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Donnerstag, 20. Oktober 2011

Neuentdeckte Spiralarme in protoplanetaren Scheiben deuten auf bislang verborgene Planeten

Doppelspiralstruktur der protoplanetaren Scheibe um den (auf diesem Bild blockierten) Stern "SAO 206462". | Copyright: NAOJ/Subaru

Greenbelt/ USA - Eine neue Aufnahme der Scheibe aus Staub und Gasen um einen sonnenähnlichen Stern zeigt erstmals eine spiralarmförmige Struktur einer solchen sogenannten protoplanetaren Scheibe, aus der heraus Planeten entstehen können. Diese Struktur könnte nun auch Hinweise auf in dieser Scheibe bereits vorhandene, bislang jedoch unerkannte Planeten geben.

"Detailgenaue Computersimulationen haben uns aufgezeigt, dass diese Spiralarme von der Schwerkraft von in der protoplanetaren Scheibe verborgenen Planeten erzeugt werden können und die neue Aufnahme zeigt uns nun genau eine solche Struktur", erläuterte die Astronomin Carol Grady vom "Goddard Space Flight Center" der NASA die Entdeckung auf der "Signpost of Planets"-Konferenz in Greenbelt.

Entdeckt wurde die ungewöhnliche Form der protoplanetaren Scheibe um den sonnenähnlichen Stern "SAO 206462" im Rahmen der fünfjährigen Studie "Strategic Exploration of Exoplanets and Disks with Subaru" (SEEDS), die sich auf Exoplaneten und Sternenscheiben mit dem "Subaru Telescope" auf dem Mauna Kea auf Hawaii konzentrierte. "SAO 206462" befindet sich im Sternbild Wolf (Lupus) rund 456 Lichtjahre von der Erde entfernt. Astronomen vermuten, dass das System gerade einmal neun Millionen Jahre alt ist und die protoplanetare Scheibe rund 22 Milliarden Kilometer, also fast der doppelten Entfernung wie die Umlaufbahn des Pluto um die Sonne, ihren Stern umgibt.

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Die zweiarmige Spiralstruktur könnte laut den Simulationen der Forscher von jeweils einem einzelnen, also insgesamt zwei Planeten in den sich gegenüberliegenden äußeren Rändern der Gas- und Staubscheibe erzeugt worden sein.

Computersimulation zur Entstehung der Spiralarmstruktur der protoplanetaren Scheibe um "SAO 206462" | Copyright: Goddard Space Flight Center/NASA/NCSA

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Allerdings zeigen sich auch die an der Untersuchung beteiligten Astronomen noch vorsichtig mit eindeutigen Schlussfolgerungen, könnten doch auch noch andere Prozesse zur Form der protoplanetaren Schiebe geführt haben.

Bücher zum Thema:

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov

UFOs, Bigfoot & Geister: Das Ende unscharfer Beweisfotos ist nah!

UFO oder Vogel, Foto von 2008 (...wir berichteten). | Copyright/Quelle: Kevin Barbery, thesun.co.uk

Los Angeles/ USA - Zumindest wenn es um Beweisfotos geht, so ist die Geschichte der Grenzwissenschaften und Anomalistik leider auch eine Geschichte zahlreicher unscharfer und verwackelter Aufnahmen von angeblichen UFOs, Geistern und legendären Wesen wie Bigfoot, Yeti oder dem Ungeheuer von Loch Ness. Die Zeiten derart "verwackelten Bildchen" könnte jedoch schon bald zu Ende sein, sollte es eine neue Bildbearbeitungssoftware des Marktführers Adobe in praktische Anwendungsprogramme wie Photoshop & Co schaffen.

Für Kritiker immer wieder ein Grund für Spott und Hohn, blieb Augenzeugen und Fotografen, angesichts oft extrem flüchtiger und kurzlebiger Phänomene, Erscheinungen und Sichtungen, oft nicht mehr, als mit der Fotokamera, deren Verschlusszeiten (oft eine Frage automatischer Einstellungen usw.) zu langsam eingestellt waren, als das gesehene Objekt noch im letzten Moment zu "knipsen". In anderen Fällen tat die verständliche Aufregung der Zeugen ihr übriges, um von einer Nahebegegnung meist nur ein verschwommen-verwischtes Etwas zu hinterlassen. Für eine kritische Beurteilung nicht mehr verwendbar.

Abhilfe in der Frage "was" auf derartigen Fotos tatsächlich zu sehen ist, könnte schon in absehbarer Zukunft eine Bildbearbeitungssoftware bringen, die auf der alljährlich in Los Angeles stattfindenden "MAX"-Konferenz der Softwarefirma "Adobe" vorgestellt wurde. Der Marktführer in Sachen Text- und Bildverarbeitung stellt auf diesen Veranstaltungen immer wieder gerne auch Ausblicke auf Anwendungen vor, die derzeit noch in der Entwicklung aber in vielen Fällen schon kurz vor der Marktreife stehen.

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Genau eines der Highlights der "MAX 2011" war die Präsentation einer Bildbearbeitungssoftware für Fotos, mit der ein wahres Wunder technische Wirklichkeit zu werden scheint und die aus verwackelten und unscharfen Aufnahmen, deutliche Fotos zaubert. Selbst die Rekonstruktion unkenntlicher Schrift, wie sie etwa auf Mobiltelefonaufnahmen kaum zu entziffern ist, ist mit dem Programm auf erstaunliche Weise möglich.

Mit Hilfe der in den Daten digitaler Aufnahmen hinterlegten Kameradaten (EXIF) zum Foto (Verschlussgeschwindigkeit, das verwendete Belichtungsprogramm, die Blendeneinstellung, Blendenvorwahl, der Blendenwert, die ISO-Geschwindigkeit, Brennweite, Objektiv und die Frage nach der Verwendung von Blitz oder nicht) sowie einer Technologie, die die im Bild festgehaltene störenden Kamerabewegung analysiert, rekonstruiert ein entsprechender Algorithmus die Aufnahmesituation und schlussendlich ebenso das zuvor verwackelte Bild. Schon die Vorabpräsentation des Programmprototyps sorgte bei den Konferenzteilnehmern für großes und hörbares Staunen und Applaus.

Aufgrund des großen Interesses an einer solchen Anwendung dürfte sicher sein, dass es das Programm auch in Marktprodukte wie beispielsweise die Bildbearbeitungssoftware Photoshop (schon CS6 ?) schafft. Wann dies jedoch der Fall sein wird, ließen die Entwickler noch offen.

Die Präsentation der "Deblurring"-Anwendung auf der "Adobe MAX 2011"

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...wann ein entsprechendes Programm auch für Videomitschnitte der MAX-Konferenzen zur Verfügung stehen wird, steht ebenfalls noch in den Sternen... :)

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / youtube.com / adobe.com

Dunkle Sternhaufen - Theoretische Physiker beschreiben eine neue Art von Himmelskörpern

Archiv: Ein einzelnes Schwarzes Loch (Illu.). Haufenweise könnten sich diese Objekte zu sog. "Dunklen Sternhaufen" zusammenfinden. | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de

Bonn/ Deutschland - Theoretische Physiker der "Universität Bonn" schlagen eine neue Klasse von Himmelskörpern vor: Sogenannte "Dunkle Sternhaufen“ könnten aus vielen umeinander kreisenden Schwarzen Löchern und einigen Sternen bestehen. Bislang sind derartige Gebilde noch reine Hypothese, einmal entdeckt, könnten sie jedoch zu tieferen Einsichten in Supernovae-Explosionen, Gravitationswellen sowie in die Dynamik und Entwicklung von Sternhaufen führen.

Wie die Forscher um Prof. Dr. Pavel Kroupa vom "Argelander Institut für Astronomie" an der "Universität Bonn" aktuell im Fachmagazin "The Astrophysical Journal Letters" darlegen, entwickeln sich Sterne bekanntermaßen aus Gaswolken, die sich aufgrund der Schwerkraft sehr stark zusammenziehen und dann das Sonnenfeuer zünden. Nur selten sind die stellaren Objekte Einzelgänger, meist treten sie in Gruppen auf. Solche Sternhaufen, so die Pressemitteilung der Bonner Universität (uni-bonn.de), sind Orte im Universum, wo sich besonders viele der leuchtenden Gaskugeln auf einmal bilden und nach vielen Millionen bis Milliarden von Jahren auch wieder zugrunde gehen. Wenn solche Haufen noch jung sind, hauchen sterbende Sterne ihr Leben in einer Supernova-Explosion mit einem extrem hellen Aufleuchten aus. "War die Masse der Sterne groß genug, bleiben extrem dichte Neutronensterne und Schwarze Löcher übrig", sagt Kroupa.

"Unter bestimmten Bedingungen entwickeln sich besonders viele Schwarze Löcher in einem Sternhaufen“, berichtet Dr. Sambaran Banerjee, der als Alexander von Humboldt Stipendiat vom renommierten "Tata Institute of Fundamental Research" im indischen Mumbai zu Prof. Kroupa nach Bonn kam. "Wir schlagen vor, dann von einem 'Dunklen Sternhaufen' zu sprechen, der aus umeinander kreisenden Schwarzen Löchern und einigen Sternen besteht.“

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Ursprünglich wollten die Bonner Physiker die physikalischen Eigenschaften sterbender Sternhaufen erforschen. Simulationen mit Hochleistungscomputern bestätigten die Forscher und zeigten, dass sich solche "Dunkle Sternhaufen" tatsächlich bilden müssen. "Die Sterne führen in den Haufen chaotische Tänze auf", erläutert Kroupa. "Sie ziehen sich aufgrund der Schwerkraft gegenseitig an und wechseln deshalb laufend die Bahn. Die Gravitation hält den Sternhaufen zusammen, die Tänzer bleiben also zunächst beieinander. Jedoch wandeln sich die Tanzpartner. Mit der Zeit verdampfen die leichteren Sterne. Die durch Supernovae (Sternenexplosionen) entstandenen schwereren Schwarzen Löcher und Neutronensterne reichern sich aber immer mehr an - der Sternhaufen wird deutlich dunkler, weil diese Komponenten kein Licht aussenden." Daraus entwickeln sich dann "Dunkle Sternhaufen".

Bei den Supernovae-Explosionen könne es jedoch passieren, dass die daraus entstehenden Schwarzen Löcher stark beschleunigt und aus dem noch jungen Sternhaufen herausgeschleudert werden. "Dieser Kick kann mit mehreren 100 Kilometern pro Sekunde erfolgen", sagt Dr. Banerjee. Damit gehen die Schwarzen Löcher verloren und es kann sich kein "Dunkler Sternhaufen" entwickeln. "Je näher der Sternhaufen am Zentrum der Milchstraße liegt, desto größer ist die umgebende Gravitation", erläutert Prof. Kroupa. Dann können die leichten Sterne während des Alterns des Haufens schneller verdampfen, als sich die Schwarzen Löcher gegenseitig herausschießen können. "Unsere Berechnungen zeigen, dass Dunkle Sternhaufen nur innerhalb eines Abstandes von ungefähr 15.000 Lichtjahren vom Zentrum der Milchstraße vorkommen können", sagt Dr. Banerjee. Weiter weg verdampfen die leichten Sterne zu langsam, sodass die dunkle Phase nicht erreicht werden kann.

"Bisher gab es keine Möglichkeit nachzuprüfen, ob die Schwarzen Löcher und Neutronensterne überhaupt in den Sternhaufen bleiben", ergänzt Prof. Kroupa. "Anhand der Dunklen Sternhaufen, die wir aufgrund unserer Berechnungen vorschlagen, ist dies nun aber möglich." Einen "Dunklen Sternhaufen" erkenne man daran, dass sich die noch verbleibenden Sterne in ihm deutlich schneller bewegen, als sie es dürften, berichten die Wissenschaftler. "Die Sterne scheinen von einer unsichtbaren Kraft oder Masse zusammengehalten zu werden", sagt Dr. Banerjee. Diese Kraft sei die zusätzliche Gravitation der im Sternhaufen vorhandenen Schwarzen Löcher und Neutronensterne.

Astronomen können nun gezielt nach "Dunklen Sternhaufen" suchen. "Wenn sie tatsächlich gefunden werden, dann ist eine neue exotische Klasse von Himmelskörpern entdeckt“, so Kroupa. Die dann gewonnenen Erkenntnisse würden auch das Verständnis für die Physik der Supernovae-Explosionen vervollkommnen. "Außerdem müssten die Sternhaufen dann die Quelle von Gravitationswellen sein, die Albert Einstein anhand seiner Allgemeinen Relativitätstheorie vorhergesagt hat", schließt der Physiker der Universität Bonn.

Bücher zum Thema:

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Quellen: uni-bonn.de / grenzwissenschaft-aktuell.de
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