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Dienstag, 8. November 2011

Bamberg: Sonderausstellung "Totentanz im Wandel der Geschichte" verlängert

"Totentanz" von Michael Wolgemut aus "Liber chronicarum" (1493) | Copyright: Public Domain

Bamberg/ Deutschland - Wegen großer Publikumsnachfrage wurde die derzeitige Sonderausstellung "Vom Ende der Zeit - Totentanz im Wandel der Geschichte" im Bamberger Diözesanmuseum bis zum 8. Januar 2012 verlängert.

Wie das Erzbistum auf seiner Internetseite erklärt, besuchten seit Beginn mehr als 2.000 Besucher die Ausstellung. Zudem werde zusätzlich jeden Sonntag (außer 25.12.11) um 14.00 Uhr eine Führung durch die Ausstellung angeboten. Ursprünglich sollte die Sonderausstellung am 25. November enden.

Die Ausstellung mit ihren rund 250 Exemplaren vereint die unterschiedlichen künstlerischen Vorstellungen und Darstellungen vom Ende des Lebens aus mehr als fünf Jahrhunderten. Etliche prominente Künstlernamen sind vertreten, darunter Jospeh Beuys, Marc Chagall, Salvador Dali, Pablo Picasso und Andy Warhol.

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"Der Tod selbst ist nicht darstellbar - noch nicht einmal für Künstler", erläutert der Text zur Ausstellungseröffnung (dioezesanmuseum-bamberg.de). "Deswegen benützen sie seit jeher übertragene Bilder, Metaphern, um das Sterben zu visualisieren. Wie sehr sich dies von der Spätrenaissance bis hin zu Moderne verändert hat, veranschaulichte bei der Vernissage Professorin Brigitte Rieger-Jähner vom Museum Junge Kunst in Frankfurt/Oder: So vermittle das 'Bild des Todes' vom Nürnberger Maler und Zeichner Michael Wolgemut (1434 – 1519) eine 'leidenschaftliche Anklammerung an die Dinge dieser Welt', die in dem zu sehenden Holzschnitt durch die 'Vitalität und Lebenslust des Tanzes zum Ausdruck gebracht würde.'

Bis zur Aufklärung im späten 18. Jahrhundert hatte das Lebensende und seine Darstellung für die meisten Menschen etwas Tröstendes: so unterschiedlich die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse im Leben, so gleich waren die Menschen vor dem Tod. Ab dem 19. Jahrhundert werde er dagegen vielfach als 'Schreckensszenario' gesehen, wie Rieger-Jähner anhand des Zyklus von Alfred Rethel (1816 – 1859) erläuterte.

Nicht überraschend beschäftigt sich auch das 20. Jahrhundert immer wieder mit dem existentiellen Thema 'Tod' und nimmt dabei Anleihen bei früheren Darstellungen. HAP Grieshaber (1909 – 1981) greift etwa einen Basler Totentanz aus dem 15. Jahrhundert auf und unterwirft ihn einer modernen Neugestaltung. Noch weiter gehen das bekannte Künstlerpaar Christo (*1935) und Jeanne-Claude (1935 – 2009), wie Rieger-Jähner erläuterte. Sie schufen 1977 in den Vereinigten Arabischen Emiraten eine Mastaba, ein Königsgrab aus über 390 000 Ölfässern. Der grafische Entwurf dazu ist ein Glanzstück der Ausstellung im Diözesanmuseum."

Bücher zum Thema:

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / dioezesanmuseum-bamberg.de

NASA veröffentlicht erste neue Radarbilder des Asteroiden "2005 YU55"

Das am 7. November 2011 erstellte Radarbild des Asteroiden "2005 YU55". (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: NASA / JPL-Caltech

Pasadena/ USA - Mit der Antenne des Goldstone Radioteleskops als Teil des "Deep Space Network" der NASA in Kalifornien haben Astronomen nun eine erste neue Radaraufnahme des sich derzeit dem Erde-Mond-System nähernden Großasteroiden "2005 YU55"erstellt. Der Asteroid wird in der Nacht auf den 9. November 2011 die Erde in nur 324.600 Kilometern aber damit auch in sicherer Entfernung passieren (...wir berichteten 1, 2).

Die neue Aufnahme stammt vom 7. November 2011 als sich der Asteroid noch rund 1,38 Millionen Kilometer von der Erde entfernt befand. Mit rund 400 Metern hat "2005 YU55" die Größe eines Fugzeugträgers und wird noch bis zum 10. November von zahlreichen Teleskopen, darunter ab dem 8. November auch vom Arecibo-Radioteleskop auf Puerto Rico, genauestens verfolgt und abgebildet.

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Die künstliche Weichzeichnung des Radarbildes ermöglicht einen Anblick des Asteroiden jenseits der Pixel. | Copyright: NASA / JPL-Caltech / grenzwissenschaft-aktuell.de

Laut NASA ist die Flugbahn des Asteroiden sehr gut bekannt. "Am Punkt seiner dichtesten Annäherung wird '2005 YU55' die Erde in einem Abstand passieren, der dem 0,85-fachen des Abstands zwischen Erde und Mond entspricht. Dennoch wird die Schwerkraftwirkung des Asteroiden keinerlei Auswirkung auf die Erde haben - weder auf die Gezeiten und ganz bestimmt auch nicht auf die Plattentektonik." Auch wenn der Asteroid sich in regelmäßigen Abständen den inneren Planeten nähert, so wird ihn der bevorstehende Vorbeiflug so dicht an der Erde vorbeiführen, wie in den nächsten 200 Jahren nicht mehr. Befürchtungen, der Asteroid könnte zwar nicht die Erde, dafür aber am Morgen des 9. November den Mond treffen (...wir berichteten), wurden von NASA-Experten verworfen. Nach bisherigen Berechnungen passiert "2005 YU55" auch den Erdtrabanten in einem engen aber sicheren Abstand von immerhin noch 239.000 Kilometern Distanz.

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Bücher und DVDs zum Thema:

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov


Studie: "Außerirdische Sonden könnten selbst im Sonnensystem zu finden sein"

Unser Sonnensystem (Collage) | Copyright: NASA/JPL

State College/ USA - Bislang haben lediglich zwei irdische Sonden, Pioneer 10 und 11, unser Sonnensystem verlassen. Schon bald folgen ihnen auch die Voyager-Sonden mit dem Ziel, zum einen Informationen über das ferne Universum zu sammeln aber auch zum anderen durch die an Bord der unbemannten Raumschiffe angebrachten Tafeln und Bild- und Toninformationen über die Erde, potentiell außerirdischen Entdeckern von unserer Existenz zu berichten. Eine Studie US-amerikanischer Wissenschaftler hat sich nun die Frage gestellt, warum wir nicht schon lange außerirdische Gegenstücke der Pioneer- und Voyager-Sonden entdeckt haben. Die Antwort erscheint nur auf den ersten Blick einfach: Weil wir noch nicht intensiv genug danach gesucht haben.

Die beiden promovierten Wissenschaftler Jacob Haqq-Misra und Ravi Kumar Kopparapu von der "Pennsilvania State University" haben sich ihrer Fragestellung auf mathematische Weise genähert und erläuterten ihre Ergebnisse vorab auf "arxiv.org", werden diese jedoch schon bald auch im Fachmagazin "Acta Astronautica" darlegen.

"Die unermessliche Weite des Weltraums, kombiniert mit unserer eigenen bislang vergleichsweise sehr stark eingeschränkten Reichweite, legt nahe, dass fast jede unbemannte Forschungssonde außerirdischer Herkunft unentdeckt geblieben ist", so die Forscher.

Genau wie unsere Sonden, so wären entsprechende außerirdische "Späher" wahrscheinlich relativ klein und könnten beispielsweise auch an einer Vielzahl von Orten im Sonnensystem, etwa dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter, versteckt positioniert sein.

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"Außerirdische Artefakte könnten (also) in unserem Sonnensystem zu finden sein, ohne dass wir (bislang) davon etwas wissen. Objekte von einem bis zehn Metern Größe wären hier nahezu perfekt getarnt und könnten nur schwer, wenn überhaupt auszumachen sein."

Die Forscher haben sich mit einer wahrscheinlichkeitsmathematischen Methode der Frage genähert, ob wir unser Sonnensystem überhaupt genau genug nach außerirdischen Artefakten durchsucht haben, um mit Sicherheit sagen zu können, dass es diese nicht gibt.

In ihrer Studie betrachteten Haqq-Misra und Kopparapu das Sonnensystem als feste Größe und errechneten deren prozentualen Anteil, der sorgfältig erforscht werden müsste, um entsprechend kleine Sonden überhaupt zu entdecken - vorausgesetzt, dass diese nicht absichtlich getarnt wurden. Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass bisherige Suchen nicht sorgfältig genug waren, um die Existenz solcher Sonden ausschließen zu können.

Auf der Grundlage verschiedener möglicher Szenarien, beispielsweise der Annahmen, dass das Universum mit Leben gefüllt oder eben, dass Leben im Universum sehr selten ist, haben die beiden Wissenschaftler eine Formel entwickelt, die auf einzelne Teile dieser festen Größe (Sonnensystem) angewendet werden kann, um zu bestimmen, ob bereits genügend Aufwände betrieben wurden, um das Vorhandensein außerirdischer Sonden darin ausschließen zu können.

"Die Oberfläche der Erde ist einer der wenigen Orte im Sonnensystem, welche laut unseren Berechnungen fast vollständig genug mit einer räumlichen Auflösung von weniger als einem Meter erforscht wurde", so Haqq-Misra and Kopparapu.

Dennoch gibt es selbst hier noch zahlreiche Regionen, Höhlen, Urwälder und Wüsten, die noch nicht ausreichend erforscht sind - ganz zu schweigen vom Grund der Ozeane. Aus diesem Grund könne selbst auf der Erde nicht ausgeschlossen werden, dass noch außerirdische Artefakte zu finden sind.

Schon die nächstgelegenen Himmelskörper, Mond und Mars, sind hingegen trotz bereits durchgeführter Kartierungsprojekte aus dem Orbit (bspw. Lunar und Mars Reconnaissance Orbiter, LRO und MRO, u.a.) im Sinne der Studie bislang nur spärlich erkundet. Alleine angesichts des LRO, der die Mondoberfläche mit einer Auflösung von rund 0,5 Meter fotografiert, könnten also außerirdische Artefakte nach Vorgabe der Studie auf dem Mond entdeckt werden. Allerdings geben die Forscher auch angesichts der LRO-Mission zu bedenken, dass die hierbei erstellten Aufnahmen wahrscheinlich nicht ausreichen, um zwischen einer Raumsonde und beispielsweise Felsen zu unterscheiden.

"Bislang war die Durchmusterung des Sonnensystems unvollständig genug, sodass die Möglichkeit, dass sich darin auch heute noch außerirdische Artefakte finden, die uns sogar beobachten könnten, nicht ausgeschlossen werden kann", so Haqq-Misra and Kopparapu.

- Die vollständige Studie finden Sie HIER

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / psu.edu
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