https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de


Freitag, 4. November 2011

Mars500: Mars-Simulanten kehren zur Erde zurück

Während 520 Tage simuliertem Marsflug war offenbar auch genügend Zeit für Photoshop-Experimente. Schwerelos, wie auf diesem gestellten Foto, waren die virtuellen Kosmonauten auf nie. | Copyright: ESA/Mars500 crew

Moskau/ Russland - 520 Tage waren sie ohne Sonnenlicht, frische Luft und direkten Kontakt zur Außenwelt in einem Container eingesperrt. Heute sind die sechs Probanden der "Mars500-Mission" von ihrem virtuellen Raumflug zur Erde zurückgekehrt.

Seit dem 3. Juni 2011 hatten die irdischen "Kosmonauten" im "Moskauer Institut für Biomedizinische Probleme" (IBMP) einen Flug durchs Weltall simuliert und dabei zahlreiche Experimente durchgeführt (...wir berichteten 1, 2). "Der Crew geht es gut", sagt Dr. Peter Gräf vom "Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt" (DLR). Zufrieden zeigt sich der deutsche Projektleiter der Mission auch mit den bisherigen Forschungsergebnissen: "Die Wissenschaftler der elf deutschen Experimente haben bereits mit den ersten Auswertungen begonnen und sind mit der Qualität der Daten sehr zufrieden."

Im "Raumschiff" standen den Probanden Diego Urbina und Romain Charles aus Europa, Alexey Sitev, Sukhrob Kamolov und Alexandr Smoleevskiy aus Russland und Wang Yue aus China, gerade einmal 180 Quadratmeter zur Verfügung.

Bei einem realen Flug zum Mars muss die Mannschaft an Bord des Raumschiffs möglichst ohne große Konflikte zusammenarbeiten. Mit Funksensoren, die die Kosmonauten zwei Mal wöchentlich am Körper trugen, verfolgte Dr. Bernd Johannes vom DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin deshalb die Gruppendynamik. Die Sensoren meldeten dabei, in welchem Abstand, wie häufig und wie lange die einzelnen Crewmitglieder miteinander Kontakt hatten. Das bisherige Fazit: "Es gab keine Isolation in der Isolation." Jeder Kosmonaut habe ein Mindestmaß an sozialen Kontakten gehabt, niemand sei aus der Gruppe ausgeschlossen worden oder habe sich von ihr zurückgezogen.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

"Wir haben eine erfreuliche und unerwartete Harmonie in der Crew festgestellt, das Beziehungsgefüge blieb die gesamte Zeit über relativ stabil." Dass bei der Isolation im virtuellen Raumschiff dennoch Wünsche offen blieben, erklärte der Italiener Diego Urbina bereits Tage vor dem Ausstieg über die Lautsprecher im Kontrollraum: "Ich freue mich natürlich darauf, meine Familie und meine Freunde wiederzusehen", erklärt der Italiener. "Aber ich habe es auch vermisst, fremde Gesichter zu sehen, andere Standpunkte kennen zu lernen."

"Entscheidend für einen realen Flug zum Mars ist auch die Entwicklung von Mikroorganismen innerhalb des Raumschiffs", erläutert die DLR-Pressemiteilung (dlr.de). Diese untersuchten Wissenschaftler des DLR im Experiment MICHA. "Dafür nahmen die 'Mars500'-Probanden hunderte von Luft- und Oberflächenwischproben in ihren Wohn- und Arbeitsbereichen, in der Krankenstation oder auch in den sanitären Einrichtungen. Unter den festgestellten Mikroorganismen befanden sich bisher keine, die für den Menschen gefährlich sind. Darüber hinaus wurde auch die vermehrte Bildung von Biofilmen an Strukturelementen innerhalb der Raumstation (Metalle, Polymere) und an Bestandteilen des Lebenserhaltungssystems (Wassertanks, Luftfilter) festgestellt. Das wiederum kann ein Risiko für die Crew auf einer Langzeit-Weltraummission sowohl im Hinblick auf mögliche Infektionen als auch im Hinblick auf Materialschäden darstellen, die zu einer Fehlfunktion von wichtigen Instrumenten führen können."

Auch für ein weiteres Experiment sind diese Ergebnisse wichtig. In diesem untersuchten Mediziner die Auswirkung von Stress durch die Isolation und die ungewohnten Lebensbedingungen auf das Immunsystem. "Wir haben deutliche Veränderungen im Immunsystem der Probanden festgestellt - diese sind vergleichbar mit den Veränderungen, die wir auch bei Astronauten auf Weltraumflügen feststellen konnten", fasst Prof. Alexander Choukèr von der "Ludwig-Maximilian-Universität München" die ersten Ergebnisse zusammen. Der Mediziner untersucht Blut-, Urin- und Speichelproben und analysiert zudem auch Atemgasproben, um so Aussagen über den Zustand des Immunsystems im Verlauf der 520 Tage-Mission treffen zu können. Übertragbar sind diese Ergebnisse später auch beispielsweise auf Patienten, die auf Intensivstationen Stress ausgesetzt sind.

Eine weitere Untersuchung steht den 'Mars500'-Kosmonauten indes noch bevor: Um zu erfassen, ob der Stress auf ihrem virtuellen Flug Auswirkungen auf die Struktur des Gehirns hatte, werden Ende November Hirnscans durchgeführt. "Im Vergleich mit den Hirnscans vor dem Einstieg können wir dann analysieren, ob sich die Verbindungen zwischen den Hirnarealen durch die Isolation und den Stress verändert haben."

Eine entscheidende Auswirkung haben Isolation, Stress, veränderte Lichtstärke und Beengtheit auch auf die zirkadianen Rhythmen, das heißt die innere Uhr der Kosmonauten. "Die innere Uhr der Probanden tickt im Mars500-Container anders", sagt Prof. Hanns-Christian Gunga von der "Charitè Berlin". Der Wissenschaftler zeichnete über 520 Tage hinweg die Körperkerntemperatur auf, die sich während der anderthalb Jahre veränderte. Zum einen sank die Temperatur durchschnittlich um 0,4 Grad Celsius, zum anderen verschoben sich Temperaturminimum und -maximum auf andere Tageszeiten. "Die Temperatur ist der Dirigent, der gesamte Körper das Orchester", erläutert Gunga. "Während der Isolation ist dieses Orchester leicht aus dem Takt gekommen." Übertragbar sind die kommenden Ergebnisse dieses Experiments auch unter anderem auf Schichtarbeiter.

Dass nicht nur der Alltag der Probanden strikt vorgegeben war, sondern im ersten Jahr auch der Speiseplan lag an einem Experiment der "Universität Erlangen". Aus fast 400 verschiedenen Produkten, die alle auch in jedem Supermarkt zu kaufen sind, bastelte das Team von Prof. Jens Titze einen exakten Speiseplan zusammen, bei dem über ein Jahr hinweg die Kochsalzmenge deutlich reduziert wurde. Nach der Auswertung der ersten von 6000 Blut- und Urinproben ist sich Titze sicher: "Der Salzhaushalt des menschlichen Körpers ist wesentlich komplexer als bisher angenommen." So stellten die Mediziner fest, dass das aufgenommene Kochsalz vom menschlichen Körper zum Teil erst zeitverzögert wieder ausgeschieden wurde.
"Das wurde bei bisherigen klinischen Untersuchungen nicht berücksichtigt." Ein weiteres Fazit seines Experiments: "Nicht nur für Kranke lohnt es sich, die Kochsalzzufuhr über die Nahrung zu reduzieren - auch bei Gesunden wie den Mars500-Probanden senkt sich der Blutdruck." Der Verzicht auf Kochsalz diene dann als effektive Vorbeugung vor Schlaganfall, Herzinfarkt und Arteriosklerose.

In weiteren Experimenten werden der Knochenstoffwechsel, das Erlernen von komplexen Steuerungsaufgaben am Computer, das Verbessern der körperlichen Fitness durch Vibrationstraining, die autonome notfallmedizinischen Patientenversorgung und die Auswirkungen von Sport auf Stress und Isolation untersucht.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

Mars500: Testastronauten betreten simulierten Mars
16. Februar 2011
Mars500: Baldige Landung auf dem virtuellen Roten Planeten
11. Februar 2011

Quellen: dlr.de / grenzwissenschaft-aktuell.de

Größter Sonnenfleck seit Jahren speit Eruptionen der X-Klasse

Die aktive Sonnenfleckregion 1339, fotografiert am 4. November 2011. Zum Vergleich: Der kleine gelbe Punkt entspricht der Größe der Erde. | Copyright: NASA/SDO

Washington/ USA - Die aktive Sonnenfleckregion Nummer 1339 hat sich als größter Sonnefleck der vergangenen Jahre entwickelt (...wir berichteten). Entgegen den Erwartungen der Weltraumwetter-Forscher, hat "1339" gestern nicht nur mittelschwere Flares der Kategorie "M", sondern einen Ausbruch der X-Klasse abgefeuert. Noch hat sich der Sonnenfleck nicht in Richtung Erde ausgerichtet, doch schon jetzt sind erste Auswirkungen bemerkbar.

Die "National Oceanic and Atmospheric Administration" (NOAA) hat mittlerweile die Wahrscheinlichkeit, dass die aktive Region auch heute einen weiteren X-Flare produziert eine Wahrscheinlichkeit von 20 Prozent hochgestuft.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Der Ausbruch vom gestrigen Donnerstag mit einer Stärke der Kategorie "X 1,9" hat laut NOAA Ionisationswellen in der oberen Erdatmosphäre erzeugt, die sich schon störend beispielsweise auf den Radioempfang in Europa und Nord- und Mittelamerika ausgewirkt haben.

Der vom X-Flare am 3. November ausgelöste Blitz im ultravioletten Lichtspektrum, aufgenommen vom "Solar Dynamics Observatory". (Klicken Sie auf die Abbildung, um ein Video des Blitzes zu starten.) | Copyright: NASA/SDO

Während die Plasmawolke des mit dem Ausbruch einhergehenden koronalen Masseauswurfs nicht Richtung Erde gerichtet war, rast sie derzeit mit rund 1.100 Kilometern pro Sekunde auf die Planeten Venus und Merkur zu.

NASA-Sonnenforscher erwarten, dass die Plasmawolke noch heute auf Merkur treffen wird und haben die Merkur-Sonde "MESSENGER" zu Beobachtung der Auswirkungen dieses Ereignisses ausgerichtet. Hier stößt der Sonnenwind aufgrund des nur schwachen Magnetfelds sogar Partikel aus der Planetenoberfläche schlagen und dabei zum einen eine vorübergehende Atmosphäre entstehen lassen und zum anderen dem kometenartigen Schweif des Planeten weiteres Material hinzufügen. Auf die extrem dichte Atmosphäre der Venus, wo der Sonnensturm morgen (5. November 2011) erwartet wird, sollte die Partikelwolke hingegen nur geringe Auswirkungen haben.

Bücher zum Thema:

- - -

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov / spaceweather.com

Großer Asteroid passiert kommende Woche die Erde innerhalb der Mondbahn

Radaraufnahme des erdnahen Asteroiden "2005 YU55" beim Vorbeiflug an der Erde am 19. April 2010. Der damalige Abstand von der Erde entsprach noch 2,4 Millionen Kilometer und damit der sechsfachen Monddistanz zur Erde. | Copyright: Arecibo Observatory/Michael Nolan

Washington/ USA - Am kommenden Dienstag wird der 400 Meter durchmessende Asteroid "2005 YU55" in weniger als 324.600 Kilometern Entfernung und damit innerhalb der Mondumlaufbahn die Erde passieren. Dass der Asteroid trotz dieser Nähe eine Gefahr für die Erde darstellt, schließen Astronomen zwar aus, doch erhoffen sie sich von der Beobachtung des einzigartigen Vorbeiflugs wichtige wissenschaftliche Informationen.

Schon heute beginnen Astronomen weltweit mit der Anpeilung des sich im Anflug befindenden Asteroiden. Unter anderem wird "2005 YU55" dann von der 70 Meter großen Radarantenne des "Deep Space Network" der NASA, vom "Goldstone Deep Space Communications Complex" in der Mojave-Wüste und schlussendlich, vom 6. bis zum 10 November auch vom Arecibo-Radioteleskop auf Puerto Rico beobachtet und verfolgt werden.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Laut NASA ist die Flugbahn des Asteroiden sehr gut bekannt. "Am Punkt seiner dichtesten Annäherung wird '2005 YU55' die Erde in einem Abstand passieren, der dem 0,85-fachen des Abstands zwischen Erde und Mond entspricht. Dennoch wird die Schwerkraftwirkung des Asteroiden keinerlei Auswirkung auf die Erde haben - weder auf die Gezeiten und ganz bestimmt auch nicht auf die Plattentektonik." Auch wenn der Asteroid sich in regelmäßigen Abständen den inneren Planeten nähert, so wird ihn der bevorstehende Vorbeiflug so dicht an der Erde vorbeiführen, wie in den nächsten 200 Jahren nicht mehr.

Die Auflösung der Radarbeobachtungen sollen Bilder des Asteroiden mit einer Auflösung von zwei Metern pro Pixel ermöglichen, anhand derer zahlreiche Oberflächendetails abgebildet werden könnten.

Astronomen vermuten, dass der Asteroid annähernd kugelförmig ist und sich alle 18 Stunden einmal um die eigene Achse dreht. Die Oberfläche von "2005 YU55" dürfte im sichtbaren Licht dunkler als Kohle sein. Hobby-Astronomen, die den Asteroiden beobachten wollen, benötige hierfür Teleskope von mindestens 15 Zentimetern Durchmesser.

Während zuletzt 1976 ein derart großer Brocken die Erde passierte, steht die nächste Annäherung eines vergleichbar großen Asteroiden laut NASA erst wieder im Jahre 2028 an.

- Eine Animation des Vorbeiflugs von "2005 YU 55" finden Sie HIER

Bücher und DVDs zum Thema:

- - -

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov

Grenzwissenschaftliche "Generationenbibliothek" gegründet

Die beiden Vorsitzenden der "Generationenbibliothek", Alexander Knörr und Frank Grondkowski. | Copyright: Andreas Kirchner, prae-astronautik.at

Berlin/ Deutschland - Am 28. Oktober 2011 trafen sich im Hotel Van der Valk Berliner Ring vierzehn grenzwissenschaftliche Forscher, Autoren und Verleger um den Verein "Generationenbibliothek e.V." zu gründen.

Den Hintergrund des Projekts erläutern die Gründungsmitglieder wie folgt:
"Die meisten Menschen, die sich für Grenzwissenschaften interessieren, werden von ihrem Umfeld und der Familie zwar geduldet aber doch in den meisten Fällen belächelt. Viele verstehen nicht, dass man sehr viel Zeit diesen Themen widmet. Ob dies Prä-Astronautik, Astronomie, UFO Forschung, Kryptozoologie, Geisterphänomene oder spirituelle Themen sind, sie werden durchweg eher abwertend von außen betrachtet.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Spätestens nach dem Tode des Freizeitforschers sind die über Jahrzehnte angesammelten Dokumente, Zeitschriftenartikel, Bücher, Schriftverkehr mit anderen Forschern, Bilder und vieles mehr dann für die Hinterbliebenen nicht mehr interessant und werden schlichtweg weggeworfen! Bücher werden noch bei Ebay verschachert, aber die wirklich wertvollen Manuskripte, Akten von Sichtungen und unheimlichen Begegnungen, die man selbst untersucht hat, Dokumente und Notizen werden meist entsorgt." Der gemeinnützige Verein "Generationenbibliothek e.V." wurde von aktiven Forschern, Autoren, Verlegern und interessierten Laien gegründet, um dies zu verhindern!

"Wir sind es unseren Nachkommen schuldig, nicht nur Schulweisheiten und angeblich gesichertes Wissen aufzubewahren, sondern ebenso die Ergebnisse der grenzwissenschaftlichen Forschung! Diese sollen auch nicht einfach nur gesammelt werden und in einem Keller verschwinden", so die Vorsitzenden des Verein Alexander Knörr und Frank Grondkowski.

Die Generationenbibliothek (generationenbibliothek.de) soll nun diese Nachlässe und auch sonstige Spenden von Büchern und Dokumenten archivieren, teilweise in einem Onlinearchiv vorhalten und dadurch auch der breiten Öffentlichkeit die Möglichkeit der Recherche bieten. "Ebenso wird es möglich sein, Bücher per Fernleihe auszuleihen. Die wertvollen Originale werden penibel aufbewahrt und irgendwann auch mal in einer zugänglichen Bibliothek der Öffentlichkeit präsentiert. Die Generationenbibliothek fördert hierdurch die Verbesserung der Stellung der Grenzwissenschaften in der Öffentlichkeit und die aktive Forschung in allen Bereichen der Grenzwissenschaften. Egal ob Spiritismus, Esoterik, Kornkreise, UFOs, alte Kulturen, Archäologie, Paläontologie, Geologie, Zeitreisen, Kryptozoologie, PSI, Geister; Mythen und Mysterien jedweder Art werden ebenso in der Generationenbibliothek Platz finden, wie die Bereiche der wissenschaftlichen Literatur, die mit diesen zu tun haben."

Zur Gründung des Vereins, im Rahmen des "One Day Meeting" der "Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI" (AAS) im Berliner Hotel Van der Valk ernannten der Verein den Prä-Astronautik-Autor und Vorreiter der Paleo-Seti-Forschung Erich von Däniken für dessen Arbeit und Erfolge zum ersten Ehrenmitglied des Vereins.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / generationenbibliothek.de
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE