Dienstag, 10. Januar 2012

"Ausgestorbene" Galapagos-Riesenschildkröten könnten heute noch leben

Hybride Riesenschildkröte auf der Galapagosinseln Isabela sind Nachkommen eines Elternteils der bislang für ausgestorben gehaltenen Riesenschildkrötenart Chelonoidis elephantopus. | Copyright/Quelle: yale.edu

New Haven/ USA - Eine seit 150 Jahren für ausgestorben gehaltene Galapagos-Riesenschildkrötenart könnte bis heute überlebt haben. Hierauf deuten physiologische Eigenschaften von Schildkröten-Hybriden auf einer der Galapagos-Inseln hin. Sollte sich die Vermutung der Forscher bestätigen, könnte es zumindest noch vor etwas mehr als 15 Jahren Elterntiere der Galapagos-Riesenschildkrötenart Chelonoidis elephantopus gegeben haben.

Wie das Team um Dr. Gisella Caccone von der Yale University und Ryan Garrick von der University of Mississipi aktuell im Fachmagazin "Current Biology" berichten, lebten die Riesenschildkröten einst auf der Galapagos-Insel Florena und wurden dort durch intensive Bejagung durch Walfänger ausgerottet. Die vor drei Jahren auf einer Nachbarinsel Isabela entdeckten bis zu 15 Jahre alten Schildkröten-Hybriden weisen jedoch die charakteristische Panzerform auf, die darauf hindeutet, dass eines ihrer Elterntiere ein Exemplar von Chelonoidis elephantopus sein muss. Unter anderem waren es diese markanten Unterschiede der Panzerformen der auf den unterschiedlichen Galapagosinseln vorkommenden Arten von Riesenschildkröten, die Charles Darwin zur Entwicklung seiner Evolutionstheorie durch natürliche Selektion brachte.

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Während die meisten Arten von Galapagos-Riesenschildkröten für ihre kuppelförmigen Panzer bekannt sind, zeichnet sich der Panzer von Chelonoidis elephantopus durch seine auffallende Sattelform aus.

Während einer Expedition zum Vulkan Wolf auf Isabela entdeckten die Forscher 84 Schildkröten, deren DNA nun analysiert wurde und darauf hindeutet, dass ein Elternteil eine der ausgestorbenen Riesenschildkröten war. Da die Tiere deutlich älter als 100 Jahre werden können, bestehe also die Möglichkeit, dass auch heute noch in dieser Gegend Riesenschildkröten der Art Chelonoidis elephantopus leben, so die Forscher. Die Wissenschaftler vermuten, dass es noch mindestens 38 sowohl weibliche als auch männliche Tiere geben könnte. Möglicherweise wurden einige Exemplare schon von den Walfängern von Florena nach Isabela gebracht, wo sie sich auch mit der dort vorkommenden Art vermischten.

Vor dem Hintergrund, dass die Riesenschildkröten ein Gewicht von bis zu 500 Kilogramm erreichen, erschien es einigen Wissenschaftlern bislang kaum vorstellbar, dass die Tiere unentdeckt überlebt haben könnten. "Die Wirklichkeit der Landschaft rund um den Vulkan Wolf sieht jedoch anders aus", erläutert Caccone gegenüber der BBC. "Die Gegend ist dicht bewachsen mit viel Busch und Alkoven. Um darin die gut getarnten Panzer der Tiere erkennen zu können, braucht es sehr viel Erfahrung."

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / yale.edu / bbc.co.uk
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