen gezeigt, dass irdisches Leben in Form von Mikroorganismen mit Meteoriden von der Erde bis ins Jupitersystem gelangen könnte (...wir berichteten). Ob diese, dort angekommen, etwa auf den Monden des Gasplaneten, überleben und sogar gedeihen könnten, hängt von den vor Ort herrschenden Umweltbedingungen ab. Argentinische Wissenschaftler haben nun die Umweltbedingungen auf dem Jupitermond Europa simuliert und festgestellt, dass neben einem extrem widerstandsfähigen Bakterium auch eine Archaeenart auf der Oberfläche des Mondes überleben könnten, von dem Wissenschaftler annehmen, dass er unter seinem dicken Eispanzer einen gewaltigen Wasserozean verbirgt, in dem es auch Leben geben könnte.

Wie das Team um Ximena Abrevaya von der "Universidad de Buenos Aires" vorab auf "arxiv.org" berichtet, erzeugten sie zunächst ein Vakuum, wie es auch auf der Oberfläche von Europa existiert und platzierten darin drei Arten von Mikroorganismen: Die salzliebenden Archaeen "Natrialba magadii" und "Haloferax volcanii" sowie das stark strahlungsresistente Bakterium "Deinococcus radiodurans". Danach beschossen sie die Kreaturen mit jener Dosis an ultravioletter Strahlung, wie sie Forscher auf Europa erwarten.

Während keine Exemplare von "Haloferax volcanii" die Europa-Simulation überlebten, überstanden hingegen kleine Mengen von "Natrialba magadii" und "Deinococcus radiodurans" die besondere Strahlenbehandlung.

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Während die Widerstandsfähigkeit gegen hohe Strahlenwerte, Vakuumumgebungen, Säure, Kälte und Dehydration des Bakteriums "Deinococcus radiodurans" bereits bekannt war (...wir berichteten, s. Links), waren die Wissenschaftler vom Überleben der Archaeen vom Typ "Natrialba magadii" überrascht.

Allerdings, so streicht der "The Physics arXiv Bog" (technologyreview.com/blog/arxiv) heraus, dauerte die bisherige Simulation der Umwelt auf der Oberfläche des Jupitermondes nur drei Stunden. Eine Reise bis ins Jupitersystem würde für Auswurfmaterial von der Erde hingegen viele zehntausende Jahre dauern. Eine Aussage darüber, ob sich die Bakterien auch dauerhaft auf Europa wohl fühlen, geschweige denn dort überhaupt noch in überlebensfähigen Zustand ankommen würden, kann aus den bisherigen Experimenten also nicht abgeleitet werden. Zugleich verweisen die Kommentatoren aber auch auf dem Umstand, dass die Reise an Bord eines irdischen Raumschiffs, wesentlich kürzer dauern würde und die extremen Überlebenskünstler somit schon längst auf unterschiedlichen Himmelskörpern, wie etwa auch auf dem Mars, angekommen sein könnten.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / arxiv.org / technologyreview.com/blog/arxiv

Kepler entdeckt weiteres Mehrfach-Planetensystem

Grafische Darstellung der Umlaufbahnen der Planeten um den fernen Stern "Kepler-18" im Vergleich zur Umlaufbahn von Merkur (gestrichelte Linie), dem innersten Planeten unseres Sonnensystems (oben). Die untere Grafik zeigt einen Größenvergleich des "Kepler-18"-Systems mit Erde und Sonne. | Copyright: Tim Jones/McDonald Obs./UT-Austin

Nantes/ Frankreich - Astronomen haben mit den NASA-Weltraumteleskop "Kepler" ein weiteres Mehrfach-Planetensystem entdeckt, in dem neben einer Super-Erde auch zwei Gasplaneten von der Größe des Neptuns in Resonanz miteinander ihr Zentralgestirn eng umkreisen.

Wie das Team um Bill Cochran von der "The University of Texas" auf dem "European Planetary and Science Congress" im französischen Nantes berichteten, handelt es sich um ein Planetensystem aus mindestens drei Planeten, die den sonnenähnlichen Stern "Kepler-18" umkreisen. Ihre Entdeckung werden die Forscher auch in der Kepler-Sonderausgabe der Fachzeitschrift "The Astrophysical Journal" darlegen.

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"Kepler-18" ist rund 10 Prozent größer als unsere Sonne und besitzt rund 97 Prozent ihrer Masse. Möglicherweise beherbergt das Planetensystem um den fernen Stern zudem noch weitere bislang noch nicht entdeckte Planeten.

Alle drei Planeten (Kepler-18b, -c und -d) umkreisen ihren Stern noch dichter als in unserem Sonnensystem der innerste Planet Merkur die Sonne. Der seinem Stern am nächsten gelegene Planet, "Kepler-18b" benötigt für diese Umrundung nur 3,5 Tage, wiegt etwa 6,9 mal so viel wie die Erde, ist etwa doppelt so groß und gilt damit als sogenannte "Super-Erde".

"Kepler-18c" weist bei der 5,5-fachen Größe der Erde rund 17 Erdenmassen auf und umkreist seinen Stern einmal alle 7,6 Tage. "Kepler-18d" hingegen ist etwa siebenmal so groß wie die Erde, wiegt deren 16-fache Masse und hat eine 14,9 Tage dauernde Umlaufzeit. Größe und Masse dieser beiden Planeten qualifiziert sie als Planeten niedriger Dichte der sogenannten "Neptun-Klasse".

Die beiden "Neptune" umkreisen ihren Stern mit einer sogenannten Bahnresonanz von 2:1. Das bedeutet, dass "Planet c" während einer Umrundung von "Planet d" seinen Stern genau zweimal umkreist.

Aufgrund der großen Nähe zu ihrer "Sonne" ist es auf allen drei Planeten allerdings zu heiß, um Leben nach irdischem Vorbild zu ermöglichen.

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Weltraumteleskop Kepler findet ungewöhnliches Planetensystem
3. Februar 2011

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / utexas.edu
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