https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de


Donnerstag, 13. Oktober 2011

Forscher messen erstmals Oberflächentemperatur des frühen Mars

Der Mars-Meteorit Allan Hills (ALH) 84001 | Copyright: NASA

Pasadena/ USA - Zum ersten Mal ist es Wissenschaftlern gelungen, die Oberflächentemperatur des frühen Mars direkt nachgewiesen und bestätigen damit zugleich bisherige Theorien, wonach der Mars einst wesentlich wärmer und feuchter war als heute.

Durch die Isotopen-Analyse von Kohlenstoffmineralien, die im Innern des rund vier Milliarden Jahre alten Marsmeteoriten "ALH84001" gefunden wurden, konnten die Forscher um Woody Fischer vom "California Institute of Technology" (Caltech) nachweisen, dass diese bei rund 18 (+/- 4) Grad Celsius entstanden waren.

Die Gewissheit über diese gemäßigte "Raumtemperatur" ist entscheidend für ein Verständnis der klimatischen Vergangenheit des Roten Planeten. Zwar gibt es geologische Hin- und Beweise für einstiges fließendes Wasser auf der Marsoberfläche wie alte Flussdelta, Fluss- und Seebetten und mineralische Ablagerungen, die so nur unter Anwesenheit von flüssigem Wasser entstanden sein konnten (...wir berichteten, s. Links). Direkt gemessene Daten über einst gemäßigte Temperaturen, statt der heutigen durchschnittlichen minus 63 Grad Celsius, lagen bislang jedoch noch nicht vor.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

"Unsere Messungen belegen nun eindeutig, dass zumindest der Ursprungsort des Meteoriten für mindestens einige wenige Stunden ein erdähnliches Klima aufwies", erläutert John Eiler, neben Itay Halevy vom israelischen "Weizmann Institute of Science", Mitautor der aktuell im "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS) veröffentlichten Studie.

"ALH84001" wurde 1984 in den antarktischen Allan Hills entdeckt und stammt ursprünglich aus einigen Metern Tiefe unterhalb der Marsoberfläche, aus der der Brocken selbst vor rund 16 Millionen Jahren durch einen Meteoriten herausgeschlagen und Richtung Erde katapultiert wurde, wo er seit rund 13.000 Jahren auf seine Entdeckung wartete. Schon 1996 sorgte der Marsmeteorit für Aufsehen, als Wissenschaftler darin Mineralablagerungen entdeckten, die sie für fossile Marsmikroben hielten. Der tatsächliche Ursprung dieser Mineralien ist bis heute umstritten (...wir berichteten, s. Links).

Inhalt kontroverser Diskussionen um mögliches Marsleben: Mineralische Rückstände im Marsmeteorit "ALH84001". | Copyright/Quelle: NASA

Die neuen Daten legen zudem nahe, dass diese Mineralien in Anwesenheit von Wasser entstanden waren, welches in kleinste Risse und Öffnungen ins Innere des Gesteins unmittelbar unterhalb der Marsoberfläche eingedrungen war. "Als das Wasser dann verdampfte, gaste der Stein Kohlendioxid aus und die gelöste Substanz konzentrierte sich im Wasser zusehends. Danach verbanden sich die Mineralien mit den gelösten Kohlenstoff-Ionen zu den vorgefundenen Kohlenstoffmineralien, die dann im Stein verblieben und nach uns nach verdunsteten."

Da der beschriebene Vorgang jedoch gerade einmal wenige Stunden beansprucht, seien die aktuellen Messungen selbst nicht geeignet, als Beweis für die einstige Lebensfreundlichkeit des Mars zu herangezogen zu werden. Auch, ob es sich bei "ALH84001" um ein ungewöhnliches Einzelstück handelt oder ob er exemplarisch für weite Teile der einstigen Marsoberfläche betrachtet werden kann, bleibt weiterhin offen.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
NASA-Wissenschaftler: "Außerirdische Fossilien in Meteoriten entdeckt"
7. März 2011
Forscher: Marsmeteorit ALH84001 ist kein Beweis für außerirdisches Leben
4. Dezember 2010
Neue Studie: Doch biologische Fossilien in Marsmeteorit?
26. November 2009
Mars-Meteorit ALH 84001 lag einst in lebensfreundlichem Wasser
2. September 2009

Wissenschaftsstreit: Kontroverse um mögliche Mars-Fossilien
26. November 2008

Bücher zum Thema:

- - -

Quelllen: grenzwissenschaft-aktuell.de / caltech.edu

Kryptozoologe Dr. Jeff Meldrum kommentiert überzogene Medienberichte über sibirische Yeti-Beweise

Archiv: Dr. Jeff Meldrum | Copyright: J. Meldrum / isu.edu/rhi

Pocatello/ USA - Schon kurz nachdem vergangene Woche eine Konferenz die Gründung eines akademischen Instituts zur Erforschung des sibirischen Schneemenschen feierte (...wir berichteten), zitierten internationale Medien vornehmlich die örtlichen Tourismusbehörden mit der Behauptung, die ebenfalls durchgeführte Expedition ins Shoria-Bergland habe "eindeutige Beweise für die Existenz des sibirischen Schneemenschen gefunden". Beteiligte Kryptozoologen bewerten die Ergebnisse der "Expedition" hingegen behutsamer.

In einem Kommentar an den Kryptozoologen Loren Coleman (cryptomundo.com) erklärte der Konferenzteilnehmer Dr. Jeff Meldrum, Anthropologe an der "Idaho State University" und weltweit einer der führenden Sasquatch-Experten, dass die Konferenz selbst zwar wirklich produktiv und erhellend gewesen sei. "Die sogenannte Expedition, war hingegen tatsächlich kaum mehr, als eine Exkursion, bei der einige Orte besucht wurden, um ein Gefühl für die Situation vor Ort zu bekommen."

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

"Leider versetzten die Organisatoren die Teilnehmer (angesichts der eingeladenen Medien und entsprechenden Erklärungen) in eine eher unangenehme Lage.

Dennoch konnte ich gestern einen Tag mit Dimitri Pirkulov und Vadim Makarov, einem Vertreter der neuen Generation von vertrauenswürdigen Forscher und einem Vertreter der alten Garde, verbringen. Dabei hatte ich auch die Gelegenheit, neue Gipsabgüsse von (vor Ort gefundenen) Fußabdrücken in Augenschein zu nehmen. Für mich persönlich war dies eines der Highlights meiner Erlebnisse in Russland."

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

Konferenz und Expedition eröffnen akademisches Forschungsinstitut über den russischen Schneemenschen
8. Oktober 2011
Almas: Russischer Kryptozoologe plant staatliches Institut zur Erforschung des russischen Yetis
26. März 2011
Akademisches Fachjournal für Bigfoot-Forschung gegründet

8. September 2011
Forscher fordert Anthropologie heraus: Aktuelle Neandertaler-Rekonstruktionen sind grundlegend falsch - Neandertaler waren Raub-Primaten
23. Mai 2011

Denisova-Mensch war weder Neandertaler noch moderner Mensch

26. Dezember 2010
Zum Fund der neuen Menschenform in Sibirien: Fanden Forscher alten Yeti-Knochen?
27. März 2010
Sensationsfund: Unbekannte Menschenart in Sibirien entdeckt
25. März 2010
Almas-Expedition: Forscher widerspricht Medienberichten

15. Oktober 2010
Russlands Yeti: Expedition findet keine Hinweise auf den Almas
14. Oktober 2010
Expedition will sibirischen Yeti und UFOs suchen
6. September 2010
Jäger retten ertrinkenden Yeti

30. April 2010
Zum Fund der neuen Menschenform in Sibirien: Fanden Forscher alten Yeti-Knochen?
27. März 2010
Sensationsfund: Unbekannte Menschenart in Sibirien entdeckt
25. März 2010
Expedition startet Suche nach sibirischem Yeti
24. März 2009
Rätselhaft: Universitäts-Expedition sucht sibirischen Yeti
19. Februar 2009
Update: Weitere Informationen zur sibirischen Yeti-Expedition
20. Februar 2009
Update: Weitere Ungereimtheiten und Spekulationen zur Yeti-Expedition in Sibirien
22. Februar 2009

Erste genaue Informationen zur sibirischen Yeti-Expedition

26. Februar 2009

Bücher zum Thema:

- - -


Quellen: cryptomundo.com / grenzwissenschaft-aktuell.de

Weltraumteleskop nähert sich 2017 der Sonne so nah wie nie zuvor

Künstlerische Darstellung des "Solar Orbiter" | Copyright: NASA/ESA

Potsdam/ Deutschland - Am 4. Oktober 2011 hat die Europäische Weltraumbehörde "ESA" sich für die Umsetzung des bisherigen Pläne für eine Weltraummission mit dem Namen "Solar Orbiter" zur Erforschung unserer Sonne entschieden. Der Start der Mission ist für 2017 geplant.

Auch Wissenschaftler und Ingenieure des "Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam" (AIP) entwickeln und konstruieren für das Röntgenteleskop STIX ("Spectrometer/Telescope for Imaging X-rays“) an Bord des "Solar Orbiter" eine 55 Zentimeter lange Teleskopröhre.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Unter Beteiligung der NASA soll sich der "Solar Orbiter" unserem Zentralgestirn bis auf eine Distanz von nur etwa einem Viertel der Erdumlaufbahn annähern und um die Sonne kreisen. Nach drei Jahren Flugzeit wird der Satellit mit dem Sammeln von Beobachtungsdaten beginnen. "Mit dieser Mission wird es für die Wissenschaftler erstmals möglich sein - ähnlich wie bei geostationären Satelliten - einen bestimmten Ort auf der Sonnenoberfläche über einen längeren Zeitraum aus der Nähe und aus gleich bleibender Perspektive zu betrachten", erläutert die AIP-Pressemitteilung. "Dies ist beispielsweise für die Beobachtung der Entwicklung von Sonnenflecken, von Sonneneruptionen und für das Verständnis des solaren Magnetfeldes und seiner Mechanismen wichtig."

Die Sonnenforscher am AIP sind vor allem an der Erforschung von hochenergetischen Teilchen, die bei Sonneneruptionen freigesetzt werden, interessiert. Deshalb baut das AIP auch elektronische Komponenten für die Teilchendetektoren EPD ("Energetic Particle Detector") in Zusammenarbeit mit der "Christian-Albrechts-Universität" zu Kiel. Sonneneruptionen haben auch einen unmittelbaren Einfluss auf die Erde, unser Klima und unsere technische Zivilisation. Dieser Zusammenhang wird als "Weltraumwetter" bezeichnet.

"Mit einer Vielzahl von Instrumenten wird 'Solar Orbiter' aus nächster Nähe und aus einer einzigartigen Perspektive heraus versuchen, Antworten auf viele noch offene Fragen der Sonnenphysik zu liefern und eröffnet somit ein neues Kapitel in der Sonnenforschung."

Hintergrundinformationen (engl.) über die Mission "Solar Orbiter"

Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten


WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

Können Kometen Sonneneruptionen verursachen?
4. Oktober 2011
Sonnensturm 2012: NASA-Studie über soziale und ökonomische Auswirkungen einer Super-Sonneneruption
23. Januar 2009

Bücher zum Thema:

- - -

Quellen: aip.de / grenzwissenschaft-aktuell.de
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE