Montag, 9. Januar 2012

SETI-Astronomen präsentieren erste Daten der Suche nach intelligenten Signalen aus Richtung der von Kepler entdeckten Exoplaneten

Berkeley/ USA - SETI-Astronomen der University of California in Berkeley haben die ersten Beobachtungsdaten ihrer Suche nach intelligenten Signalen aus Richtung der vom NASA-Weltraumteleskop Kepler entdeckten potentiell lebensfreundlichen Planeten jenseits des Sonnensystems veröffentlicht.

"Unsere Suche nach Signalen aus Richtung der Kepler-Planeten und deren Auswertung hat erste 'Treffer' ergeben", erklären die SETI-Astronomen in Berkeley auf ihrer Internetseite (seti.berkeley.edu). "Hierbei handelt es sich jedoch unzweifelhaft um irdische Radiofrequenz Interferenzen (radio frequency interference, RFO)", also um Überlagerungen von elektromagnetischen Wellen irdischen Ursprungs - genauer gesagt hervorgerufen von "unseren eigenen Satelliten".

Jedes der im Folgenden abgebildeten Signale ist jeweils paarweise abgebildet. Zum einen die Beobachtung des 'Kepler Object of Interest' (KOI) Nummer 817 und zum anderen des Planetenkandidaten KOI-812. "Während unserer Beobachtung wechselten wir zwischen diesen beiden Zielen, um es uns zu ermöglichen, Signale auszuschließen, die aus zwei unterschiedlichen Orten im Himmel einfallen. Wenn wir nämlich (wie in den unten gezeigten Fällen) ein Signal aus mehreren Himmelspositionen sehen, so handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit um Interferenzen."

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"Die Ausdrucke der Signale stellen elektromagnetische Energie als eine Funktion aus Frequenz und Zeit dar", so die Erläuterungen der Astronomen. "Hellere Farben repräsentieren mehr Radioenergie zu einer bestimmten Zeit und Frequenz. Eine Radiostation, die auf 101,5 MHz sendet, würde beispielsweise eine große Menge an Energie rund um diese Frequenz erzeugen."

Zwar sind sich die SETI-Astronomen sehr sicher, dass es sich bei diesen Signalen um besagte Interferenzen handelt, "doch sehen diese dem, wie wir uns Signale einer außerirdischen Technologie vorstellen, wahrscheinlich sehr ähnlich. Sie zeichnen sehr enge Frequenzen, so eng, wie diese wahrscheinlich nicht von astrophysikalischen Phänomenen erzeugt werden würden. Zudem verschiebt sich die Frequenz mit der Zeit - ganz genau so, wie wir dies aufgrund des Doppler-Effekts, der von der relativen Bewegung der Sendequelle zum empfangenden Radioteleskop hervorgerufen wird, erwarten würden."

"Obwohl es sich bei diesen Signalen um Interferenzen handelt, zeigt doch dieser Empfang von Signalen, die jene Eigenschaften aufzeigen, die wir von einer intelligenten außerirdischen Quelle erwarten, dass wird auf dem richtigen Weg sind und unsere Algorithmen richtig arbeiten", so die Berkeley-Astronomen.

Während der kommenden Wochen wollen die SETI-Astronomen weitere Daten und Ergebnisse der Suche nach Signalen von den Kepler-Planeten und Planetenkandidaten veröffentlichen. Alleine 2011 wurden hierbei nahezu 50 Terabyte an Daten empfangen, die es nun gilt auszuwerten...

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