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Donnerstag, 8. Dezember 2011

US-Militär finanziert Suche nach intelligenten Signalen von Kepler-22b

Mit Hilfe des Weltraumkommandos der US Air Force (Signet) sucht SETI mit der Allen Telesope Array (u.) schon bald auch konzentriert nach potentiellen Signalen von dem möglicherweise lebensfreundlichen Exoplaneten Kepler-22b (Hntgr.). | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de (mit Material von seti.org, NASA/JPL-Caltech, AFSPC)

Mountain View/ USA - Aufgrund einer kräftigen Finanzspritze des Air Force Space Command (AFSPC) kann das SETI-Institute, das nach intelligenten außerirdischen Radiosignalen im All sucht, seine Arbeit mit dem Allen Telesope Array (ATA) wieder aufnehmen und wird sich nun gezielt der Such nach Signalen Außerirdischer aus Richtung der mit Hilfe des Weltraumteleskops Kepler neu entdeckten Exoplaneten, darunter auch und insbesondere der Planet Kepler-22b, der seinen Stern inmitten dessen habitbale Zone umkreist und damit Leben beherbergen könnte.

Noch im vergangenen April gab das "SETI Institute" bekannt, dass die millionenschwere Radioteleskopanlage in Kalifornien, das Allen Telescope Array (ATA), vorerst wegen fehlender finanzieller Mittel abgeschaltet werde (...wir berichteten). Nachdem dann jedoch zahlreiche Prominente nicht nur zu Spenden an SETI aufriefen, sondern auch selbst oft großzügig spendeten, kann die Suche nach Signalen außerirdischer Intelligenzen mit der Anlage nun fortgesetzt werden.

"Der Neustart der Arbeit am ATA wurde zusätzlich durch für die Reaktivierung der Beobachtungen notwendigen Fördergelder ermöglicht, die die United States Air Force als Teil eines formellen Gutachtens zur Nutzung des Instruments im Rahmen des "Space Situational Awareness"-Pogramms des United States Air Force Space Command (AFSPC) erhalten hat", so Jill Tarter, Direktorin am SETI-Forschungszentrum.

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Das Weltraumkommando der US-Luftwaffe (ja dieses Kommando gibt es tatsächlich) plant ATA zur Beobachtung der Erdatmosphäre und des erdnahen Weltraums zu nutzen, um laufende und zukünftige Weltraummissionen sicherzustellen und die Bedrohung entsprechender Hardware, etwa durch Weltraumschrott, einschätzen zu können. Schon lange vermuten einige Beobachter jedoch, dass es dem US-Weltraumkommando nicht nur um die Sicherheit von Satelliten und Raumstationen geht, sondern man zumindest auch an möglichen Signalen aus dem All interessiert ist. Weitere Informationen über die Kopperation zwischen dem AFSPC und dem SETI-Institute bzw. dem ATA (seit 2009) finden Sie HIER

"Zum ersten Mal können wir nun unsere Teleskope auf Sterne richten, von denen wir genau wissen, dass sie über Planetensysteme verfügen", so Tarter gegenüber "grenzwissenschaft-aktuell.de". "Natürlich wird Kepler-22b (...wir berichteten) und die anderen 54 Kandidaten für Planeten innerhalb der 'grünen Zone' um ihre Sterne, Priorität bei diesen Beobachtungen genießen."

Da der Fokus der Anlage alle 300 MHz neu kalibriert werden müsse, so Tarter weiter, mache es Sinn, "zunächst alle Zielobjekte in einem Frequenzbereich zu beobachten und dann auf den nächsten zu wechseln, als jedes Ziel individuell auf allen interessanten Frequenzen einzeln abzusuchen."

So genügend Forschungsgelder zur Verfügung stünden, werde SETI alle von Kepler entdeckte Planetensystem auf diese Weise systematisch nach intelligenten Signalen absuchen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / seti.org

Beschädigte Kapelle: Bundeslade wird an neuen Ort überführt

Archiv: Schon 2004 zeigte die Kuppel der Kapelle Ri'ise Adbarat Qidist Maryam Debre Tsiyon in Axum, in der die biblische Bundeslage aufbewahrt sein soll, deutliche Schäden. | Copyright: Adam Cohn/GNUFDL

Axum/ Äthiopien - Glaubt man den Sagen und Legenden der Tewahedo-Kirche rund um den Verbleib der biblischen Bundeslade, so soll sie von einem Mönch in einer kleinen Kapelle im äthiopischen Axum aufbewahrt und beschützt werden. Doch nun hat das Dach des angeblichen Aufbewahrungsorts der Lade ein Loch und muss vollständig restauriert werden. Die Lade selbst soll hierzu in einen Übergangsbau überführt werden. Ist das die Gelegenheit auf die viele gewartet haben, um einen Blick auf die Bundeslade werfen zu können?

Wie die britische Zeitung "Daily Mail" unter Berufung auf den Reisefotografen Tim Makins berichtet, zeigte das Dach der Kapelle "Ri'ise Adbarat Qidist Maryam Debre Tsiyon" schon im vergangenen September einen deutlichen Riss. Als er kürzlich erneut zur Kapelle kam, habe er umfangreiche Bauarbeiten gesehen und von den anwesenden Arbeitern erfahren, dass eine Übergangskapelle gebaut werde, in welche die Bundeslade für die Dauer der Restaurierungsarbeiten verlegt werden solle. Danach werde die Lade dann wieder in die alte Kapelle, die in den 1960er Jahren gebaut wurde, verbracht werden.

"Auch wenn es eigentlich nur einer Person gestattet ist, die Lade zu sehen und berühren, so sprechen deren biblischen Ausmaße von 1,31 x 0,79 x 0,79 Metern und die Vorstellung, dass die vergoldete Akazienholzkiste auch noch die Steintafeln mit den Geboten Gottes beinhalten soll, gegen die Vorstellung, dass der Transport von dem alten Priester alleine durchgeführt werden kann", so Makins.

Aktuell ist das Dach der Kapelle noch durch eine Plane geschützt und der Transport der Bundeslade soll noch nicht stattgefunden haben. Erst im Sommer 2009 hatten Gerüchte für Aufsehen gesorgt, wonach der Patriarch der Äthiopisch-Orthodoxen Tewahedo Kirche, Abuna Paulos, die Bundeslade erstmals öffentlich zeigen wollte. Später hatte Paulos diesen Gerüchten jedoch widersprochen. Zugleich bestätigte das Kirchenoberhaupt jedoch, dass es sich um die biblische Lade handele und er selbst diese schon mit eigenen Augen gesehen habe (...wir berichteten 1, 2).

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Bei der Bundeslade soll es sich laut der hebräischen Überlieferung, um eine mit Gold überzogene Truhe aus Akazienholz handeln, auf deren Abdeckung zwei Cherubime thronen, die schützend ihre Flügel über die Truhe ausbreiten, welche zudem mit zwei Tragebalken versehen war.

Rekonstruktion der Bundeslade | Copyright: T. D. Wabbel, tobiasdanielwabbel.com

Nach Darstellung der Tora enthielt sie die zwei Steintafeln mit den Zehn Geboten, wie sie Moses von Gott selbst erhalten haben soll, und galt demnach beim Auszug Israels aus Ägypten unter Mose als Garant für Gottes Gegenwart und als Zeichen für seinen Bund mit dem Volk Israel.

Neben der Tatsache, dass sie als Behältnis der Gesetzestafeln Gottes und somit als einer der heiligsten Kultgegenstände des israelischen Volkes überhaupt gilt, wurden der Lade selbst immer wieder auch direkte übersinnliche Eigenschaften zugeschrieben, die nicht nur von Bibelforschern unterschiedlich interpretiert wurden. So sollen die Hohepriester mit Hilfe der Bundeslade direkten Kontakt zu Gott aufgenommen haben können, bzw. diese Gottes Gegenwart herbeigerufen haben.

In einem anderen Fall soll Ussa, der die Bundeslade berührte - obwohl er kein Priester war - den "Zorn Gottes" verspürt haben und unmittelbar an diesem gestorben sein. Andere Bibelstellen werden von einigen Forschern auch als Hinweis verstanden, dass die Lade Gottes - etwa im Kampf gegen die Philister - als Waffe eingesetzt wurde.

Auch und gerade in grenzwissenschaftlicher Literatur, hier gezielt in Sachbüchern zur Prä-Astronautik, jener Theorie, nach der frühgeschichtliche Bauwerke, exotische Gegenstände und religiöse Wunder auf das Wirken als Götter falsch verstandener Außerirdischer Besucher zurückgeführt werden, wird über die Beschaffenheit und den Ursprung der Bundeslade, u. a. beispielsweise als technologischer und möglicherweise außerirdischer Gegenstand im Sinne einer Kommunikationseinheit bis hin zur frühgeschichtlichen Atombombe, spekuliert.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / dailymail.co.uk

NASA-Wissenschaftler: "Merkwürdige Strukturen auf Asteroiden YU55"

Die künstliche Weichzeichnung des Radarbildes ermöglicht einen Anblick des Asteroiden jenseits der Pixel. | Copyright: NASA / JPL-Caltech / grenzwissenschaft-aktuell.de

Pasadena/ USA - Nachdem der erdnahe Asteroid "2005 YU55" Mitte November das Erde-Mond-System noch innerhalb der Mondbahn durchkreuzte, ohne dass der kosmische Brocken von rund 400 Metern Größe weder die Erde noch den Mond traf (...wir berichteten 1, 2), stehen die Ergebnisse einer Analyse der bei diesem Vorbeiflug gewonnen Nahaufnahmen des Asteroiden und deren Veröffentlichung weiterhin aus. Doch schon jetzt berichten NASA-Wissenschaftler von "merkwürdigen Strukturen" auf der Oberfläche des Asteroiden.

Nachdem sich aufgrund entsprechender früherer Aussagen von Forschern Gerüchte über die Natur dieser "Strukturen" ebenso schnell verbreitet hatten, wie Verschwörungstheorien um die noch immer nicht veröffentlichten Nahaufnahmen des Asteroiden, hat die US-amerikanische Journalistin Linda Moulton Howe (earthfiles.com) den Planetenwissenschaftler Dr. Lance Benner vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA zu diesen Fragen interviewt.

"Der Asteroid YU55 hat eine ungewöhnliche Ausbuchtung entlang seines Äquators. Ähnliche äquatoriale Grate gibt es auch auf anderen Asteroiden (wie beispielsweise 1999 KW4) und Himmelskörpern und sie entstehen durch die vergleichsweise schnelle Rotation dieser Objekte um ihre eigene Achse alle 2 bis 4 Stunden. Auf YU55, der sich nur alle 16 Stunden einmal um sich selbst dreht, haben wir eine solche Struktur jedoch nicht erwartet. Die beste Erklärung die wir derzeit für dieses Merkmal haben, ist die, dass der Asteroid sich früher einmal sehr viel schneller gedreht haben muss."

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Neben der äquatorialen Bulge haben die Forscher auf den Aufnahmen Geländestrukturen entdeckt, wie sie bislang noch nie auf Asteroidenaufnahmen entdeckt werden konnten. "So gibt es da einen wirklich steil und spitz zulaufenden 'Hügel', wobei wir noch nicht einmal sicher sind, ob es überhaupt ein Hügel ist bzw. was diese Struktur überhaupt darstellt. Auch diese Struktur selbst ist auf den bisherigen Aufnahmen einzigartig und erhebt sich 20 bis 30 Meter hoch über das sonstige Umland", so Benner. "Es könnte sich um einen großen Felsbrocken auf der Oberfläche des Asteroiden handeln, oder es ist etwas anderes. Ich selbst bin mir nicht sicher, was es ist. (...) Vielleicht stellt es sich bei der Auswertung der 3D-Daten auch als gewöhnlicher Hügel heraus - wie dieser auf dem Asteroid jedoch entstanden sein könnte, ist bislang auch noch unklar."

Die Bilder dieser Struktur, so erläutert Benner im Interview mit Moulton Howe weiter, wurden bislang noch nicht veröffentlicht. Diese Radaraufnahmen, die den Asteroiden während der Passage seines erdnächsten Punkts, sozusagen in Nahaufnahme zeigen, würden derzeit noch ausgewertet (insgesamt liegen 40 Terabyte Daten vor) und werden dann voraussichtlich auf einer Konferenz und gemeinsam mit einem wissenschaftlichen Artikel veröffentlicht.

Ebenfalls noch rätselhaft ist eine große dunkle Fläche, die schon auf den Aufnahmen vom 7. November zu sehen ist (s. Abb.) und die zunächst wie eine gewaltige Senke erscheint, sowie weiße Strukturen, die sich deutlich von der sonst dunklen Oberfläche abheben.


Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten


"Möglicherweise handelt es sich bei der dunklen Fläche tatsächlich um eine Senke, das ist auch uns noch nicht ganz klar, aber es gibt schon jetzt einige Erklärungsansätze dafür, so könnte es auch nur eine leichte Unebenheit auf einem Hang sein. Auch um diese Struktur genauer zu verstehen, müssen wir die Form des Asteroiden anhand der gewaltigen Datenmengen dreidimensional rekonstruieren."

Laut Dr. Benner ist es sehr wahrscheinlich, dass weitere Videoanimationen anhand der Nahaufnahmen, die vom 8. bis zum 10. November 2011 erstellt werden. Gemeinsam mit den Momentaufnahmen dieser Nahebegegnung mit YU55 werden diese wahrscheinlich im kommenden Frühjahr veröffentlicht. Als mögliche Erstveröffentlichungstermine stehen bislang drei astronomische Konferenzen fest: Das Treffen der "American Astronomical Society" vom 8. - 12. Januar in Austin Texas, die "Lunar and Planetary Science Conference" in Houston vom 19. - 23. März und die Konferenz "Asteroids, Comets and Meteors" vom 16. - 20. Mai im japanischen Niigata.

- Das vollständige Interview finden Sie HIER

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Quellen: earthfiles.com / grenzwissenschaft-aktuell.de
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