Donnerstag, 5. Januar 2012

Ichthyosaurier-Fund nahe Braunschweig widerlegt marines Aussterbeszenario am Ende des Jura

Die Schädelfragmente des Acamptonectes densus | Copyright/Quelle: PLoS, Creative Commons Attribution 2.5 Generic

Braunschweig/ Deutschland - Die Rekonstruktion und Analyse der2005 bei Autobahnarbeiten nahe Braunschweig gefundenen fossilen Überreste einer für die Wissenschaft bislang unbekannten Ichthyosaurier-Art widerlegt die bisherige Vorstellung eines sogenannten ozeanischen anoxischen Ereignisses am Ende der Jurazeit. Hierbei sollen vor rund 140 Millionen Jahren, die Weltmeere unterhalb der Oberflächenschicht an Sauerstoff verarmt sein, was zum massenhaften Aussterben Wirbelloser und Kopffüßler in dieser Meeresschicht und so zum Wegbrechen der Nahrungsgrundlage der Ichthyosaurier geführt haben soll.

Der auf den wissenschaftlichen Namen "Acamptonectes densus" getaufte Fischsaurier, so berichtet ein internationales Team um Forscher der Université de Liège und des Staatlichen Naturhistorisches Museums in Braunschweig im Fachmagazin "PLoS One", durchstreifte noch während der Kreidezeit, vor rund 130 Millionen Jahren die urzeitlichen Ozeane.

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Grafische Rekonstruktion des Acamptonectes densus | Copyright: C. M. Kosemen

Mit einer Körperlänge von drei Metern, glich Acamptonectes densus am ehesten heutigen Delfinen, mit einem schmal zulaufenden langen und mit zahlreichen spitzen Zähnen bestückten Kiefer. Mit diesem jagte er, wie seine Verwandten, vornehmlich kleine Meeresbewohner wie Fische und Tintenfischartige. Diese müssen also ebenfalls noch zur Kreidezeit die Meere bevölkert haben.

Die Datierung des Fundes in die Kreidezeit, ist aufgrund eines in einem der Wirbel des Sauriers gefundenen Haizahns eindeutig, da die entsprechende Haiart nur in dieser Epoche lebte. Stimmt die Datierung des Fundes also, so kann das besagte ozeanische anoxische Ereignis nicht in der Form stattgefunden haben, wie bislang angenommen. Der Stammbaum der Ichthyosaurier muss demnach neu geschrieben werden, so die Forscher.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / plosone.org / ulg.ac.be / naturhistorisches-museum.de
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