Donnerstag, 12. Januar 2012

Weltraumteleskop Kepler entdeckt drei kleinste bislang bekannte Exoplaneten

Künstlerische Darstellung der drei kleinen Felsplaneten um den Roten Zwerg KOI-961 (Illu.). | Copyright: NASA/JPL/Caltech

Pasadena/ USA - Anhand der Beobachtungsdaten des NASA-Weltraumteleskops Kepler haben Astronomen die drei kleinsten bislang bekannten Exoplaneten entdeckt. Alle drei Planeten umkreisen den Stern KOI-961 und sind kleiner als die Erde. Aufgrund ihrer Nähe zu ihrem Zentralgestirn dürfte es auf den Planeten selbst allerdings kein Leben nach irdischem Maßstab geben.

Die NASA-Wissenschaftler um Phil Muirhead vom Exoplanet Science Institute am California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena gehen davon aus, dass es sich bei allen drei Planeten um Felsplaneten handelt. Ihre Radien entsprechen dem 0,78-, 0,73- und 0,57-fachen der Erde. Damit ist der kleinste der drei Planeten in etwa so groß wie der Mars. Alle drei umkreisen ihren Stern allerdings zu nah, als dass auf ihren Oberflächen Wasser in flüssiger Form und damit die Grundlage für Leben, wie wir es von der Erde kennen, existieren könnte.


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"Astronomen beginnen gerade erst damit, tausende von Planetenkandidaten, die von Kepler gefunden wurden, zu bestätigen", erläutert der Kepler-Wissenschaftler Doug Hudgins vom Hauptquartier der NASA. "Jetzt schon einen Planeten von der Größe des Mars zu entdecken, ist fantastisch und deutet darauf hin, dass es wahrscheinlich eine Vielzahl von felsigen Planeten um uns herum gibt."

Größenvergleich der bislang kleinsten bekannten Exoplaneten (künstl. Darst.) mit Erde und Mars (Illu.). | Copyright: NASA/JPL-Caltech

Für eine Umrundung ihres Zentralgestirns, KOI-961, benötigen die drei Planeten weniger als zwei Tage. Bei KOI-961 handelt es sich um einen Roten Zwerg mit einem Durchmesser der einem Sechstel unserer Sonne entspricht, wodurch der Stern nur 70 Prozent größer ist als Jupiter.

"Hierbei handelt es sich um das kleinste bislang gefundene Planetensystem", so John Johnson vom Caltech. "Tatsächlich gleicht das System bezüglich der Maßstäbe vielmehr dem Jupiter-System mit seinen Monden und stellt damit einen weiteren Beleg für die Vielfalt an Planetensystemen in unserer Galaxie dar."

Größenvergleich des Planetensystems um KOI-961 mit Jupiter und seinen vier größten Monden (Illu.). | Copyright: NASA/JPL-Caltech

Rote Zwergsterne sind der in der Milchstraße am häufigsten vorkommenden Sternentyp (...wir berichteten, s. Links). Für die Forscher legt der Umstand, "dass drei kleine Felsplaneten einen Roten Zwerg umkreisen, die Schlussfolgerung nahe, dass die Milchstraße von Felsplaneten nur so wimmelt."

"Diese Art von Planetensystemen könnten im Universum allgegenwärtig sein", kommentiert Muirhead. "Für Planetenjäger ist das eine wirklich aufsehenerregende Entdeckung."

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov
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