Freitag, 6. Januar 2012

Tauchroboter entdeckt neue Arten um Tiefseeschlot

Ein bislang noch nicht identifizierter weißer antarktischer Oktopus auf 2.400 Metern Tiefe. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung u gelangen.) | Copyright: Oxford University

Oxford/ England - Mit einem Tauchroboter haben britische Wissenschaftler rund um einen antarktischen Tiefseeschlot eine Vielzahl bislang noch nicht wissenschaftlich beschriebener Arten entdeckt. Die Bewohner des bizarren Lebensraums unterschieden sich von jenen, die bislang im Umfeld ähnlicher hydrothermaler Schlote wie sie bislang im Pazifik, im Atlantik oder am Grunde des Indischen Ozeans gefunden wurden und belegen damit die Vielfalt dieser ungewöhnlichen Ökosysteme in völliger Finsternis.

Wie die Forscher um den Zoologen Professor Alex Rogers von der Oxford University gemeinsam mit Kollegen der University of Southampton, vom National Oceanography Centre und der British Antarctic Survey aktuell im Fachmagazin "PLoS Biology" berichten, finden sich unter den neu entdeckten Lebewesen neue Arten von Yetikrabben (s. Abb. u.), siebenarmigen Raubseesterne, Krebse, Seeanemonen und sogar ein der Wissenschaft bislang unbekannter Tiefseeoktopus (s. Abb. o.).

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Mit einem ferngelenkten Tauchroboter waren die Forscher zum East Scotia Ridge in eine Tiefe von 2.700 Metern vorgedrungen, einem unterseeischen Gebirgsgrat zwischen der Südspitze Südamerikas und der Antarktis. Rund um die hier vorgefundenen Tiefseequellen, darunter auch sogenannte Schwarze Raucher (Black Smoker), wird das Wasser von diesen auf bis zu 382 Grad Celsius aufgeheizt, zugleich jedoch mit mineralischen Nährstoffen aus der Tiefe derart angereichert, dass die Schlote die Grundlage für einzigartige Ökosysteme in absoluter Finsternis bilden.

Eine gewaltige Kolonie einer bislang unbekannten Yetikrabben-Art. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung u gelangen.) | Copyright: Oxford University

"Hydrothermale Schlote sind die Heimat von Tieren, wie man sie an keinen anderen Orten des Planeten findet, die ihre Energie nicht aus dem Sonnenlicht gewinnen, sondern durch den Abbau chemischer Verbindungen wie beispielsweise Schwefelwasserstoff", erläutert Rogers und führt weiter aus: "Das, was wir um diese Schlote nicht fanden, war fast so überraschend, wie das, was wir gefunden haben", so Rogers. Ungleich ähnlichen bereits erkundeten Tiefseequellen im Pazifik, im Atlantik oder am Grunde des Indischen Ozeans, die vornehmlich von Röhrenwürmer, Muscheln und einigen Krabben- und Krebsarten bevölkert werden, finden sich diese Lebewesen am Grunde des Südpolarmeeres nicht.

Die Forscher glauben, dass das Südpolarmeer wie eine Barriere wirke, die einige Tierarten aus wärmeren Weltmeeren daran hindert, einzuwandern. Zugleich belege das einzigartige Ökosystem rund um die Schlote, dass diese Nischen des Lebens deutlich vielfältiger und komplexer sind als bislang angenommen.

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Quellen: grenzwisseschaft-aktuell.de / ox.ac.uk
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