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Dienstag, 20. Dezember 2011

Astronomen: Die Erde hat weitere temporäre Monde

Künstlerische Darstellung eines temporären Mondes im Erdorbit (Illu.) | Copyright: grewi.de (m. NASA-Materialien)

Honolulu/ USA - Anhand der Art und Weise, wie die Erde Asteroiden einfängt, schlussfolgern US-Astronomen, dass unser Planet immer wieder über mindestens einen weiteren natürlichen Mond verfügen muss. Tatsächlich wurde ein solcher weiterer, zeitweiliger Erdtrabant bereits entdeckt.

Die erste Entdeckung eines zweiten Erdmondes gelang der Catalina Sky Survey (CSS) in Arizona im Jahre 2006. Damals entdeckten die Astronomen, dass das Objekt mit der Bezeichnung "2006 RH120", ein kleiner, nur wenige Meter durchmessender Asteroid, zu einem natürlichen Mond der Erde geworden war, von deren Gravitation im September 2006 eingefangen und im Juni 2007 wieder freigegeben wurde – woraufhin der temporäre Mond wieder in den Weiten des Alls verschwand.

Tatsächlich, so haben Forscher um Mikael Granvik von der University of Hawaii nun herausgefunden, sollte die Erde fortwährend über mindestens einen ähnlichen zeitweiligen Mond verfügen. Zu diesem Schluss kamen die Astronomen anhand ihrer Berechnungen der Art und Häufigkeit, wie das Erde-Mond-System fortwährend derart kleine Asteroiden einfängt.

"Zu jeder Zeit sollte die Erde mindestens über einen weiteren natürlichen Satelliten (Mond) von mindestens einem Meter Durchmesser verfügen", so Granvik und Kollegen in ihrem vorab auf "arxiv.org" veröffentlichten Artikel.

Für gewöhnlich umkreisen diese Objekte unseren Planeten zehn Monate lang. Anhand dieser Berechnungen erläutert der "The Physics Arxiv Blog" (technologyreview.com/blog/arxiv), dass die Erde auch aktuell über mindestens einen weiteren, nur wenige Meter großen Mond verfügen muss.

Tatsächlich ist diese Schlussfolgerungen nicht nur von akademischem Interesse - verfolgt die NASA doch derzeit unter anderem das hochgesteckte Ziel einer bemannten Erkundung erdnaher Asteroiden. "Was läge also näher, als mit einem Asteroiden zu beginnen, der sich direkt vor unserer Nase im Erdorbit befindet", kommentiert der Blog.

Aufgrund ihrer geringen Größe von nur wenigen Metern Durchmesser könnte es allerdings schwierig werden, derartige Objekte selbst im Erdorbit ausfindig zu machen. Auch ist es aufgrund der zahlreichen Kräfte, die auf diese Körper wirken, kaum möglich vorherzuberechnen, wann ein weiterer temporärer Mond von der Erde eingefangen wird.

"Das wissenschaftliche Potential hinter dem Ziel, einen solchen Mond zunächst zu finden, ihn im Orbit zu erforschen und vielleicht sogar kontrolliert auf die Erdoberfläche zu bringen, wäre bislang beispiellos", so Granvik abschließend.

- Den vollständigen Artikel finden Sie HIER

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / arxiv.org / technologyreview.com/blog/arxiv

Weltuntergangsszenario 2012 - NASA verneint Gefahr durch sonnennahe Sternenexplosionen

In der Supernova 1987A explodierte der bislang dem Sonnensystem nächstgelegene Stern seit Beginn der astronomischen Beobachtungen. Die Heimat von 1987A ist die Große Magellansche Wolke, eine kleine Galaxie, die unsere eigene Galaxie, die Milchstraße, umkreist. | Copyright: NASA / ESA / P. Challis and R. Kirshner (Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics)

Washington/ USA - Während schon das erwartete Maximum der Sonnenaktivität von Sonnenforschern der NASA um ein Jahr von 2012 auf 2013 verschoben wurde, haben sich NASA-Wissenschaftler nun auch zu einer weiteren möglichen Gefahr für die Erde im kommenden Jahr 2012 geäußert, wie es das Ende des vieldiskutierten Maya-Kalenders darstellt und von einigen Autoren mit apokalyptischen Weltuntergangsszenarien verbunden wird und verneinen eine Gefahr durch Explosionen von Sternen im näheren Umfeld unseres Sonnensystems.

Während derartiger Sternenexplosionen, sogenannte Supernovae, werden Energien freigesetzt, die dem gesamten Energieausstoß unserer Sonne entsprechen. Eine solche Explosion - so einige Endzeittheorien rund um das Ende des Maya-Kalenders - könnte 2012 also auch die Erde in Mitleidenschaft ziehen.

"Angesichts der enormen Ausdehnung des Weltraums und den langen Zeitabständen zwischen einzelnen Supernovae, können wir schon heute sagen, dass es keinen Stern gibt, der unserem Sonnensystem nahe genug ist, als dass seine solche Explosion für die Erde ein Risiko darstellen könnte", so die NASA-Wissenschaftler in einer Erklärung der Weltraumbehörde.

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Astronomen schätzen, dass es durchschnittlich zu einer oder zwei Sternenexplosionen alle hundert Jahre kommt. "Damit die Ozonschicht der Erde von einer fernen Supernova beschädig werden könnte, müsste sich diese in weniger als 50 Lichtjahren Entfernung ereignen. Alle bekannten Sterne, denen kurz- und mittelfristig eine Supernova bevorstehen könnte, sind jedoch deutlich weiter von der Erde entfernt."

Allerdings gestehen die NASA-Astronomen ein, dass natürlich jeder Planet in der kosmischem Nähe einer Supernova von starker Röntgen- und Gammastrahlung überflutet werden würde, wie sie dessen Ozonschicht beschädigen könnte, die normalerweise die Oberfläche vor schädlicher ultravioletter Strahlung des Zentralgestirns, in unserem Fall der Sonne, schützt.

Oft geht mit Supernovae auch ein anderes, explosives Ereignis einher: sogenannte Gammastrahlenausbrüche (gamma-ray bursts, GRB). Diese entstehen, wenn massereiche Sterne kollabieren oder wenn zwei kompakte Neutronensterne miteinander kollidieren und daraus ein Schwarzes Loch entsteht, aus dem mit annähernder Lichtgeschwindigkeit Teilchenströme, sogenannte Jets, herausgeschleudert werden können. Wenn sie direkt in Richtung Erde gerichtet sind, könnten sie die Erde auf ähnliche Weise beeinträchtigen, wie eine nahe Supernova. Selbst GBRs in einer Entfernung von 10.000 Lichtjahren könnten laut Berechnungen von Astronomen die Erde in einer solchen Art und Weise beeinträchtigen.

Allerdings fand der bislang der Erde am nächsten gelegene Gammastrahlenausbruch, GRB 031203, in einer Entfernung von 1,3 Milliarden Lichtjahren statt.

"Ähnlich wie der Einschlag von Asteroiden und Kometen, so hat unser Planet mit großer Sicherheit in seiner Geschichte bereits nahe Supernovae sowie in Richtung Erde gerichtete Gammastrahlenausbrüche erlebt", so de NASA-Astronomen. "Es gibt aber keinen Grund solche Ereignisse in naher Zukunft zu erwarten und noch weniger im Dezember 2012."

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov

Genauer Herkunftsort der ersten Stonehenge-Steine identifiziert

Der Steinkreis von Stonehenge im englischen Wiltshire. | Copyright: A. Müller, grenzwissenschaft-aktuell.de

Cardiff/ Wales - Britische Archäologen ist es erstmals gelungen, den exakten Ursprung jener Steine zu identifizieren, die zum Bau des ersten Stonehenge-Steinkreises verwendet wurden. Die Entdeckung der Forscher könnte dazu beitragen, die Frage zu beantworten, wie die Steine aus dem walisischen Pembrokeshire in die Salisbury Plains der südenglischen Grafschaft Wiltshire transportiert wurden.

Wie die Forscher um Dr. Rob Ixer von der Leicester University und Dr. Richard Bevins vom Amgueddfa Cymru, dem National Museum Wales, aktuell im Fachmagazin "Archaeology" berichten, haben sie neun Monate lang eine umfangreiche Sammlung von Proben geologischer Aufschlüsse in der walisischen Grafschaft Pembrokeshire zusammengetragen und identifiziert, um so die Herkunft der ersten Steine von Stonehenge zu bestimmen.

Demnach stammt ein Großteil der sogenannten Blausteine aus einem 70 Meter langen Areal mit dem Namen Craig Rhos-y-felin in der Nähe von Pont Saeson.

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Nun wollen sich die Archäologen auf dieses Gelände konzentrieren und hoffen hier auch Hinweise auf die menschlichen Aktivitäten vor Ort zu finden, um so neue Informationen darüber zusammentragen zu können, wie sie Steine aus Pembrokeshire nach Stonehenge gelangt sind. Zudem sollen nun auch die Herkunftsorte weiterer Stonehenge-Steine bestimmt werden.

Alternativ zu einem Transport der Blausteine durch Menschen, vermuten einige Forscher auch, dass die Rohsteine der späteren Stonehenge-Steine von Gletschern von Wales nach Wilsthire transportiert und erst hier verarbeitet wurden. Auch diese Theorie könnte bald bestätigt oder widerlegt werden, sollte in Craig Rhos-y-felin Spuren eines Steinbruchs gefunden werden können.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / le.ac.uk / museumwales.ac.uk

Begegnungen in der Galaxie – Neues Kommunikationszentrum der Astronomie in Heidelberg

Das Gebäude ist der Form und Dynamik einer Spiralgalaxie nachempfunden. | Copyright: Markus Pössel

Heidelberg/ Deutschland - Das "Haus der Astronomie" vermittelt der Allgemeinheit die Faszination der Astronomie, unterstützt die Einbindung astronomischer Themen in Schule und Kindergarten und fördert den Austausch zwischen den Wissenschaftlern. Um diese Ziele zu erreichen, finden in dem neuen Kommunikationszentrum auf dem Heidelberger Königstuhl sowohl Fachkonferenzen als auch öffentliche Vorträge, Schülerworkshops oder Lehrerfortbildungen statt.

- Bei dieser Meldung handelt es sich um eine Pressemitteilung des Max-Planck-Institut für Astronomie, mpia.de

Ende 2008 gründeten Max-Planck-Gesellschaft und Klaus Tschira Stiftung gemeinsam das Haus der Astronomie. Schon Anfang 2009 nahm es seine Aktivitäten auf. Allerdings fehlte noch das passende Gebäude. Es wurde von dem Darmstädter Architektenbüro Bernhardt + Partner umgesetzt und am 16. Dezember eröffnet. Nach einer Idee des Stifters Klaus Tschira ist es in Form und Dynamik einer Spiralgalaxie nachempfunden.

In dem Gebäude entstehen Materialien für den Einsatz in Kindergärten oder im Unterricht (etwa im Rahmen des Projekts „Wissenschaft in die Schulen!“ oder „Astro-Koffer“ mit Mitmach-Experimenten) ebenso wie die deutschen Übersetzungen von Mitmach-Portalen ("Galaxy Zoo Hubble") oder der Pressemitteilungen der Europäischen Südsternwarte (ESO).

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In den Spiralarmen des Gebäudes befinden sich Workshopräume für Gruppen, Ausstellungsflächen und Büros. Das Zentrum der Galaxie bildet ein multifunktionaler Hörsaal mit 101 Sitzplätzen, der mit modernster multimedialer Technik ausgestattet ist. Hier können Bilder und 3-D-Visualisierungen, wie sie die Astronomen aus Beobachtungen und Computersimulationen erhalten, eindrucksvoll gezeigt werden. Das nachhaltige Energiekonzept nutzt Geothermie, um das Gebäude zu beheizen und zu kühlen.

Eine Beobachtungsstation mit Platz für Kleinteleskope ist auf dem Gelände der benachbarten Landessternwarte errichtet worden. Auch die größeren Teleskope der Landessternwarte und des Max-Planck-Instituts stehen für besondere Beobachtungsvorhaben zur Verfügung.

Hinter dem Haus der Astronomie steht eine ungewöhnliche Partnerschaft privater und öffentlicher Institutionen: Die Klaus Tschira Stiftung ist nicht nur Bauherrin des Gebäudes, sondern hat darüber hinaus eine angemessene Grundausstattung gestiftet. Betrieben wird es von der Max-Planck-Gesellschaft; die Leitung obliegt dem Max-Planck-Institut für Astronomie, auf dessen Gelände das Gebäude errichtet wurde. Weitere Partner sind die Universität Heidelberg und die Stadt Heidelberg, die sich an der Personalausstattung beteiligen.

Das Projekt wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst sowie vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg unterstützt. Wichtige Kooperationspartner sind außerdem die Zeitschrift Sterne und Weltraum, deren seit 50 Jahren auf dem Königstuhl ansässige Redaktion nun ins Haus der Astronomie eingezogen ist, sowie der Verein Astronomieschule.

Das Haus der Astronomie ist kein Museum mit regulären Öffnungszeiten und bietet auch kein Planetarium mit täglichem Programm. Für die allgemeine Öffentlichkeit sind jedoch Besichtigungen des Hauses im Rahmen von Veranstaltungen oder Führungen (mit Voranmeldung) möglich.

Quelle: mpia.de
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