Dienstag, 3. Januar 2012

Ausstellung in Strasbourg: "Die Geister Europas oder die Faszination für das Okkulte, 1750-1950"

Robin Goodfellow-Puck, Gemälde von Johann Heinrich Füssli (Ausschnitt) von 1787-1790, zu sehen im "Museum zu Allerheiligen Schaffhausen". | Copyright: Public Domain

Strasbourg/ Frankreich - Noch bis zum 12. Februar 2012 zeigt das "Musée d'Art moderne et contemporain de la Ville de Strasbourg", die Ausstellung "Die Geister Europas, oder die Faszination für das Okkulte, 1750-1950". Die Ausstellung verfolgt einen "gattungsübergreifenden Ansatz und untersucht den Einfluss, den das Okkulte in entscheidenden Perioden der Neuzeit auf europäische Künstler, Denker und Gelehrte ausübte".

Die drei Schwerpunkte der Schau sind "Die Geister Europas - Künste und Literatur Kunst" (Malerei, Zeichnung, Bildhauerei, Druckgrafik, Fotografie und Literatur) die durch das "Prisma des Irrationalen und Obskuren" betrachtet werden; "Die Geschichte und Ikonografie des Okkultismus: eine Welt in Schriften und Bildern" und "die Beziehungen zwischen okkulten Phänomenen und Wissenschaft anhand von Forscherfiguren und Versuchen sowie der Präsentation wissenschaftlicher Geräte."

Auf einer Ausstellungsfläche von über 2000 Quadratmetern zeigt die Ausstellung rund 500 Werke und 150 wissenschaftliche Gegenstände sowie 150 Bücher und etwa 100 Dokumente aus 25 europäischen Ländern.

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Im Informationstext zum Ausstellungsteil "Als die Wissenschaft Geister vermaß " heißt es: "Im 19. Jahrhundert interessierten sich viele Wissenschaftler für Okkultismus und Spiritismus, von Chevreuls schwebenden Tischen bis hin zur métapsychique des Charles Richet. Um 1900 wurden sogar Geräte entwickelt, mit denen man Levitationen, Geistererscheinungen usw. rational erklären wollte.

Diese Begegnung zwischen Wissenschaft und Esoterik dokumentiert die Ausstellung in drei Abschnitten: Elektrizität, Funktechnik, Radium, Röntgenstrahlen usw. - gegen Ende des 19. Jahrhunderts werden zahlreiche Entdeckungen gemacht und neue Techniken erfunden.

Ausgehend von diesen Neuerungen werden Maschinen entwickelt, die diese neuen Ressourcen messen bzw. nutzbar machen sollen. Allerdings bleiben manche Phänomene ungeklärt. Die Europäer begeistern sich für die scheinbar unbegrenzten neuen Möglichkeiten und beschäftigen sich zunehmend mit wissenschaftlichen Fragen. Gleichzeitig begeistern sich viele Europäer aber auch für Okkultismus, und Wissenschaftler wie William Crookes, Pierre und Marie Curie, Camille Flammarion und Jean-Martin Charcot beginnen, den Mediumismus zu erforschen. In Experimenten mit dem Medium Eusapia Palladino sollen deren mediale Fähigkeiten nachgewiesen werden. Der Physiologe Charles Richet nennt das neue Forschungsgebiet 'Métapsychique'.

Im Ersten Weltkrieg nimmt das allgemeine Interesse an Spiritismus weiter zu. Die Wissenschaft geht allerdings auf Abstand zu diesem Forschungsgegenstand, und unter Psychologen und Psychiatern gilt Métapsychique fortan als Pseudowissenschaft. In den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen wird die wissenschaftliche Forschung immer professioneller, die Grundlagenforschung gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Die Ausstellung zeigt zahlreiche Objekte aus dem Bestand renommierter Institutionen wie dem Musée des Arts et Métiers, dem Institut Curie und dem Musée de la Médecine Lyon. Einige Exponate stammen auch aus den umfangreichen Sammlungen der Straßburger Universität und der 'Association de muséographie et de médiation scientifique' (AMUSS).

Zu sehen sind seltene Originalinstrumente, darunter das weltweit einzige Exemplar von Mesmers magnetischem Baquet, eine Röntgenröhre, eine Crookes’sche Lichtröhre, ein Telegraph, ein Branly-Fritter und ein Photophon von Bell. Briefe, Fotografien, Presseartikel und Videos ergänzen die Präsentation."

- Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite zur Ausstellung

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

Ausstellung in Nürnberg: "Gespenster, Magie und Zauber - Konstruktionen des Irrationalen in der Kunst von Füssli bis heute
25. November 2011
Ausstellung im Mühlerama, Zürich: Geisterstunde
14. April 2011

Quellen: musees.strasbourg.eu / grenzwissenschaft-aktuell.de
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