Freitag, 13. Januar 2012

Astrophysiker entdecken ungewöhnliches Himmelsobjekt

Der ungewöhnliche Pulsar SXP 1062 als helles weißes Objekt auf der rechten Seite des Bildes, umgeben von einem diffusen blauen Fleck inmitten einer zarten ringförmigen rötlichen Schale, dem Überrest der Supernova-Explosion. Auf der linken Seite sieht man das spektakuläre Sternentstehungsgebiet NGC 602. Es gehört ebenso wie der Pulsar zur Kleinen Magellanschen Wolke, einer Nachbargalaxie unserer Milchstraße. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.). | Copyright: NASA/CXC/Univ. of Potsdam/L. Oskinova et al.

Potsdam/ Deutschland - Ein internationales Forschungsteam um die Astrophysikerin Dr. Lidia Oskinova von der Universität Potsdam haben bei Beobachtungen mit den NASA-Röntgenteleskopen Chandra und XMM-Newton einen auffallend langsam rotierenden Neutronenstern entdeckt. Während seine Rotationsrate eigentlich auf ein schon hohes Alter des Pulsars verweist, widersprechen andere Eigenschaften des Objekts dieser Einschätzung. Die Forscher stehen vor einem Rätsel.

Normalerweise rotieren Neutronensterne in nur wenigen Bruchteilen von Sekunden und entsprechend schnell blinkt ihre Strahlung im Rhythmus dieser Rotation. "Das jetzt entdeckte Objekt, SXP 1062, leuchtet dagegen nur alle 18 Minuten einmal auf", erläutert die Pressemitteilung der Universität.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

"Das wäre für sich genommen noch keine Sensation, denn man geht davon aus, dass sich die Rotation im Laufe von Jahrmilliarden verlangsamt. Rätselhaft ist jedoch, dass der neu entdeckte Pulsar von einer zarten, ringförmigen Wolke umgeben ist. Hierbei handelt es sich offenbar um die Reste der Supernovaexplosion, die zur Entstehung des Neutronensterns führte, als ein Riesenstern plötzlich kollabierte. Die Explosionswolke ist aber nur einige zehntausend Jahre alt, sonst hätte sie sich schon verflüchtigt."


Nun stehen die Forscher vor der Frage, wie sich der Widerspruch zwischen dem jungen Alter der Explosionswolke und der langsamen Rotation des Pulsars erklären lässt.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

Pulsar im Krebsnebel strahlt mit unerwartet hoher Energie
7. Oktober 2011
Weltraumteleskop Chandra entdeckt ungewöhnliches Objekt in der Nähe des Sonnensystems 12. November 2010

Zum Thema:


- - -

Quellen: uni-potsdam.de / grenzwissenschaft-aktuell.de
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE