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Donnerstag, 15. Dezember 2011

Mars-Leben könnte magnetische Spuren hinterlassen haben

Nahaufnahme von Stromatolithen. | Copyright: Beademung, cc-by-sa 3.0

San Francisco/ USA – Sollte es jemals Leben auf dem Mars gegeben haben, könnte es sich noch heute durch eine auf dem Mars hinterlassene magnetische Signatur offenbaren, wie sie von einer zukünftigen Rover-Mission auf dem Roten Planeten entdeckt werden könnte.

Eine entsprechend ausgestatteter Rover könnte auf dem Mars nach Ablagerungen von Magnetit und anderen eisenhaltigen Mineralien in Sedimentansammlungen fahnden. Sollten derartige Mineralien an diesen Orten relativ gleichmäßig verteilt sein, wäre dies ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Partikel hier einst von einem klebrigen Biofilm mikrobischen Ursprungs "gefangen" wurden.

Zu dieser Überzeugung sind Wissenschaftler um Victoria Petryshyn von der University of Southern California (USC) in ihrer aktuellen Studie, deren Ergebnisse die Forscher auf dem Wintertreffen der American Geophysical Union (AGU) vorgestellt haben.

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Auch auf der Erde gibt es entsprechende biogene Sedimentgesteine in Form sogenannter Mikrobialithe. Besonders bekannt sind diese oft klumpenförmigen Schichtstrukturen, die in Folge des Wachstums und Stoffwechsels von Mikroorganismen in entstanden sind, in Form von Stromatolithen, die sich in seichtem Salzgewässern bilden. Sie entstehen durch sich über- und aneinanderlagernden Biofilmschichten, sogenannten Mikrobenmatten, die auf- und aneinandergelagert nach und nach anwachsen. In diesen Strukturen können somit fossile Aufzeichnungen des Lebens auf der Erde gefunden werden, die teilweise bis zu 3,5 Milliarden Jahre zurückreichen.

Sollte ein zukünftiger Rover auf dem Mars Strukturen finden, die Stromatolithen gleichen, so wäre alleine dieser Fund schon faszinierend. Da ähnliche Strukturen jedoch auch auf anorganischem Weg, also gänzlich ohne das Zutun von Mikroben, entstehen können, müssten diese weiterführend untersucht werden, um zu überprüfen, ob es sich tatsächlich um Mikrobialithe handelt.

Weil Mikroben selbst jedoch nur sehr selten versteinern, müsste die mobile Laboreinheit nach anderen Hinweisen auf den einstigen biologischen Ursprung suchen.

Eine schematische Darstellung zeigt, wie sich Magnetitpartikel auf der Oberfläche von Biofilm-Matten ablagern (oben) und wie sich dieser Vorgang angesichts vergleichbarer anorganischer Strukturen (unten) unterscheidet. | Copyright: Victoria Petryshyn

Da die die Mikrobialithe bildenden Biofilme sehr klebrig sind, fangen und binden sie auch unterschiedliche Mineralien in sich – darunter auch Magnetit. Um herauszufinden, ob diese Ansammlung von Magnetit als "Biosignatur" erkannt und genutzt werden kann, haben die Forschung einige Experimente durchgeführt und dabei herausgefunden, dass die Mikrobenmatten deutlich mehr Magnetit als andere Mineralien binden und sich diese ungleich angesichts anorganischer Strukturen, wo sie zu Boden sinken, in einem gleichmäßigen Film auf der Oberfläche anhaften (s. Abb.). Selbst an vertikal positionierten Matten, blieb das Magnetit in vergleichsweise großen Mengen und ebenmäßig an der Oberfläche verteilt, haften, während andere Mineralien schnell abkippten.

Sollte eine entsprechende Struktur auf dem Mars also eine vergleichbare Signatur von Magnetit oder anderer eisenhaltige Mineralien aufweisen, würde es sich mit großer Wahrscheinlich um das Ergebnis eines einstigen Biofilms handeln der von Mikroben stammt.

Um dies zu testen, müsste der Rover lediglich kleine Bohrungen und Untersuchungen mit einem induzierten magnetischen Feld durchführen. Ein Instrument, wie es die Wissenschaftler um Petryshyn schon für ihre eigenen Untersuchungen verwendet haben, könnte auch auf dem Mars zum Einsatz kommen. "Wenn es - wie im Falle der aktuellen Mission des Mars Science Laboratory (MSL) - möglich ist, einen Rover mit einem Massenspektrometer auszustatten, so sollte es kein Problem sein, auch eine solche und kleinere Apparatur zum Mars zu bringen", zitiert "Space.com" die Wissenschaftlerin.

Bislang allerdings, wurden noch keine irdischen Stromatolithen ähnlichen Strukturen auf dem Mars entdeckt...

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Quellen: grenzwissenschaft -aktuell.de / usc.edu / space.com / agu.org

Schwarzes Loch im Zentrum der Milchstraße verzehrt gigantische kosmische Gaswolke

Simulation der beobachteten Gaswolke auf ihrem Weg in Richtung des Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße. | Copyright: ESO/MPE/Marc Schartmann

Garching/ Deutschland - Mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) haben deutsche Astronomen eine Gaswolke entdeckt, die ein Vielfaches der Masse der Erde enthält und in Richtung des Schwarzen Loches im Zentrum der Milchstraße hin beschleunigt wird. Damit ist es erstmals gelungen, eine solche Wolke, deren Schicksal durch das Schwarze Loch bereits besiegelt ist, zu beobachten.

Wie das Team um Reinhard Genzel und Stefan Gillessen vom Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik (MPE) in der Fachzeitschrift "Nature" berichtet, gelang die Beobachtung im Rahmen eines 20-jährigen Programms zur Untersuchung der Bewegung von Sternen in der Umgebung des supermassereichen Schwarzen Lochs im Zentrum unserer Galaxie, der Milchstraße, mit Teleskopen der ESO.

In den vergangenen sieben Jahren habe sich die Geschwindigkeit des Objekts, die derzeit bei 8 Millionen Kilometern pro Stunde liegt, nahezu verdoppelt, während die Umlaufbahn des Objekts um das Schwarze Loch stark langgestreckt verläuft.

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Für Mitte 2013, so haben es die Forscher vorherberechnet, wird die Wolke den Ereignishorizont des Schwarzen Lochs (Event Horizon), ab dem Materie vom Schwarzen Loch unwiederbringlich angezogen wird, in einem Abstand von nur 40 Milliarden Kilometern passieren. Nach kosmischen Maßstäben gemessen wird dies für die Wolke eine extrem enge Begegnung mit einem Schwarzen Loch.

Teleskop-Beobachtungen des Weges der Gaswolke von 2002 bis 2011. | Copyright: ESO/MPE

Das Objekt ist mit rund 280°C deutlich kühler als die Sterne in der Umgebung und besteht zum überwiegenden Teil aus Wasserstoff und Helium. Es handelt sich um eine staubhaltige ionisierte Gaswolke mit einer Masse die in etwa der dreifachen Erdmasse entspricht. Die starke Ultraviolettstrahlung der heißen Sterne im dichtbevölkerten Zentrum der Milchstraße bringt die Wolke zum Glühen.

Die Wolke, so erläutert die Pressemitteilung der ESO, sei bereits viel dichter als das heiße Gas, welches das Schwarze Loch selbst umgibt. Sobald die Wolke näher an das gefräßige Ungetüm herankomme, werde sie unter dem herrschenden Druck weiter komprimiert. Gleichzeitig beschleunige die enorme Anziehungskraft des Schwarzen Lochs, das eine Masse von vier Millionen Sonnen aufweist, die Wolke weiter und dehne sie entlang ihrer Umlaufbahn.

"Ein Astronaut, der sich in der Nähe eines Schwarzen Lochs befindet, würde ganz ähnlich 'spaghettifiziert' werden, denn wenn sich seine Füße näher am Schwarzen Loch befinden als sein Kopf, werden sie auch viel stärker angezogen. Bei dieser Wolke können wir genau verfolgen, wie dieser Prozess tatsächlich abläuft. Sie wird die Begegnung mit dem Schwarzen Loch nicht überstehen", erläutert Gillessen, der Erstautor des Artikels.

Im Zeitraum von 2008 bis 2011 konnten die Astronomen bereits deutliche Anzeichen für die Zerstörung der Wolke feststellen. "Die Ränder der Wolke sind schon dabei, auseinanderzureißen. Man kann davon ausgehen, dass sie sich innerhalb der nächsten Jahre komplett auflösen wird.

Der ESO-Podcast zur Entdeckung

Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten

Die Wolkenmaterie wird sich voraussichtlich stark aufheizen und Röntgenstrahlung abgeben, wenn sie sich im Jahre 2013 dem Schwarzen Loch annähert. Zurzeit befindet sich in der unmittelbaren Umgebung des Schwarzen Lochs nur sehr wenig Material, so dass die Wolke in den nächsten Jahren zur Hauptmahlzeit des Schwarzen Loches werden wird."

Auch für die Herkunft der Gaswolke selbst, glauben die Wissenschaftler eine mögliche Erklärung gefunden zu haben: "Wahrscheinlich handelt es sich um Materie, die von den jungen, massereichen Sternen in der Umgebung stammt. Diese Sterne verlieren viel Masse in Form von starken Teilchenwinden. Demnach könnte sich die Wolke bei der Kollision der Winde zweier bestimmter Sterne gebildet haben, die ein Doppelsystem bilden und ebenfalls das Schwarze Loch umlaufen."

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / eso.org

Londoner Sorge: Gefräßiges Flussungeheuer im Olympischen Park?

Blick auf den Lea River und das Olympiastadion im Hintergrund. | Copyright: Robin Webster, cc-by-sa 2.0

London/ England - Seltsame Vorgänge Olympic Park beunruhigen Tierschützer und Behörden im East Londoner Stadtteil Stratford, in dem sich zahlreiche Sportstätten der Olympischen Spiele 2012 befinden. Seit einiger Zeit beobachten die Behörden hier einen Rückgang der Schwan-Population an dem das Areal durchfließenden Lea River. Augenzeugen wollen nun beobachtet haben, wie eine ausgewachsene Kanadagans von etwas Großem im Wasser unter die Wasseroberfläche gezogen wurde. Um was es sich bei dem von britischen Medien schon als "Killer Monster" bezeichneten Lebewesen handelt, ist bislang noch völlig unklar.

Schon zuvor gab es Gerüchte über ein großes Raubtier im Lea River, das nun - so vermuten Experten angesichts der Zeugenberichte - möglicherweise bis zum Olympischen Park vorgedrungen sein könnte.

Als mögliche größere bis große bekannte Raubtiere kommen für die Behörden angesichts der erbeuteten rund acht Kilogramm schweren Kanadagans ein besonders großer Hecht oder aber auch ein entflohener oder ausgesetzter Alligator oder eine Python in Frage. Auch eine ebenfalls ausgesetzte Riesenschildkröte könnte die Beobachtung möglicherweise erklären.

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Schon 2005 kam es zu ähnlichen Beobachtungen auf dem Lea River. Damals wurden am Ufer zudem große in den Boden gegrabene Löcher gefunden. Ein Tier wurde jedoch nie gefangen und als die Berichte und Vorkommnisse ausblieben, vermuteten Biologen, dass der unbekannte Räuber wahrscheinlich gestorben sei. Jetzt häufen sich Spekulationen darüber, dass das "Beast" zurückgekehrt sei. Welches Tier jedoch groß genug sein könnte, um die beschriebenen großen Gänse unter Wasser zu ziehen und so zu erbeuten, ist selbst den Experten noch ein Rätsel. Die meisten in Frage kommenden Tiere bevorzugen schließlich kleinere Beutetiere.

Im besten Fall, so kommentiert ein Sprecher von British Waterway die aktuellen Vorkommnisse gegenüber der britischen Zeitung "Daily Mail", handelt es sich um einen Amerikanischen Nerz, ein sogenannter Mink. Doch auch diese Tiere jagen vornehmlich kleine Wasservögel und Enten und nur selten ausgewachsene Gänse.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / dailmail.co.uk


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