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Freitag, 21. Oktober 2011

Röntgen-Satellit ROSAT stürzt am Wochenende auf die Erde

Künstlerische Darstellung des deutschen Röntgenobservatoriums "ROSAT" | Copyright/Quelle: DLR/NASA

Köln/ Deutschland - Das einstige deutsche Röntgenobservatorium "ROSAT" wird am kommenden Wochenende unkontrolliert auf die Erde zurückfallen (...wir berichteten), wobei zahlreiche schwere Trümmer den Höllenritt durch die Erdatmosphäre überstehen werden und möglicherweise auch bewohntes Gebiet treffen könnten. Auch Teile von Deutschland und Mitteleuropa liegen im potentiellen Risikogebiet.

Wie das "Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt" (DLR.de) auf seiner Internetseite berichtet, wird der ROSAT-Wiedereintritt "im Zeitraum 22. bis 23. Oktober 2011 erwartet" (Stand: 19. Oktober 2011, 14:33 MESZ).

Beim Wiedereintritt des Raumfahrzeugs in die Atmosphäre, wird der Satellit bei einer Geschwindigkeit von etwa 28.000 Kilometern pro Stunde "in Trümmerstücke zerbrechen und zum Teil durch die extreme Hitze verglühen. Nach letzten Untersuchungen muss aber damit gerechnet werden, dass bis zu 30 einzelne Trümmerteile mit einer Gesamtmasse von 1,6 Tonnen die Erdoberfläche erreichen könnten. Den größten Anteil wird dabei vermutlich der Spiegel des Teleskops ausmachen, der sehr hitzebeständig ist."

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Wie schon im Falle des NASA-Satelliten "UARS" lässt sich auch der exakte Zeitpunkt sowie der Ort des Wiedereintritts nicht vorhersagen: "Auch Deutschland kann von dem Wiedereintritt betroffen sein. Der Bahnverlauf des Satelliten führt dazu, dass ROSAT über Gebiete bis maximal 53° nördlicher Breite fliegt. Berücksichtigt man eine gewisse Streuung der möglichen Fragmente, so könnten auch Gebiete bis etwa 53,4° nördlicher geographischer Breite in Deutschland betroffen sein, das wären 40 Kilometer über den 53. Breitengrad hinaus. Konkret bedeutet dies, dass das nördliche Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und der überwiegende Teil von Mecklenburg-Vorpommern vom Absturz keinesfalls betroffen sein können. Erst wenige Tage vor dem Wiedereintritt wird man eingrenzen können, ob die berechnete Bodenspur für den Wiedereintritt von ROSAT genau so liegt, dass sie auch über Deutschland führt." Allerdings, so die DLR-Informationen, bleibe auch in diesem Fall die Wahrscheinlichkeit, dass der Wiedereintritt tatsächlich über Deutschland stattfindet, "sehr gering".

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person durch den Wiedereintritt des Satelliten zu Schaden komme, sei ebenfalls "äußerst gering". "Berücksichtigt man die voraussichtliche Gesamtschadensfläche, die sich aus den Fragmenten, die möglicherweise den Wiedereintritt überstehen, dem Bahnverlauf des Satelliten und der Verteilung der Bevölkerung auf der Erdoberfläche errechnen lässt, so liegt die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwo auf der Welt ein Mensch geschädigt wird, bei etwa 1 zu 2.000. Die Wahrscheinlichkeit für einen einzelnen der etwa 7 Milliarden Menschen, geschädigt zu werden, ist dementsprechend viel geringer. Die Wahrscheinlichkeit, dass irgendein Mensch in Deutschland geschädigt wird, liegt bei 1 zu 700.000."

Obwohl die Wahrscheinlichkeit, dass ROSAT über bewohntem Gebiet - oder gar Deutschland - niedergeht, gering ist, wurde und wird die ROSAT-Flugbahn seit dem Ende der Mission ständig beobachtet. Die zuständigen Verwaltungsstellen auf unterschiedlichen Ebenen werden hierüber laufend informiert. "Unter Beteiligung von wissenschaftlichen Experten hat die Interministerielle Koordinierungsgruppe des Bundes und der Länder im November 2010 einvernehmlich festgestellt, dass alle, auch die im unwahrscheinlichsten Fall zu erwartenden, Auswirkungen mit den in Deutschland vorhandenen Einsatzkräften, -plänen und -mitteln bewältigt werden können", versichert das DLR.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / dlr.de

Unabhängige Studie bestätigt globale Erwärmung

Die Kurve des "Berkeley Earth Project" (dunkelblau) der Oberflächentemperaturen an Land folgt jenen früherer Studien von NASA, NOAA und dem britischen "Met Office", CRU. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright/Quelle: berkeleyearth.org

Berkeley/ USA - Nachdem anhand gehakter E-Mails von Klimawissenschaftlern der "Climatic Research Unit" (CRU) Klimawandelkritiker den Forschern fortwährend die Vertuschung und Manipulation von Rohdaten im Sinne einer Interpretation einer steigenden globalen Erwärmung vorgeworfen hatten und sogar über eine weltweiten Verschwörung spekulierten, bestätigt nun eine selbst von Klimawandelkritikern und Lobbyisten finanzierte, unabhängige Studie frühere Untersuchungen, wonach sich das globale Klima seit 200 Jahren und besonders seit den 1950er Jahren zusehends erwärmt.

Das "Berkeley Earth Project" (berkeleyearth.org) zur Analyse der Oberflächentemperaturen der Erde stütz sich dabei auf neuste Analyseverfahren und Daten und wurde auch von Organisationen finanziert, die eigentlich als Lobbyisten für ihre klimawandelkritischen Positionen und Bemühungen bekannt sind. Dennoch kommt die neue Studie zu nahezu den gleichen Ergebnissen wie schon zuvor das britische "Met Office", CRU, NASA und NOAA.

Gegründet wurde das Projekt unter anderem von Professor Richard Muller von der "University of California", der sich anhand des sogenannten "Climate Gate"-Skandals öffentlich besorgt darüber gezeigt hatte, dass die Forscher des Klimarats nicht offen mit ihren Daten umgegangen sein könnten. Für sein Team konnte Muller in der Folge hochrangige Wissenschaftler, darunter auch den diesjährigen Nobelpreisträger Saul Perlmutter gewinnen. Unterstützt wurde die Studie unter anderem von den US-Industriellen Koch, die bereits zuvor mit großen Geldsummen Organisationen unterstützt hatte, die sich gegen klimaschützende Aktionen aufgrund der vom Klimarat postulierten von Menschen erzeugten globalen Erwärmung eingesetzt hatten.

"Zu unserer großen Überraschung decken sich die neuen Ergebnisse mit den Klimaerwärmungswerten der früheren Untersuchungen", zitiert die BBC den Studienleiter Muller.

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Gezielt hatte sich die Berkeley-Studie kritischen Behauptungen von Klimawandelkritikern gewidmet, die unter anderem behauptet hatten, dass die Daten von Wetterstationen den von früheren Studien aufgezeigten globalen Erwärmungstrend nicht bestätigen würden oder aufgrund ihrer zu nah an Städten gelegenen Standorte ein falsches Bild zeichnen würden.

Die neue Untersuchung von rund 40.000 Wetterstationen rund um den Globus durch das "Berkeley Earth Project" ermöglichte den Wissenschaftlern nun einen Temperaturrückblick bis ins Jahr 1800.

Die darauf basierende Temperaturkurve des "Berkeley Earth Project" folgt jedoch den Kurven früherer Untersuchungen, die von den Klimawandelkritikern als unglaubwürdig kritisiert wurden, etwa von NASA und der "National Oceanic and Atmospheric Administration" der USA, NOAA, sowie jener der britischen "Climatic Research Unit" (CRU), deren Datenlecks zum "Climate Gate" geführt hatten.

Auch das "Berkeley Earth Project" kommt zu dem Schluss, dass sich das Erdklima seit den 1950er Jahren global um durchschnittlich 1 Grad erwärmt hat (s. Grafik) und das für diesen Trend die städtische Lage einiger Wetterstationen nicht ausschlaggebend ist.

Da die Grundlage der Berkeley-Studie der freie und öffentliche Zugang zu den Grundlagendaten war, haben sich die Wissenschaftler auch dazu entschlossen, ihre eigenen Ergebnisse und Daten zuerst öffentlich und frei zugänglich auf der Internetseite des Projekts (BerkeleyEarth.org) zu veröffentlichen und hat die wissenschaftliche Gemeinde dazu aufgerufen, die Ergebnisse zu prüfen, zu kommentieren und – falls notwendig - Verbesserungsvorschläge einzureichen. "Diese Art der Publikation wurde von der Wissenschaft jahrzehntelang praktiziert, bis einige Fachzeitschriften - allen voran 'Science' und 'Nature' - dies verboten haben", so Muller gegenüber der BBC. "Dies war keine gute Veränderung."

Während die Klimaphänomene "El Nino und die Southern Oscillation" (ENSO) von der Berkeley-Gruppe für Temperaturschwankungen lediglich innerhalb eines Jahres verantwortlich gemacht werden, folgt die Berkeley-Analyse der globalen Temperaturen dem Index der "Atlantischen Multidekaden-Oszillation" (AMO) und damit der Schwankung der Meeresoberflächentemperatur im Nordatlantik. Einige Theorien legen nahe, dass der AMO-Index wiederum durch Schwankungen des Golfstroms angetrieben wird.

Es sei also, so die Forscher aus Berkeley, notwendig zu untersuchen, ob die langfristigen AMO-Zyklen mit einer Dauer von wahrscheinlich 60 bis 70 Jahren, eine Rolle für die wechselnden Temperaturschwankungen während des 20. Jahrhunderts verantwortlich sein könnten.

Zugleich unterstreichen die Forscher aber auch, dass die von Menschen durch Emission von Treibhausgasen verursachte, also anthropogene, globale Erwärmung (Anthropogenic Global Warming, AGW) ebenfalls weiterhin im Blickpunkt der Untersuchungen steht: "Hätten wir keine globale Erwärmung gefunden, so hätte dies eine AGW ausgeschlossen", so Muller. "Hätten wir nur halb soviel gefunden, hätte dies nahe gelegt, dass frühere Schätzungen zum AGW übertrieben waren. Hätten wir hingegen höhere Werte gefunden, würde dies nahe legen, dass die früheren Schätzungen zu niedrig angesetzt waren. Aber nichts dergleichen ist der Fall. Unsere Ergebnisse bestätigen die Werte der früheren Untersuchungen. Dies bedeutet, dass unsere Ergebnisse jene der früheren Studien nicht in Frage stellen.

In einem nächsten Schritt wollen sich die Berkeley-Wissenschaftler nun auch den Ozeantemperaturen annehmen, um - zusammen mit den nun vorliegenden Daten zu den Temperaturen an Land - einen wirklich globalen Datenbestand zu erstellen.

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Bücher zum Thema:

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / berkeleyearth.org / bbc.co.uk

Weltraumteleskop findet gewaltige Wassermassen in protoplanetarer Scheibe um nahen Stern

Künstlerische Darstellung der protoplanetaren Scheibe um den jungen Stern "TW Hydrae". | Copyright: ESA/NASA/JPL-Caltech

Leiden/ Niederlande - Mit dem ESA-Weltraumteleskop "Herschel" haben Astronomen erstmals kalten Wasserdampf im Innern einer Staub- und Gasscheibe um einen jungen Stern entdeckt. Die Entdeckung legt nahe, dass diese sogenannte protoplanetare Scheibe, wie sie sehr wahrscheinlich die Grundlage eines zukünftigen Planetensystems ist, gewaltige Wassermengen beherbergt und mit Wasser bedeckte Planeten wie die Erde im Universum wahrscheinlich weit verbreitet sind.

Zuvor wurde bereits warmer und heißer Wasserdampf in fernen protoplanetare Scheiben entdeckt (...wir berichteten). Beweise für gewaltige Wassermengen, die sich auch bis in die kälteren äußeren Regionen der Scheiben um die jungen Sterne ausbreiten, wo Kometen entstehen, konnten bislang noch nicht gefunden werden.

Je mehr Wasser jedoch genau in diesen Regionen für die Kometenentstehung zur Verfügung steht, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass diese Kometen das in ihnen gebundene Wasser auch auf aus der Scheibe entstehende Planeten befördern und damit die Grundlage für Leben, nach irdischem Vorbild, liefern können.

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"Unsere Beobachtungen dieses kalten Wasserdampfs belegen, dass es hier genügend Wasser gibt, um Tausende von Erdozeanen zu füllen", erläutert Michiel Hogerheijde vom niederländischen "Leiden Observatory", die Entdeckung, die er und seine Kollegen aktuell in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift "Science" veröffentlicht haben.

Der im Wasserdampf badende Stern trägt die Bezeichnung "TW Hydrae" ist gerade einmal 10 Millionen Jahre alt und befindet sich rund 175 Lichtjahre von der Erde entfernt bezeichnenderweise im Sternbild Wasserschlange (Hydra).

Der nachgewiesene frostige Wasserdampf stammt wahrscheinlich aus von Eis überzogenen Staubpartikeln in der Nähe der Oberfläche der Scheibe. Das ultraviolette Licht des Sterns bricht aus diesen Eiskörnchen Wassermoleküle frei, die dann eine dünne Gasschicht erzeugen, deren spektrale Signatur vom "Heterodyne Instrument for the Far-Infrared"-Instrument an Bord des Weltraumteleskops identifiziert werden konnte.

Künstlerische Darstellung der Scheibe um "TW Hydrae" mit der erstellten Spektralanalyse. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: ESA/NASA/JPL-Caltech/M. Hogerheijde (Leiden Observatory)

"TW Hydrae" ist ein orangener Zwergstern und damit um einiges kleiner und kühler als unsere weiße Sonne. Die protoplanetare Scheibe selbst hat einen Durchmesser von 200 Astronomischen Einheiten (AE = Abstand Erde – Sonne). Während der kommenden Millionen Jahre, werden - davon gehen Astrophysiker aus - die Partikel in der Scheibe zusehends miteinander kollidieren und nach und nach zunächst Planetesimale und dann Planeten aber auch andere Himmelskörper wie Asteroiden und Kometen bilden.

Die Forscher glauben, dass "TW Hydrae" und seine eisige Scheibe exemplarisch für viele andere junge Sternsysteme stehen und erhoffen sich durch weitere Beobachtungen neue Erkenntnisse drüber, wie Wasser beherbergende Planeten auch an anderen Orten im Universum entstehen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / strw.leidenuniv.nl / sciencemag.org / nasa.gov

US Air Force löscht Anweisungen zur Meldung von UFO-Sichtungen durch Militärpersonal aus Leitfaden

Titelkopf der "Air Force Instruction 10-206" von 2008. | Copyright: Public Domain

Washington/ USA - Die "US Air Force" hat, neben zahlreichen anderen Abschnitten, die Passage über Vorgaben zur Meldung von "unidentifizierten Flugobjekten" (UFOs) aus dem Leitfaden für das Militärpersonal entfernt. Die einflussreiche Online-Zeitung "The Huffington Post" sieht einen Zusammenhang zwischen der aktuellen Löschung des UFO-Kapitels mit einer Anfrage zu Sinn und Absicht genau dieses Teils der "Air Force Instruction 10-206". Tatsächlich wurde das Papier nur vier Tage nach der Anfrage der Zeitung entsprechend überarbeitet. Die "US Air Force" selbst verneint einen solchen Zusammenhang sowie jegliche Vertuschung in Sachen UFOs.

Schon in den Jahren zuvor wurde das Dokument zwar mehrfach überarbeitet, doch die Anweisung an Piloten, Radar-Lotsen und anderes Personal der Luftstreitkräfte der USA darüber, wie sie im Falle der Entdeckung oder Begegnung mit unbekannten Flugobjekten mit diesen umzugehen sei, waren bislang immer beibehalten worden. Erst in der neusten Version, die am 6. September 2011 veröffentlicht wurde, sucht man nun auch das "UFO-Kapitel" vergebens.

Obwohl die "US Air Force" schon 1969 mit dem Abschlussbericht zur damaligen offiziellen UFO-Studie im Rahmen von "Project Bluebook" offiziell die Erforschung und das Interesse am UFO-Phänomen ad acta gelegt hatte, wies der Leitfaden der US-Luftstreitkräfte ihr Personal demnach weiterhin an, zu sämtlichen Sichtungen von "unidentified flying objects" (Unidentifzierte FlugObjekte, UFOs) Daten über die Flughöhe, Bewegungsrichtung, Geschwindigkeit, Flugweg und -Manöver, die Art der Entdeckung, Beobachtungsdauer und die Art und Weise, wie das Objekt wieder verschwand, zu dokumentieren. Sichtungen von UFOs (ein Terminus der auch in der Militärsprache nicht automatisch mit Fluggeräten außerirdischer Herkunft gleichzusetzen ist), wurde somit die gleiche Bedeutung beigemessen, wie Beobachtungen von Raketen, feindlichen Flugzeugen oder unidentifizierten Unterseebooten und sie sollten schlussendlich dem "Nordamerikanischen Luft- und Weltraum-Verteidigungskommando" (North American Aerospace Defense Command, NORAD) gemeldet werden, das für den Schutz des Luftraums und des Alls über den USA und Kanada verantwortlich ist.

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Nach eigenen Angaben habe die "Huffington Post" (huffingtonpost.com, s. Link) noch am 2. September 2011 die "US Air Force" um eine Stellungsnahme bezüglich der UFO-Direktive in dem Leitfaden gebeten und sei von einem Sprecher darauf verweisen worden, dass man ein Interview mit einem geeigneten Offizier arrangieren werde. "Doch noch bevor dieses Interview angesetzt wurde, wurde das 111 Seiten starke Dokument am 6. September 2011 umfangreich überarbeitet, unter anderem auch die UFO-Bezüge daraus entfernt und das Papier auf nur noch 40 Seiten radikal gekürzt."

Wochenlang, so berichtet die Zeitung weiter, hätte das Militär in der Folge auf weitere Anfragen - auch über die aktuelle Kürzung des Leitfadens - nicht beantwortet, selbst dann nicht, wenn diese nicht direkt auf das UFO-Kapitel verwiesen haben.

Erst nach zahlreichen Anrufen, habe sich dann am 5. Oktober 2011 ein Major in einer E-Mail an die "Huffington Post" gewandt und diese darüber informiert, dass "UFO-Sichtungsmeldungen nicht zum Aufgabenbereich der Streitkräfte (der USA) gehören." Zugleich verneinte der Sprecher eine Vertuschung und erklärte stattdessen, dass die Kürzung des Dokuments und die damit einhergehende Löschung des UFO-Abschnitts in "keinem Zusammenhang mit der Anfrage der Zeitung stehe".

"UFO-Meldungen sind eine NORAD-Anordnung, aber kein Anordnung für operative Berichte der Air Force", zitiert die Online-Zeitung die entsprechende E-Mail des Offiziers.

"Alle Air Force Anweisungen werden in regelmäßigen Abständen - etwa alle zwei bis drei Jahre - überarbeitet. In der aktuellen Überarbeitung haben wir lediglich jene Anweisungen entfernt, für die es in der "Air Force Instruction 10-206" keinen Anwendungsspielraum gab."

Bezüglich aller anderen Fragen über Anweisungen zur Meldung von UFOs, müsse er an das NORAD verweisen, so Maj. Steffey in seiner Mail. Und tatsächlich gesteht das NORAD offiziell ein, dass die Untersuchung von Meldungen "unidentifizierter Flugobjekte" in den Aufgabenbereich des Kommandos fällt.

Gegenüber der "Huffington Post" erläutert der NORAD-Pressesprecher John Cornelia zu dieser Frage: "Wenn wir hier von UFOs sprechen, so ist das buchstäblich im Sinne 'unidentifizierte Flugobjekte' und nicht von außerirdischen Flugobjekten zu verstehen. (...) Das sind beispielsweise Radarkontakte, die wir nicht zuordnen können und wir sind dafür verantwortlich, diese Objekte zu identifizieren. In solchen Fällen wissen wir zwar, dass es sich um irgendeine Art von Flugzeug handelt, aber wir wissen nicht, wer es fliegt. Deshalb müssen wir dann aufsteigen und das Objekt identifizieren."

- Den vollständigen Artikel "Air Force UFO Rules Vanish After Huffington Post Inquiry" der Huffington Post mit weiteren Informationen über UFO-Untersuchungen der "US Air Force" sowie den Versionen der "Air Force Instruction 10-206" vor und nach der aktuellen Kürzung in Originallänge finden Sie HIER

Bücher zum Thema:

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / huffingtonpost.com
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