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Mittwoch, 12. Oktober 2011

Forscher wollen 2012 in antarktischem See nach Urzeit-Leben bohren

Das britische Camp am Lake Ellsworth | Copyright/Quelle: Neil Ross / University of Edinburgh, antarctica.ac.uk

Antarktis - Drei Kilometer unter dem Eis der westlichen Antarktis verborgen, befindet sich der Ellsworth-See (Lake Elsworth). Britische Forscher wollen diesen See nun erstmals anbohren. Da der See seit mindestens einer halben Million Jahre von der Oberfläche abgeschlossen ist, hoffen die Forscher in seinem Innern auf urzeitliche Lebensformen zu stoßen, die dann auch Rückschlüsse auf außerirdisches Leben ermögliche könnten.

Der Ellsworth-See beinhaltet möglicherweise Mikroben, Bakterien und andere Formen einfachen Lebens, wie sie seit mindestens einer halben Million Jahre von der Evolution an der Oberfläche isoliert waren und sich entweder gar nicht mehr oder gänzlich anders weiterentwickelt haben könnten.

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Auch aus klimawissenschaftlicher Sicht könnten etwa Sedimentproben vom Boden des Sees wichtige Einblicke in die vergangene Geschichte der Westantarktischen Eisdecke ermöglichen, von der Wissenschaftler glauben, dass sie bereits in der Vergangenheit geschmolzen und kollabiert ist - ein Schicksal, dass sich aktuell zu wiederholt.

Konzept der Beprobung des Lake Ellsworth. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer Animation des Vorhabens zu gelangen.) | Copyright/Quelle: antarctica.ac.uk

Von dem Fund urzeitlichen Lebens erhoffen sich die Forscher von acht britischen Universitäten, der "British Antarctic Survey" und dem "National Oceanography Centre" zudem Einblicke in die Verbreitung extrem überlebensfähiger Lebensformen (Extremophile), wie sie möglicherweise auch auf eisigen Himmelskörpern, wie beispielsweise in den ebenfalls unter kilometerdicken Eispanzern verborgenen Ozeanen der Saturn- und Jupitermonden Enceladus und Europa existieren könnten.

Ein ähnliches Unterfangen russischer Wissenschaftler, die den antarktischen Wostok-See anbohren wollen (...wir berichteten), liegt derzeit aufgrund technischer Probleme buchstäblich "auf Eis". Die britischen Kollegen zeigen sich derzeit zuversichtlich. Noch diese Woche wollen die Wissenschaftler in die Antarktis reisen, um die Arbeiten vorzubereiten und dann im Oktober 2012 mit der Bohrung zu beginnen. Eines der wichtigsten Ziele der Arbeiten ist es, die Kontamination des isolierten Seewassers mit oberirdischen Mikroben zu vermeiden.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / antarctica.ac.uk

Weitere Informationen zu den Ergebnissen der Orang-Pendek-Expedtion

Das Logo der Sumatra-Expedition des CFZ 2011 | Copyright: cfz.org.uk

London/ England - Ende September von der Suche nach dem "kleinen Yeti Sumatras" aus den Regenwäldern des Kerinchi-Seblat-Nationalpark zurückgekehrt (...wir berichteten, s. Links), hat Richard Freeman, zoologischer Direktor des britischen "Centre for Fortean Zoology" (cfz.org.uk) in einem Zeitungsartikel weitere Informationen zu den Ergebnissen der Forschungsreise zusammengefasst und zugleich auch schon Pläne für nächste Expeditionen vorgestellt.

Der im Regenwaldboden gefundene Handabdruck (...wir berichteten), so der Forscher im "The Guardian", unterscheide sich mit seiner nahezu dreieckigen Handfläche, dem kurzen Daumen und den verhältnismäßig dicken und wurstigen Fingern deutlich von der eher dünn- und langfingrigen Handanatomie von Orang-Utans. "Der Handabdruck gleicht viel eher dem eines kleinen Gorillas, aber mit einer etwas runderen Handfläche."

Die bisherige Durchsicht von hunderten von Fotos der automatischen Kamerafallen habe keine Treffer, also Aufnahmen des "kleinen Waldmenschen", ergeben.

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Stattdessen erfuhren die Forscher von einer weiteren kleinen und ungewöhnlichen Kreatur, die laut Augenzeugen und Legenden die Regenwälder des Nationalparks bewohnen soll: Beim sogenannten "Orang-Kardil" (kleiner Mann) soll es sich um eine kleine Menschenart handeln, die gerade einmal knapp einen Meter Groß werde, sich aber deutlich vom etwas größeren und eher affenartigen Orang-Pendek unterscheiden soll. Laut den Berichten sollen Orang-Kardils nackt aber mit Ausnahme des Kopfes nahezu haarlos sein und im Regenwald mit vergifteten Pfeilen jagen. Bei den Anwohnern entsprechender waldnaher Gebiete, gilt der "Orang-Kardil" auch als Lebensmitteldieb. Aus einigen Erzählungen gehen sogar tragische Ereignisse hervor, die sich beim Zusammentreffen von Menschen mit Orang-Kardil ergeben hatten und in welchen sowohl menschliche Jäger noch 1981 ein Exemplar der "kleinen Männer" getötet haben, dann jedoch im Gegenzug von Orang-Kardils ermordet worden sein sollen.

Derartige Berichte bringt Freeman in seinem Artikel zum einen in eine mögliche Verbindung mit den Fossilienfunden des sogenannten Floresmenschen (Homo floresiensis) auf der indonesischen Insel Flores und kommt zum anderen daran anschließend zu der Frage, ob es sich bei dem affenartigen, jedoch aufrecht gehenden Orang-Pendek und dem eher menschenartigen Orang-Kardil auch, wie dies viele Forscher mittlerweile vom Floresmenschen annehmen, um überlebende Australopithecinen handeln könnte. "Zwar gab es meines Wissens schon seit einigen Jahrzehnten keine konkreten Berichte mehr über Orang-Kardils", so Freeman, "doch sind die Wälder Sumatras ach sehr dicht und tief und kaum jemand dringt für gewöhnlich in ihr Inneres vor."

Berichte der Anwohner eines teilweise landwirtschaftlich genutzten Gebietes an der Grenze zum Dschungel, an dem eine Gruppe der Kryptozoologen ihr "Camp A" aufgestellt hatte (...wir berichteten), gaben den Forschern Hinweise darauf, dass die dort immer wieder gesichteten Orang-Pendeks, offenbar auf Nahrungssuche, zusehends ihre Scheu vor dem Menschen zu verlieren scheinen. "An diesem Ort erscheint mir die Wahrscheinlichkeit, dass wir zukünftig eine Nahebegegnung mit einem Orang-Pendek haben werden und die Wesen dann auch auf Film festhalten können, am größten."

Zu diesem Zweck, so blickt Freeman voraus, sollen schon im kommenden Jahr hier permanente Kamerafallen installiert werden, die dann einmal im Monat überprüft werden sollen.

Gipsabguss des entdeckten Handabdrucks | Copyright: Adam Davies, extreme-expeditions.com

Die in der Nähe des Handabdrucks gefundenen Haare seien bereits für DNA-Analysen zu den Experten Prof. Bryan Sykes, Prof. Todd Disotell, Dr. Tom Gilbert und Lars Thomas geschickt worden. Erste konkrete Ergebnisse werden jedoch erst in einigen Wochen bzw. Monaten erwartet. Kopien des Handabdrucks sollen schon bald von führenden Primatologen untersucht und entsprechend eingeordnet werden.

Auf zukünftigen Expeditionen wollen die Forscher dann auch tiefer in den Regenwald vordringen: "Neben dem Orang-Pendek gibt es hier möglicherweise noch zahlreiche andere die für Kryptozoologen interessante Kreaturen. So berichten Anwohner immer wieder über gewaltige Pythons und eine sehr aggressive Raubkatze, deren Aussehen dem von prähistorischen Säbelzahntigern gleicht und die vor Ort als 'Cigau' bezeichnet wird."

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / cfz.org.uk / guardian.co.uk

Studie zeigt: "Glaube macht glücklich - aber nicht überall"

Archiv: Betender Junge | Copyright: Fabian Bolliger, cc-by-sa 3.0

Berlin/ Deutschland - Psychologen der "Humboldt-Universität zu Berlin" und der "University of Southampton" haben in einer aktuellen Studie den Mehrwert von Religion untersucht und kommen darin zu dem Schluss, dass Religiosität nur in religiösen Ländern mit einem besseren psychischen Wohlbefinden zusammenhängt. In Ländern wie Deutschland, in denen religiöser Glaube weniger zur gesellschaftlichen Norm gehört, zeigten sich so gut wie keine Unterschiede im Wohlbefinden und im Selbstwerterleben zwischen Gläubigen und Nichtgläubigen.

"Jahrzehntelang wurde in der wissenschaftlichen Diskussion davon ausgegangen, dass sich Religiosität per se positiv auf unsere Psyche und Gesundheit, ja sogar auf unsere Lebenserwartung auswirkt", erläutert die Pressemitteilung der Berliner Universität (hu-berlin.de). Das Forschernetzwerk um Dr. Jochen Gebauer von der "Humboldt-Universität zu Berlin", Prof. Dr. Constantine Sedikides von der "University of Southampton" und Dr. Wiebke Neberich von der Partnervermittlung "eDarling" hat nun anonymisierte Daten von über 200.000 Mitgliedern der Online-Partnervermittlung aus elf europäischen Ländern zu diesem Thema analysiert.

Die Wissenschaftler verfolgten hierbei folgende Fragestellung: Gibt es einen generellen Zusammenhang zwischen Religiosität und psychischer Gesundheit, oder geht es religiösen Menschen nur in Kulturen besser, in denen Religiosität gesellschaftlich weit verbreitet und als etwas Gutes und Erstrebenswertes angesehen wird?

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Die Befunde, so die Forscher, zeichnen ein klares Bild: "Gläubige fühlten sich besser in Ländern, in denen Religiosität verbreitet und gesellschaftlich angesehen ist." Sie zeigten ein höheres psychisches Wohlbefinden und hatten ein stärkeres Selbstwertgefühl. Dies sind Länder, wie beispielsweise die Türkei, Polen und Russland. In Ländern, in denen Religiosität keine große Rolle spielt, wie beispielsweise Schweden, Deutschland und Frankreich, unterschieden sich die Gläubigen nur sehr wenig von den Nichtgläubigen – die positiven Effekte von Religiosität blieben demnach weitgehend aus. "Möglicherweise entsteht der positive Effekt des Glaubens auf unsere Gesundheit durch die Wertschätzung, die man als religiöser Mensch von seiner sozialen Umwelt erfährt. Eine hohe Wertschätzung von den Mitmenschen fördert das psychische Wohlergehen. Dieser Effekt bleibt natürlich aus, wenn Religiosität in der jeweiligen Gesellschaft keine besondere Bedeutung hat", sagt Dr. Jochen Gebauer, Mitautor der Studie.

Die Studie wurde vom wissenschaftlichen Fachjournal "Psychological Science" zur Veröffentlichung akzeptiert.

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Quellen: hu-berlin.de / grenzwissenschaft-aktuell.de

Studie: Aggressive Grundschüler bevorzugen brutale Computerspiele

Archiv: Kind beim Computerspiel | Copyright: NASA/Sean Smith

Lüneburg/ Deutschland - Grundschulkinder, die durch aggressives Verhalten auffallen, spielen deutlich lieber als ihre Klassenkameraden Computer- oder Videospiele mit brutalen Inhalten. Dieses Verhalten verfestigt sich mit fortschreitendem Alter, weswegen die Forscher auch von einem möglichen Einstieg in eine Abwärtsspirale sprechen.

- Bei dieser Meldung handelt es sich um eine Pressemitteilung der "Leuphana Universität Lüneburg", leuphana.de


Die Wissenschaftler (der "Leuphana Universität Lüneburg" und der "Universität Hohenheim") hatten mehr als 300 Dritt- und Viertklässler im Abstand von einem Jahr zu den von ihnen favorisierten Spielen befragt. Die Studie ist in der renommierten Zeitschrift "Media Psychology" erschienen.

An der Studie nahmen 324 Dritt- und Viertklässler aus verschiedenen Stadtvierteln Berlins teil. Die Kinder sollten im Abstand von einem Jahr unter anderem zu ihren Spielgewohnheiten Auskunft geben. Außerdem sollten sie Mitschüler benennen, die aus ihrer Sicht durch Schimpfworte oder durch Handgreiflichkeiten wie Hauen oder Schubsen auffallen. Zu diesem Punkt befragten die Wissenschaftler auch die jeweiligen Klassenlehrer.

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Ein Ergebnis: Computer- und Videospiele stehen schon bei Grundschulkindern hoch im Kurs. 91 Prozent der Acht- bis Zwölfjährigen gaben bei der Erstbefragung zumindest ein digitales Lieblingsspiel zu Protokoll. Bei der Zweitbefragung ein Jahr später standen dann häufig ganz andere Spiele an der Spitze. "Die meisten Kinder probieren anfangs unterschiedliche Angebote aus und entwickeln erst mit der Zeit eine ausgeprägte Vorliebe für ein Spiel oder ein Spielegenre", erklärt die Studienleiterin Professor Dr. Maria von Salisch von der "Leuphana Universität Lüneburg".

Ein zweiter wichtiger Punkt: Der Spielemix aggressiver Mädchen und Jungen ist gewalthaltiger als der ihrer Klassenkameraden. "Die weniger aggressiven Klassenkameraden probieren zwar auch gewalthaltige Spiele aus, entwickeln aber seltener eine Präferenz für dieses Genre", erläutert Jens Vogelgesang von der "Universität Hohenheim".

Bei aggressiven Kindern besteht das Risiko, dass sich ihre Vorliebe für brutale und blutige Bildschirmspiele mit der Zeit verfestigt. Der Umkehrschluss gilt jedoch nicht: Die Forscher konnten keine Belege dafür finden, dass sich das Spielen der gewalthaltigen Spiele auf die Aggressivität der Grundschulkinder auswirkt. "Das ist die medienpädagogisch gute Nachricht unserer Studie", resümiert Jens Vogelgesang. "Allerdings gilt das ausdrücklich nur für die von uns erstmals in einer Wirkungsstudie untersuchte Altersgruppe der Acht- bis Zwölfjährigen."

Bei älteren Jugendlichen sind negative Auswirkungen brutaler Bildschirmspiele auf das Verhalten dagegen sehr wohl belegt. Die Entwicklungspsychologin Maria von Salisch möchte denn auch keine Entwarnung geben: "Wir können nicht ausschließen, dass eine verfestigte Vorliebe für gewalthaltige Bildschirmspiele nicht vielleicht doch im Laufe einer Spielerkarriere zu einer größeren Gewaltbereitschaft führen kann."

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