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Dienstag, 29. November 2011

Hobby-Astronom gelingt erste Amateuraufnahme eines fremden Sternensystems

Protoplanetare Scheibe um einen, auf dem Bild abgedunkelten fernen Stern: Erste Amateuraufnahme eines fernen Sternensystems. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.). | Copyright: Rolf Wahl Olsen

Auckland/ Neuseeland - Die wahrscheinlich erste Aufnahme eines fremden Sternensystems durch einen Amateurastronomen ist dem aus Dänemark stammenden Rolf Wahl Olsen aus Auckland gelungen und zeigt die protoplanetare Scheibe um den fernen Stern Beta Pictoris.

"Seit Jahren schon habe ich mich gefragt, ob es auch mit den Mitteln eines Amateurastronomen möglich ist, dieses Beobachtungsziel zu fotografieren", erläutert Olsen gegenüber "UniverseToday.com ".

Beta Pictoris ist der zweithellste Stern im Sternbild Maler und befindet sich rund 63,4 Lichtjahre von der Erde entfernt. 1983 wurde mit dem Infrarotsatelliten "IRAS um diesen mit rund 4.5 Milliarden Jahren noch relativ jungen Stern herum " eine Staubscheibe entdeckt, die dann schon ein Jahr später auch mit einem erdgebundenen Teleskop fotografiert werde konnte. Die Scheibe aus Gas und Staub, aus der sich auch Planeten bilden können, hat einen von 800 Astronomischen Einheiten (AE = Abstand Erde – Sonne). Tatsächlich deuten Aufnahmen des Weltraumteleskops "Hubble" auf eine Verbiegung des inneren Bereichs der Scheibe hin, wie sie wahrscheinlich in Wirklichkeit aus zwei, um vier Grad zueinander geneigten, ineinander laufenden Staubscheiben besteht. Der Stern selbst wird von mindestens einem Gasriesen umkreist (...wir berichteten, s. Links).

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Künstlerische Darstellung des Transits von "Beta Pictoris b" um seinen Stern "Beta Pictoris" im Sternbild Maler (Illu.). | Copyright: ESO/A.-M. Lagrange

Wie auch für professionelle Astronomen, so stellt sich angesichts von Beta Pictoris auch und im Besonderen für Hobby-Astronomen das Problem, dass das Zentralgestirn selbst derart hell ist, dass es die protoplanetare Scheibe und darin verborgenen Planeten gänzlich überstrahlt. Die bisherigen Aufnahmen des Systems, etwa mit dem Weltraumteleskop Hubble, wurden allesamt mit Hilfe eines Koronografen gemacht, mit dem das Licht des Sterns abgeblendet werden kann.

Professionelle Aufnahme zum Vergleich: Mit technischen Aufnahmeverfahren wurde das intensive des Sterns Beta Pectoris blockiert. Zum Vorschein kam ein möglicher Exoplanet (heller Punkt). | Copyright: ESO/A.-M. Lagrange et al.

Olsen, der seine Arbeit regelmäßig im australischen Amateur-Astronomieforum "iceinspace.com.au" vorstellt und diskutiert. gelang die Reduktion des Sternenlichts anhand einer Anleitung eines Artikels mit dem Titel "Observation of the central part of the beta Pictoris disk with an anti-blooming CCD’ (Lecavelier des etangs, A., Perrin, G., Ferlet, R., Vidal-Madjar, A., Colas, F., et al., 1993, A&A, 274, 877). Die darin beschriebene Methode nutzt zunächst digitale Aufnahmedaten von Beta Pectoris und eines gleichhellen Sterns, die unter denselben Bedingungen aufgenommen wurden. Danach werden die gleichen Werte beider Bilder voneinander subtrahiert, wodurch der Sternenschein eliminiert wird und so die das Sternenlicht reflektierenden protoplanetare Scheibe in Erscheinung treten soll.

Bescheiden ruft Olsen nun andere Amateurastronomen auf, die Methode selbst auszuprobieren: "Ich bin mir sicher, dass diese Methode mit besseren Kameras noch viel beeindruckender angewendet werden kann. Ich selbst bin aber mit meinem Ergebnis schon sehr zufrieden und freue mich darüber, es erreicht zu haben."

- Eine ausführliche Beschreibung der von Olsen angewendeten Methode finden Sie HIER. Weitere Astro-Aufnahmen von Olsen finden Sie HIER

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / universetoday.com / pbase.com/rolfolsen

Vatikanischer Chef-Exorzist: "Yoga und Harry Potter sind Teufelswerk"

Archiv: Yoga (Illu.) | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de

Terni/ Italien - Auf einer Begleitveranstaltung des "Umbria Film Festival" im italienischen Montone hat der 85-jährige Chef-Exorzist des Vatikan, Pater Gabriele Amorth, erneut für Schlagzeilen gesorgt. Erklärte der für seine nach katholischen Maßstäben erzkonservativen Ansichten bekannte Amorth doch, dass sowohl Yoga als auch Harry Potter Teufelswerk seien.

Die Ausübung von Yoga beschwöre ebenso den Teufel, wie das Lesen der Bücher der "Harry Potter"-Reihe, wird der Exorzist in verschiedenen Medien zitiert. "Auf den ersten Blick erscheinen diese Dinge vielleicht harmlos, doch in Wirklichkeit haben beide etwas mit Magie zu tun und führen zum Teufel."

Yoga, so der Kirchenmann weiter, sei Teufelswerk, da die Menschen glauben würden, dass es darum gehe, Körper und Geist zu weiten. In Wirklichkeit sei es ein Weg in den Hinduismus und "alle orientalischen Religionen basieren auf dem Irrglauben an die Reinkarnation."

Auch am weltweit beliebten Zauberlehrling "Harry Potter" aus der Feder der Bestsellerautorin J.K. Rowling ließ Amorth kein gutes Haar: "Die Menschen glauben, sie würden ein unschuldiges Kinderbuch lesen, aber auch hier geht es um Magier und auch sie führt zum Teufel. Auch bei Harry Potter ist der Teufel auf hinterlistige Weise am Werk, Harry selbst nutz seine außergewöhnlichen Kräfte, Kräfte der Magie und des Bösen."

Satan, so Amorth weiter, tarne sich fortwährend und seine größte Begierde sei es, die Menschen glauben zu lassen, dass er nicht existiere. "Er studiert jeden von uns und unsere Tendenzen entweder zum Guten oder zum Bösen - dann führt er uns in Versuchung."

Des Weiteren riet Pater Amorth den jungen Menschen, sich vor Nachtclubs und Diskotheken in Acht zu nehmen, da auch deren Pfad immer der gleiche sei und zu "Alkohol, Sex, Drogen und satanischen Sekten" führe.

Schon zuvor hatte Amorth immer wieder mit ähnlichen Äußerungen für Diskussionen gesorgt. So kritisierte er schon zuvor Harry Potter für die in den Büchern und Filmen verborgene Verführung der Jugend hin zum Okkulten und Schwarzer Magie. Auch die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche sowie die Finanzkrise hält der Exorzist für das Werk des Teufels (...wir berichteten).

Auf die Äußerungen Amorths reagierte der Vorstand der italienischen Yoga-Vereinigung, Vanda Vanni, mit Verwunderung: "Yoga soll eine satanische Praktik sein? Verzeihen sie mir dieses Wortspiel, aber eine solche Vermutung ist jenseits von Gut und Böse" Der Anschuldigung von Pater Amorths fehle es gänzlich an Substanz. "Es ist eine ungeheuerliche Sache, so etwas zu behaupten. Yoga ist keine Religion sondern eine spirituelle Disziplin. Es geht um Freiheit und die Suche nach dem inneren Selbst. Es berührt religiöse Fragen noch nicht einmal und hat ganz bestimmt nichts mit satanischen Sekten zu tun, noch ermutigt es die Menschen, solchen Gruppierungen beizutreten."

So sonderlich die neuen Aussagen Amorths auch klingen mögen, so sehr stimmt er mit seinen Anschuldigungen doch sogar mit selbsternannten Vertretern der wissenschaftlichen Aufklärung überein: Erst im Winter 2008 hatte der für seine Religionskritik ebenso bekannte wie umstrittene Atheist und Erfolgsautor Professor Richard Dawkins vor dem schädlichen Einfluss von Märchen und Erzählungen rund um Hexen und Zauberer gewarnt und erklärt, er sähe in Harry Potter und traditionellen Märchen wie etwa dem Froschkönig die Gefahr, dass diese eine heimtückische Auswirkung auf die Rationalitätswahrnehmung von Kindern haben könnten (...wir berichteten).

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Bücher von Pater Gabriele Amorth

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