Mittwoch, 15. Februar 2012

Nachweis erbracht: Mammut-Video ist eine Fälschung

Standbild aus dem angeblichen Mammut-Video. | Quelle: youtube.com (M.Cohen, Barcroft Media /thesun.co.uk)

Budapest/ Ungarn - Nachdem ein im Internet veröffentlichtes Video angeblich ein lebendes Mammut in Sibirien zeigen sollte, es von den meisten Betrachtern das vermeintliche Mammut jedoch zunächst als Fehlinterpretation eines Bären mit Fischbeute im Maul gedeutet wurde (...wir berichteten), hat sich nun ein Dokumentarfilmer zu Wort gemeldet, der nachweisen kann, dass das Original-Videomaterial, das allerdings weder ein Mammut noch eine Bären beinhaltet, von ihm stammt. Offenbar diente dieses Video Digital-Fälschern als Hintergrundvorlage, die mit der Aufnahme eines unscharf gezeichneten Bären kombiniert wurde.

"Ich bin der Typ, der die Aufnahmen des Flusses im Sayangebirge gefilmt hat, die nun ein gefälschtes Wollhaarmammut zeigt", erläutert Ludovic Petho in seinem Videostatement zum Mammut-Video auf Youtube die nun von ihm nun veröffentlichten Originalaufnahmen. "Aufgenommen wurde der Film im Sommer 2011 am Fluss Kitoi und ich erinnere mich nicht daran, dort ein Mammut gesehen zu haben; es gab dort Bären und Zobel, um nur einige Säugetiere zu nennen, aber keine Wollhaarmammuts. Ich hatte keine Ahnung, dass meine Aufnahmen genutzt wurden, um diese gefälschte Sichtung zu inszenieren und frage mich, ob damit irgendwelche Gesetze gebrochen wurden."

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"Sollte es sich um das Werk von Jugendlichen (kids) handeln, die das ganze in ihrem Kinderzimmer zusammengebastelt haben, so würde ich mich mit ihnen darüber amüsieren - das wäre großartig", so Petho weiter. "Allerdings erscheint es mir, dass es sich hier um Geschäftsleute aus dem Filmproduktionsbusiness handelt. In diesem Fall kann ich nur sagen: Was zum Teufel klaut ihr das Material anderer Leute, erstellt damit eine Lüge und macht damit wahrscheinlich auch noch Gewinn, in dem ihr das Material an weltweite Medien verkauft. Ich selbst bin nicht der Typ, der eine solche Sache juristisch verfolgt. Sollten sie aber ein Interesse daran haben, diese Angelegenheit für uns juristisch zu verfolgen, um zu sehen, wie weit man so etwas führen kann, würde ich mich freuen, von ihnen zu hören."

Ludovic Pethos Statement zum Mammut-Hoax

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Die Originalaufnahmen – also ohne Mammut – entstanden, so Petho, im Rahmen von Filmarbeiten zu einer Dokumentation über die Flucht ungarischer Kriegsgefangener aus einem sibirischen Kriegsgefangenenlager in den Jahren 1915 bis 1918. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter "russianpromenade.com".

Während Petho selbst in seinem Statement davon ausgeht, dass das Mammut computergeneriert wurde (CGI), vermuten wir (die Red. von grenzwissenschaft-aktuell.de) weiterhin, dass es sich um eine reale Aufnahme eines Bären mit Fisch, wahrscheinlich mit einem Lachs handelt. Diese scheint uns, ebenso wie die Originalaufnahme, wahrscheinlich irgendwo im Internet gefunden und in die Aufnahme des Flusses geblendet worden zu sein. Hätte man ein Mammut generieren wollen, so sollte man annehmen, dass es auch sehr viel mehr wie ein Mammut aussieht und nicht einem Bären mit Fischbeute gleicht. Entsprechende Videos, ähnlich wie das folgende, finden sich auf den einschlägigen Online-Videoportalen zu Genüge...


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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / youtube.com / russianpromenade.com

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