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Donnerstag, 22. Dezember 2011

Kepler findet zwei Planetenreste aus einstiger Sternenhülle

Künstlerische Darstellung der beiden Exoplaneten KOI 55.01 und KOI 55.02 (Illu.). | Copyright: Den Astronomen Stephane Charpinet, vom Institut de Recherche en Astrophysique et Planétologie an der Université de Toulouse-CNRS

Toulouse/ Frankreich - Nur einen Tag nachdem NASA-Wissenschaftler die Entdeckung der beiden ersten in etwa erdgroßen Planeten jenseits des Sonnensystems bekannt gegeben haben, berichten französische Astronomen von einer weiteren erstaunlichen Entdeckung: Die beiden kleinsten bislang entdeckten Exoplaneten sind sogar noch kleiner als die Erde. Die Forscher vermuten, dass es sich um Planetenkerne ehemaliger heißer Gasplaneten handelt, die einst von der äußeren Hülle ihres Sterns verschluckt wurden und diese höllische Umwelt dennoch überdauert haben.

Wie die Forscher um Stephane Charpinet vom Institut de Recherche en Astrophysique et Planétologie an der Université de Toulouse aktuell im Fachmagazin "Nature" berichten, umkreisen die beiden anhand der Beobachtungen mit dem NASA-Weltraumteleskop Kepler entdeckten Planeten den fernen Stern KIC 05807616 und ihre Durchmesser entsprechen 76 und 87 Prozent der Erde. Bei KIC 05807616 handelt es sich um einen ehemaligen Roten Riesen, einen sogenannten heliumreichen B-Unterzwerg.

Rote Riesensterne entstehen, wenn massearme Hauptreihensternen, wie etwa unsere Sonne, am Ende ihrer Entwicklung die Energie zur Aufrechterhaltung nuklearer Reaktionen in ihrem Innern ausgeht. Innerhalb dieses Vorgangs beginnt der Stern den Wasserstoff an der Außenseite seines Kerns zu verbrennen und sich dabei ausdehnt.

Bei diesem Vorgang, der massiven Ausdehnung der Sternatmosphäre, werden für gewöhnlich die inneren Planeten um diesen Stern verschluckt - ein Schicksal, wie es in mehreren Milliarden Jahren auch der Sonne, unserer Erde und den anderen inneren Planeten bevorsteht.

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Ähnlich, so vermuten es die Astronomen, ist es einst auch den nun entdeckten Planeten KOI 55.01 und KOI 55.02 ergangen, die für die Umrundung ihres Sterns (KIC 05807616) nur wenige Stunden benötigen - diesen also entsprechend dicht umkreisen.

Allerdings waren die beiden Planeten ursprünglich deutlich größer als heute. Wahrscheinlich handelte es sich um sogenannte "Hot Jupiter", also sternennahe Gasriesen, die das Bad in der äußeren Hülle ihres Sterns nur noch in Form ihrer gerösteten Planetenkerne überstanden haben, welche zurückblieben, als der einstige Rote Riesenstern seine Hülle verloren hatte und so nur noch sein Kern in Form des B-Unterzwergs zurückblieb.

Während ihres Aufenthalts im Innern der äußeren "Sonnenhülle" haben beide einstige Gasplaneten sämtliche flüchtigen Bestandteile wie Flüssigkeiten und Gase verloren. "Die genauen Details der beiden Planeten sind natürlich noch unklar und benötigen eine ausführliche Rekonstruktion der Vorgänge, wir vermuten jedoch, dass beide Planeten während dieses Vorgangs noch näher in Richtung des späteren Sternenkerns geführt wurden. Später konnte sich dieses System dann wieder stabilisieren, nachdem der Rote Riese aufgrund seines Masseverlustes auch seine äußere Hülle verloren hatte und zu einem B-Unterzwerg geworden war", erläutert Charpinet.

Für Astronomen ist es jedoch weiterhin erstaunlich, dass die beiden Planeten das Bad in ihrer Sonne überhaupt überstanden haben. Offenbar handelt es sich um große Eisenkerne, die selbst der unwirtlichen Umgebung der Hülle des Roten Riesen mehrere Millionen Jahre widerstanden haben.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / irap.omp.eu / nature.com

Dawn-Sonde liefert faszinierende Nahaufnahmen von Asteroid Vesta

Im Vergleich: Aufnahmen der Oberfläche von Vesta aus dem bisherigen entfernten Beobachtungsorbit (l.), dem Höhenorbit zur Kartografierung (m.) und der derzeitigen Niedrigorbit von rund 200 Kilometern Abstand (r.). (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

Pasadena/ USA - Die Sonde Dawn ist in einen niedrigen Orbit um den Asteroiden Vesta eingetreten. Aus einer Entfernung von nur knapp 200 Kilometern wird die Sonde den zweitgrößten bekannten Asteroiden des Sonnensystems genau kartieren, erforschen und von hier aus Aufnahmen der Oberfläche in bislang nicht gekannter Auflösung liefern.

Die ersten Aufnahmen wurden am 13. Dezember 2011 zur Erde übermittelt. Noch zehn Tage lang soll die Sonde in diesem niedrigen Orbit den Asteroiden umkreisen und dabei mit Hilfe eines Gammastrahlen- und Neutronendetektors auch die grundlegende Zusammensetzung von Vesta, sowie dessen inneren Aufbau und das Gravitationsfeld studieren.

Wie schon die unterschiedlichen Aufnahmen des pyramidenförmigen Hügels (s. Abb. m. und r.) zeigen, darf man von den neuen Bildern aus dem Niedrigorbit (Low-Altitude Mapping Orbit, LAMO) eine bislang nicht erreichte Auflösung erwarten, die faszinierende Geländedetails mit etwa 23 Metern pro Pixel abbilden. Im bisherigen, höher gelegenen Kartografierungsorbit (High-Altitude Mapping Orbit, HAMO) betrug diese Auflösung noch knapp 70 Meter pro Pixel.

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Nachdem die Sonde am 15. Juli in der Umlaufbahn um Vesta angekommen ist, umkreist die Sonde den Asteroiden in unterschiedlichen Phasen und sich zunächst auf 16.000, dann auf 2.700, 800 und schlussendlich bis auf 200 Kilometer an den Asteroiden herangeführt. Nachdem Vesta den Asteroiden ausführlich kartografiert, vermessen und fotografiert hat, soll die Dawn im Juli 2012 dann zum Zwergplaneten Ceres weiterfliegen und diesen, dort angelangt, am 2015 erkunden.

- Eine Galerie der bisherigen Dawn-Aufnahmen von Vesta, inklusive der neuen Nahaufnahmen finden Sie HIER


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