Sonntag, 12. Februar 2012

Astronomen erstellen erstmals Wärmekarte eines Exoplaneten

Die Wärmeverteilung auf der Oberfläche des Heißen Jupiters HD 189733b in einer Mollweide-Projektion. (Klicken Sie auf die Abbildung, um zu eienr vergößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright/Quelle: C. Majeau, E. Agol, N. Cowan / arxiv.org

New York/ USA - Einem US-Astronomenteam ist es erstmals gelungen, eine zweidimensionale Karte eines Exoplaneten zu erstellen, also eines Planeten außerhalb des Sonnensystems. Allerdings stellt das Abbild des Planeten nicht die topografische sondern dessen Helligkeitsvariationen im infraroten Lichtspektrum ab und zeigt somit die Wärmeverteilung auf seiner Oberfläche.

Wie die Forscher um Carl Majeau von der Columbia University Eric Agol von der University of Washington und Nicholas B. Cowan von CIERA, Northwestern in ihrem vorab auf "arxiv.org" und danach im Fachmagazin "Astrophysical Journal Letters" veröffentlichten Artikel berichten, zeigen die Infrarotdaten einen "hot spot", also eine besonders heiße Region, in der Äquatorregion des Planeten (s. Abb.).

Ermittelt wurde die Wärmekarte des Planeten HD 189733b anhand von Beobachtungsdaten, die mit dem sogenannten Bedeckungs-Verfahren immer dann gewonnen werden konnten, wenn der Planet hinter seinem Stern (HD 189733) vorbei zog und wieder dahinter hervorkam. Aus der bei diesen Vorgängen ermittelten Lichtkurve lässt sich dann die zweidimensionale Helligkeitsverteilung auf dem Objekt ablesen. Auf diese Weise, so erläutern es die Forscher, sind erste Rückschlüsse auf die Oberflächen von extrasolaren Planeten möglich, die bislang noch nicht durch direkte Beobachtungen aufgelöst werden können.

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Bei HD 189733b handelt es sich um einen sogenannten Hot-Jupiter, also um einen in etwa jupitergroßen Gasriesen, der aufgrund der großen Nähe zu seinem Stern stark aufgeheizt wird. HD 189733b umkreist seinen sonnenähnlichen, von der Erde rund 63 Lichtjahre entfernten Stern alle 2,2 Tage.

Aufgrund dieser Dichte zu seiner "Sonne" ist davon auszugehen, dass der Planet sein Zentralgestirn in einer gebundenen Rotation umkreist, also diesem - wie der Mond unserer Erde - immer die gleiche Seite zuwendet.

Der Umstand, dass der "Hot Spot" auf dem Äquator um 21,8 (1,5) Grad nach Osten verlagert, also seinem Stern nicht exakt dem zugewandt ist, deutet das Astronomen-Trio als Hinweis für starke rotierende Winde in der Atmosphäre des Gasriesen.

- Den Originalartikel finden Sie HIER

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / arxiv.org

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