https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de


Freitag, 9. Dezember 2011

Sonnenforscher erklären planetengroßes "Objekt" in der Nähe des Merkur

Standbild: Eine von der Sonne ins All geschleuderte Plasmafackel (CME) lässt offenbar eine gewaltige Struktur rechts neben dem Planeten Merkur für wenige Augenblicke sichtbar werden. | Copyright/Quelle: secchi.nrl.navy.mil

Washington/ USA - Am 1. Dezember 2011 dokumentierte die Kamera an Bord der Zwillingssonden des NASA-Sonnenobservatoriums STEREO einen koronalen Masseauswurf der Sonne und in der Folge, wie dessen Plasmawelle auf den innersten Planeten Merkur trifft und über diesen hinwegfegt. Auf den Originalaufnahmen dieses Vorgangs entdeckte ein Beobachter dann eine Erscheinung, die auf den ersten Blick tatsächlich wie ein gewaltiges Objekt erscheint, das - offenbar getarnt - erst durch den Plasmafackel für einige Augenblicke sichtbar wird. Während die einen in den Aufnahmen eine gewaltige künstliche Struktur von planetarer Größe zu erkennen glauben, sind Wissenschaftler der US Navy, auf deren Seiten die ursprünglichen Aufnahmen veröffentlicht wurden, zuversichtlich, die Erscheinung als Bildartefakte erklären zu können.

Auf das "Atemberaubende riesige UFO direkt neben Merkur" (Amazing huge cloaked UFO next to Mercury MUST SEE!!!) machte "siniXster" die Internetgemeinde mit einem Video auf Youtube aufmerksam. Die fraglichen "HI 1"-Aufnahmen der STEREO-Sonde A entdeckte er auf der Internetseite des Forschungsprojekts der US Navy über Zusammenhänge zwischen Sonne und Erde ("Sun Earth Connection Coronal and Heliospheric Investigation" SECCHI) auf "secchi.nrl.navy.mil".

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

In seinen eigenen Kommentaren zeigt sich "siniXster" offensiv fasziniert von seiner Entdeckung und lässt, wie die schon im Titel seines Videos, keinen Zweifel daran, dass es für ihn keinerlei andere Erklärung für die Bilder geben kann, als dass hier ein getarntes Raumschiff durch die Plasmafackel des Sonnensturms für kurze Zeit sichtbar wird - "Star Trek" lässt grüßen.


Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten

Vergrößertes Standbild des "Objekts" | Copyright/Quellen: secchi.nrl.navy.mil / youtube.com

Nachdem das Video innerhalb nur weniger Tage mittlerweile schon mehr als eine Million mal aufgerufen wurde und sich gerade auf einschlägigen Internetseiten und in Foren hitzige Diskussionen darüber entwickelt haben, was die Aufnahmen zeigen, haben sich nun auch die Wissenschaftler des SECCHI-Projekts dazu geäußert und erklären die Erscheinung als bekanntes Artefakt des Berechnungsprozesses der Bilddaten:

"Für die Darstellung der HI 1-Aufnahmen wird ein täglicher Mittelwert verwendet, um eine bestmögliche Darstellungsverstärkung der Plasmawolken der CMEs zu erhalten. Dieses Verfahren lässt bei Planeten, wie in diesem Beispiel Merkur, dunkle Flächen entstehen. Indem wir den Hintergrund ableiten, wird eine Interpolation aus den Halbwerten zweier Tage erstellt. Da die gezeigten Bilder jedoch immer dann be- und verarbeitet werden, wenn sie auch aufgenommen werden (in diesem Fall am 1. Dezember), steht natürlich noch kein Halbwert des kommenden Tages zur Verfügung. Aus diesem Grund werden für den beschriebenen Vorgang die Halbwertdaten des Vortages (30. November) verwendet und mit der aktuellen Aufnahmen (1. Dezember) kombiniert. Durch die Interpolation des aktuellen Bildes und des Bildes vom Vortag, entsteht bei Objekten wie etwa Planeten ein dunkler Fleck im Hintergrund, dabei handelt es sich sozusagen um das Negativabbild des Planeten vom Vortag, der dann wiederum in den verstärkten Aufnahmen als helle Flächen erscheint.

Wenn wir also diese Bilde sozusagen am darauf folgenden Tag (in diesem Fall dem 2. Dezember erneut generieren, wird das helle Bildartefakt an der bisherigen Stelle verschwinden, da wir dann die Halbwertdaten des Folgetages nutzen. (...)"

Anhand der folgenden drei Aufnahmen wird der auf den Aufnahmen sichtbare Effekt anschaulich aufgezeigt:

Tag 1
Vierfache Detailvergrößerung (Merkur) des Tageshalbwerts der HI 1-A Aufnahmen vom 30. November 2011 um 15:02Z (T1) | Quelle: secchi.nrl.navy.mil

Tag 2
Vierfache Detailvergrößerung (Merkur) des Tageshalbwerts der HI 1-A Aufnahmen vom 1. Dezember 2011 um 12:02Z (T2) | Quelle: secchi.nrl.navy.mil

Vierfache Detailvergrößerung des Ergebnisses der Interpolation der beiden vorangegangenen Tageshalbwerte der HI 1-A Aufnahmen, so zu sehen am 1. Dezember 2011, 23:29Z (T) | Quelle: secchi.nrl.navy.mil

Tatsächlich sind diese Artefakte nichts Ungewöhnliches und können immer wieder auf den STEREO-Aufnahmen gefunden werden, wenn Planeten von CMEs überflutet werden:


Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten


- Die vollständige Erläuterung des SECCHI-Teams mit weiteren Detailinformationen finden Sie HIER

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / secchi.nrl.navy.mil

Rover bestätigt ersten "handfesten" Beweis für einstiges Wasser auf dem Mars

Draufsicht auf die Kalziumsulfatader in der Nähe des Marskraters Endeavour. | Copyright: NASA/JPL-Caltech/Cornell/ASU

Pasadena/ USA - Bereits Anfang November vermeldete die NASA, dass der Mars-Rover "Opportunity" am Rande des gewaltigen Endeavour-Kraters eine auf den ersten Blick eher unscheinbare geologische Struktur im Marsboden entdeckt hatte, stellte zugleich jedoch fest, dass man derartiges bislang auf dem Mars noch nie gesehen hatte und zeigte sich zuversichtlich darüber, dass es sich um den ersten greifbaren Nachweis für Schichtsilikate auf dem Roten Planeten handeln könnte, die sich so nur in Anwesenheit von flüssigem Wasser bilden (...wir berichteten). Jetzt bestätigen Analysen der Struktur, dass es sich um eine Ader aus Kalziumsulfat und somit tatsächlich um einen eindeutigen Nachweis für ehemals fließendes Wasser handelt

"Dieser Fund beweist ohne Zweifel, dass hier durch Risse im Untergrundgestein einst flüssiges Wasser geflossen ist", erläutert der NASA-Missionswissenschaftler Steve Squyres von der Cornell University in Ithaca, die Bedeutung der Entdeckung.
 "Hierbei handelt es sich um eine sehr reine chemische Ablagerung, die sich einst auch genau dort gebildet hat, wo wir sie heute noch sehen können. Dies kann nicht von anderen mit Wasser in Verbindung stehenden Mineralfunden auf dem Mars behauptet werden. Kalziumsulfat kommt auf der Erde ziemlich häufig vor. Findet man es aber auf dem Mars, so lässt eine solche Entdeckung Geologen allerdings von ihren Stühlen springen."

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Die Kalziumsulfatader selbst weißt eine Dicke von einem bis zwei Zentimetern auf, ist knapp 50 Zentimeter lang und sticht aufgrund ihrer hellen Farbe deutlich aus der rötlich gefärbten Umgebung hervor (s. Abb.).

Mit Hilfe der Bordmikroskope, dem Röntgenspektrometer am Roboterarm des Rovers und mit den Vielfarbfiltern der "Panoramic Camera" der mobilen Erkundungs- und Laboreinheit konnte die auf den Namen "Homestake" getaufte Ader eingehend analysiert und als Kalziumsulfat identifiziert werden.

Kalziumsulfat kann in vielen Formen auftreten - ganz abhängig von der Menge an Wasser, das in der kristallinen Struktur des Minerals gebunden ist. Die Analysen des Rovers sprechen dafür, dass es sich im Falle der Mineralader auf dem Mars wahrscheinlich um Gips handelt.

Schon zuvor hatten Analysen durch Sonden aus dem Mars-Orbit heraus das Vorhandensein von Gips auf dem Roten Planeten nachgewiesen: So gleichen beispielsweise Gipsdünen in der nördlichen Marshemisphäre den glitzernden Gipsdünen des White Sands National Monument in US-Bundesstaat New Mexico.

"Es ist weiterhin ein Rätsel, woher der Gips des nördlichen Mars genau stammt" kommentiert der Opportunity-Wissenschaftler Benton Clark vom Space Science Institute den Fund. "Anhand der Homestake-Ader sehen wir das Mineral exakt nun aber an genau jenem Ort, an dem es sich einst auch gebildet hatte. Nun wird es wichtig sein, ähnliche Ablagerungen auch in anderen Gegenden des Mars zu finden."

Ob nun Gips oder eine andere Form von Kalziumsulfat, die Ader muss sich gebildet haben, als Wasser Kalziumminerale aus vulkanischem Gestein gewaschen hatte. Gemeinsam mit Schwefel, welches entweder auch aus diesem Gestein ausgetreten ist oder durch vulkanische Gase eingelagert wurde, setzte sich das Kalzium als Kalziumsulfat in einer Spalte im Untergrund ab und wurde später an der Oberfläche freigelegt.

Während seiner rund 33 Kilometer langen Erkundungsfahrt hatte der Rover bereits zuvor verschiedene Grundgesteinsebenen aus Magnesium, Eisen und Kalziumsulfaten überquert, die alle auf deutlich feuchtere Umweltbedingungen auf dem Roten Planeten vor Milliarden von Jahren hindeuten. Die jetzt entdeckte und untersuchte Mineralader aus konzentriertem Kalziumsulfat legt jedoch die Vorstellung nahe, dass diese in einer deutlich neutraleren Umgebung entstand als in jenen stark säurehaltigen Umgebungen, wie sie aus der Zusammensetzung von Sulfatablagerungen an anderen Orten auf dem Mars abgeleitet werden können.

"Homestake könnte in einer gänzlich anderen Art von wässriger Umgebung entstanden sein, wie sie auch lebensfreundlich für eine große Vielfalt lebendiger Organismen gewesen sein könnte", so Clark.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

NASA-Rover entdeckt "etwas völlig Neues" auf dem Mars
11. November 2011
Seltener Meteorit offenbart Mineralablagerungen durch Wasser auf dem Mars
10. Februar 2011
Hinweise auf flüssiges Wasser auf Marsmond Phobos
21. September 2010
Belege für einstiges Wasser überall auf dem Mars
26. Juni 2010
Eine Milliarde Jahre länger offenes Wasser auf dem Mars
30. Oktober 2008

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE