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Mittwoch, 2. November 2011

Gewaltiger Sonnenfleck schiebt sich auf die Sonnenscheibe

Aufnahme der gewaltigen Sonnenfleckregion am Rande der Sonnenscheibe, aufgenommen vom "Solar Dynamics Observatory" (SDO) der NASA vom 2. November 2011. | Copyright: NASA/SDO

Washington/ USA - Seit gestern zeigt sich am äußersten Rand der Sonnenscheibe ein gewaltiger Sonnenfleck, der sich in den kommenden Tagen mehr und mehr ins Zentrum der Sonne bewegen und sich somit auch in Richtung Erde ausrichten wird. Sonnenforscher erwarten, dass die aktive Region mittelstarke Sonneneruptionen aussenden wird.

Wie die "National Oceanic and Atmospheric Administration" (NOAA) meldet, hat der Sonnenfleck selbst eine Ausdehnung von rund 40.000 Kilometern und seine insgesamt aktive Region bedeckt mindestens die doppelte Distanz. Der Durchmesser der Erde beträgt im Vergleich zum Sonnenfleck Nr. 1339 gerade einmal 12.700 Kilometer.

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Die NOAA sieht die Wahrscheinlichkeit, dass innerhalb der kommenden 24 Stunden aus der aktiven Sonnenfleckregion mittelschwere bis starke Sonneneruptionen der Kategorie "M" ausbrechen werden bei 60 Prozent. Schon zuvor, konnte vom "Solar Dynamics Observatory" (SDO) ein entsprechender M-Ausbruch des Sonnenflecks am Sonnenrand dokumentiert werden (s. Video). In Richtung Erde werden diese Eruptionen zunächst jedoch noch nicht feuern, da sich die Sonnenfleckregion erst in den kommenden Tagen in Richtung Erde ausrichten wird.

Selbst mit Hobbyteleskopen und auch möglicherweise sogar ohne optische Hilfsmittel - dann aber bitte nur mit speziellen Sonnenlichtfiltern und Schutzbrillen! - wird 1339 zu sehen sein.

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Bücher zum Thema:

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / www.noaa.gov / spaceweather.com

Vorbild "Star Trek": NASA entwickelt Traktorstrahl

Künstlerische Darstellung des geplanten Traktorstrahls | Copyright: NASA's Goddard Space Flight Center, Conceptual Image Lab

Greenbelt/ USA - Bislang waren sogenannte Traktorstrahlen, also Laserstrahlen, mit denen Objekte bewegt oder festgehalten werden können, lediglich aus Science- Fiction-Romanen und -Filmen und vornehmlich aus "Star Trek" bekannt. Jetzt finanziert die US-amerikanische Raumfahrtbehörde NASA die Entwicklung genau dieser Technologie, mit der zukünftig aus der Ferne zumindest atmosphärische Partikel und Kleinstteile von der Oberfläche von Planeten, Monden, Asteroiden und Kometen entnommen werden sollen.

Mit 100.000 US-Dollar fördert die NASA die Forschungsarbeiten des Teams um Paul Stysley, Demetrios Poulios und Barry Coyle vom "Goddard Space Flight Center" der NASA, die derzeit drei experimentelle Methoden ergründen, um Partikel - darunter einzelnen Moleküle, Viren, Ribonukleinsäuren (RNA) aber auch funktionsfähige Zellen - zunächst zu binden und dann mit Hilfe von Laserstrahlen zu einem Instrument zu transportieren, wo sie weiterführend analysiert werden können.

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"Zunächst hatten wir die Idee, mit Traktorstrahlen die Umlaufbahn der Erde von Weltraumschrott zu entfernen", erläutert Stysley. "Doch derart große Objekte zu bewegen ist - zumindest bislang - nahezu unmöglich. Also kamen wir auf die Idee, die Technologie zunächst für die Probenentnahme kleiner Teile zu nutzen."

Computeranimation der angedachten zukünftigen Nutzung der Traktorstrahlen-Technologie | Copyright: NASA's Goddard Space Flight Center, Conceptual Image Lab

Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten


Derzeit nutzt die NASA eine Vielzahl von Technologien, um Proben außerirdischer Materialien zu entnehmen. So verwendete die 1999 gestartete "Stardust"-Sonde ein Aerogel, um Proben aus der Koma des Kometen "Wild 2" zu nehmen und diese 2006 in einer Kapsel zurück zur Erde zu schicken. Der nächste Mars-Rover "Curiosity" wird im Rahmen der "Mars Science Laboratory"-Mission (MSL) mit einem Bohrer und einer Schaufel lösen und einsammeln.

"Alle diese Techniken haben sich zwar als sehr erfolgreich erwiesen, werden aber durch hohe Kosten und die Einschränkung der Reichweite und die begrenzte Rate der Probenentnahme eingeschränkt", so Stysley. "Ein optisches System könnte hingegen die begehrten Moleküle aus den oberen Atmosphärenschichten in eine den Planeten oder sonstigen Himmelskörper umkreisende Satellitensonde oder Proben von der Oberfläche in eine Landeeinheit befördern." Entsprechende Systeme könnten also fortwährend und aus der Ferne, Partikel über eine längere Zeitdauer entnehmen und damit die Erfolgschancen einer Forschungsmission in gleichem Maße erhöhen, wie sie das Missionsrisiko minimieren würden.

Eine der bereits im Labor experimentell erprobten Methoden verwendet eine Art "optischen Wirbel", der die die Partikel umgebende Luft erhitzt und dadurch entlang des Strahls transportieren kann. Damit ist das System jedoch an das Vorhandensein einer Atmosphäre auf dem zu beprobenden Körper gebunden.

Eine andere bereist erprobte Technik bedient sich optischer Magnetstrahlen, deren Leistungsspitzen entlang ihrer Ausbreitungsachse rotieren und so Partikel nicht nur binden sondern auch in Richtung der Strahlenquelle transportieren kann. Damit beruht dieser Vorgang einzig und alleine auf elektromagnetischen Effekten und könnte somit auch im luftleeren Raum, etwa auf atmosphärenfreien Monden, zum Einsatz kommen.

Die dritte Methode hingegen existiert bislang nur auf dem Papier - konnte also im Gegensatz zu den beiden bereist genannten Methoden, bislang also auch noch nicht unter Laborbedingungen getestet werden. In der Idee wollen die Forscher einen sogenannten Bessel-Strahl einsetzten. Während ein normaler Laser, auf eine Wand gerichtet, einen einzigen kleinen Punkt zeichnet, umgeben diesen zentralen Punkt bei einem Bessel-Strahl eine Anzahl von Lichtringen, ähnlich den Wellenkreisen um einen ins Wasser gefallenen Stein. In der Theorie der Forscher könnte demnach ein solcher Strahl elektrische und magnetische Felder in den gewünschten Pfad des Objekts eingeleitet werden. Der "Sprühstrahl" des so vorwärts gestreuten Lichts könnte darin befindliche Objekte rückwärts, also entgegengesetzt zur Bewegungsrichtung des Strahls und somit zur Strahlenquelle ziehen.

"Wir wollen sicherstellen, dass wir die skizzierten und teilweise schon experimentell erprobten Methoden auch wirklich verstehen", so Coyle. "Wir haben die Hoffnung, dass zumindest eine dieser Technologien im Sinne der Vorgabe funktionieren wird. Erst dann können wir auch weiterführende Technologien ergründen, die dann schlussendlich zu einem praktikablen System führen sollen."

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov

Autor Viktor Farkas verstorben

Viktor Farkas (1945 - 2011) | Copyright: farkas.at

Wien/ Österreich - Wie die "ScienceFictionGruppeWien" (SFGW) gestern mitteilte, ist der österreichische Sachbuchautor Viktor Farkas am gestrigen Allerheiligen-Tag in Wien verstorben.

- Diese Meldung basiert auf einem Nachruf auf Viktor Farkas von Reinhard Habeck

Viktor Farkas, Jahrgang 1945, war erfolgreicher Werbefachmann, Journalist und einer der populärsten österreichischen Sachbuchautoren. In seinen zahlreichen Werken widmete sich Farkas bevorzugt umstrittenen Verschwörungstheorien und unerklärlichen Phänomenen, die in großen Verlagshäusern erschienen sind, darunter Orac, Humboldt, Langen Müller Herbig und Heyne. Anlässlich des Orwell-Jahres 1984 verfasste er das erste deutsche "Science Fiction Quizbuch", das innerhalb des Science-Fiction- und Fantasie-Genres zum Grundlagenwerk zählt.

Internationalen Bestseller gelangen dem vielseitigen Autor mit Titeln wie "Unerklärliche Phänomene jenseits des Begreifens" (1988), "Rätselhafte Wirklichkeiten" (1998) oder "Zukunftsfalle - Zukunftschance, Leben und Überleben im Dritten Jahrtausend". Berührungspunkte in seinem Schaffen gab es ebenso zum UFO-Rätsel und der Paläo-SETI-Theorie über mögliche außerirdische Eingriffe in der Vergangenheit.

Ein viel diskutierter Titel Farkas war, 1986 erstmals gemeinsam mit seinem Wiener Kollegen und Co-Autor Peter Krassa (+2005) veröffentlicht, "Lasset uns Menschen machen - Schöpfungsmythen beim Wort genommen". Ebenso machte sich Viktor Farkas einen internationalen Namen als Lektor. Aus dem Englischen übersetzte und bearbeitete er 1991 John Spencers Standardwerk "UFOs - the definitive Casebook" (dt.: "Geheimnisvolle Welt der UFOs - Sichtungen - Entführungen - Kontakte").

Zu seinen letzten Büchern (erschienen bei Kopp) zählen "Mythos Informationsgesellschaft" (2005), "Gnadenlose Macht" (2007) und "Unsichtbare Fronten" (2009). Seinen letzten Artikel (Cover-Story) verfasste er über das militärisch-bedrohliche HAARP-Projekt, erschienen in der Oktoberausgabe des Online-Gratis-Magazins "mystikum.at".

Viktor Farkas (farkas.at) hatte noch viele fantastische Ideen für spannende Bücher in Vorbereitung, die nun ungeschrieben bleiben müssen. Von seiner schweren Herzerkrankung im Jahre 2010, die Operationen und längere Spitalsaufenthalte bedeuteten, hat er sich trotz Rehab-Bemühungen nicht mehr erholt.

Sein spezielles und umfangreiches SF- und Phänomene-Archiv wird der Nachwelt erhalten bleiben. Viktor Farkas letzter Wille war es, seine Sammlung der Wiener "Villa Fantastica - Bibliothek für fantastische Literatur" (villafantastica.com) zu vermachen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / reinhardhabeck.at

Künstliche Beleuchtung könnte Städte auf fernen Planeten verraten

Straßen- und Stadtbeleuchtung erhellt den Nachthimmel über dem Mittleren Westen der USA, fotografiert am 29. September 2011 von Bord der Internationalen Raumstation "ISS". (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: NASA

Cambridge/ USA - Die Erde bei Nacht ist schon lange kein dunkler Planet mehr und Haus- und Straßenbeleuchtung verrät besonders die großen Metropolen sogar aus den All (s. Abb.). Gleiches könnte auch für die Ballungszentren außerirdischer Zivilisationen auf fernen Planeten und Himmelskörpern gelten. Zwei US-Astronomen glauben sogar, dass eine solche Lichtsignatur von der Erde erkannt und von natürlichen Lichtquellen unterschieden werden könnte.

Wie Abraham Loeb von der "Harvard University" und Edwin Turner von der "Princeton University" vorab auf "arXiv.org" berichten, ist es zumindest wahrscheinlich, dass auch intelligente außerirdische Zivilisationen, die sich im Schatten des Lichts ihres Zentralgestirns entwickelt haben, ihre Lebensumwelt in den Stunden der Nacht künstlich beleuchten.

Dieses Licht, so die Forscher, unterscheidet sich wahrscheinlich von natürlichen Lichtquellen. Zumindest auf der Erde gibt es derzeit zwei unterschiedliche Typen von künstlichem Licht: Zum einen thermale Beleuchtung in Form von Glühbirnen und zum anderen das Licht von LED und fluoreszierenden Lichtquellen. "Das Spektrum von künstlichem Licht auf fernen Objekten würde es ermöglichen, dieses von Licht aus natürlichen Quellen zu unterschieden", so die Forscher. "Künstliche Beleuchtung könnte also auf die Existenz einer außerirdischen Technologie oder Zivilisation auf einem fernen Planeten oder Mond hindeuten."

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Um das künstliche vom natürlichen Licht auf einem fernen Planeten unterscheiden zu können, schlagen Turner und Loeb zwei Möglichkeiten vor, die sich beide auf eine Beobachtung der Veränderung des Sonnenlichts konzentriert, das von diesem Planeten reflektiert wird, während dieser seinen Stern umkreist.

Umrundet der Planet seinen Stern auf einer elliptischen Umlaufbahn, so sollte sich die Menge des reflektierten Sternenlichts relativ zur Entfernung von seinem Stern verändern. Künstliches hingegen würde erwartungsgemäß seine Intensität beibehalten. Die vollständige Lichtabgabe eines Planeten mit Städte- und Straßenbeleuchtung würde sich also messbar von der eines Planeten ohne künstliche Beleuchtung unterscheiden.

Allerdings, so schränken die Wissenschaftler ein, gibt es hier einen Vorbehalt: "Um eine solche Lichtsignatur erkennen zu können, muss die Nachtseite des Planeten genügend künstlich beleuchtet werden, um sie mit der natürlich beleuchteten Tagseite vergleichen zu können." Eine derart starke Beleuchtung halten selbst die Autoren der Studie für ungewöhnlich und verweisen als Vergleich darauf, dass die nächtliche Beleuchtung der Erde 100.000fach schwächer ist als die natürliche Beleuchtung am Tage.

Angesichts der derzeitigen technischen Möglichkeiten wird eine derartige Suche derzeit auch noch von den enormen Entfernungen der potentiell bewohnten Planeten von der Erde und somit die Möglichkeiten des Studiums der Lichtverhältnisse stark eingeschränkt.

Alternativ könnte man sich jedoch schon heute auf die Suche nach Metropolen auf Himmelskörpern in unserer unmittelbaren kosmischen Nachbarschaft konzentrieren. So wäre es selbst mit heute zur Verfüg stehenden Mitteln durchaus möglich, eine Megacity wie etwa Tokio auf einem Himmelskörper mit einer Entfernung von bis zu 50 Astronomischen Einheiten (AE = Entfernung Erde - Sonne) zu entdecken. Dieser Abstand entspricht in etwa der Entfernung des Kuipergürtels am Rande unseres eigenen Sonnensystems.

Gäbe es also entsprechend große künstlich beleuchtete Städte oder Strukturen auf einem oder mehreren Objekten des Kuipergürtels, in dem auch Zwergplaneten wie Pluto und Eris beheimatet sind, könnten wir diese schon heute sehen und als solches erkennen. Entsprechende Objekte könnten laut Loeb und Turner ursprünglich aus fernen Planetensystemen stammen und vom Sonnensystem eingefangen worden sein.

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