Dienstag, 24. Januar 2012

Medizinische Hochschule Hannover eröffnet Privatambulanz für Naturheilverfahren

Professor Fink bei einer osteopathischen Behandlung der oberen Brustwirbelsäule, eine Technik, die oft bei Schulter- und Nackenschmerzen eingesetzt wird. | Copyright: MHH/Kaiser

Hannover/ Deutschland - An der Medizinischen Hochschule Hannover gibt es jetzt eine Privatambulanz für Naturheilverfahren. Neben München, Essen und Berlin gehört die MHH damit zu den wenigen Universitätskliniken in Deutschland, die komplementäre Therapieverfahren in ihr Behandlungsspektrum aufnehmen.

- Bei dieser Meldung handelt es sich um eine Pressemitteilung der Medizinischen Hochschule Hannover, mh-hannover.de / mhh-naturheilkunde.de

Professor Dr. Matthias Fink, Leiter der neuen Einrichtung, und sein Team bieten den Patienten dort ausgewählte alternative Diagnose- und Behandlungsverfahren an: Osteopathie, Akupunktur, Chirotherapie und klassische Naturheilverfahren stehen dabei im Vordergrund, die Experten setzen aber auch besondere Massageformen und außergewöhnliche Behandlungsmethoden ein. "Technische Hilfsmittel kommen so selten wie möglich zum Einsatz", betont Professor Fink. "Wenn es nötig ist, steht uns dafür die moderne Hochschulmedizin zur Verfügung."

In der Naturheilkundeambulanz, die zur MHH-Klinik für Rehabilitationsmedizin gehört, werden vor allem schmerzhafte Erkrankungen des Bewegungsapparates behandelt. Dazu gehören beispielsweise Arthrosen, Sportverletzungen, Rückenschmerzen aber auch Kopfschmerzen. Darüber hinaus kann die Ambulanz auch Patienten mit Beschwerden wie Allergien, Burn-out-Syndrom, Erkältungskrankheiten, Schlafstörungen und Reizdarm-Syndrom weiterhelfen.

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"Hinter Schmerzen am Bewegungsapparat verbergen sich gerade bei jüngeren Patienten meist funktionelle Störungen der Muskulatur und der Gelenke. Das Bindegewebe spielt dabei ebenfalls eine Rolle als Schmerzquelle", erklärt Professor Fink. Zu seinen wichtigsten Behandlungsverfahren gehört eine junge Form der Osteopathie, bei der die Schmerzgestik des Patienten den Therapeuten bei der Behandlung leitet. "Der Patient kennt seine Schmerzen am besten, aber wir schauen und hören oft nicht genau hin", meint Professor Fink. Mit manuellen Grifftechniken werden Funktionsstörungen des Bindegewebes, der Muskeln, Knochen und Gelenke erkannt und behandelt. Der Osteopathie liegt der Gedanke zugrunde, dass der Körper eine Funktionseinheit bildet und durch gezielte Handgriffe Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert werden können.

Diese ganzheitliche und selbstregulierende Denkweise findet sich auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin: Die Akupunktur hat das Ziel, das energetische Gleichgewicht zwischen Körper, Geist und Seele herzustellen. Schmerzen werden in der Traditionellen Chinesischen Medizin als Energiestau interpretiert, Ziel der Behandlung ist es, durch die Stimulation von Akupunkturpunkten den normalen Energiefluss wieder herzustellen. "Osteopathie und Akupunktur passen sehr gut zusammen, wir setzen sie bei Behandlungen häufig kombiniert ein", sagt Professor Fink.

Sehr gute Erfolge lassen sich damit vor allem bei Schmerzen nach Sportverletzungen oder Unfällen und bei Arthrosen erzielen. Weitere Behandlungsverfahren in der Naturheilambulanz sind die Hydrotherapie, also Waschungen, Güsse und Bäder, mit denen zum Beispiel beim Burn-out Syndrom eine Revitalisierung und Normalisierung des Schlaf-Wachrhythmus erreicht werden kann. Massage kann - beispielsweise bei chronischen Schmerzzuständen - mit Wasseranwendungen und anderen Heilverfahren verbunden werden. Zu den besonderen Naturheilverfahren gehört die Blutegeltherapie. Die schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung geht auf verschiedene Inhaltsstoffe des Speichels der Tiere und dem damit verbundenen kleinen "Aderlass" zurück. Gemeinsam mit dem Kollegenteam der Naturheilkundeambulanz in Essen konnte Professor Fink bei Fingergelenksarthrose, eine typische Gelenkerkrankung des höheren Alters, die schmerzstillende Wirkung der Egeltherapie belegen. Eine Wirkung, die auch bei anderen Arthroseformen teilweise monatelang nachgewiesen werden kann.

Gute Erfahrungen mit einer Therapie in der Naturheilambulanz hat Frederik H. gemacht. Der 17-Jährige ist Leistungssportler, er spielt Inline-Hockey in einem Bundesliga-Verein. Im vergangenen Herbst litt er an einer dauerhaften Sehnenentzündung im Knie. "Trotz medikamentöser Behandlung hatte ich bei starker Belastung Schmerzen und konnte nicht mehr an Wettkämpfen teilnehmen", erinnert er sich. Um einen operativen Eingriff zu vermeiden, ließ er sich von Professor Fink behandeln, der mit Osteopathie und Akupunktur Abhilfe schuf. "Ich bin seit vier Monaten beschwerdefrei und konnte im Dezember mit meinem Team an den Deutschen Meisterschaften teilnehmen", berichtet Frederik H. froh. Anne F. gehört ebenfalls zu den Patienten der MHH-Naturheilambulanz. Sie litt an einer Kieferfehlstellung, die mit einem Knacken im Kiefer sowie Nacken- und Kopfschmerzen verbunden war. "Ich wollte mir vor zwei sehr teuren Untersuchungen eine Zweitmeinung einholen und habe mich deshalb an die Ambulanz gewandt", sagt die 24-jährige Hannoveranerin. Eine Kombination aus Osteopathie und Akupunktur konnte auch ihr helfen. "Seit der Behandlung wird es kontinuierlich besser, die Kopfschmerzen sind fast vollständig verschwunden."

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Quelle: mhh-naturheilkunde.de
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