Montag, 2. Januar 2012

"Was bedeutet menschlich?" – Kryptozoologe kommentiert DNA-Analyse des Yeti-Fingers

Die angebliche "Yeti-Hand" aus dem Kloster in Pangboche, fotografiert von einer japanischen Expedition in den 1950er Jahren. | Quelle: cryptomundo.com

Portland/ USA - Nachdem die DNA-Analyse eines jahrzehntelang verschollenen Fingers, der zuvor in einem Himalya-Kloster als Teil der Hand eines Yetis aufbewahrt wurde, den Finger als "menschlich" charakterisiert hatte (...wir berichteten), hat sich nun der US-amerikanische Kryptozoologe und Kenner des speziellen Falles, Loren Coleman, zu dem Ergebnis geäußert.

In seinem Kommentar auf "cryptomundo.com" erläutert Coleman, dass das "menschliche" Ergebnis der DNA-Analyse des Fingers die Kenner der Hintergründe nicht erstaunen dürfte. Schon 1989 erläuterte Coleman in seinem Buch "Tom Slick and the Search for the Yeti", dass gerade die von dem Öl-Magnaten Slick finanzierte Himalaya-Expeditionen auf der Suche nach dem Yeti, die Tatsache offenbart hatten, dass in mehren dortigen Klostern entsprechende "Reliquien" aufbewahrt werden, die angeblich von Yetis stammen. So konnten die Slick-Expeditionen aufzeigen, dass eine angebliche "Yeti-Hand, bestehend aus Faust und Unterarm, die in Makalu aufbewahrt wird, tatsächlich von einem Schneeleopard stammt. Zugleich lieferte die 'Slick-Johnson Snowman Expedition' das erste Foto einer sehr alten und mumifizierten Yeti-Hand aus Pangboche."

Zunächst, so erläutert der Kryptozoologe weiter, habe der aus dem Kloster entwendete und gegen einen menschlichen Finger eingetauschte "Yeti-Finger" seinen Weg nach London gefunden, wo er 1959 von dem Primatologen Dr. William Osman Hill untersucht und wurde von diesem (das geht aus einem Schriftstück Hills vom 26. Februar 1959 hervor) zunächst noch als "menschlicher Daumen und Fingerglied" eingestuft.

Aufgrund einer weiteren Diskussion, unter anderem mit den Anthropologen George Agogino, über den abgeflachten Mittelhandknochen der Hand selbst, als "primitives Merkmal", änderte Hill seine Ansicht jedoch und glaubte nun, dass es sich zwar nicht um die Hand eines Yeti, jedoch möglicherweise um die eines Neandertalers handeln könnte.

"Wenn nun 50 Jahre später ein DNA-Test einen Finger dieser Hand als 'menschlich' offenbart, ist diese Erkenntnis also nicht wirklich neu", so Coleman. "Die einzig wichtige Frage ist also, ob auch die DNA-Analyse es Ähnlichkeiten zu Neandertalern aufzeigt." Gerade vor dem Hintergrund des mittlerweile vorliegenden sequenzierten Neandertaler-Genoms, könnte dieses Detail also von großem wissenschaftlichem Interesse sein.

"Stammt der 'Yeti-Finger' also von einem Neandertaler oder von einem tibetischen Mönch?", fragt Coleman abschließend. Die bislang noch nicht veröffentlichten Rohdaten der BBC-Analyse könnten also noch für Überraschungen sorgen.

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Quellen: cryptomundo.com / grenzwissenschaft-aktuell.de / rcseng.ac.uk
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